Der Südkoreaner Kim „Doinb“ Tae-sang war im Jahr 2019 auf der Höhe seiner Macht in League of Legends: Mit dem chinesischen Team FunPlus Phoenix schlug er G2 im Finale der LoL Worlds in Paris und wurde Weltmeister. Heute zeigt der 25-Jährige seinen Stundenplan aus der Zeit.
Was hat Doinb erreicht?
- Doinb war 2019 der überragende Spieler bei den Worlds in League of Legends. Er galt als „Super-Carry“, als jemand, der sein Team zum Erfolg tragen konnte.
- Doinb spielte eine breite Palette an Helden in der Midlane: Konnte Spiele total dominieren oder seinen genialen Jungle-Partner Tian brillant in Szene setzen. Gegen Doinb war 2019 einfach kein Mittel zu finden. Das mussten die Europäer von G2 schmerzlich lernen, die im größten Spiel ihrer Karriere, im Finale, gnadenlos gegen ihn untergingen.
- Außerdem hatte Doinb noch eine tolle Geschichte zu bieten: Denn eigentlich hatte er seine Karriere schon aufgegeben. Nur seine Frau, die er frisch geheiratet hatte, konnte ihn davon überzeugen weiterzumachen. Das Bild seiner Frau am Spielfeldrand, wie sie mit ihrem Mann mitfieberte, ging damals um die Welt.
14,5 Stunden LoL am Tag – nur 5,5 Stunden Schlaf
Das steckte hinter dem Erfolg: In einem Interview hat Doinb jetzt seinen Stundenplan aus der WM-Zeit geteilt. Er sagt:
- 22:30 Uhr – 3:30 Uhr: Ranked Play
- 3:30 Uhr – 9 Uhr: Schlafen
- 9:30 Uhr bis 13 Uhr: Ranked Play
- 13 Uhr bis 14 Uhr: Mittagessen
- 14 Uhr bis 17 Uhr: Scrimmages
- 17 Uhr bis 19 Uhr: Abendessen
- 19 Uhr bis 22 Uhr: Scrimmages
Zudem sei er einmal im Jahr ins Krankenhaus gegangen, um sich komplett durchchecken zu lassen.
Er hat also am Tag 14,5 Stunden nur LoL gespielt:
- 8,5 Stunden am Tag in der Solo-Queue im Ranked
- 6 Stunden am Tag Trainingsspiele mit dem ganzen Team
Wie wird das diskutiert? Hintergrund der Diskussion ist, dass die Spieler aus den beiden großen asiatischen Regionen, Südkorea und China, so viel erfolgreicher bei internationalen Wettbewerben abschneiden als die Spieler aus Europa und den USA.
Vor allem Nordamerikaner werden von Fans dafür kritisiert, zu viel Privatleben zu haben und zu wenig zu spielen. Sie würden „zu sehr“ auf ihre Work-Life-Balance achten, meckern manche Fans.
Die Legende ist:
- Die US-Profis liegen nach dem Training auf der Couch und futtern Chips
- Von Profis in Asien erwarten die Teams stillschweigend, dass sie nach den Trainings-Einheiten im Team privat weiter trainieren, in der Solo-Queue ihre Stunden abreißen, neue Champions ausprobieren, sich weiter mit LoL beschäftigen, vielleicht auch streamen
Was ist das Problem mit der Trainings-Methode von Doinb? Auch das Training von Doinb, mit diesem irren Zeitaufwand, scheint nicht das Wahre zu sein, das den Erfolg garantierte, denn Doinb hatte nur 2019 diesen absoluten Höhenflug.
In den Jahren danach war er national zwar stark, spielte im internationalen LoL kaum noch eine Rolle.
Praktisch keinem Spieler in LoL ist es seit 2016, seit Faker, gelungen, konstant international zu dominieren. Selbst die besten Teams eines Jahres brechen im Jahr darauf oft ein, verlieren Spieler, bekommen einen Lagerkoller oder kommen mit einem neuen Meta einfach nicht mehr zu Recht.
Trotzdem versuchen es amerikanische Teams immer wieder mit den gleichen Spielern, was ihnen ordentlich Kritik einbringt.
So viel LoL unter Druck fordert einen hohen Preis
Viele hochkarätige Spieler aus Korea klagen mittlerweile auch über den irren Druck, der in der Region herrscht:
- Der frühere Top-Laner Impact hat sich früh in die USA verzogen, wo er ein viel ruhigeres Leben führte und trotzdem ordentliches Geld verdiente.
- Ehemalige südkoreanische Star-Spieler wie der Supporter Wolf leiden unter physischen Störungen, haben Angst-Attacken.
- Einer der stärksten chinesischen Spieler, ADC Uzi, hat sich den Körper kaputt gespielt mit Anfang 20.
- Ein anderer Spieler musste mit dem Lineal seinen Gaming-Platz perfekt abmessen, bevor er spielen konnte.
Wie wird das diskutiert? Auf Twitter sind viele Spieler erstaunt von dieser Arbeitseinstellung, die Doinb aufweist. Viele dachten, es sei einfach nicht drin, mehr als 5 Trainingsmatches am Tag zu absolvieren.
Für westliche Spieler sei dieses Pensum unvorstellbar und offenbar auch gar nicht erstrebenswert. Ein Twitter-Nutzer sagt:
Wenn ich Profi wäre, würde ich 8 Stunden LoL spielen, 8 Stunden schlafen und 8 Stunden, natürlich, irgendwas anderes machen.
Wie hart das Leben eines LoL-Profis sein kann, sieht man an solchen Geschichten:
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