Das neue Mobile-Action-RPG Marvel Future Revolution ist vor gut einer Woche erschienen und MeinMMO-Redakteur Jürgen Horn hat es gespielt. Und obwohl das Spiel am Ende auch nur ein typischer Mobile-Grinder ist, macht das neue Marvel-Game richtig Spaß und motiviert zum Weiterzocken.
Name: Marvel Future Revolution | Entwickler: Netmarble | Preis: Free2Play | Plattformen: iOS, Android | Release: 25. August 2021
Was ist Marvel Future Revolution? Marvel Future Revolution ist nicht etwa die Mobile-Version von Marvel’s Avengers. Es ist eine Art Nachfolger des erfolgreichen Mobile-Hits Marvel Future Fight. Das stammt vom koreanischen Entwickler Netmarble, die schon für das ebenfalls erfolgreiche Mobile-MMO Lineage 2 Revolution verantwortlich waren.
Marvel Future Revolution ist also ein Open-World-Action-Rollenspiel für iOS und Android. Die Story stammt vom Marvel-Autor Marc Sumerak und bietet einen neuen Handlungsstrang, der optimal zu den aktuellen Marvel-Werken wie Loki oder “What if …” passt. Denn mehrere „erden“ aus dem Multiversum kollidieren und verschmelzen zu einer primären Erde.
Das sorgt für viel Ärger, denn die diversen Erden bringen alle ihre Versionen der bekannten Helden und Schurken mit sich. Daher spielt man ein Mitglied des neu gegründeten Superhelden-Team “Omega Flight” an.
Der nächste Marvel-Film zum Mitspielen
So cool geht es los: Eigentlich mag ich ja keine Tutorials, vor allem, wenn sie mich schon „anspringen“, wenn ich das Spiel gerade erst installiert habe und eigentlich nur schauen wollte, ob die Patch-Daten schon alle installiert sind.
Aber nein, Marvel Future Revolution lässt mich nicht in Ruhe und ich muss sofort die Welt retten. Sprichwörtlich, denn gerade findet das oben erwähnte „Konvergenz“-Event statt und mehrere Erden sind auf Kollisionskurs. Das dürfte für alle Beteiligten ziemlich dumm ausgehen, deswegen sind schon diverse Superhelden auf dem Weg um die Erde(n) zu retten.
Mein Abenteuer beginnt mit dem lässigen Star Lord, der Musik-hörend Passanten rettet und dabei von komischen Typen in gelben Schutzanzügen überrascht wird. Das sind Agenten der aus Marvel’s Avengers bekannten bösen Organisation A.I.M. Die wollen Probleme mit der Macht der Wissenschaft lösen, aber das Beste, was ihnen einfällt, ist, die anderen Erden mit Antimaterie wegzubomben.
Diese einfache, wie brutale Lösung will ich nicht gelten lassen und schon geht’s rund! Es folgt ein kurzes Feuergefecht gegen die Agenten, die Star Lord locker umlegt. Schon hier und in der vorigen Cutscene sieht man, dass Marvel Future Revolution nicht an der Grafik gespart hat. Der gewohnte bunte Look der Comic- und Filmvorlagen wird perfekt eingefangen und im Kampf blitzt und funkt es zuhauf, bis alle Agenten danieder liegen.
Alle Helden im Schnelldruchlauf: „Gut, das war‘s jetzt aber, Tutorial vorbei!“ denke ich mir, aber nein, plötzlich taucht ein großer Gegner-Mops auf und Star Lord wird erst mal umgehauen. Doch dann kommt plötzlich Black Widow an und hilft ihm aus der Patsche. Die nächsten Kämpfe bestreite ich mit der agilen Agentin und lerne auch deren Moves und Skills kennen.
Doch auch Widow kommt schließlich an ihre Grenzen und muss von der Sturmgöttin Storm aus der Patsche geholfen werden. Und nach Storm kommt Dr. Strange mit seiner Magie zum Einsatz.
Auf diese Art spiele ich quasi jeden Helden aus der Auswahl einmal durch und verhindere nach und nach den fiesen Plan von A.I.M. und den drei(!) M.O.D.O.K., die aus verschiedenen Dimensionen gekommen sind. Allein der Kampf gegen gleich drei dieser grotesken, fliegenden Kerlchen mit den übergroßen Köpfen und den winzigen Ärmchen und Beinchen ist ein echtes Highlight.
Irgendwann endet das Tutorial nach gefühlt einer Stunde Spiel und ich komme mir schon jetzt vor, als wenn ich das Spiel gerade durchgespielt habe. Die Erde(n) sind gerettet und unsere Helden haben mal wieder gesiegt. Oder?
So geht es nach dem Tutorial weiter: Leider nein, denn durch die Verschmelzung der Erden zu einer sind jetzt zig verschiedene Versionen der Erde auf einmal vorhanden und so gibt es neben der bekannten Erde noch Varianten, in denen die fiesen Faschos von Hydra die Macht übernommen haben oder eine Erde, in der die Götter von Asgard direkt über die Menschheit herrschen.
Damit all diese Erden mit ihren Helden und Schurken keinen Ärger machen, gibt es jetzt die neue Truppe Omega Flight und ich darf gleich mal aussuchen, welcher der Helden in mein Team kommt. Ich wähle Captain Marvel, Ironman, Star Lord und Storm aus. Weitere Helden-Slots kann man sich später freispielen.
Die besten Tutorials, die ich je spielen durfte: Jeder der Helden in meinem Team hat nochmals eine eigene Origin-Story, in der man nachspielt, wie er oder sie in den Omega Flight kamen. Diese Storys sind zwar auch wieder nur Tutorials, aber sie erzählen ausnahmslos eine spannende Story und machen mich effektiv mit dem Gameplay der jeweiligen Charaktere vertraut.
So muss ich als Star Lord aus einer alternativen Erde voller Dinos entkommen und eine böse Version von Groot bekämpfen. Dessen Special Move heißt übrigens auch Groot. Als Storm wiederum muss ich einen Gefangenenaufstand im Supergefängnis „The Raft“ verhindern und habe am Ende ein spannendes Duell mit Magneto, sowohl körperlich wie auch philosophisch.
Als ich endlich alle meine Helden freigespielt habe und in die eigentlich Hauptstory starte, bin ich schon voll angefixt und das einzigartige „Marvel Flair“ hat mich voll in meinem Bann. Ich will jetzt einfach wissen, wie es weitergeht mit der vielversprechenden Story.
Trotz Autoplay-Feature kein stumpfer Grinder
So geht das eigentliche Spiel los: Nach einer weiteren coolen Cutscene geht es schon weiter im Hauptspiel und ich soll mit Capitan Marvel die Ultron-Drohnen von Tony Stark checken. Wie man sicher ahnen kann, spielen die plötzlich verrückt und fangen an die Bewohner der Stadt zu attackieren. Meine Mission ist es, die berserkenden Roboter zu zerlegen und rauszufinden, was schieflief.
So funktioniert die Open World: Der Kampf gegen die Ultrons findet in einer großen, offenen Map statt. Ich kann mich im Areal frei bewegen und eine Haupt-Quest führt mich durch das Areal. Dazwischen gibt es aber zig Nebenaufgaben, die oft ebenfalls eine coole Story erzählen. So muss ich einmal einem kleinen Mädchen helfen, ihre angeblich zahme Ultron-Einheit „Uliti“ zu reparieren oder ich schlichte den Streit zwischen mehreren sehr renitenten Versionen von Spider Man.
So läuft das Gameplay: Zahllose Gegner fordern mich zum Kampf und wie schon in den Kämpfen der Tutorials bin ich überrascht, wie viel taktische Tiefe des Gameplay hat. Ich habe mehrere Skills, die sich sehr schnell aufladen. Dazu muss ich auf meine Bewegung achten, denn gerade starke Bosse hauen oft Flächenangriffe raus, denen ich entgehen sollte. Das klappt dank der gut implementierten Touchscreen-Steuerung gut und es gibt auch Skills, die das Ausweichen oder Blocken unterstützen.
Der gut getimte Einsatz meiner besten Skills sorgt dafür, das ich die Gegner genauso schnell, effektiv und spektakulär ausschalte, wie es die Marvel-Helden in den Filmen gemacht hätten. Auch hier kommt das volle Marvel-Feeling auf, wenn Captain Marvel ihre Photonen-Stöße den Gegnern um die Ohren haut oder Iron Man Gegner mit seinen Repulsor-Strahlen durch die Gegend donnert und dabei alle möglichen Kapriolen schlägt.
Darum ist Autoplay nicht so schlimm: Die Kämpfe und die Wege zu den Missionszielen kann ich auf Wunsch auch automatisiert ausführen lassen. Eine Autoplay-Funktion ist also fester Teil des Spiels.
Doch hier ist es durchaus wichtig, auch mal selbst Hand anzulegen und den Boss-Attacken auszuweichen oder die besonders vernichtenden Special-Moves richtig zu timen. Das Autoplay habe ich eigentlich nur an, wenn ich schnell zu einem bestimmten Ort will, weil meine Helden auch fliegen können und so einfach schnell mal zum Zielpunkt düsen.
Das ist trotzdem noch zu bemängeln: Bei all dem Lob für Marvel Future Revolution gibt’s auch was zu meckern. So leidet das Spiel unter der nervigen Sache, dass man alle naselang irgendwelche Shop Angebote und Achievements bekommt, die man wegklicken muss, um weiterzuspielen.
Das Spiel hat außerdem zig Werte und Upgrades, die für meinen Geschmack etwas ausufern und man recht viel Zeit mit der Optimierung des Helden verbringt. Solche „Manager-Aufgaben“ finde ich eher langweilig, ich will lieber mehr Story erleben und Gegner dreschen.
Dazu kommt, dass das Gameplay sicher Spaß macht, aber ich kann mir vorstellen, dass es sich irgendwann abnutzt und man sehr oft das Gleich macht. Da hoffe ich weiterhin auf spannende Storys, um mich bei Laune zu halten.
Zuletzt sei noch gesagt, dass Marvel Future Revolution sehr anspruchsvoll ist und selbst mein noch recht neues Galaxy Note20 Ultra bekam nur die zweitbesten Grafik-Optionen vorgeschlagen. Beim Spielen war auch recht bald Schluss, das Handy wurde sehr heiß und der Akku war nach etwas mehr zwei Stunden Spielzeit fast leer.
Das ist für ein Spiel, das ich eigentlich auch gerne unterwegs spielen will, keine gute Sache.
Fazit: Ein Mobile-Game mit Suchtfaktor, das stark vom Marvel-Bonus profitiert
Ich gebe zu, tief im Herzen ist Marvel Future Revolution eine aufgepeppte Version von Lineage 2 Revolution, nur das man halt hier mit bekannten Superhelden im Marvel-Universum spielt.
Aber genau hier liegt der große Reiz des Spiels. Während ich in die Welt und die Story von Lineage nie wirklich hereinkam, interessiert mich hier wirklich die Story und ich habe total Bock, mir neue Kostüme und Cosmetics für meine Heldentruppe zu grinden.
Außerdem ist das Gameplay actionlastiger und nicht ganz so derb auf Autoplay getrimmt. Wer also ein spaßiges Marvel-Game mit toller Story, Top-Grafik und viel Marvel-Flair sucht, kann hier getrost den Download starten.

Jürgen Horn
Redakteur bei Mein-MMO
So viel zu meiner Meinung zu Marvel Future Revolution. Was haltet ihr von dem neuen Marvel-Titel? Wenn ihr noch mehr coole Mobile-Games sucht, dann schaut doch hier in unserer Liste auf MeinMMO rein: Die 9 besten Mobile-MMORPGs 2021 für iOS und Android.
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