Kommunistische Partei: Die Jugend von China ist geheilt, ihr wurde die Gaming-Sucht ausgetrieben

Kommunistische Partei: Die Jugend von China ist geheilt, ihr wurde die Gaming-Sucht ausgetrieben

Die kommunistische Partei in China hat 2018 das Gaming zum „digitalen Opium“ erklärt, vor dem man die Jugend schützen müsse. Die machen sich sonst die Augen kaputt. Es wurden harsche Einschränkungen fürs Gaming erlassen. Vier Jahre später meldet der Gaming-Verband: Das Problem sei „so gut wie gelöst.“ Auch die Regierung scheint Gaming jetzt wieder gut zu finden.

So war es lange in China: Über Jahre wuchs PC- und Mobile-Gaming in China wie verrückt. Vor allem der Konzern Tencent (League of Legends) wurde riesig, verdiente Milliarden, kaufte sich überall im Westen ein.

China sieht Gaming als „digitales Opium“

Das war die Wende: Im August 2018 richtete die kommunistische Partei Chinas ihr Auge aufs Gaming. Man ließ Games als „digitales Opium“ verbrämen.

„Opium“ ist in China so verteufelt, weil die Opium-Sucht das einst glorreiche Land im 19. Jahrhundert phasenweise völlig lähmte. Millionen von Menschen waren süchtig nach der Droge. Wirtschaft und Gesellschaft kollabierten.

Man stellte fest: Viel zu viele jungen Chinesen würden unter Kurzsichtigkeit leiden. Der Staatsapparat glaubte, das liege daran, dass die Kinder süchtig nach Videospielen waren und sich auf Mobile-Geräten die Augen kaputt machten, weil sie zockten wie die Irren.

Man zeichnete die Vision einer Gaming-süchtigen, schwachen Jugend. Das ginge ja überhaupt nicht.

Man empfahl:

Eltern sollten die Nutzung von elektronischen Geräten minimieren, wenn sie mit ihren Kindern zusammen sind.

Nach 15 Minuten sollte es vorbei sein. Die Kinder sollten lieber mal rausgehen und im Freien spielen.

In China wurden in den letzten Jahre kaum noch Spiele zugelassen:

World of Jade Dynasty – Gameplay ChinaJoy

Strenge Zeitbeschränkung für Jugendliche unter 18 Jahren

Wie wurde das umgesetzt? Im November 2019 kamen strenge Regeln:

  • Jugendliche unter 18 durften an Werktragen nur noch 1,5 Stunden spielen.
  • An Wochenenden und Feiertagen durften sie 3 Stunden spielen.
  • Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr morgens war Videospielen generell verboten.

Um das durchzusetzen, machte man es verpflichtend, dass sich Gamer per Gesicht-Scan identifizieren, wenn sie ein Videospiel zocken wollten.

Außerdem ging China gegen Videospiele vor, blockierte wichtige Lizenzen, verhinderte einfach, dass Spiele überhaupt erscheinen und schränkte das Gaming erheblich ein.

Milliarden-Konzern bringt Technik, die allen Chinesen unter 18 verbietet, nachts Videospiele zu zocken

„Problem im Prinzip gelöst“ – 70 % der Jugendlichen spielen kaum noch bis gar nicht

Das ist jetzt die Situation: Wie PC Gamer berichtet, hat ein Gaming-Verband in China jetzt einen Bericht veröffentlicht, in dem gesagt wird, das Problem mit der Spielsucht bei chinesischen Jugendlichen sei „im Prinzip gelöst.“ (via scmp,com).

Statistiken aus China belegten, dass mittlerweile mehr als 75% der Minderjährigen weniger als 3 Stunden die Woche spielen.

Eine regierungsnahe Zeitung, People’s Daily, hat zudem einen Artikel veröffentlicht, dass China es sich nicht länger leisten könne, Videospiele zu ignorieren, wenn Europa und die USA damit so viel wirtschaftlichen, technologischen, kulturellen und sogar strategischen Wert erzielten.

Das wirkt so, als macht man sich Sorgen, dass etwa Games wie Call of Duty dem amerikanischen Militär womöglich einen Vorteil bringen könnten.

Es klingt also so, als sei die ganz schlimme Zeit für Videospiele in China vorbei. Auch die Märkte atmen auf: Im letzten Monat ist die Aktie von Tencent um 33,42 % gestiegen.

In den letzten 3 Jahren war das Klima für Gamer in China ziemlich rau:

China bannt die globale Version von Steam – Die Sperre kam an Heiligabend

Quelle(n): PC Gamer
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Luripu

Da kommt mir ein Schild aus Fist of Fury in den Sinn „Der Kranke Mann Asiens“,
welches Bruce Lee auf die Palme brachte.
Das „Kranke Kind Asiens“ wurde ja nun zum Glück geheilt.^^

artigkeitsbaer

Tja mann kann es sich so auslegen wie es einem gerade passt aber am ende sind due juglendlichen des angeblichen spielsuchts nur weil ihnen das leben kein glückgefühl keine würdigung bietet.

Ich denke viele hier können das so für sich wiedergeben das die annerkennung online in spielen etc viel höher ist.

Wenn man dann beim opium vom süchtigmachenden faktor absicht war es beiden leuten am ende auchnich anders das sie der traurigen realität entfliehen wollten und glück empfindne wollten

Osiris80

Die Cheatingsucht hätte mir schon gereicht.

dheimos

Man kann halten von alledem was man will und ich finde weder vieles gut, was China macht, noch würde ich in China leben wollen!
Fakt ist aber: wir haben 2 extreme!
das Problem in China ist die Diktatur, man kann nicht frei sein und frei leben! hier in der eu und der westlichen Welt gibt es eine Masse von Egoisten, die nur sich sehen! Das Medien uns alle fesseln ist klar! Auch ich muss mich zusammenreißen um nicht zu viel am Handy zu sein und mit meinen Kindern Zeit zu verbringen!
allerdings haben wir all diese Probleme nicht umsonst… FachkräfteMangel, Belastbarkeit die fehlt (jungen gefühlt ständig krank), Anspruchsdenken, eine unglaublich große „nehmerhaltung“! Und das ist traurig. Unsere Gesellschaft, unser Wohlstand, ist auf dem absteigenden Ast, während Länder wie China uns meilenweit überholen werden!
wie gesagt, was in China alles so läuft ist zum großen Teil grundsätzlich falsch! Eltern zu sagen: kümmert euch um eure Kinder und lasst sie nicht so viel zocken,‘ist richtig!
die Hirne sind voll und alle sind chronisch fertig! Das darf so nicht weitergehen!

Zuletzt bearbeitet vor 5 Tagen von dheimos
Chris

Der Zweck hinter dem ganzen ist ganz einfach:
Man will schließlich nicht die Quelle fleißiger 60h/Woche+ Arbeiter verlieren. Die Jungen sehen, wie die älteren sich kaputtarbeiten (unter staatl. Kontrolle) nur damit das tolle Vaterland zur Wirtschaftmacht schlechthin aufsteigen kann. Klar, dass man dann lieber games spielt als sich das anzutun. Die reden immer von Kommunismus.. Das Konzept „Alle Sind Gleich“ finde ich in China vergebens. Die sind näher an ner Diktatur als an allem anderen.
Persönlich finde ich das Schade. Gaming ist nichts Schlechtes. Spielsucht ist ein Problem, wer aber glaubt China mache das ernsthaft mit der Intention gegen Spielesucht vorzugehen: Setzt den Aluhut ab.

Wenn Spielsucht oder Selbstmord der einfachen Bürger zu mehr Macht führen würde, würde die chinesische Regierung auch das Staatlich kontrolliert durchsetzen. Es ist einfach nur krank was dort (natürlich auch woanders auf der Welt) abgeht. 🤷‍♂️

N

Hat damit nichts zu tun. Sieh Dir mal die Arbeitslosenquote von jungen Erwachsenen an, liegt bei 20 %. Es gibt keine Jobs im Land.

Chris

Doch hat es. Natürlich gibt es in den armen ländlicheren Gegenden keine Jobs. Die Leute stellen sich aber auch bestimmt keine Konsole ins Haus. 🤷‍♂️
Wir reden hier von den Leuten, die sich schließlich auch sowas wie Gaming in China leisten können.

N

Die Arbeitslosenquote bezieht sich nicht auf arme ländlichere Gegenden, sondern auch auf Großstädte. Die meisten Leute stellen sich sowieso keine Konsolen ins Haus, Gaming bei Jugendlichen dort geschieht eigentlich nur am Smartphone. Gaming kann sich somit jeder leisten, Honor of Kings läuft auf so ziemlich jedem Handy.

Zuletzt bearbeitet vor 2 Tagen von N
Maevenson

Andere Kultur, andere Sitten, andere Vorgehensweisen.

Fakt ist jedenfalls die Spielesucht existiert, sie ist kein Mythos. Digitale Konsumgeräte werden heutzutage quasi nur noch gebaut um abhängig zu machen, das sieht man an der heutigen Instagram Generation.

Ein anderer Fakt ist, das die Chinesen was ihre eigene Kultur angeht sehr penibel sind. Die haben sich in der Geschichte nicht ohne Grund abgeschottet mit einer fetten Mauer, sondern um seine Grenzen und Kultur zu schützen. Ich sehe sehr viel „westlichen“ Einfluss durch die ganze Medienbranche, es liegt hier schon fast auf der Hand das die chinesische Regierung da aktiv wird.

Leider geht der Artikel nicht sachlich auf das Problem ein, sondern verwendet stark manipulierende Begriffe die chinesische Regierung irgendwie zu diskreditieren wie z.B. „Sauron Auge“ was klar ist es sind die bösen. Genauso wie „regierungsnahe Zeitung“ was ein Negativbild darstellen soll, dabei wird nicht mal erwähnt welche Zeitung das ist um den Leser nicht mal die Möglichkeit zu geben es selbst zu überprüfen (Meine Vermutung ist, dass der Teil frei erfunden wurde).

Die Interessanteste Stelle ist am Ende, es wird auf das Ende der „schlimme Zeit“ für Videospiele hingewiesen, der auch manipulativ ist. Frage: Ist es eine schlimme Zeit wenn man einem völligen Alkoholiker die Pulle wegnimmt ehe er sich VERMUTLICH zu Tode säuft ? Man kann das aus beiden perspektiven sehen, für die einen ist das „OMG völlige Freiheit ich kann alles machen was ich will“ für die anderen ist es „OMG wir müssen was tun bevor er sich tot säuft“.

P.S. „Im Prinzip gelöst“, also mehr dekontextualisieren geht nicht. Weder ein Link auf das Dokument/Bericht, noch den ganzen Satz.

Todesdose

Da mag aber jemand gerne die Diktatur von Winnie Puh und seinen freunden aus dem hundert morgen China. Wie kann man Maßnahmen wie Gesichts Identifizierung in den eigenen vier Wänden sonst gut heissen. Kultur wird immer dann als Argument genommen wenn einem die echten ausgehen. Stiere zu töten ist keine Kultur, auch wenn man es noch so oft wiederholt. So ist die absolute Kontrolle des eigenen Volkes ebenfalls keine Kultur. China ist ein aggressives Land das kein Problem damit hat die halbe Welt auf zukaufen, doch wehe dem jemand will etwas in China kaufen/ verkaufen, da hört der Spaß auf.

VonGestern

Hey Maevenson, ich musste nach dem lesen deines Textes sofort an dieses Meme denken: „This is Fine“

Zuletzt bearbeitet vor 5 Tagen von VonGestern
Compadre

Leider geht der Artikel nicht sachlich auf das Problem ein, sondern verwendet stark manipulierende Begriffe die chinesische Regierung irgendwie zu diskreditieren

Ich denke nicht, dass es einen Artikel auf einer deutschen Gamingseite benötigt, um auf die Menschenrechtssituation in China aufmerksam zu machen.

Wenn das für dich alles so super und sinnvoll ist, wenn du dir künftig in deiner eigenen Wohnung ein Bier aus dem Kühlschrank holen möchtest und davor erst dein Gesicht scannen lassen musst (das Beispiel wurde von dir gewählt, setze es lediglich in den Kontext), damit es dir genhmigt werden kann, das Bier zu trinken, dann steht dir doch die Wahl offen, den Wohnsitz in einem solchen Land zu wählen.

Natürlich ist Sucht und Abhängigkeit gefährlich. Viel mehr sollte man aber als Staat die Ursachen regulieren, wie es zu sowas kommt. Wie kann es sein, dass ein 5-jähriges Kind 10+ Stunden am Smartphone hängen würde? Ach nee, China will ja auf dem Mobile Gaming Weltmarkt mit Nordamerika und Europa mithalten… Da hat die (Werbe-)Industire und das vorgelebte Nutzungsverhalten einen viel größeren Anteil. Warum geht man diese Problem nicht an? Weil chinesische Smartphonehersteller dann weniger Smartphones verkaufen, chinesische Mobile Game Hersteller weniger Spielerzahlen haben und/oder beide weniger Reputation auf dem Weltmarkt haben? Eben auf diesem Mobile Gaming Weltmarkt, auf dem China mit Nordamerika und Europa mithalten will?

Zuletzt bearbeitet vor 4 Tagen von Compadre
Belpherus

Naja, jeder sollte wissen was für die Winnie Puhs Handlanger gelöst bedeutet.

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