Destiny: Populärer Streamer fürchtet, Twitch frisst sein Leben auf

Ein durch Destiny populär gewordener Streamer befürchtet, ein neues Feature von Twitch könnte seine schwer erkämpfte Freizeit endgültig auf Null drehen.

Professor Broman ist sein Stream-Name. Im richtigen Leben heißt er Ben Bowman. Populär wurde er durch das Streaming des MMO-Shooters Destiny auf Twitch. Der brachte ihn sogar ins Guiness Buch der Rekorde. Bei der US-Seite Polygon gibt er einen Blick hinter die Kulissen eines professionellen Streamers. Und der Blick ist erschreckend.

„Sei immer on“, habe ihm sein Mentor ManVsGame geraten, als er auf Twitch angefangen habe, erzählt Bowman. Und er war tatsächlich fast immer on.

168 Stunden hat die Woche. Von Bowman wird erwartet, dass er die meiste Zeit davon online ist. Das sei der Schlüssel zu einer erfolgreichen Streaming-Karriere, bemerkte Bowman schnell. Nur wenn man immer online war, sich selbst zum Äußersten trieb, dann konnte die Hoffnung auf „den Traum“ wahr werden. Die Hoffnung, von Twitch leben zu können.

Broman-Destiny

Broman (links) beim Live-Reveal von Prison of Elders.

Geh sofort online und streame!

Zu Beginn hat er 12 bis 16 Stunden am Tag gestreamt. 7 Tage die Woche für zwei Jahre. Nur so konnte er das Wachstum seines Kanals aufrecht erhalten, sagt Bowman. Jede wache Stunde verbrachte er beim Streamen, bis auf die Zeit im Fitness-Studio und wenn er sich etwas zu Essen machte. Er verlor Kontakte zu Freunden und Familien. Seinen Mentor ManVsGame trieb der Stress zu Speed.

Erst später, als Bowman 400.000 Follower hatte, genehmigte er sich den Samstag frei. Er dachte, den Tag habe er sich nun verdient. Aber da schrie ihn jede Statistik und sein Ehrgeiz an: „Dein Kanal bricht gerade zusammen. Geh sofort wieder online und streame. Du wirfst deine harte Arbeit weg!“ Denn Bowman verlor in dieser Zeit Follower.

In den ersten Monaten mit dem freien Tag ging es vor allem darum, gegen diese innere Stimme anzukämpfen, die ihn daran hinderte, mal abzuschalten.

Jetzt macht Boman eine neue Idee von Twitch zu schaffen. „IRL“ – das ist eine neue Kategorie, bei der Streamer unterwegs noch Live-Streamen können im Vlog-Style. Damit sollen die Fans ihre Lieblings-Streamer auch dann begleiten können, wenn die gar nicht am Computer sitzen, sondern unterwegs sind.

Bowman glaubt, das sei gefährlich. Das hätte ihn damals dazu verleitet, die wenige Zeit, die er nicht beim Streamen verbrachte, auch noch „zu arbeiten“ und sich zusätzlich zu stressen, wenn er die Fans im Fitness-Studio oder beim Zubereiten einer Mahlzeit hätte unterhalten müssen.

Eisenbanner-DestinyBowman hadert mit der Work-Life-Balance auf Twitch. Er fürchtet, eine neue Generation von Streamern könne ohne die freien Stunden aufwachsen, die ihm noch geblieben waren.

Bowman erklärt, das Mantra „Sei immer auf Twitch, sei immer live“ sei mächtig und der stärkste Weg, ein Publikum zu erreichen und zu vergrößern. Der einzige, der letztlich die Kamera abschalten könne sei gleichzeitig derjenige, der am meisten davon profitiere, wenn die Kamera immer läuft.

Wenn du dein Hobby zum Beruf machst, dann musst du keinen Tag arbeiten – Von wegen

Schuhmann meint: Für viele Menschen sicher schwer nachzuvollziehen, wie Twitch jemanden wie Bowman schier auffressen kann. Aber wenn das eigene Leben und Spielen zum Beruf wird – wo sind dann die Grenzen? Wo ist Zeit für Privates? Für viele ist es sicher ein Traum, das Hobby zum Beruf zu machen. Dann muss man keinen Tag mehr arbeiten, heißt es.

Aber: Wenn dein Leben dein Job ist, dann arbeitest du rund um die Uhr.


Seinen großen Auftritt bei Destiny hatte ProfessorBroman im Mai 2015, da war er bei einem denkwürdigen Livestream zu „Gefängnis der Alten“ im Studio von Bungie.

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Im September 2015 gehörte Broman zum Team, das weltweit als erstes Oryx ausschaltete:

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Autor(in)
Quelle(n): polygon
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