Streamer verrät, warum er gesund bleibt, während Twitch seine Stars frisst

Der Streamer Sebastian „Forsen“ Fors ist ein Urgestein auf Twitch und einer der großen Streamer dort. Aber er pflegt einen anderen Stil. Jetzt erklärt der Schwede, warum es ihm auf Twitch so gut geht, während andere große Streamer wie xQc oder Dr Disrespect offenbar unter dem Druck leiden: Er will einfach keinen Erfolg haben.

Das ist die Situation auf Twitch: Viele erfolgreiche Streamer auf Twitch setzen sich Ziele und wollen was erreichen:

Summit1G-XQC
Summit1g und xQc streamen 2020 wie die Irren: Keine freien Tage und so viele Stunden.
  • Streamer rennen den „Subscriptions“ nach. Sie haben das Gefühl, wenn sie nicht auf Sendung sind, verlieren sie Abonnenten und damit Geld. Die Stars wollen den Erfolg halten, den sie gerade haben. Ninja sprach davon, er war „der Sklave des Streams“ und habe gar nicht mehr gelebt
  • Die Streamer sondieren den Markt, stürzen sich auf neue Titel wie Valorant oder Fall Guys, die im Trend liegen, denn hier ist großes Wachstums-Potential. Wer die neuen Spiele als erstes entdeckt, kann neue Zuschauer begeistern und der Star werden – so wie der Schwede Anomaly bei Valorant.

Dieser konstante Leistungs-Druck führt dazu, dass so mancher Streamer ausbrennt oder mal austickt. Der aktuell wohl angesagteste Twitch-Streamer xQc hat neulich auf Twitter verkündet, wie es ihm wirklich geht. Die konstante Kritik nagt an xQc, er fühlt sich ungerecht behandelt.

Der Streaming-Veteran summit1g kündigte schon mal an, mit Twitch ganz aufzuhören, weil er den Kanal von seinen Fans voll hat, die nicht so wollen, wie er will. Später ruderte er zurück: Er sei eben emotional und solche Ausbrüche live auf dem Kanal solle man nicht so ernst nehmen.

Einer der innovativsten Streamer der letzten Jahre ist Guy Beahm, der sich selbst als Kunstfigur inszenierte. Doch Dr Disrespect ist nach seinem Twitch-Bann in einer Krise, weil ihm plötzlich alles weggebrochen ist, für das er so hart gearbeitet hat. Der sonst so gefasst wirkende Streamer schien plötzlich richtig angefressen von den letzten Monaten zu sein.

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Sonst ist die Kunstfigur Dr Disrespect souverän. Der Bann geht ihm aber an die Nieren.

Wenn einen nichts kümmert, ist man frei und hat keinen Boss

So geht Forsen mit dem Stress auf Twitch um: Der Schwede Forsen thematisiert genau dieses Phänomen in einem Clip.

Jemand fragt ihn, warum er nicht versucht, die „Streaming-Leiter zu erklimmen“; warum will er nicht der „beste Streamer“ sein. Darauf antwortet Forsen:

„Weil es einen nicht erfüllt. Diese Art von Job füllt einen nicht aus, wenn man darin erfolgreich sein will. Du fährst besser damit, das zu machen, worauf immer du Bock hast.

Wenn du machst, was du willst, ist keiner dein Boss. Deine Zuschauer-Zahl ist nicht dein Boss, deine Sponsoren sind es nicht, deine verdammten Zuschauer sind nicht dein Boss – gerade die nicht.

Keiner sagt dir, was zum Geier du machen sollst, das ist ein Segen. Schaut euch nur die Twitter-Posts von großen Streamern mit ihren Angststörungen an.“

Sebastian „Forsen“ Fors

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Hochglanz-Posts von Influencern vs. schäbige Twitter-Nachrichten

So sieht das in der Praxis auch: Offenbar hat Forsen einen Weg für sich gefunden, mit dem Druck auf Twitch umzugehen, den andere spüren: Es kümmert ihn einfach nicht.

Ein Beispiel:

  • Streamer wie Ninja stecken viel Zeit in ihre „Marke“, pflegen ihre Social-Media-Kanäle, kommentieren dort Politik, drehen kleine Videos und inszenieren sich und ihr Privatleben
  • der Twitter-Kanal von Forsen besteht die meiste Zeit aus Links zu seinem Stream mit Einwort-Kommentaren wie „Live“ oder „Supa-Live“. Zudem sagt er kurz angebunden, wenn er mal nicht kann oder wenn er Tipps für den Fernseherkauf braucht. Die Posts wirken schnell hingeworfen, fast ein bisschen schäbig im Vergleich zur Hochglanz-Posts von „Influencern“

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Social-Media-Pflege im Stil von Forsen.

Den Kontrast sieht man auch an den Streams selbst: Während so manche Streamerin sich perfekt ausleuchtet und gekonnt in Szene setzt, den Chat anlächelt und dabei aussieht, als käme sie frisch vom Friseur, sieht man Forsen von schräg unten mit buschigem Bart, wie er vor sich hinzockt, dabei grummelt und brummt, so als schaut ihm kein Mensch zu.

Forsen juckt es nicht, was gerade im Trend liegt oder was seine Zuschauer von ihm sehen wollen und von ihm erwarten. Er zieht sich raus und macht sein Ding.

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Pokimane gilt als Streamerin, die sich perfekt in Szene setzt.

Allerdings ist der Kanal von Forsen zu einer Zeit gewachsen, als Twitch noch klein und behaglich war. Für viele Streamer scheint der Weg an die Spitze von Twitch heute über den gnadenlosen Grind zu funktionieren.

Und Grind ist auch für Forsen wichtig. Wenn er nicht gerade von Twitch gebannt ist, streamt er wie ein Uhrwerk zwischen 5 und 6 Stunden am Tag: Die letzte Woche auf Twitch hatte für ihn 40 Stunden und 7 Arbeitstage.

Wie jeder andere erfolgreiche Streamer, ist Forsen regelmäßig und zu festen Zeiten auf Twitch zu sehen. Selbst, wenn er keinen Boss außer sich selbst hat.

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Das ist DansGaming

Wir berichten auf MeinMMO häufiger darüber, wie gefährlich und fordernd das Umfeld von Twitch für Streamer ist: Es gibt keine Zeit-Begrenzungen, nur der Streamer entscheidet, wann er frei hat, sich eine Pause gönnt oder auch mal Urlaub nimmt. Das führt dazu, dass viele Streamer gnadenlos alles vernachlässigen, was abseits ihrer Twitch-Karriere besteht.

Der erfolgreiche Twitch-Streamer DansGaming fasste das mal zusammen:

Streamer sagt, Twitch fordere riesige Opfer von ihm: „Alles verloren“

Quelle(n): Dexerto
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Bienenvogel

So nur von dem was ich im Artikel gelesen habe beurteilend, klingt dieser „Forsen“ für mich um einiges sympatischer als die anderen hier erwähnten. 🤔

Azarashi

Forsen ist halt ziemlich entspannt, hat ein dickes Fell… Das Problem bei ihm sind eher die Leute in seiner Community

Weizen

Ich lache jeden Streamer aus der von Stress und Angst redet, die wissen doch gar nicht was Stress ist. Allein die vielen Twitter Prinzessinnen da draußen die PTSD bekommen, weil jemand ihr auf Twitter nicht zustimmt oder ne andere Meinung hat finde ich zum totlachen.

Die sollen mal ein Tag als Polizist, Ersthelfer oder Fließbandarbeiter arbeiten, dann wissen die evtl was Stress ist.
Wenn denen was nicht passt dann aus mit dem Stream und fertig, das ist die Lösung, wer das nicht will weil „dAnN vErDiEnE iCh KeInE 30k iM MoNaT“ ja so what? Dann eben nur 25k x_X

lIIIllIIlllIIlII

Das ist eine Frage der Perspektive. Gerade Angst, Vergnügen und so weiter basieren nicht auf absoluten Determinanten sondern sind relativ zur potentiellen Veränderung.

Genau so gut könntest du sagen, ein Fließbandarbeiter oder ein Polizist wissen nicht was Stress ist. Sollen er doch mal für eine Tag Pirat in Somalia sein.

Oder ein Nomade würde nie Glück und dauernd Stress empfinden. So läufts aber nicht.

Weizen

Fließbandarbeiter mit Somalia Piraten vergleichen…..

lIIIllIIlllIIlII

Ich bin mir nicht sicher ob sich der Inhalt des Textes erschlossen hat…

Weizen

Du vergleichst hier Jobs die besteuert werden mit Piraterie, das ist einfach dämlich.

lIIIllIIlllIIlII

Ok, scheinbar hast du es nicht verstanden.

Mapache

Fließbandarbeiter mit Somalia Piraten vergleichen…..

Ja genau, lasst doch mal die armen armen Fließbandarbeiter da raus. Dieser Stress den diese armen Menschen jeden Tag erleben ist doch mit nichts zu vergleichen.

Auf der einen Seite möchtest du den Streamern absprechen, dass ihr Beruf als Vollzeit-Streamer Stress ist weil sie ja „nie in einem richtigen Beruf mit richtigem Stress“ gearbeitet haben. Und auf der anderen Seite hast du nie als Vollzeit-Streamer gearbeitet um zu verstehen was das überhaupt für ein Leben und Aufwand ist.
Du machst also genau das, was du bei anderen bemängelst. Du triffst eine Aussage ohne die Seite wirklich zu kennen und richtig beurteilen zu können. Schon irgendwie ironisch. 😀

Zuletzt bearbeitet vor 24 Tagen von Mapache
Weizen

Ja ich spreche ihnen den Stress ab weil es keinen Stress gibt, Punkt fertig aus da lass ich auch keine andere Meinung zu.
Sie können Pause machen wann sie wollen, so oft sie wollen, wie lang sie wollen, entscheiden wann und wie lang sie „Arbeiten“, haben keinerlei Körperliche Anstrengung, keinen Vorgesetzten am Hals, müssen nicht flexibel sein, nicht teamfähig, kompetent müssen sie schon gar nicht sein, lernen müssen sie auch nix, haben keinen Arbeitsweg den sie beschreiten müssen und und und.

Streamer ist faktisch der leichteste Job der Welt, sie sitzen vorm Bildschirm, zocken und labern, das was wir alle auch in unserer Freizeit machen.
Ich zocke seit 25 Jahren und war deswegen noch nicht ein mal gestresst oder sonst was.

Jeder der Streamer verteidigt weil sie ja so hart Arbeiten müssen, hat in seinem Leben bestimmt noch nie mehr als 2 Stunden am stück gearbeitet.

Mapache

Das ist ein ganz neues Level an Voreingenommenheit. Respekt.

Nicht nur, dass du, ohne jegliche eigene Erfahrung in dem Bereich, dir raus nimmst genau zu wissen was das für ein Aufwand ist. Nein, du greifst direkt auch noch jeden an der deiner Meinung widerspricht.
Es gibt Streamer die machen mehr und welche die machen weniger. Aber dir ist das egal, für dich sind alle gleich unqualifiziert. Im Endeffekt sind Streamer, die das wirklich als Vollzeiterwerb versuchen, selbständig und müssen für alles an Einkommen eigenen Aufwand aufbringen. Keine Absicherung einer Firma im Rücken etc. Das so kategorisch runter zu machen und jeglichem Stress und Aufwand absprechen ist schon irgendwie frech.

Es geht ja nicht darum, dass man es unbedingt mit allen anderen Berufen vergleichen muss. Jeder Job ist eben anders und jeder arbeitet anders. Aber das so zu pauschalisieren nach dem Motto „das ist kein Aufwand. Nur rumsitzen und Geld mit Nichtstun verdienen.“ So ein einfacher Selbstläufer ist das dann eben nicht. Aber du akzeptierst in diesem Punkt ja eh keine anderen Meinungen. Was meiner Meinung nach zwar etwas zu arg intolerant und engstirnig ist aber das ist eben deine Sache.

Zuletzt bearbeitet vor 24 Tagen von Mapache
Wesker

Wenn das Streamer sein so toll und einfach ist, warum streamst du dann nicht einfach selber, anstatt dich darüber aufzuregen, dass die Streamer ungerechtfertigter Weise am jammern sind? Zockst ja schon seit 25 Jahren total stressfrei, warum machst du dich dann noch mit deinem regulären Job kaputt?

Die Antwort darauf ist einfach: dir wird sehr wohl bewusst sein, dass man nicht von heute auf morgen ein erfolgreicher Streamer wird. Das man sehr wohl etwas dafür leisten muss, denn wäre es nach deiner Logik wirklich so einfach, dann wäre ja jeder Gamer ein Streamer, richtig ;)?

supervossi

Na da ist wohl jemand in den Salz-Topf gefallen? Auch wenn ich die im Kerngedanken zustimme will ich mal eine Lanze für die Streamer brechen die uns rund um die Uhr unterhalten. Klar gibt es stressigere Jobs mit anderen Arten der Verantwortung aber eine Misslage kann man nicht gegen eine andere aufwiegen. Fakt ist viele Streamer bestreiten Ihren Lebensunterhalt über Plattformen wie Twitch. Der Einbruch von Zuschauerzahlen ist für diese Menschen gleichzusetzen mit Betriebsbedingter Kündigung oder Kurzarbeit. Davon hängen Existenzen ab. Bei den „großen“ mag das nicht ins Gewicht fallen da die Einkommen die von uns normalos weit übersteigen bei eben allen anderen bildet eben diese Situation einen enormen Druck .

Yuzu

würden die „Großen“ Streamer mal damit zufrieden sein was sie haben,gäbe es keine Probleme^^ stattedessen wollen sie immer mehr und damit zerstören sie alles xD
auch das mit dem gebannt oder gesperrt sein wäre alles nicht so schlimm,würden sich alle an die Regeln halten xD Streamer sind ist bestimmt anstrengend aber manche haben wirklich „Mimimi“ Probleme.

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