Es passiert schon mal, dass Amazon oder andere Verkäufer zu viele Sachen liefern. Doch was macht man mit Dingen, die man gar nicht bestellt hat?
Das Titelbild haben wir dem reddit-Thread entnommen.
Ein Nutzer hatte sich jetzt eine Samsung 980 Pro für seinen Gaming-PC gekauft (via reddit.com). Doch anstatt 1 SSD bekam er gleich 10 Stück davon. Dabei hatte er nur ein einziges Modell für sein neues System bestellt. Doch die Community zeigt sich begeistert:
- Viele in den Kommentaren bezeichnen ihn als „Glückspilz.“
- Andere erklären, er habe die „Lotterie“ der PC-Bauer gewonnen.
- Wiederum andere erklären ihm, dass er mit dem Verkauf der überschüssigen Geräte seinen restlichen PC finanzieren könne.
Doch darf der Nutzer die 10 SSDs überhaupt behalten oder sogar weiterverkaufen?
Update: 24.01.2023: Absatz zur Rücksendung ergänzt.
Behält man zu viel gelieferte Ware, kann das schnell Ärger geben
Darf man zu viel Ware behalten? Der bekannte Rechtsanwalt Christian Solmecke hatte der Kölnischen Rundschau erklärt, dass man sich schnell Ärger einhandeln könne. So erklärt er (via rundschau-online.de):
Hat der Verkäufer irrtümlich zu viel geliefert, sind Sie verpflichtet, ihn zu informieren. Sonst könnten Sie rechtliche Probleme bekommen.
Solltet ihr überlegen, zu viel erhaltene Ware zu verschenken oder sogar zu verkaufen, dann kann das Unternehmen sogar Schadensersatz von euch verlangen:
Handelt es sich um einen Irrtum, müssen Sie vorgehen, wie oben beschrieben. Verkaufen, verschenken oder entsorgen Sie die Sache, kann der Unternehmer Schadensersatz verlangen.
Ebenfalls schwierig ist, wenn ein Paket erkennbar an den falschen Empfänger ausgeliefert wird, ihr also ein Paket bekommt, dass ihr gar nicht kriegen solltet. Auch das solltet ihr zurückschicken, denn ein anderer Kunde wartet schließlich auf seine Sendung.
Anders sehe es nur aus, wenn euch der Händler absichtlich zu viel schickt. Dann kann der Händler weder eine Aufbewahrung noch eine Rücksendung vom Käufer verlangen. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch wird man nach zehn Jahren offiziell Eigentümer.
Wer ist für die Rücksendung verantwortlich? Grundsätzlich gilt, dass ihr weder den Rückversand noch die Kosten dafür übernehmen muss. Im besten Fall wird zu viel gelieferte Ware direkt über den Anbieter abgewickelt und dieser muss normalerweise auch die Kosten übernehmen. Denn Amazon oder ein anderer Anbieter darf die Kosten für den eigenen Fehler nicht auf euch abwälzen. Und ihr müsst auch nicht die zu viel gelieferte Spülmaschine ins benachbarte Dorf zur Post bringen. Das wird übrigens so im BGB§ 241a (3) geregelt (via dahag.de).
Durch die zuviel gelieferte Ware wird übrigens auch kein Kaufvertrag abgeschlossen, da ihr die Sachen schließlich nicht bestellt habt.
Verkäufern fällt auf, dass Waren fehlen
Kommen Verkäufer dahinter? Die Argumentation von solchen „Glückspilzen“ ist dann häufig, dass das ja sowieso niemand wüsste, dass man zu viel geliefert bekommen habe. Warum also Waren melden, von denen eh niemand etwas weiß?
Oftmals sichern sich Verkäufer oder Dienstleister gegen solche Fehler ab. So werden Pakete etwa gewogen und bereits hier kann auffallen, dass das verschickte Paket zu schwer ist. Oder früher oder später fällt im Buchungssystem der Fehler auf. Vor allem teure Modelle werden gerne gesichert.
Es gibt übrigens auch Ausnahmen: Bei manch einer Fehllieferung oder Rückgabe zeigt sich jedoch auch Amazon schon einmal kulant. So erklärt etwa businessinsider, dass Amazon bei bestimmten Warenwerten von einer Rücksendung absieht. Denn laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen soll die Rücksendung dann teurer sein als der eigentliche Gegenstand. Die Kosten dafür sollen irgendwo bei 15 Euro liegen.
Daher handelt es sich oftmals um Warenwerte von weniger als 20 Euro, wo Amazon oder andere Verkäufer sich kulant zeigen. Häufig kann der Käufer damit dennoch nichts anfangen, weil es sich etwa um das falsche Armband für eine Smartwatch oder um ein Ersatzteil handelt, welches dann doch nicht gepasst hat.
Bei deutlich höheren Sachwerten dürfte das aber nicht passieren, dass Amazon euch einen teuren Prozessor oder eine Grafikkarte freiwillig überlässt, auch wenn die Vorstellung manch einem sicher gefallen dürfte.
Wir hatten übrigens auf MeinMMO schon einmal über so einen Fall berichtet, wo eine Person zu viel Ware bekommt. Anstatt SSDs gab es hier gleich zwei Intel-Prozessoren:
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