Auf diesem Mann ruhen die Hoffnungen für neue MMOs und MMORPGs

Wenn man sich umschaut, wer 2019 neue Impulse für Online-Spiele geben kann, trifft man immer wieder auf die Firma Improbable. Dahinter steckt Herman Narula (30). Er könnte entscheidend für eine Zukunft mit neuen, anderen MMOs und MMORPGs sein, sagt unser Autor Schuhmann.

Wer ist der Mann? Das ist Herman Narula, ein 30-jähriger Brite, der in Indien geboren wurde. Sein Vater ist Milliardär, ebenfalls Unternehmer und betreibt eine große Baufirma.

Herman Narula hat Computerwissenschaften in Cambridge studiert. Mit Partnern hat er schon im April 2012 eine eigene Firma gegründet: Improbable. Da war er 24.

2017 war die Firma nach einer Investment-Runde mehr als 1 Milliarde US-Dollar wert.

scavengers_concept_2
Scavengers, ein Loot-Shooter, der mit SpatialOS entwickelt wird.

Er will die Matrix bauen

Was will Narula? Von Beginn an sprach Narula davon, riesige virtuelle Welten zu bauen, in denen tausende von Spielern Platz haben.

  • Schon 2014 sagte er Wired: Man könnte ein Call of Duty mit einer eigenen Armee haben.
  • In einem Interview 2017 zeigte er sich begeistert von Destiny und sagte, ihm werde der Mund wässrig, wenn er sich überlege, was ein Studio wie Bungie bauen könnte, wenn sie eine Partnerschaft mit seiner Firma eingingen.
  • Später sprach er schlicht davon, „die Matrix zu bauen.“

Ziel ist es, eine riesige Simulation zu schaffen, die in der Cloud läuft. Spieler sollen, weil alles simuliert ist, Entscheidungen treffen können, die sich wirklich auf die Spielwelt auswirken.

Mavericks Proving Grounds
Ein Bild aus Maverick Proving Grounds

Wie will er das erreichen? Die Technik dahinter heißt „SpatialOS“ und ist Cloud-basiert.

Je größer eine Simulation ist, desto mehr Rechen-Leistung braucht diese Simulation. Die Idee von SpatialOS ist es, eine riesige komplexe Welt, in der viele Dinge gleichzeitig ablaufen, in einzelne Aufgaben zu unterteilen.

Ein „Worker“, ein Mikroserver, kümmert sich dann um seine Aufgabe in der Welt. Wenn der Worker an seine Grenzen kommt, sollen dynamisch weitere Server zugeschaltet werden und die Aufgaben weiter verteilt werden.

workers-spatialOS
Der Ansatz von SpatialOS: Viele Server (Worker) erledigen einzelne Aufgaben, um die Welt zu schaffen. Bildquelle: Improbable

Letztlich arbeiten dann viele „Workers“ an ihren jeweiligen Aufgaben und SpatialOS ist das Gewebe, das alles zusammenhält in der Welt.

SpatialOS will Onlinewelten simulieren

Was für MMOs entstehen da?Aktuell sieht es so aus, als entstehen Spiele, die auf PvP und Sandbox-Elemente setzen.

Die Stärke von SpatialOS sind nicht etwa „Quests“ und klassisches Story-Design, sondern riesige Welten, die Spieler mit Leben füllen.

Daher haben die ersten Games oft einen „PvP“- oder einen „Simulations-Ansatz.“

Die Zukunft der MMORPGs entsteht gerade, aber sie wird vielen nicht passen

Diese Indie-Spiele setzen auf SpatialOS: Die ersten MMOs, die schon mit SpatialOS entwickelt werden und vorgestellt wurden, entstehen alle in Zusammenarbeit mit Indie-Teams und kleineren Start-Ups.

Das bekannteste Spiel mit SpatialOs, was schon veröffentlicht wurde, ist Worlds Adrift.

Worlds-Adrift-10

Weitere Spiele in Entwicklung sind:

Seed-Baum
Das ist Seed.

Das sind die großen Deals: Allerdings sind mittlerweile auch einige große Räder in Bewegung gekommen:

Von diesen „High-Budget“-Spielen hat man allerdings noch nichts Konkretes gehört.

jagex-improbable
Die Macher hinter dem MMORPG Runescape, Jagex, planen wohl auch eine Kooperation mit Improbable.

Darum ist das wichtig: Aktuell ist Improbable der große Impulsgeber in der Welt der Online-Spiele.

Von den großen klassischen Publishern ist aktuell wenig zu erwarten, MMORPGs sind zu kostspielig in der Entwicklung.

Wenn Innovation und Bewegung im Genre in den nächsten Jahren kommt, dann wohl von Improbable und ihren Partnern.

Man darf gespannt sein, was hier für Spiele entstehen, und ob Narula seine großen Pläne wirklich umsetzen kann. Einige Leute mit verdammt viel Geld scheinen jedenfalls daran zu glauben.

Es wird Zeit für ein neues MMORPG, aber die Ära der WoW-Killer ist vorbei
Quelle(n): Wired (2014), Wired (2017), Gamesindustry.biz
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Mimmi124

So toll ist der kerl auch wieder nicht. Er hat einfach nur nen Arsch voll geld mehr nicht.
Der einzige mit dieser „Idee“ ist er allerdings mit nichten….
Naja, papa wirds zahlen, gell 😉

Klaphood

Dieses „Visionäre“ erinnert mich alles sehr stark an No Man’s Sky (auch bekannt als One Man’s Lie).

????

Trotzdem interessant!

Keupi

Ich kann mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen. Vielleicht ein gutes Sandboxspiel.
Bin mal sarkastisch, lohnt sich das für Phones?

Strohhut

Noch ein Vorteil von SpatialOS dürfte doch sein das es Cheatern sehr schwer fallen sollte zu cheaten wenn das Spiel Cloud basiert ist. Oder liege ich da falsch?

N0ma

Warum wird eigentlich hier immer wieder die gleiche Geschichte vom „Wunder“ erzählt. Hatten wir doch letztens erst durchdiskutiert Gerd?
Wie ich schon vermutet hatte läufts über Microservices.
Übrigens Microservices nicht Mikroserver.

Albaster

Das macht schon neugierig auf die mittelfristige Zukunft des Genres. Und mal ehrlich, eine Vision ist doch der erste Schritt, um etwas neues zu erschaffen, da sind Rückschläge natürlich gewiss, aber auch lehr – und hilfreich.

Die großen Entwickler scheuen freilich solcherlei Risiken (außerdem lässt es sich mit „schlanken“ MMO-Shootern wie Destiny ect. wesentlich besser verdienen), da bleibt dann fast nur Independence für solche Projekte. Aber auch da kann was großes entstehen, wie Star Citizen es vielleicht gelingen wird.

Nach meiner Meinung liegt die Zukunft von großen MMORPG tatsächlich in der Vereinigung von Sandbox und Themepark innerhalb einer riesigen Spielwelt (aber vielleicht meine ich auch nur meine persönliche Präferenz), das wiederum braucht Finanzen, Amazon scheint mit New World eine entsprechende Chance, dies umzusetzen, vergeben.

Momo

Visionen sind wichtig, selbst wenn man diese nicht selbst umgesetzt bekommt so macht es vielleicht jemand anders!

Ectheltawar

Ich lese nun schon so lange und so viel über diese tolle SpatialOS das man glauben könnte dahinter versteckt sich ein Wunderwerk. Letzteres mag sein, aber zumindest bisher wirkt das alles nach tollen Gerede das aber noch nichts handfestes hervorgebracht hat, das dem auch nur Ansatzweise entspricht.

Mal abwarten ob die SpatialOS mal wirklich was hervorbringt das seinen Reden über die angeblichen Möglichkeiten auch gerecht wird.

Gerd Schuhmann

Ich kann das total verstehen – das Problem ist halt, die Firma ist seit 2017 „groß“ – und es dauert 4-7 Jahre, um ein großes Spiel zu entwickeln.

Auch wenn die jetzt eigene Studios gründen, ist das dann was für 2022, 2023 – es ist halt leider so.

Aber für mich ist das wirklich das Thema, wo man aktuell draufschauen sollte.

Ectheltawar

Ich kann absolut verstehen das ihr darüber berichtet, es klingt ja auch wirklich gut. Aber die Vergangenheit hat durchaus schon gezeigt das selbst wenn etwas großartig klingt und am Ende sogar großartig ist, es dann am Ende nicht auch großartig einschlägt.

SpatialOS klingt wirklich großartig und nach allem was ich bisher gelesen hab, scheint es ja auch zu funktionieren, ergo kommt eventuell auch der Punkt das es großartig ist hinzu.

Aber wie Du selbst feststellst werden wir kaum vor 2022 mit einem wirklich großen MMO auf Basis der SpatialOS rechen. Wenn ich mir nun aber die aktuelle Entwicklung ansehe, fürchte ich das es dann eventuell zu spät ist.

Egal wie man selbst dazu steht, wird die nächste Generation immer mehr und mehr im Mobile-Bereich aktiv sein. In Deutschland mögen wir dem Trend noch etwas hinterher hinken, aber die Entwicklung ist auch hier absehbar.

Im Augenblick kommt daher bei mir ein wenig das Gefühl auf, das die SpatialOS ein geniales Feature ist, welches wir in den letzten 5 Jahren sicherlich perfekt gebraucht hätten. Doch ist es auch noch das korrekte Werkzeug für den Markt in 5-10 Jahren?

Gerd Schuhmann

Jo, ich seh das wie du.

Ich finde, wir sollten einfach offen bleiben und versuchen über diese Trends auch zu berichten und die zu begleiten. Ist ja auch eine Idee von unserer seite, den Lesern zu zeigen, was „da draußen noch so passiert“ – auch wenn man nie weiß, ob das jetzt wirklich so wird, wie es jetzt geplant ist.

ItzOlii

Bei dieser Vorstellung läuft mir einerseits ebenfalls das Wasser im Mund zusammen wenn ich diese Technik in meinen Vorstellungen mit Destiny kombiniere, andererseits sehe ich da jedoch auch negative Aspekte wenn ich mir dabei Filmszenarien wie jene von Gamer (ala SecondWorld) oder auch im Stile von „ready player one“ vor Augen führe.

Wir werden sehen was die Zukunft noch alles mit sich bringt..

Freez951

Ganz ehrlich, dass kam mir auch direkt in den Sinn mit den Filmen.
Da dachte ich mir auch nur
„oh, wenn das die großen Firmen Wiese zum melken bekommen“

ItzOlii

Jap da kann man echt gespannt und auch ein Stück weit besorgt sein wie sich das weiterentwickeln wird.
Da wird es dann Menschen geben die sich endgültig in der Onlinewelt verlieren werden wenn das so kommt wie in den Filmszenarien, was es vermutlich auf eine ähnliche Art und Weise wird, dann gute Nacht..

Visterface

Mal schauen. Bis jetzt produzieren sie ja nur heiße Luft.

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