Ein ehemaliger Entwickler von Bungie erzählt, er habe 6 Monate an einer Fortsetzung von Destiny 2 gearbeitet, aber er hätte das MMO lieber ganz anders fortgeführt.
Wer ist das? Christopher Barrett war über 24 Jahre bei Bungie und hat dort rund 6-7 Jahre an Destiny gearbeitet. Er war unter anderem als Art-Director von The Taken King verantwortlich. Außerdem war er Producer von „Das Erwachen der Eisernen Lords“, ehe er schließlich zum Game Director von Destiny und später Marathon wurde.
Im April 2024 hat Bungie Christopher Barrett entlassen, weil dieser „sexuell aufgeladene Textnachrichten“ an Mitarbeiterinnen geschickt und seine Machtposition ausgenutzt haben soll. Anschließend hat er Sony verklagt, weil ihm infolge der Übernahme Bungies durch Sony noch 45 Millionen US-Dollar zugestanden haben sollen. Zudem warf er dem Unternehmen Diffamierung vor. Im Juli 2026 verkündete Barrett schließlich, dass er und Sony sich außergerichtlich „sehr zufriedenstellend“ geeinigt hätten.
In den vergangenen Tagen hat sich Barrett vermehrt zu verschiedenen Themen rund um Destiny 2 geäußert. Darunter der das Content-Vaulting, eine zwischenzeitliche Neuausrichtung des Shooters sowie seine Vorstellung, wie es mit dem MMO weitergegangen wäre.
Ex-Dev hätte lieber ein kontinuierliches MMO statt mehrere Spiele
Was sagt er? Am 13. August sprach Barrett zunächst in einem Post auf X über eine von Bungies größten Destiny-Sünden: das Content-Vaulting.
Was ist das Content-Vaulting überhaupt?
Wenn in Destiny-Kreisen vom sogenannten Content-Vault (quasi Inhalts-Tresor) gesprochen wird, meinen die Spieler, dass bestimmte Inhalte – für die Spieler sogar Geld bezahlt – aus dem Spiel entfernt und quasi weggeschlossen werden. Sie sind seither nicht mehr spielbar. Dazu zählen etwa die komplette Kampagne von „Die rote Schlacht“, die Erweiterungen „Der Fluch von Osiris“ und „Kriegsgeist“, mehrere Raids sowie die Forsaken-Kampagne. Angefangen hat das Content-Vaulting mit der Erweiterung „Jenseits des Lichts“ (engl.: „Beyond Light“).
Laut Barrett habe es für die Entscheidung ein paar legitime Gründe gegeben, dazu gehöre beispielsweise der Festplattenspeicher auf Konsolen. Barrett meint, der gesamte Inhalt des Spiels hätte nicht auf die Basissysteme gepasst. Ein weiterer Grund sei die Größe der Basisinstallation für neue Spieler. Der letzte Grund sei der Entwicklungsaufwand, der entstehe, weil bei jeder Neuerung der gesamte Inhalt getestet werden müsse.
Barrett stimmt jedoch zu, dass diese Gründe für die Spieler nicht akzeptabel sind, und spricht über alternative Lösungen wie die Option, dass Inhalte entfernt oder erneut heruntergeladen werden, sobald Spieler bestimmte Inhalte auswählen. Inhalte den Spielern dauerhaft wegzunehmen, für die sie bezahlt haben, sei einfach nicht die beste Lösung.
Ein X-User kommentiert daraufhin, dass Bungie deshalb ein Destiny 3 hätte entwickeln müssen und die Erweiterung „Die Hexenkönigin“ der perfekte Start für das neue Spiel gewesen wäre. Kurz darauf fragt er Barret, ob er oder andere Entwickler mit einer vergleichsweise hohen Position sich an irgendeinem Punkt für ein Destiny 3 eingesetzt hätten.
Barrett erklärt daraufhin, dass Destiny seiner Vorstellung nach ganz anders hätte weitergehen müssen.
Das sagt Barrett zu Destiny 3 und wie er das MMO fortgeführt hätte: Barrett erklärt, er sei ursprünglich nicht mal für ein Destiny 2 gewesen. Stattdessen hätte er Destiny lieber als ein kontinuierliches MMO entwickelt – also quasi ein Spiel mit allen Inhalten, statt mehrere, aufgeteilte Spiele.
Zu einem späteren Zeitpunkt habe er sich dann aber für ein Destiny 3 eingesetzt: „Irgendwann habe ich mich definitiv für D3 eingesetzt, ich habe sogar etwa sechs Monate lang an einer Fortsetzung von D2 gearbeitet.” (Quelle: X)
Hättet ihr lieber Destiny 1, 2 und 3 oder ein einziges, kontinuierliches Spiel, in dem der gesamte Content des Loot-Shooters existiert, aber dafür gegebenenfalls als separate Downloads oder in Form von saisonalen Inhalten heruntergeladen werden muss? Schreibt es uns in die Kommentare!
In einem anderen Post auf X erzählt Barrett, die leitende Person von Destiny 2 sich gegen „Flavor of the Month“-Gegner ausgesprochen und diese als Slop bezeichnet zu haben. Stattdessen sollte es mehr bedeutungsvolle, menschliche Geschichten wie im MCU (Marvel Cinematic-Universe) geben. Barrett auf der anderen Seite sei aber überzeugt gewesen, dass Spieler jede Season „coole, gigantische Bosse mit neuem Loot“ haben wollen.
Nach dem finalen Update von Destiny 2 haben Fans des Loot-Shooters eine Möglichkeit erschaffen, ihren Frust zu zeigen – und dabei fliegen Tomaten auf digitale Luxusautos. Mehr dazu lest ihr hier auf MeinMMO: Fans von Destiny entwickeln ein eigenes Spiel: Ihr stellt euch der völlig fiktiven Person „Pete Carsons“ im „Vault of Cars“ und werft Tomaten
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