Minecraft-Spieler hat 1.200 Stunden in eine Doom-Map gesteckt: „Der Endboss war am schwersten“

Minecraft-Spieler hat 1.200 Stunden in eine Doom-Map gesteckt: „Der Endboss war am schwersten“

Der Minecraft-Spieler namens Sibogy hat eine coole Map gebaut, die von den legendären Games der Shooter-Reihe Doom inspiriert ist. Wir von MeinMMO haben ihn über seine Map ausgefragt.

Seit seinem Release wurden in Minecraft zahllose kreative Dinge geschaffen. Von riesigen Kunstwerken bis hin zu großen Gebieten aus anderen Spielen wie WoW. Solche großen Projekte dauern oft viele Jahre und verschlingen viel Arbeitszeit. Auch der reddit-User Sibogy hat sich an ein solches Projekt gewagt.

Um welche Map geht’s? Die Map, die Sibogy im Laufe von fast 2 Jahren erschuf, trägt den Namen „Doomed: Demons of the Nether“. Es basiert auf der beliebten Shooter-Franchise Doom von Id Software, dessen erstes Spiel Doom 1993 das Genre revolutioniert hat.

Die Map ist aber keine Kopie des Spiels, sondern eine Mischung mehrerer Elemente aus Doom 2016, Doom Eternal und einiger eigener Ideen von Sibogy. Sie umfasst 4 Level mit Bosskämpfen, Cut-Scenes und Sammelgegenständen.

Die Map gibt es für die Java-Edition von Minecraft und sie kann komplett ohne den Download von Mods direkt gespielt werden. Den Trailer dazu könnt ihr hier anschauen:

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MeinMMO Autorin Irina Moritz fand die Map von Sibogy so cool, dass sie ihn gefragt hat, ob er ihr einige Fragen dazu beantworten könnte.

2 Jahre Arbeit, damit andere Leute Spaß haben

MeinMMO: Hallo, magst du dich bitte unseren Lesern vorstellen?

Sibogy: Hallo, ich bin Sibogy, ein begeisterter Gamer und langjähriger Minecraft-Spieler (habe 2011 damit angefangen). Ich komme aus Neuseeland und habe Spaß daran, Dinge in Spielen (insbesondere Minecraft) zu erstellen. Sowas wie Texturen und 3D-Modelle.

MeinMMO: Warum Doom? Wie bist du auf die Idee zu dieser Karte gekommen und was waren deine ersten Schritte?

Sibogy: Lustigerweise war DOOM eines der allerersten Spiele, die ich auf einem Windows-98-Computer gespielt habe, als ich noch sehr jung war.

Nachdem ich viele Jahre lang keine Inhalte für Minecraft erstellt hatte, wollte ich ursprünglich eine Karte auf der Grundlage von Mirror’s Edge erstellen. Aber es gab bereits jemanden, der das gemacht hat. Ich habe es versucht, aber es ist nie etwas daraus geworden. Ich habe nur ein oder zwei Wochen daran gearbeitet.

Im März 2020 (als ich mit dem Projekt begann) stand DOOM Eternal kurz vor der Veröffentlichung, und ich spielte DOOM 2016 erneut durch, was mich auf den Gedanken brachte: „Ob ich so etwas auch in Minecraft machen kann?“

Meine ersten Schritte bestanden darin, die Waffen in das Spiel zu implementieren. Ich fand ein großartiges Waffen-Datapack vom Schöpfer von NOPEName und benutzte es als Grundlage. Dann habe ich neue Funktionen programmiert, 3D-Modelle erstellt und das ursprüngliche Waffenpaket überarbeitet. Dann habe ich angefangen, das erste Level zu erstellen.

MeinMMO: Du hast gesagt, du hast 2 Jahre an der Karte gearbeitet (1.200 Stunden), das ist eine Menge Zeit. Viele Langzeitprojekte werden abgebrochen oder aufgegeben. Wie hast du durchgehalten?

Sibogy: Fast 2 Jahre, ja. Ich habe schon so viele Langzeitprojekte (vor allem von Fans) gesehen, die aufgegeben wurden oder bei denen die Ersteller sozusagen den Mund zu voll genommen haben.

Das war meine Hauptmotivation. Ich wollte nie zulassen, dass mein Projekt in diesen Zustand gerät, den ich als ‚Projekt-Limbo‘ bezeichne, wo es stagniert und nie fertig wird.

Ich hätte nicht gedacht, dass die Entwicklung fast 2 Jahre dauern würde, aber andererseits hatte ich noch nie etwas so Ehrgeiziges in Minecraft gemacht. Meine ursprüngliche Schätzung für die Veröffentlichung war etwa ein Jahr.

Es gab viele Momente der langweiligen und sich wiederholenden Entwicklung, in denen ich die Arbeit am liebsten aufgeschoben hätte. Aber ich wusste, dass nur ich es fertigstellen konnte, und wenn ich nicht daran arbeitete, würde es nicht fertig werden.

Ich bin ein großer Fan von Listen, und ich habe mich Schritt für Schritt an die Dinge herangetastet. Das war ein guter Weg, um zu verhindern, dass ich mich überfordert fühle.

MeinMMO: Welches waren die komplexesten Dinge, die dir bei der Entwicklung die meisten Schwierigkeiten bereitet haben? Kannst du 3 nennen?

Sibogy: Die Einschränkungen von Minecraft selbst, ohne externe Mods zu verwenden. Da dieses Projekt die eingebauten Funktionen des Spiels, die sogenannten „Datapacks“ und „Resource Packs“, nutzt, gab es viele Einschränkungen. Eine davon war vor allem die Spielereingabe und -Interaktion.

Der Endboss war wahrscheinlich die größte Herausforderung, da ich das Verhalten des Gegners, die 3D-Modelle, die Schadens-Texturierung und vor allem die Animationen individuell programmieren musste. Allein der Endboss hat etwa 80 – 90 Frames an Animationen (im Stop-Motion-Stil). Die Entwicklung und Umsetzung davon hat zwei lange Monate gedauert.

Der Doppelsprung gibt dem Spieler einen Schub nach oben, während er sich in der Luft befindet, aber leider ist er inkonsistent. Das liegt daran, dass die Tick-Rate von Minecraft instabil und unbeständig ist. Das bedeutet, dass einige der Sprünge sehr hoch sind und andere viel niedriger als erwartet, was dazu führen kann, dass der Spieler von einer Klippe fällt. Das ist frustrierend (Ist mir schon oft passiert).

MeinMMO: Deine Map basiert zwar auf Doom, ist aber keine 1:1-Kopie des Spiels. Welche Teile sind noch gleich, und welche Änderungen hast du im Vergleich zum Original vorgenommen? Gab es Ideen, die verworfen werden mussten?

Sibogy: Der Anfang von Level 1 ist dem Anfang von Doom 2016 sehr ähnlich. Aber ich fand es langweilig, direkt von Doom zu kopieren, also habe ich für den Rest der Karte mein eigenes Level-Design entworfen.

Doom 2016, an dem sich die Level-Themen hauptsächlich orientieren, hat kein Super-Gore-Nest. Es ist eine Idee, die ich mir von Eternal ausgeliehen habe. Der Spieler benutzt es, um in die Dämonendimension (den Nether) in meiner Karte zu gelangen.

Und ja, es gab eine Idee für Glory-Kills, aber das war zu schwierig, zeitaufwendig und fehlerhaft, um es tatsächlich ins Spiel zu integrieren. Ich habe stattdessen die Kettensäge verwendet, um Gesundheit und Munition von Feinden zu bekommen.

Am Ende unseres Interviews gab Sibogy noch einen Tipp für Minecraft-Fans, die sich ebenfalls an solchen Projekten versuchen wollen:

Sibogy: Mein Rat ist, sich für das erste Projekt nicht zu viel vorzunehmen und die Dinge Schritt für Schritt anzugehen, damit man sein Endziel erreicht.

Mein persönliches Ziel, das ich immer vor Augen hatte, war es, mich zurückzulehnen und zuzusehen, wie sich andere Menschen an dem erfreuen, was ich geschaffen habe. Und das war es alles wert.

„Zwei meiner Lieblingsspiele! Ich liebe es!“

So kommt die Map an: Auf reddit und in den YouTube-Kommentaren bekommt Sibogy viel Applaus für seine Arbeit. Viele Minecraft-Fans sind beeindruckt, dass er die Map ohne Mods aufgebaut hat. Der Launch-Trailer hat auf YouTube über 40.000 Aufrufe bei über 1.800 Upvotes.

Der entsprechende Thread zur Doom-Map auf reddit hat über 35.000 Upvotes. Der Schöpfer erhielt von den Usern dabei zahlreiche Awards und Auszeichnungen.

  • „Ich bin schon im dritten Level. So ein tolles Fan-Spiel!“ – Leaping Frog
  • „Das wurde mir gerade empfohlen. Sieht beeindruckend aus, tolle Arbeit!“ – Nikolai Ludovik
  • „Ich kanns kaum erwarten, es zu spielen!“ – Noodle
  • „Kann mir gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit und Einsatz da reingesteckt wurde. GG.“ – Skyraider703 (1.139 Upvotes)

Mittlerweile gibt es für Doomed: Demons of the Nether auch eine Ladder, die die Speedrunner erklimmen können, um den ersten Platz zu erspielen.

Werdet ihr die Map ausprobieren? Oder habt ihr sie vielleicht schon durchgespielt? Schreibt es uns in die Kommentare.

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Mendokusaay

Erstaunlich!!! 🙂

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