Das Kartenspiel Hearthstone steht wegen der Preispolitik, der Balance und dem neuen Söldner-Modus in der Kritik. Einige Spieler suchen deshalb nach Alternativen. MeinMMO-Redakteur Alexander Leitsch ist schon 2020 auf Legends of Runeterra umgestiegen und fühlt sich in diesem Wechsel nochmals bestätigt.
Was passiert da bei Hearthstone? Das Kartenspiel von Blizzard hat zuletzt den neuen Söldner-Modus angekündigt. Schon die Vorstellung lief chaotisch und viele Zuschauer haben nicht verstanden, wie genau dieser Modus funktioniert.
Was viele allerdings verstanden haben, sind die hohen Kosten, die mit diesem Modus einhergehen. In der Vorbestellung kosten alle neuen Pakete zusammen 130 Euro und bringen dabei nicht mal Vorteile für die anderen Modi.
Generell sehen viele ein Problem in der Preispolitik von Hearthstone:
- Alle 3 Monate kommt ein neues Set, für das man Packs kaufen kann
- Es gibt einen Season-Pass, der Geld kostet
- Man kann direkt Top-Decks kaufen
- Es gibt Solo-Inhalte, die gekauft werden müssen
- Gefühlt jede Woche kommt ein Cosmetic-Set mit neuen Skins
Cortyn hat sich bereits in einem Mecker-Mittwoch zu der Preispolitik ausgelassen: Ich verdiene nicht genug Geld, um Hearthstone noch spielen zu können.
Was sind die Alternativen? Derzeit kommt vermehrt die Frage auf, welche Alternativen zu Hearthstone sich denn lohnen. Dabei werden Spiele wie Magic: The Gathering Arena, The Elder Scrolls Legends oder Gwent genannt.
Ich persönlich habe jahrelang Hearthstone gespielt, bin aber bereits im Sommer 2020 dauerhaft zu Legends of Runeterra gewechselt.
Die größten Pluspunkte bei Legends of Runeterra sehe ich dabei vor allem im Ablauf des Gameplays, dem besseren Arena-Modus und der Monetarisierung, die extrem fair ausfällt.
Sowohl in Hearthstone als auch in LoR hat er bereits dutzende von Stunden versenkt. Hearthstone verfolgt er aktuell aber nur noch in Compilations und auf dem YouTube-Kanal von Trump, der regelmäßig neue Sets und verrückte Decks vorstellt.
Legends of Runeterra ist Hearthstone in fast jedem Punkt überlegen
Das bessere Gameplay: Als ich Legends of Runeterra im Januar 2020 das erste Mal ausprobiert habe, hat mich besonders das Gameplay gefesselt. Ich würde es als eine Mischung aus Hearthstone und Magic bezeichnen.
- In einer Runde ist immer abwechselnd ein Spieler der Angreifer, während der andere den Angriff abwehren muss.
- Dabei kommen beide Spieler abwechselnd zum Zug. So wird immer eine Aktion durchgeführt (z.B. ein Monster ausgespielt), danach darf der Gegner darauf reagieren.
- Benötigt werden für das Ausspielen von Karten Manapunkte, die sich zu jedem Spielzug wiederaufladen und vermehren. Zudem gibt es bis zu 3 “Zaubermana”. Dabei handelt es sich um nicht ausgegebenes Mana aus der letzten Runde.
- Es gibt unterschiedliche Kartenarten: Kreaturen, Champions und Zauber. Die Champions, bei denen es sich um bekannte LoL-Charaktere handelt, können unter bestimmten Umständen in Kampf aufsteigen, was dem Spiele eine weitere taktische Komponente verleiht.
Insgesamt ist im Gameplay von Legends of Runeterra deutlich mehr Dynamik drin, als bei Hearthstone. Das macht mir auch gleich viel mehr Spaß.
Zudem fühlen sich die Champions hier wirklich besonders an. Während bekannte Charaktere aus dem WarCraft-Universum in Hearthstone zwar ausgespielt werden, aber meist keinen so großen Einfluss auf den Verlauf eines Spiels nehmen, baut man in Legends of Runeterra in der Regel eine Strategie und sein Deck um die Champions herum.
Wie so ein Match abläuft, zeigt euch dieses Tutorial-Video von Riot Games:
Der bessere Arena-Modus: Der Arena-Modus in Hearthstone ist grundsätzlich eine coole Idee, die jedoch fürchterlich umgesetzt wurde. Man stellt sein Deck aus 30 Karten per Zufall zusammen und kämpft gegen andere Spieler, die ebenfalls zufällige Decks haben. Es soll der gewinnen, der besser darin ist, die angebotenen Karten einzuschätzen und daraus ein funktionierendes Deck zu bauen.
Den Spielern werden immer 3 Karten zufällige angeboten, aus denen sie eine wählen müssen, welche dann in ihr Deck wandern soll. Den einzigen Aspekt, an dem sich der Spieler orientieren kann, sind die bereits gewählten Karten.
Dem System fehlt es jedoch komplett an Synergien und damit Komplexität. In der Regel wählt man nur die Karten, die für sich genommen am stärksten sind. Man hat wenig Entscheidungsfreiheit, kann im Grunde auch nichts riskieren bei der Wahl der Karten, weil es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass man passende Karten für Synergien bekommt.
Zudem ist nicht garantiert, dass ich eine legendäre Karte bekomme, während andere Spieler gerne auch mal zwei oder drei Legendarys ziehen.
Die Expeditionen in Legends of Runeterra hingegen lassen euch “Pakete” anstatt Karten sammeln. So werden euch in den ersten 2 Auswahlmöglichkeiten jeweils ein Champion und zwei dazu passende Karten angeboten, die direkt eine Synergie erzeugen.
Auch in den Runden danach wählt ihr nicht eine, sondern immer zwei Karten. Abwechselnd werden euch dabei zwei “normale” Karten und zwei Karten angeboten, die eine Interaktion miteinander haben.
Das System von Legends of Runeterra legt also Wert darauf, dass jeder Spieler gleich viele Champions bekommt und die Decks nicht nur auf die stärksten Karten, sondern auch auf Synergien wert legen.
Zum Ende des Drafts bietet euch ein Händler zudem die Möglichkeit, eine von 3 zufälligen Karten nochmal gegen eine andere Karte zu tauschen, sofern ihr das möchtet.

Im Laufe einer Expeditions-Runde verändert sich euer Deck zudem. Nach dem ersten Sieg bekommt ihr beispielsweise wieder 3 Champion-Pakete zur Auswahl, aus denen ihr eins wählen dürft.
Die Expeditionen setzen zudem auf ein anderes “Eliminierungssystem” als die Arena:
- Wer in Hearthstone 3 Matches in der Arena verliert, ist raus
- In den Expeditionen verliert ihr erst dann, wenn ihr zweimal in Folge verliert
Viel bessere Monetarisierung: Wie in Hearthstone auch bietet Legends of Runeterra spezielle Kartenrücken, Skins für Helden und unterschiedliche Spielfelder für Echtgeld an. Ein deutlicher Unterschied gibt es jedoch beim Kauf der Karten.
So könnt ihr euch in Legends of Runeterra keine Booster-Packs kaufen, selbst wenn ihr es wolltet.
Stattdessen kauft ihr direkt für Echtgeld eine gewöhnliche, seltene, epische oder Champion-Karte. Je nach Seltenheit kostet die Karte dann mehr Geld. Ein Champion nach Wahl kostet umgerechnet etwa 3,30 Euro, eine gewöhnliche Karte 11 Cent.
Zum Vergleich: Eine Packung in Hearthstone kostet etwa 1,50 Euro und enthält 5 zufällige Karten. Um eine legendäre Karte zu bekommen, braucht man im Schnitt 5 bis 15 Packs, wobei man dann keine Kontrolle darüber hat, welches Legendary man bekommt.
Die gekaufte Karte in Legends of Runeterra könnt ihr dann beim Deckbuilding einsetzen, um euch eine gewünschte Karte der entsprechenden Seltenheit freizuschalten. Allerdings bekommt man in LoR auch so schnell neue Karten, dass man für die ersten guten Meta-Decks gar kein Geld ausgeben muss.
Art-Style und Interaktionen: Über diesen letzten Punkt lässt sich auf jeden Fall streiten, aber mir gefallen der Art-Style und vor allem die Interaktionen in Legends of Runeterra viel besser.
Im Spiel kommt es immer wieder zu Interaktionen zwischen Champions und anderen Champions, aber auch zwischen den Champions und ihren “Gefolgsleuten”. Dabei werden nicht nur lustige Wortspiele und Witze gerissen, sondern teilweise auch die Lore erzählt.
Die gesamte Inszenierung des Spiels – mit allen Artworks, Cinematics und den Interaktionen – gefällt mir so gut, dass mir das auch große Hoffnungen für das kommende LoL-MMORPG macht:
Weil Legends of Runeterra so geil gemacht ist, habe ich große Hoffnung für das LoL-MMORPG.
Hearthstone bietet andere Modi und mehr kuriose Situationen
Was macht Hearthstone besser? An Hearthstone ist bei Weitem nicht alles schlecht. Das Spiel nimmt sich selbst nicht so ernst, hat einen guten Humor und bietet natürlich viele ikonische Charaktere aus dem Warcraft-Universum.
Zudem gibt es Spieler, die das eher ruhige und immer abwechselnde Gameplay von Hearthstone dem von Legends of Runeterra bevorzugen.
Mit der Implementierung der Battlegrounds und des Söldner-Modus hat Blizzard zwei interessante Spiel-Modi, die ihr so in Legends of Runeterra nicht finden könnt.
Zu guter Letzt verfolge ich Hearthstone auch gerne, wegen der kuriosen Situationen, in denen Spieler ihren Gegner schon im dritten Spielzug plattmachen oder plötzlich etliche zufällige Interaktionen stattfinden, die den Verlauf des Spiels völlig auf den Kopf stellen.
Doch so unterhaltsam diese Momente auch sind, so oft haben sie bei mir schon zu Frust geführt. Auch das ist einer der Gründe, warum ich mich in Legends of Runterra wohler fühle, aber noch immer gerne Zusammenschnitte aus Hearthstone-Matches schaue.
Wie steht ihr zu den beiden Kartenspielen? Haltet ihr trotz der stellenweise harten Monetarisierung von Blizzard an Hearthstone fest? Oder spielt ihr ein ganz anderes Kartenspiel? Schreibt es gerne in die Kommentare!
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