Mehr als 50.000 Tweets sind in den letzten Stunden mit dem Hashtag „#BoycottGenshin“ auf Twitter erschienen: Spieler rufen dazu auf, dass Gacha-Spiel Genshin Impact (iOS, Android, PS4, PC) nicht mehr zu spielen und zu boykottieren. Was steckt hinter dem Negativ-Trend?
Das passiert auf Twitter: Gestern Abend begannen Spieler ihre Tweets mit dem Hashtag „#BoycottGenshin“ zu versehen.
Insgesamt sind in kurzer Zeit 57.000 Tweets mit dem Hashtag erschienen: Das brachte #BoycottGenshin in die deutschen Twitter-Trends auf Platz 5.
Mit dem Hashtag wird dazu aufgerufen, kein Geld mehr für Genshin Impact auszugeben.
Auf dem Screenshot seht ihr, wie groß der Hashtag zwischenzeitlich auch in Deutschland war:
Als Vorlage für Schurken-Rasse im Spiel diente offenbar indigenes Volk
Dieser Aspekt des Hashtags erregt die meisten Gemüter: In Genshin Impact gibt es eine gegnerische Rasse, die „Hilichurls.“ Sie werden als Goblin-artig und primitiv dargestellt.
In einem Video zu Genshin Impact der Entwickler aus dem Oktober 2020 sieht man, wie ein Artist die Animation eines Hilichurls erstellt (via youtube). Dabei hat er auf seinem Monitor ein Video offen, dass einen Angehörigen eines indigenen Volkes beim Tanz zeigt.
Das Video dient ihm offenbar als Vorlage für die Animation des Hilichurchls.
Der Vorwurf ist, dass Genshin Impact ein indigenes Volk als Referenz für dieses eher unangenehme Volk in Genshin Impact genommen hat: Es heißt, damit würde ein indigenes Volk als Schurken-Volk dargestellt.
Diese Vorwürfe werden heftig diskutiert: So verteidigen Spieler die chinesischen Entwickler miHoYo von Genshin Impact damit, dass in China keine so präsente Diskussion über politische Korrektheit herrscht, wie in den westlichen Demokratien. Die dächten sich einfach nichts dabei, heißt es auf Twitter.
Vielzahl von Problemen mündet in Trend um das Hashtag
So wird der Hashtag mittlerweile verwendet: Die Aufforderung „BoycottGenshin“ verselbstständigte sich und weitere Nutzer ergänzten, was sie besonders an Genshin Impact stört:
- So reiben sich manche an der Darstellung der Heldin Xinyan auf. Die werde als rassistischer Stereo-Typ einer “bösen, schwarzen Frau” dargestellt. Ein Nutzer sagt: Im chinesischen Original werde ihre dunkle Hautfarbe als Grund dafür genannt, dass andere Angst vor ihr haben
- Es gebe ohnehin nur sehr wenige „nicht-weiße Charaktere“ im Spiel, bemängeln andere
- Andere stört es, dass jung aussehende Charaktere sexualisiert werden. Hier wird Flora als Beispiel angeführt
- Es gibt aber auch ganz andere, nicht-inhaltliche Probleme, die so mancher mit Genshin Impact hat und zum Ausdruck bringen möchte: So kritisieren Twitter-Nutzer, die Account-Sicherheit des Spiels
- Andere meckern unter „BoycottGenshin“ über den Cash-Shop des Spiels, den Content-Ablauf oder über ihr persönliches Loot-Pech im Spiel
Darum gibt es da so viele Tweets: Wie bei vielen Hashtags auf Twitter verschwimmt der genaue Grund des Protests und es wird zu einem Sammelsurium von Beschwerden.
#BoycottGenshin ist also keine einheitliche Bewegung, die dasselbe Ziel verfolgt, sondern ein Mix aus Problemen, die einzelne Spieler oder Spielergruppen mit dem Spiel haben.
Die Popularität des Hashtags #BoycottGenshin wird weiter dadurch befeuert, dass es auch Leute gibt, die der Kritik heftig widersprechen. So sagt ein Nutzer, Genshin Impact stehe noch am Anfang und es gäbe noch nicht so viele Charaktere. “Nicht-weiße Charaktere” würden schon noch kommen.
Außerdem seien die “nicht-weißen Charaktere” gar nicht als böse dargestellt. Das sei Interpretation.
In jedem Fall scheinen Aspekte von Genshin Impact viele Spieler zu beschäftigen und aufzuregen. Damit eine so heftige Diskussion um ein Spiel entbrennt, muss es schon relevant sein.
Ein Knackpunkt von Genshin Impact ist sicher das umstrittene Gacha-System:
YouTuber steckt viel Geld in Genshin Impact, damit ihr seht, wie doof das ist
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