Vor kurzem hat MeinMMO-Redakteurin Marie Friske begonnen, das Open World-RPG Genshin Impact zu zocken – innerhalb kürzester Zeit ist das Game zu einem ihrer absoluten Favoriten aufgestiegen. Vor allem die interessanten Charaktere, die ausladende Spielwelt und das flexible Multiplayer-System haben sie überzeugt.
Eines Abends entscheide ich mich dazu, dem RPG und Gacha-Game Genshin Impact eine Chance zu geben. Ich habe schon viel von dem Spiel gehört und bin mit entsprechend hohen Erwartungen in das Game gestartet – ich werde nicht enttäuscht.
In Genshin Impact spielt ihr als Reisender oder Reisende, je nachdem, für welche Hauptperson ihr euch am Anfang entscheidet. Mit ihr erkundet ihr die Spielwelt „Teyvat“. Ihr lernt verschiedene Städte wie Mondstadt oder Liyue und ihre zugeordneten Gottheiten, die sogenannten „Archons“, kennen. Diese herrschen über jeweils eines von 7 Elementen:
- Anemo (Wind)
- Geo (Erde)
- Hydro (Wasser)
- Dendro (Planze)
- Electro (Blitz)
- Pyro (Feuer)
- Cryo (Eis)
Die Gottheiten haben ausgewählte Menschen mit „Visions“ versehen und sie mit Kräften ihres Elements ausgestattet. Im Gameplay verfügen die Figuren über unterschiedliche Fähigkeiten eines Elements. Ihr erstellt aus Charakteren eine Truppe, mit der ihr euch beim Erkunden der Welt und im Kombat beweisen könnt.
Bereits nach den ersten Spielstunden hat mich Genshin Impact voll abgeholt und ich habe schon viele Abende damit verbracht, mich durch verschiedene Quests und Gebiete zu arbeiten – manchmal bis in die späte Nacht hinein.
Besonders 3 Aspekte gefallen mir unglaublich gut an dem Spiel und haben es letztendlich für mich zu einem Favoriten gemacht:
- Die Charaktere
- Die Spielwelt
- Der Koop
Hier seht ihr einen Trailer zu Version 3.6 in Genshin Impact:
Interessante Charaktere mit eigenen Geschichten
Einer der Hauptaspekte, der Genshin Impact ausmacht, sind zweifelsohne seine zahlreichen Spielcharaktere. Neben dem interessanten Figuren-Design überzeugt mich vor allem die Komplexität der Figuren:
In den Hintergründen und Voice-Lines spiegeln sich unterschiedliche Eigenschaften, Stärken, Schwächen sowie ganze Geschichten wider. Letztere lernt auch der Spieler im Verlauf näher kennen und erlebt sie durch Interaktionen mit den Charakteren.
Einen Charakter und seine Geschichte mag ich auf meiner bisherigen Reise besonders gerne: Zhongli!
Hier seht ihr die Character Demo zu Zhongli:
Die Gründe dafür könnt ihr in der Spoilerbox nachlesen, da ich wichtige Informationen vorwegnehme, die große Spoiler der Liyue-Archon-Quest darstellen:
Deswegen gehört Zhongli zu meinen Lieblingsfiguren
Zhongli begegnet dem Spieler zunächst als Berater des Bestattungsinstituts Wangsheng, später stellt er sich als der Geo-Archon “ Morax” oder “Rex Lapis” höchstpersönlich heraus, den man eigentlich für verstorben hielt. Jedoch inszenierte er selbst sein Ableben und weilt nun als Zhongli in seiner menschlichen Gestalt in Liuye – das weiß zunächst nur keiner.
Gemeinsam mit ihm erledige ich als Spielerin Einkäufe in Liyue. Zhongli ordert dabei großzügig die beste Ware, nur um dann zu merken, dass er gar kein Geld bei sich trägt. Das macht er aber auf eine solch sympathische Art, dass ich mich darüber nur amüsiere, anstatt dass es mich ärgert.
In einer Sache ist Zhongli aber voll in seinem Element: Er stellt sich schnell als Quelle von zahlreichen trivialen Fakten über Liyue heraus und teilt diese während der Shopping-Tour fleißig mit mir in seiner philosophisch, ruhigen Art. Ich höre ihm gerne zu.
Gleichzeitig strahlt die Figur jedoch auch eine gewisse Traurigkeit aus. Vor allem, als ich Zhongli einmal dabei erlebe, wie er eine Geo-Statue nachdenklich ansieht. Hier merkt man, dass die Figur innerlich zerbrochen ist.
Später nennt Zhongli auch den Grund, warum er seinen Tod inszeniert hat, was mir das Herz bricht: Er ist seiner Existenz als Geo-Gott nach all den Jahrtausenden müde und hat sich bereits darüber Gedanken gemacht, ob sein Ende nun gekommen sei. Jedoch fühlte er sich seiner Stadt Liyue und den Menschen gegenüber immer noch als Beschützer verpflichtet, sodass er sie nicht im Stich ließ.
Mit seiner Hintergrundgeschichte und den Dialogen verkörpert er für mich in gewisser Weise die Endlichkeit von Lebensabschnitten und des Lebens selbst und zeigt, dass nichts für immer bleibt, bis auf die Erinnerung. Eine harte, aber doch auch schöne Erkenntnis.
In einer von Zhonglis Voice-Lines, die gleichzeitig mein Lieblingszitat aus Genshin Impact ist, wird das sehr deutlich:
„For those that live too long, the friends of days gone by and scenes from their adventures live on in their memories. As such I have no regrets in meeting you friend. Should the day ever come that we are not together, you will continue to shine like gold in my memories“.
Übersetzt heißt das:
„Für diejenigen, die zu lange leben, leben die Freunde aus vergangenen Tagen und die Szenen ihrer Abenteuer in ihren Erinnerungen weiter. Daher bereue ich es nicht, dich getroffen zu haben, mein Freund. Sollte der Tag kommen, an dem wir nicht mehr zusammen sind, wirst du weiterhin wie Gold in meinen Erinnerungen glänzen“.
Genshin ist als Gacha-Game darauf ausgelegt, dass man neben Waffen auch die Spielfiguren im Zufallsprinzip erlangen kann. Hierbei kann ich durchaus verstehen, wieso einige Spieler Unsummen an Geld in den Kauf von Gebeten investieren, welche man zum Ziehen der Charaktere benötigt.
Denn auch ich bleibe nicht vor der Versuchung verschont und muss zugeben, dass es manchmal durchaus verlockend erscheint, sich zusätzliche Gebete zu kaufen, um die Chance auf einen meiner Lieblingscharaktere, wie Zhongli, zu erhöhen.
In Version 3.3 kam mit dem „Wanderer“ eine neue spielbare Figur ins Game:
Wenn man sich jedoch nicht vor dem Grind scheut, lässt sich eine gute Anzahl an Urgesteinen völlig kostenlos erspielen. Das ist eine In-Game-Währung, mit der man Gebete bekommt. Natürlich ist der Zeitaufwand und die Mühe deutlich höher – für mich gehört das jedoch zum Spiel einfach dazu.
Auch ist das Erspielen der Urgesteine für mich weniger eine „Pflicht“ als vielmehr spaßiges Gameplay. Mir persönlich gefallen vor allem die Quests, in denen man die Figuren und dadurch die Welt von Genshin Impact besser kennenlernt, wie etwa die Archon-Quests oder die Legendenaufträge. Wenn ich dann auf dem Weg zum Zielpunkt noch die ein oder andere Schatztruhe mitnehmen kann, umso besser.
Bei den Legendenaufträgen finde ich etwa den kleinen Ausflug mit dem absolut größten Pechvogel im Spiel besonders unterhaltsam. Die Rede ist von Bennett, einem jungen Abenteurer, dem das Unglück auf Schritt und Tritt folgt. Anfangs denke ich, die Figur würde bodenlos übertreiben, als sie meint, sie habe ziemlich viel Pech – da lag ich aber sowas von falsch:
Von einem plötzlichen Wetterumschwung, miserablen Truheninhalten, bis hin zu ungenießbarem Essen und einem missglückten Shoppingausflug, ist alles dabei. Kaum eine Mission bringen wir ohne Vorfall zu Ende. Auch sind wir einmal in einer Ruine eingesperrt, weil ich den Fehler gemacht habe, Bennett einen einzigen Schalter bedienen zu lassen.
Aber da der Abenteurer immer positiv bleibt und sich über kleine gute Momente dankbar zeigt, ist die Geschichte dennoch schön zu spielen und am Ende freue mich mit, dass selbst Bennett auch mal Glück hat.
Genshin Impact bietet viel Freiraum zum Entdecken
Schatztruhen, Rätsel und Gegner gibt es haufenweise in Genshin Impact. Gefühlt findet man an jeder Ecke noch ein kleines Extra innerhalb einer schön gestalteten Spielwelt, in der man gerne auf Erkundungstour geht. Dabei bleibt dem Spieler viel Freiheit, was er oder sie in Teyvat unternimmt.
Möchte ich nun direkt die nächste Archon-Quest erledigen, mich im „Gewundenen Abgrund“ hochspielen oder Rätsel lösen und Ruinen erkunden, das bleibt weitestgehend mir überlassen.
Auch was die Multiplayer-Funktion angeht, kann der Spieler selbst entscheiden, wann und wie er die Koop-Möglichkeit nutzt.
Euch bleibt überlassen, ob ihr lieber Koop oder allein zockt
Da ich auch ein großer Fan von Einzelspielen bin und manchmal einfach gerne allein unterwegs bin, gefällt mir diese Entscheidungsfreiheit beim Mehrspielermodus enorm. Möchte ich mit anderen Spielern zocken, kann ich selbst Beitrittsanfragen stellen oder von anderen Spielern annehmen, um gemeinsam zu erkunden und zu kämpfen.
Mit bis zu vier Spielern können wir gemeinsam durch die Gegend rennen und über einen Chat kommunizieren. Das ist sehr hilfreich, wenn man ein bisschen Unterstützung benötigt – jedoch ist der Multiplayer bei den Archon-Quests und dem Gewundenen Abgrund deaktiviert. Da muss man als Spieler allein durch.
Hier findet ihr eine ausführliche Erklärung, wie der Koop in Genshin Impact funktioniert.
Fazit
Bei Genshin Impact handelt es sich um ein tolles RPG für Spieler, die gerne erkunden und den Grind nicht scheuen. Und ja, es ist auch ein Gacha-Game. Meiner Meinung nach lohnt sich das Spiel aber vollkommen, auch ohne einen Cent zu zahlen. Dadurch, dass sich In-Game-Währung erspielen lässt, empfinde ich das Gebete-System ohne Echtgeld zwar als zeitaufwendig, aber durchaus machbar.
Zudem nehme ich das Spiel als sehr einsteigerfreundlich wahr. Vor allem in den Quests wird viel Unterstützung geboten und die Rätsel sind vom Schwierigkeitsgrad her gut lösbar, sodass Frustration ausbleibt. Stattdessen ist es ein schönes Wohlfühlgame, was man nach einem stressigen Tag sehr gut spielen kann, um sich in einer wunderschönen Welt zu verlieren.
Ich werde auf jeden Fall weiterhin Teyvat erkunden und bin gespannt, wohin die Reise des Reisenden noch gehen wird.
Hier findet ihr unsere Genshin Impact Guides: Alle Tipps und Builds in der Übersicht.
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