LoL: Coach soll wichtigstes Team der Welt trainieren – Hasswelle spült ihn weg

In League of Legends gab es die letzten Wochen eine Hasswelle gegen den US-Amerikaner Nick „LS“ De Cesare (27). Der Caster und Coach war für einen Trainer-Job beim legendären koreanischen LoL-Team T1 vorgesehen, aber die Fans stießen eine Hasswelle los. Bei T1 entschuldigt man sich für „homophobe und rassistische“ Kommentare der Fans.

Was löste die Hass-Welle aus? Das legendäre koreanische LoL-Team T1 suchte bis vor Kurzem ein neues Führungs-Duo, einen Coach und einen Assistenz-Trainer.

Der Supporter des Teams, Effort, leakte in einem Stream die Pläne des Teams. Eine private Nachricht über Discord ging live über den Sender:

  • Angeblich sollte Nick „LS“ De Cesare der neue Assistenz-Trainer für T1 werden (Titelbild)
  • Als Head Coach wolle T1 einen ehemaligen Starcraft-Profi verpflichten
LoL Faker Titel
Faker ist der Star von T1, doch die letzten Jahre lief es nicht mehr so gut.

Der 27-jährige De Cesare stammt aus den USA und hat sich dort einen Namen in der LoL-Szene als Analyst und Caster gemacht. Er lebt aber mittlerweile in Südkorea und hat dort das unterklassige Team bbq Olivers trainiert.

Eine Beförderung zum Coach von T1, dem ruhmreichsten LoL-Team überhaupt, wäre ein riesiger Karriere-Sprung für LS gewesen, der im Westen ein hohes Ansehen genießt. So unterstreicht etwa der Top-Laner von Fnatic, Bwipo, die Klasse von LS. Der gelte als Vordenker im Westen

Aber der Leak sorgte für viel Ärger und Aufregung in Südkorea.

Fans kritisierten die Auswahl der Coaches – die hätten nicht genug Erfahrung. LS hätte ja nicht mal die 2. Liga gewonnen, was wolle er dann bei T1?

Zudem ärgerte man sich über die Art der Kommunikation, denn es kam kein Statement des Managements, sondern nur der Leak über den Kanal von Effort. Die Fans verlangten nach einer Erklärung. Die blieb lange Zeit aus.

In der Zwischenzeit machte sich der Hass an LS fest.

Sogar die Oma wird bedroht

Das war die Hass-Welle: Der Leak, dass das ruhmreiche T1 einen Coach aus den USA verpflichten würde, löste bei den fanatischen Anhängern von T1 eine Hasswelle aus. Im Discord von T1 und über Social Media gab es eine besorgniserregende Zahl von Anfeindungen gegen den Coach. Die waren persönlicher Art und echt übel:

  • Die Rede ist von einer Welle an „homophoben und rassistischen Anfeindungen“ im Discord von T1
  • Die Mods des Discords beschwerten sich, das Management hätte ihnen verboten, gegen diese „Hassreden“ vorzugehen. Die Kommentare blieben unmoderiert stehen. Einige Moderatoren gaben daraufhin ihr Amt auf
  • Einige Fans mieteten einen Truck, um durch die Straßen zu fahren, und dem Management von STK1 zu sagen, wie sie die Verpflichtung von LS und das Schweigen der Führung finden
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Fans mieteten einen Truck mit Botschaften gegen T1.

Der Höhepunkt der Hass-Welle: Wütende Fans sollen sogar die Oma von LS bedroht haben.

Hass-Welle macht Coach völlig fertig

So hart traf LS die Hasswelle: Der so angefeindete Coach zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Er hörte auf zu streamen und stellte seine Aktivität auf Social Media ein.

LS sagte über Twitter er sei „ziemlich depressiv“. Er sei persönlich für Dinge angegriffen worden, die außerhalb seiner Kontrolle liegen, oder die falsch verstanden wurden oder die einfach nicht wahr seien.

Das wäre jetzt alles zu viel für ihn.

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Eine Freundin von ihm sagte später, LS gehe es „geistig überhaupt nicht gut.“ Er sei ohnehin schon überarbeitet gewesen und die neue Entwicklung habe ihn schwer erwischt (via reddit).

So reagierte T1: Das Team von T1 hat inzwischen andere Coaches vorgestellt und sich in einem Statement geäußert:

  • der Leak von Effort sei ein „Missverständnis“ gewesen, das sei nicht Efforts Schuld, sondern ein Fehler der Software gewesen. Man habe hier zu spät reagiert, das tue T1 leid
  • der Discord-Channel von T1 wird geschlossen
  • alle Mods hätten den Kanal verlassen und man habe den „Staff“ gewarnt
  • man will sich jetzt bei Social Media neu aufstellen
  • T1 entschuldigt sich dafür, dass „böswillige Kommentare“ stehen gelassen wurden
  • zu „LS“ selbst und dessen Verpflichtung äußert man sich nicht

Das Bizarre ist: Den Starcraft-Coach, der zusammen mit LS gelakt wurde, kommt tatsächlich, wenn auch in anderer Funktion. Von LS selbst ist aber keine Rede mehr.

Chef entschuldigt sich bei LS, nimmt LoL-Fans in Schutz

Mittlerweile hat sich auch der US-amerikanische Chef von T1, Joe Marsh, geäußert. Der entschuldigt sich zwar bei LS, nimmt aber vor allem Effort und die Fans in Schutz.

Er könne sich nicht vorstellen, dass ein „T1 Fan“ die Familie von LS belästigen würde. Auch das “Gerücht” um das Droh-Paket, das die Großmutter von LS erhielt, will man “zerstreuen”. Die Polizei untersuche die Affäre.

Marsh entschuldigt sich dafür, so lange geschwiegen hat. Das sei nicht gut.

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LS geht doch noch zu T1 – Als Streamer

Das macht LS nun: Die neueste Entwicklung in der Affäre “T1” ist es, dass LS angekündigt hat, sich doch noch T1 anzuschließen. Er wird als Content-Creator zum Team wechseln (via youtube).

Nun sagt er:

“Ich hatte die Wahl zu T1 zu wechseln, das war eine reale Sache, die wirklich hätte passieren können.”

Er habe jetzt aber begriffen, dass er als Streamer mehr Freiheiten bei T1 hat, LoL-Inhalte zu produzieren.

Konflikt zwischen USA und Korea bei T1

Das steckt dahinter: Der bittere Eindruck ist hier, dass sich T1 für LS als Coach entschieden hat und das bekannt geben wollte.

Doch die Entscheidung geriet durch einen technischen Fehler zu früh an die Öffentlichkeit.

LS wurde von den südkoreanischen Fans derart demontiert, dass sich T1 für eine andere, konventionelle Lösung entschied und zwei südkoreanische Coaches engagierte mit viel Erfahrung.

Es könnte auch sein, dass LS nach der Reaktion entschieden hat, doch Abstand von dem Job zu nehmen. Wie der nach diesen Reaktionen das Team hätte coachen sollen, ist rätselhaft.

Dass T1 hier diese üblen Kommentare stehen ließ, wirkt so, als warf man LS den „Wölfen zum Fraß“ vor. Das gibt kein gutes Bild ab.

LoL-Faker-Tyler1
USA und Korea hier herzlich vereint. Aber es gibt Probleme.

T1 versucht den Spagat zwischen Korea und dem Westen. Das führt zu Spannungen. In Korea scheinen Fans der amerikanischen Führung zu misstrauen: Man glaubt in Korea, das Management bringe zu viel „Werbung“ mit rein und lasse Faker in zu vielen Werbespots auftreten.

Die Idee, dass ein US-Amerikaner Faker trainieren sollte, passte wohl so manchem Hardcore-LoL-Fan überhaupt nicht. Das ging dann endgültig zu weit.

Wie T1 mit den “rassistischen und homophoben” Kommentaren umging, in denen sich der Widerstand äußert, tut im Nachhinein wohl allen leid.

LoL-Faker-Take-Over.v1
Faker ist “das Gesicht” von LoL.

Mittlerweile steht fest, wen T1 als Coaches verpflichtet. Es sind die beiden Weltmeister-Coaches von DAMWON Gaming. Das hat die Fans vorerst beruhigt. Ob die aber die Wende für T1 bringen können, ist eine andere Frage:

LoL: Hoffnung für Faker – T1 kauft ihm die besten Coaches, die’s für Geld gibt

Quelle(n): Invenglobal
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Scofield

Es macht wohl Sinn zu sagen, dass er erstmal ein besseres team trainieren muss und Erfolge vorweisen muss bevor er bei drn ganz großen Trainer wird.

Aber, so wie sich die Fans verhalten haben zeigt einfach nur mal wieder die widerwärtige Seite des e-sports.

Scherik

Finde es vorallem traurig das der Boss auch noch diese geistigen Tiefflieger von “Fans” verteidigt , hoffentlich gibt’s da noch ne satte Strafe , ausschließen aus den worlds braucht man sie auf jeden Fall nicht , schaffen sie ja sowieso nicht ????

DDuck

Die Kritik an sich ist gerechtfertigt, T1 ist ein prestigeträchtiges Team, welches vor ein paar Jahren in’s Straucheln geraten ist und seitdem versucht den eigenen Ansprüchen und denen der Fans wieder gerecht zu werden und den Weg an die Spitze wieder zu schaffen. Da ist LS einfach nicht der Richtige für den Job. Mit Kritik meine ich aber auch nur das Hinterfragen einer solchen Personalentscheidung…keineswegs Beleidigungen, Bedrohungen oder Ähnliches. Das ist einfach ein widerwärtiges Verhalten, für das es keine Begründung oder Argumente gibt.

Das Problem im “digitalen Zeitalter” ist einfach, dass hier jeder seinem noch so kleinen Geist freien Lauf lassen und von sich geben kann was er will.

DDuck

Klar, das sehe ich auch alles. Allerdings sind das (denke ich) zu viel Konjunktive für die Fans von einem Team wie T1. Zumal man in der abgelaufenen Season bei Sandbox mit YamatoCannon ja bereits einen westlichen Coach in der LCK gesehen hat, der kolossal gescheitert ist. Die Koreaner haben 5 Jahre lang in ihrer eigenen Liga gespielt, haben in der Zeit drei der fünf gewonnen Worlds Finals zwischen 2013 und 2017 sogar unter sich ausgemacht. Dementsprechend schwer fällt es glaube ich, gerade den T1-Fans, Einflüsse von so weit Außen zu akzeptieren.

Ich wollte auch gar nicht ausdrücken, dass LS als Coach nicht taugt, um Gottes Willen. Ich meinte eher, dass er nicht der Richtige ist um den Ansprüchen und dem Selbstbild der Fans gerecht zu werden.

Einflussnahme von Fans ist immer kritisch. Vor allem wenn sie so verläuft…und im Esport ist das gefühlt nochmal viel, viel schlimmer als im konventionellen Sport.

Pineapple

,,Das Problem im „digitalen Zeitalter“ ist einfach, dass hier jeder seinem noch so kleinen Geist freien Lauf lassen und von sich geben kann was er will.”

Ja, freie Meinungsäußerung und die Möglichkeit seine Meinung zu veröffentlichen sind echt ein riesen Problem!

Deus

Recht auf freie Meinungsäußerung ist das eine, aber Beleidigungen, Drohungen und Aufrufe zur Gewalt sind etwas ganz anderes!
Und man muss nicht unbedingt ein Genie sein um zu erkennen dass das was dort abgelaufen ist vollkommen unverhältnissmäßig und falsch war. So ein Verhalten ist weder gut zu heißen noch zu verteidigen!

Zuletzt bearbeitet vor 1 Jahr von Deus
DDuck

Was genau haben Hass, Drohungen und Beleidigungen mit freier Meinungsäußerung zu tun?! ?

Tapir

Ich habe bei den LoL-Kiddies gelernt, dass ein exemplarisches “Du bist Sch…” keine Beleidigung sei, sondern eine simple Tatsache.
Die glauben das scheinbar wirklich.

Pineapple

Etwas zu hassen ist eben auch eine Meinung. Der Rest hat natürlich nichts damit zu tun, aber was willst du dagegen machen?

Mapache

Etwas zu hassen ist eben auch eine Meinung.

Das ist keine Meinung sondern eine Einstellung. Hinzukommt, dass es zB in Deutschland im Grundgesetzt genau geregelt ist was freie Meinungsäußerung darf und was nicht.
Und unter das “nicht” fallen eben Dinge wie



Pineapple

Was soll die Haarspalterei? So lange ich meinen Hass auf etwas begründen kann ist es egal.

Mapache

Viele Menschen im Netz sind eben der Meinung, dass sie alles sagen dürfen was sie wollen. Solange sie dabei irgendwo nebenbei erwähnen daß es eben ihre “freie Meinung/ihr Recht auf freie Meinungsäußerung” ist.

Aber das stimmt so eben nun mal nicht. Auch bei der Meinungsäußerung gibt es eben Grenzen.
Und schon der Punkt das Hass mit im Spiel ist schließt eine vernünftige Meinungsäußerung eigentlich aus.

lIIIllIIlllIIlII

Ich glaube einige haben immer noch nicht geschnallt, was Meinungsfreiheit heißt und was nicht.

diesel

Jaja “Gamer-Communities” mittlerweile mit zu den gestörtesten in der Onlinewelt. Manchmal glaub ich es wäre langsam Zeit den Netzanschluss zu kündigen und sich das ganze Psychovolk aus seinem Leben zu löschen, ebenso sein Smartphone auf den Müll zu werfen. Allein was man für hirnrissigen Mist in den Social Medias lesen muss

Zuletzt bearbeitet vor 1 Jahr von diesel
Grinsekatze

Ohne Witz, mir geht es oft genauso. Nicht nur bei Gamer-Communities, sondern allgemein dieser ganze Hass im Netz dank “Anyonymität”. Klar, motze auch mal, aber so weit zu sinken jemanden zu “dissen” wegen…Coaching? Und die Familie bedrohen etc.?
Nicht neu, klar. Stars, Politiker etc. bekommen das seit langer Zeit zu spüren – aber es ist einfach…falsch.

Schlimm genug, dass die extrem gut betuchten großen Kanäle, FB, Twitter etc. einfach keine Kohle für Support ausgeben, welche sich diesen mittlerweile gefährlich überschwappenden Pool an mit Fäkalien getränkten Gehirnen widmet.

Ron

ich merke das auch immer mehr. Also ich lese zwar immer noch gerne diese Artikel, aber privat merke ich dann doch immer wieder, dass da mittlerweile eine Gaming-Welt entstanden ist, mit der ich mich nur noch schwer identifizieren kann.
Reddit ist so ein Phänomen, welches ich irgendwie interessant finde, aber kaum nachvollziehen kann.
Also das es so Leute gibt, die da jeden Tag rumhängen und sich bei jeder Meldung auf allen möglichen Kanälen dieser Welt zu Wort melden müssen, jeden noch so kleinen Shitstorm total emotional mitnehmen, Spieleentwickler mit Hass überfluten nur weil einem eine Entscheidung nicht gefällt. Also zusammenfassend merkt man durch das digitale Zeitalter sehr gut, dass es viele Spieler gibt, die sich dieser Sache voll und ganz zugeschrieben haben.

Ron

ja, stimme dir vollkommen zu.

Irina Moritz

Also ich lese zwar immer noch gerne diese Artikel, aber privat merke ich dann doch immer wieder, dass da mittlerweile eine Gaming-Welt entstanden ist, mit der ich mich nur noch schwer identifizieren kann.

Ich finde eher, dass sie weniger “entstanden” ist, sondern jetzt einfach mehr sichtbar bzw. zugänglicher ist. Früher (Anfang 2000) war man halt in mehr oder weniger geschlossenen Foren unterwegs und da gab’s meiner Erfahrung nach genauso Fluchen, Beleidigen und Angriffe, wie jetzt auch. Consolewars war da z.B. eins, das mir in Erinnerung geblieben ist. Da wurde dieser “toxische Umgang” gefördert.

Dadurch, dass Leute jetzt teilweise direkten Kontakt mit, ich sag mal, “Online-Persönlichkeiten” haben, kann das ganze natürlich auf eine viel konzentriertere Weise passieren. Da flucht man halt nicht anonym in einem xyz-Forum, sondern direkt unter dem Twitter-Account der Person. Und wie Schuhmann schon sagt, da es dafür keine Konsequenzen gibt, hauen die Leute einfach drauf. Gestern erst gab es bei uns einen Kommentar, der verlangt hat, dass man Leute bei Blizzard erhängen soll. Da kann man auch nichts mehr zu sagen.

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