Ich dachte, Warhammer-Fans sind absolute Gatekeeper – Jetzt war ich im Laden und schäme mich für meine Vorurteile 

Caro Miniatur des Monats

Für MeinMMO-Redakteurin Caro war der lokale Warhammer-Store immer eine große Verlockung, an die sie sich jedoch nicht wagte. Die Miniatur des Monats brachte sie jedoch dazu, dem Laden eine Chance zu geben, wo sie sehr überrascht wurde.

Seitdem ich mit dem Bemalen von Miniaturen begonnen habe, habe ich mich lediglich auf Figuren und Kreaturen aus dem D&D-Universum fokussiert. Durch das Hobby bin ich schließlich auch auf Warhammer aufmerksam geworden, sei es durch Mal-Tutorials, die Community an sich oder die schicken Miniaturen, die die Ladenfenster der Spieleläden in der Innenstadt schmücken.

Vor allem der lokale Warhammer-Store, an dem ich oft bei meinen Besuchen in der Stadt vorbeilief, machte mich neugierig. Im Gegensatz zum allgemeinen Tabletop-Laden, den ich gerne und zu oft besuche, war da aber diese unangenehme Hürde. Ich gebe es nicht gerne zu und ich bin nicht stolz darauf, aber ich hatte Bammel, dass ich als absolute Warhammer-Nulpe, die sich eigentlich nur für die Minis interessiert, sehr schnell von den „wahren“ Fans belächelt werde.

Allerdings sorgte die Miniatur des Monats dafür, dass ich um den Besuch nicht mehr herum kam: Ein Saurus-Krieger der Seraphon-Armeen nimmt Juni 2026 den Platz ein. Ich wollte diesen Dino unbedingt haben. 

Und dank ihm konnte ich schließlich für mich feststellen: Die Typen im Warhammer-Laden sind keine Gatekeeper, sondern sorgten dafür, dass ich mich sofort willkommen fühlte.

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Der Trailer zur 11. Edition von Warhammer 40.000 zeigt den Imperator überraschend lebendig

Nervös, aber pünktlich war ich am Start

Ich habe mir am ersten Samstag des Monats, in dem die Miniatur im Laden erschien, brav Zeit genommen, um direkt bei der Öffnung vor Ort zu sein. Was mich überraschte: Ich war nicht allein. Doch für den eigentlich so schnieken Dino interessierten sich eher wenige.

Scheinbar hatte ich den Tag erwischt, an dem auch die Vorbestellungen für die neue „Armageddon“-Box zu Warhammer 40.000 starteten. Mir wurde deswegen schnell vermittelt, dass mein frühes Erscheinen sehr schlau war, da es im Laufe des Tages richtig voll werden könnte. Ja, so kennt man mich, hab ich gut vorausgeplant.

Ich interessierte mich jedoch nicht so wirklich für dieses scheinbar bahnbrechende Ereignis – ich wollte einfach meinen Dino. Mir wurde gesagt, dass ich an einem Tisch Platz nehmen darf, wo die Komponenten der Figur sowie ein Seitenschneider und Kleber auf mich warteten – vor allem letzteres fungierte in der gesamten Erfahrung als peinlicher, aber auch perfekter Eisbrecher.

Ran an die Miniatur, das Buffet ist eröffnet

Auf den Hinweis, dass ich mich bei Fragen gerne melden kann, nickte ich nur dankend. Ich hab ja schon mal Miniaturen zusammengebaut und eh schon Ahnung … dachte ich.

Am Platz begann ich dann, nach Anleitung und mit den Tools die Figur zusammenzubauen. Alles lief supi, nur der Kleber hat mich überrascht. Zuhause nutze ich einen Kleber sowie Farben von The Army Painter, allerdings war der Kleber im Laden von Citadel und viel, viel dünnflüssiger. 

Weil ich dann noch das Pech hatte, dass die Dosiernadel für genaueres Auftragen verstopft war, ich aber natürlich niemanden stören wollte, versuchte ich, das Problem selbst zu lösen. Das Resultat: Der Kleber lief nach dem Lockern der Spitze komplett aus, auf den Schild des Saurus-Kriegers, auf die arme Schneidematte des Ladens und auf meine Ehre, die ich bis zu dem Zeitpunkt solide vortäuschen konnte.

Ein Oopsie, der jedoch das Beste war, das mir an dem Morgen passieren konnte

Als der Geruch der Kleberkatastrophe schließlich den ganzen Laden ausfüllte, fragte ich nach etwas Küchenpapier, um die Unordnung zu beseitigen. Es war mir unglaublich peinlich, doch mir wurde sofort geholfen. Als ich mit einem netten Mitarbeiter wieder am Tisch war, konnte ich mit Überraschung sehen, dass der Kleber nicht nur die aufgemalten Linien der Schneidematte „wegradiert“, sondern auch den Schild meines Dinos geschmolzen hatte. Davon habe ich leider kein Bild. In dem Moment mein Handy zu zücken und ein Foto zu machen, war mir dann doch zu unangenehm.

Erst dann verstand ich, wie der Kleber wirklich funktionierte. Er schmilzt das Plastik an, sodass die Teile ineinander übergehen, anstatt „nur“ angeklebt zu sein. Ich wagte das Gespräch mit dem Mitarbeiter, wollte noch schnell die Situation retten, dass ich ja eigentlich voll die Ahnung habe, doch das musste ich gar nicht.

Nachdem er mir einen neuen Schild aus einem anderen Raster gab, entwickelte sich schnell ein entspanntes Gespräch. Ich erzählte, dass ich Miniaturen liebe, aber noch nicht viel Ahnung von Warhammer habe. Dass ich eigentlich klein starten wollte, doch mir direkt einen riesigen Tyraniden gekauft habe. Dass ich ehrlicherweise etwas Angst hatte, den Warhammer-Laden zu betreten, weil meine dummen Vorurteile mir klarmachen wollten, dass ich da nichts zu suchen habe.

Ich wurde herzlich aufgenommen – nicht nur von Mitarbeitern

Während ich klebte und quatschte, gesellten sich weitere Warhammer-Fans an den nach Kleber stinkenden Tisch. Sie haben ihre Box vorbestellt, aber ein Großteil von ihnen entschied sich, zu verweilen. Menschen kannten sich, planten zukünftige Runden und bauten genau wie ich die Miniatur des Monats, weil es auch einfach ein schicker Feini ist. 

Sie schnappten meine Zweifel auf und erklärten mir, dass es zwar die Leute gibt, die verlangen, alle 40.000 Hämmer aus Warhammer 40.000 zu nennen, doch die Community sehr offen für Neulinge ist. Die meisten Warhammer-Fans seien absolut keine Gatekeeper, sondern lieben es, über ihr Lieblingsspiel zu reden und neue Leute dafür zu begeistern. Und was soll ich sagen – es ist ansteckend.

Ich war insgesamt eine Stunde in dem Laden. Und eine gute halbe bis dreiviertelstunde habe ich nur damit verbracht, all meine vorherigen Vorurteile abzulegen und mich keineswegs fehl am Platz zu fühlen. Der Saurus-Krieger an meinem Arbeitsplatz erinnert mich weiter daran. Bald wird auch er bemalt sein.

Wie seid ihr in Warhammer eingestiegen? Hattet ihr ähnliche Gedanken wie ich? Auch wenn ich bisher noch nicht so tief in Warhammer 40.000 stecke, bin ich eines Tages auf eine Miniatur gestoßen, die mich nicht mehr losließ. Auch wenn man sie kaum als „mini“ bezeichnen kann: Eigentlich wollte ich nur Blümchen kaufen, nun besitze ich einen Tyraniden und er könnte nicht süßer sein

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10 Kommentare
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Nyx

Ich kenne mehrere Seiten der Community – die Normalos wie wir, die durchgeknallten Lorefixierten Freaks, die die komplett aus der Realität geflohen sind, sodass ihr ganzes Leben nur ums Warhammer-Universum dreht, die Gatekeeper und die absoluten Arschlöcher, die selbst Leute innerhalb ihrer Community runter machen. – Die ersten 2 Extreme sind trotzdem liebe Menschen gewesen, etwas irre aber lieb. Einen aus Gruppe 2 habe ich Mal vor Gruppe 4 verteidigt. Meine Fresse die hätte ich echt lynchen können.

Aber im großen und ganzen ist die internationale Community hilfsbereit, freundlich und offen. Kenne viele liebe Leute, ohne selbst Warhammer zu spielen oder auch nurn bisschen lore zu kennen. Ich kaufe einfach gerne hübsche Miniaturen 😅💰💰

Nyx

Ja das stimmt, da nimmt sich alles nichts haha. Am besten man bleibt lieber überall so mit der Zehenspitze im Wasser. Jaja das Sammeln von Miniaturen ist ein Hobby für sich. Neben den Sammeln von Farben. Und wehe du hast noch nen 3D Drucker…und Ahnung davon… 😅

Jasmin Beverungen

Ach verrückt, habe aber auch noch nie von einem ätzenden Kleber gehört, ich klebe aber auch nur so Miniatur-Häuschen und -Cafés von Hello Kitty zusammen. War das Zusammenkleben mit der Hilfe schwierig? Würdest du dich nochmal an eine Figur wagen? 😮

Horteo

Warhammerläden haben aus meiner Sicht mehrere No-Go’s.

1. Sind die Preise deutlich teurer als über andere Händler. Die offiziellen Warhammerpreise für Modelle sind gern mal 20% teurer. Dabei sind die Preise eh schon gesalzen für ein bisschen Plastik.

2. Der Staff ist gnadenlos auf Verkauf und Bindung getrimmt. Egal in welchem Shop ich war: Deutschland, Schweiz, USA, Japan und Australien, das Muster ist immer gleich. Man wird gefragt an was man gerade arbeitet. Dann kommt die Frage ob man das passende Modell XYZ schon kennt. Beim Bezahlen an der Kasse wird man gefragt ob man noch genug Pinsel und Kleber habe und den neusten White Dwarf schon hat. Auch beliebt: Dir fehlen noch XYZ Einkaufswert, dann gibts die limitierte Münze oben drauf. Oder: Du hast 7 Farben, nimmst du noch 3 gibs die teuerste 4 free. Für mich als zurückhaltender introvertierter Typ habe ich hier so meine Herausforderung damit und fühle mich bedrängt und unwohl.

3. Das Personal kann zur Undankbarkeit neigen. Als ich mal nur wegen der Mini of the Month da war, hatte ich nicht das Gefühl willkommen zu sein. Ein anderes mal habe ich ein Exklusivmodell im webshop bestellt und im Store abgeholt. Dabei wurde ich gefragt warum ich denn nicht bei ihnen im Store bestellt habe um dadurch “deinen” lokalen Warhammerstore zu unterstützen. Ich denke es hängt damit zusammen das die Stores Kostendeckend sein müssen. Da sie oft an bester Lage stehen und eigentlich ein Nischenprodukt verkaufen ist das natürlich eine Herausforderung

Gibt allerdings auch positive Dinge. Die Stores sind sehr gut eingerichtet und aufgeräumt. Das “entnerded” das ganze Thema ein wenig und senkt die Einsteigehürde. Ich war schon in Tabletop Stores bei denen ich nur an die Figuren kam indem ich Karton und andere Möbel vorbeischieben musste und man zudem merkte das wohl schon tagelang nicht mehr gelüftet wurde. Da macht jeder willige Rekrut sofort einen Rückzieher.

Greenbeast

Die bei Scientology heißen auch neue Leute gerne willkommen :p

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