Mittlerweile könnt ihr Fitness-Tracker von Samsung, Amazfit oder sogar von Aldi kaufen. Doch wie gut sind die Geräte und welche lohnen sich überhaupt? Mein-MMO-Redakteur Benedikt Schlotmann hat ein halbes Dutzend Fitness-Tracker getestet und erklärt, welcher ihm am besten gefallen hat.
Wie ist die Liste entstanden? Fitness-Tracker versprechen, den Tag zu verbessern, denn ich kann viele Aspekte aus meinem Alltag in verschiedenen Daten erfassen und diese anschließend auswerten.
Meinen ersten Fitness-Tracker hatte ich mir gekauft, weil ich wissen wollte, ob ich mich trotz Home Office im Alltag ausreichend bewege. Mittlerweile hab ich mir ein halbes Dutzend zugelegt. Denn ich wollte wissen, welches Gerät mir am besten gefällt und welches meine Wünsche am ehesten erfüllt.
Die Fitness-Tracker habe ich dabei dauerhaft getragen: Ich bin damit Spazieren gewesen und habe sie nachts getragen.
Mit welchen Kriterien habe ich bewertet? Ich habe alle Fitness-Tracker mit den gleichen Kriterien bewertet, damit diese untereinander vergleichbar sind.
- Tragekomfort: Wie gut sitzt das Gerät und stört es mich langfristig am Arm? Wie sicher sitzt das Teil am Handgelenk?
- Fitnessfunktionen: Welche Funktionen sind vorhanden und stimmen die Daten, die ich tracken möchte?
- Bedienung und Display: Wie hell ist das Display, wenn ich etwa draußen bin. Wie gut sind Dinge auf ihm lesbar?
- Akkulaufzeit: Wann muss der Tracker wieder ans Ladekabel?
Bei keinem der Fitness-Tracker kommt man übrigens an einem Konto des Herstellers vorbei. Alle Geräte habe ich in Kombination mit einem Android-Smartphone genutzt. Zeitweise hab ich zwei Geräte gleichzeitig getragen, um die Tracker miteinander vergleichen zu können. Während Herzschlag und Schlafdaten bei allen Geräten eng beieinander liegen, gibt es bei der Bewegung teilweise Unterschiede von mehreren Hundert Schritten.
Gesundheitstipps findet ihr beim Bundesgesundheitsministerium (via bundesgesundheitsministerium.de) oder in einem Gespräch mit eurem persönlichen Hausarzt. Wichtige Gesundheitstipps von Experten findet ihr im Plus-Report über Gesundheit bei der GameStar.
Der Fitness-Tracker von Xiaomi setzt auf komische App-Politik
Das Mi Smart Band 6 von Xiaomi steht bei mir auf dem letzten Platz. Der Preis liegt bei 49,99 Euro, häufig gibt es ihn bereits für 30 Euro im Angebot. Der Tragekomfort ist in Ordnung und Xiaomi setzt beim Armband auf einen Druckverschluss mit Metallpin. Dieser Pin hält erstaunlich gut, eine Schnalle wäre mir lieber gewesen.
Für mich irritierend: Xiaomi hat vor ein paar Wochen von seiner offiziellen Mi-Fit-App auf die App “Zepp Life” umgestellt. Die stammt von der Firma Huami, die die App auch für ihre Amazfit-Geräte zur Verfügung stellt. In Zukunft will Xiaomi wohl eine völlig neue App mit dem Namen Xiaomi Sports Health entwickeln. Ich behalte das auf jeden Fall im Auge. Für mich ein negativer Punkt, denn ich weiß nicht, ob in Zukunft auch weiterhin alle meine Daten übernommen werden.
Was mir nicht gefällt: Der Anbieter nutzt gesammelte Gesundheitsdaten, beispielsweise Menstruationsdaten, für das Vermarkten von Waren und Dienstleistungen. Das ist in Europa nicht erlaubt, scheint aber den Anbieter nicht zu kümmern. Grundsätzlich dürfen alle Tracker und Apps Daten verarbeiten, diese Besonderheit war mir jedoch zu viel des Guten und der plötzliche Wechsel der App lässt mich etwas ratlos zurück.
Dem Tracker vom Supermarkt fehlen wichtige Komfortfunktionen
Auf dem vierten Platz meiner Liste landet Activity Tracker von SilverCrest. Den bekommt ihr regelmäßig beim Lidl für rund 25 Euro. Der Tracker sitzt bei mir grundsätzlich sehr sicher am Handgelenk. Die App ist ebenfalls übersichtlich aufgebaut und man findet sich schnell zurecht. Ein Konto vom Hersteller ist Pflicht, einen Gastlogin gibt es nicht.
Der Tracker kommt mit einem Farb-LCD und ist nicht mit einem OLED-Display ausgestattet. In der Wohnung oder in Räumen ist das ausreichend, draußen und in der Sonne ist das Display allerdings kaum noch lesbar.
Ärgerlich sind außerdem folgende Eigenschaften: Es gibt keinen echten Nachtmodus, sodass der Tracker bei einer falschen Bewegung nachts vor sich hin leuchtet. Das ist sehr nervig. Viel störender ist jedoch, dass der Tracker die Daten nur bis zum Ende des Tages speichert. Wenn ich also bis 24 Uhr die Daten des Tagesnicht über Bluetooth sichere, dann sind sie weg. Alle anderen Tracker speichern die Daten zumindest für mehrere Tage im Systemspeicher.
Die Verarbeitung ist ebenfalls kein Highlight. Nach einiger Zeit ist die Halterung vom Display gebrochen. Die In-Ear-Kopfhörer von Silvercrest waren in meinem Kurztest übrigens ein absoluter Reinfall. Den Test dazu und auch meinen absoluten Favoriten, den ich jeden Tag benutze, findet ihr in folgendem Artikel:
Ich habe 5 In-Ear-Kopfhörer blind getestet und war vom Gewinner überrascht
Der zweite Tracker vom Discounter fühlt sich besser an
Auf dem dritten Platz landet der Fitnesstracker Medion Life, den ihr beim Aldi für knapp 30 Euro bekommt. Im Aufbau wirkt der Fitnesstracker fast identisch mit dem Modell von Silvercrest. Die Akkulaufzeit liegt bei rund 10 Tagen und damit auf ähnlichem Niveau.
Medion setzt bei seinem Tracker wie Silvercrest auf einen Farb-LCD. In Räumem völlig ausreichend, an der Sonne zu dunkel und die Farben sind weniger kräftig als bei einem OLED-Screen.
Eine Besonderheit zu anderen Modellen stellt die Riffelung des Armbands dar. Das gibt dem Tracker mehr Halt, wenn ich etwa schwimmen gewesen bin und den Tracker abnehmen möchte. Alle anderen Hersteller setzen auf glattes, weiches Gummi bei ihrem Armband. Mit dem Schnallenverschluss hält der Medion Life übrigens bombenfest am Handgelenk.
Im direkten Vergleich zum Silvercrest-Produkt gefällt mir die App „Medion Fitness“ im Aufbau und Design außerdem deutlich besser. Die Synchronisation ist ebenfalls schneller. Ebenfalls positiv: Beim Medion Life liegt noch ein Ersatzarmband in einer zweiten Farbe bei.
Der Fitness-Tracker von Amazfit hat mich überrascht
Auf dem zweiten Platz landet bei mir das Amazfit Band 5. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 44,99 Euro, mittlerweile bekommt ihr den Tracker bereits auch für rund 20 Euro im Angebot. Der Tracker setzt auf die Zepp-App, die erst mal ähnlich klingt wie die von Xiaomi. Kein Wunder, denn beide Apps stammen vom gleichen Hersteller, aber für unterschiedliche Geräte.
Der Amazfit-Tracker setzt auf einen Druckverschluss, der mit einem Metallpin abgesichert wird. Der Verschluss ist fummelig, dafür hält Uhr stabil am Handgelenk.
Huami, der Hersteller hinter Amazfit, setzt beim Band 5 auf ein AMOLED-Display. Das bietet kräftige Farben und eine gute Helligkeit. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung ist nicht immer alles lesbar, auch wenn man die Helligkeit aufs Maximum stellt.
Der Tracker von Amazfit punktet vor allem mit einer langen Akkulaufzeit. Im Schnitt schaffe ich damit 10 bis 15 Tage. Die App ist hübsch gemacht und sehr übersichtlich aufgebaut. Ohne Konto beim Hersteller läuft aber auch hier nichts.
Alle wichtigen Daten wie Puls oder meinen Schlaf kann ich direkt einsehen. Integriert ist mit Alexa ein Sprachassistent. Dieses Feature bieten die anderen getesteten Tracker nicht. Genutzt hab ich Alexa aber nie. Seit April 2021 ist Alexa mittlerweile auf dem Band 5 auf Deutsch erhältlich.
Huami gehört zwar zum Ökosystem von Xiaomi, verwendet jedoch meine Daten nicht für das Vermarkten von Waren und Dienstleistungen, was ich besser finde. Unübersichtlich bleibt der Datenschutz trotzdem, der Funktionsumfang ist dennoch besser als beim Mi Band 6. Denn hier zahlt ihr für den gleichen Umfang 10 Euro mehr oder sogar weitere 15 Euro, wenn ihr an NFC und Alexa interessiert seid.
Der Fitness-Tracker von Samsung kann mich am meisten überzeugen
Auf Platz 1 stelle ich das Galaxy Fit 2 von Samsung. Mittlerweile bekommt man den smarten Tracker von Samsung für etwa 30 Euro bei verschiedenen Händlern.
Das AMOLED-Display des Fit 2 gefällt mir richtig gut. Die Farben sind satt und kräftig und das Display lässt sich leicht und intuitiv bedienen. Bei starkem Sonnenschein kann ich das Display noch gut ablesen – dafür muss ich die Helligkeit dann aber aufs Maximum stellen. Das AMOLED-Display ist in meinen Augen besser als das vom Amazfit Band 5.
Laut Samsung soll der Tracker bis zu 21 Tage mit einer Akkuladung schaffen, bei mir sind es im Schnitt nur 14 Tage, das ist aber immer noch ein guter Wert.
Ebenfalls hilfreich ist, dass ich mir sämtliche Benachrichtigungen auf dem Tracker anzeigen lassen kann. Der Tracker von Silvercrest bot hier nur eine sehr begrenzte Auswahl an unterstützten Apps und bekannte Apps wie der Messenger Telegram waren gar nicht erst dabei.
Bei gezählten Schritten bin jedoch nicht ganz zufrieden. Laut Samsung können die Schritte sowohl vom Handy als auch vom Tracker gezählt werden. Am Ende des Tages habe ich zwischen Samsung-Handy und meinem Tracker eine Differenz von mehreren Hundert Schritten: Die Uhr meckert, dass ich meine Schrittzahl noch nicht erreicht haben soll, das Handy ist bereits deutlich über der empfohlenen Schrittzahl. Hier hilft es nur, wenn ich das Tracking auf dem Handy abschalte und die Arbeit ganz der Uhr überlasse. Der Tipp stammt übrigens von Samsung selbst.
Ähnlich wie Xiaomi setzt Samsung ebenfalls auf einen Druckverschluss beim Armband. Dabei steckt man ein kleines Stück Kunststoff in das Band. Hier bin ich skeptisch, wie lange dieser Verschluss bei dauerhafter Nutzung wirklich hält. Der metallische Verschluss von Amazfit Band 5 gefällt mir hier besser.
Mein Fazit: Gewinner, Verlierer und die Überraschung
Wer ist mein Gewinner? Das Samsung Galaxy Fit 2. Gute, intuitive Software und ein tolles AMOLED-Display, kombiniert mit guten Akkulaufzeiten. Die merkwürdige Schrittzählung lässt sich unkompliziert lösen.
Wer ist der Verlierer? Das Mi Smart Band 5 von Xiaomi. Die Funktionen sind besser als bei Silvercrest und Medion, der Verkauf der Gesundheitsdaten für Produkte gefällt mir überhaupt nicht. Hier sind die Datenschutzbestimmungen bei Samsung, Silvercrest und Co besser geregelt.
Gibt es eine Überraschung? Das Band 5 von Amazfit für rund 20 Euro ist für mich eine echte Überraschung. Das Gerät kombiniert eine gute Akkulaufzeit mit einer guten Software und Integration von Alexa. Das Amoled-Display ist nicht so gut wie bei Samsung, kann mich im Alltag dennoch überzeugen.

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Ein Kissen für 40 Euro rettet mir im Homeoffice und Gaming gerade den Hintern
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