Destiny 2 und Teil 1 bieten keine Open World, in der sich viele Spieler wie in einem MMORPG tummeln. Stattdessen gibt es Hubs. Dort treffen sich alle, um Gruppen für die Missionsgebiete zu bilden. Das kommt super an – doch nicht in allen Onlinespielen.
Wie läuft Destiny ab? Spieler treffen sich in einem Social-Hub, etwa dem Turm. Dort ist es möglich, sich zu Gruppen zusammenzuschließen oder einfach nur gemeinsam abzuhängen.
Anschließend machen sich diese Spielergruppen auf, um Missionen zu erledigen. Diese laufen dann in sogenannten Instanzen ab, also in privaten Gebieten. Dort trifft man auf keine anderen Spieler, außer denen, die in dieser Gruppe sind.
Zwar gibt es in Destiny Bereiche, in denen man auf zufällige Spieler treffen kann, doch die Missionen sind zum Großteil instanziiert.
Dieses Spielprinzip kommt in Destiny 1 und 2 sehr gut an und hat mit anderen Elementen wie dem hervorragenden Gunplay, dem Beutesystem und dem Konsolenrelease für den großen Erfolg der Loot-Shooter-Reihe gesorgt.
Was ist das Problem? Instanzen kommen allerdings nicht in allen Online-Games gut an. In MMORPGs gelten sie unter Oldschool-Spielern sogar als das Feature, welches das Genre „kaputt gemacht“ haben soll.
Dass nur wenige Spieler alleine in instanziierten Gebieten unterwegs sind, geht manchen gegen die Vorstellung dessen, was ein MMO sein soll. Nämlich, unterwegs auf Spieler zu treffen, die nicht zur Party gehören. Instanzen gehen gegen den sozialen Aspekt in Massively-Multiplayer-Onlinegames. Treffen in Dungeons oder das Campen, um Bosse zu besiegen, fällt damit weg.
Nüchtern betrachtet haben Instanzen dem Genre aber sogar gutgetan. Sie haben dafür gesorgt, dass selbst diejenigen mitspielen wollen, die einfach in Ruhe ihre Quests erledigen und eine Story genießen möchten. Entweder mit einer kleinen Gruppe an Freunden oder sogar alleine. Diese Spieler fühlen sich in MMOs ohne Instanzen von anderen gestört oder sogar genervt, was ihnen den Spielspaß verderben kann.
Woher kommen eigentlich Instanzen?
Ist das wirklich so neu? Destiny ist nicht das erste Spiel, das diese Art von Online-Gameplay mit Hubs und Instanzen bietet. Das erste MMORPG, das so etwas einführte, war The Realm Online aus dem Jahr 1996.
In diesem Spiel finden die Kämpfe nicht in der offenen Welt, sondern in privaten Zonen statt.
Der MMORPG-Klassiker Tibia bietet ebenfalls Instanzen und das schon seit etwa dem Jahr 2001. Und zwar bei der damals schwierigsten Aufgabe, der Annihilator-Quest (via Tibia History). Bei dieser war es möglich, durch den harten Bosskampf an die stärksten Waffen zu kommen. Selbst heute gehört diese Mission noch zu den beliebtesten Boss-Quests.
Das auch heute noch erfolgreiche RuneScape, welches 2001 auf den Markt kam, lässt die Quests in von der eigentlichen Spielwelt abgetrennten Gebieten ablaufen. Dies wurde eingeführt, damit Spieler etwa bei Bosskämpfen unter sich sein konnten.
Guild Wars aus dem Jahr 2005 bietet ebenfalls ein instanziiertes Gameplay. Bis zu 100 Spieler treffen sich in den Städten und bilden dann Gruppen von 2 bis 12 Mitgliedern. Diese machen sich dann gemeinsam auf, Quests in Instanzen zu erleben.
Besonders Phantasy Star Online aus dem Jahr 2000 und der Nachfolger Phantasy Star Online 2 von 2012 sind durch dieses Feature in Asien sehr bekannt und erfolgreich geworden. Auch hier ist es so, dass es große Hubs gibt, in denen sich die Spieler treffen. Sie schließen sich zu Gruppen zusammen und diese erleben dann ihre persönlichen Abenteuer in Missionsgebieten, zu denen keine anderen Spieler Zutritt haben.
Kurioserweise konnte PSO hierzulande nicht den Erfolg verbuchen, den das Spiel in Asien genießt. Man könnte sagen, dass Instanzen hierzulande erst mit Destiny echte Akzeptanz in der breiten Masse der Spieler fanden. PSO war seiner Zeit also offenbar voraus.

Wie sieht die Zukunft aus? Da Instanzen nicht bei jedem gut ankommen, gibt es inzwischen Projekte, welche im MMORPG-Sektor wieder zurück zu den Wurzeln möchten. Dazu gehört Pantheon: Rise of the Fallen. Das Online-Rollenspiel sieht sich als geistiger Nachfolger von Everquest 1 und legt den Fokus auf das Gruppenspiel. Es soll keine Instanzen geben. Ihr werdet also überall im Spiel Mitspieler treffen – selbst in den Dungeons.
Das heißt aber nicht, dass wir in Zukunft auf Spiele verzichten müssen, die Instanzen nutzen. Das Feature wird uns erhalten bleiben. Es ist aus dem Genre der Onlinespiele im Grunde gar nicht mehr wegzudenken. Daher dürfte es sehr interessant sein zu sehen, wie ein Titel wie Pantheon ankommt, der eben keine Instanzen bietet.
Was haltet ihr von Instanzen? Gehören sie für euch schon zu MMOs dazu oder fändet ihr es besser, wenn es keine geben würde?
Ihr wollt mehr interessante Fakten über MMORPGs wissen? Wir verraten euch, was eigentlich das erste MMORPG überhaupt war.
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