Im Witcher-Universum gibt es viele verschiedene Monster. Im 3. Teil ist der Waldschrat eine der bekanntesten Kreaturen. Doch was steckt hinter dem Beschützer des Waldes.
Der Waldschrat ist eines der bekanntesten Monster aus Witcher 3. Nicht umsonst fand er sogar seinen Weg als Gast-Monster in Monster Hunter World in Form einer Event-Quest.
In der Witcher-Welt gilt der Waldschrat (Leshy) oder im Polnischen auch Leszy
, genannt zu den gefährlichsten Monstern, denen man als Mensch begegnen kann. Leszy kommt unter anderem vom polnischen Wort Las
, was für Wald steht.
Die Kreatur gilt als Beschützer des Waldes. In den Büchern hat der Waldschrat keine große Rolle und wird nicht direkt beschrieben. In Witcher 3 wird er als große, dünne Baumkreatur dargestellt, deren Kopf ein Hirschschädel mit Geweih ist. In der 2. Staffel der Netflix-Serie ist es ein humanoider Baum, ganz ohne Geweih.
Böser Geist oder wohlwollender Wächter?
Worauf basiert der Waldschrat? Wie viele Kreaturen aus dem Witcher-Universum stammt auch der Waldschrat aus der slawischen Mythologie. Dabei ist es gar nicht so leicht, zuzuordnen, welches slawische Land als Ursprung dient. In einer wissenschaftlichen Arbeit zum Leshy
beschäftigten sich die polnischen Autoren Tomasz Z. Majowski, Magdalena Kozyra und Alexander Prokopek mit den Ursprüngen der mythologischen Figur und ihrem Aufstieg in der Popkultur (via SageJournals). Das Werk wurde online am 1. Dezember 2025 veröffentlicht.
Sie schauten sich 4 Werke zur Forschung von polnischer Mythologie an, die vor den Witcher-Spielen erschienen sind (zwischen 1982 und 2005). In denen war der Leshy ein Gestaltwandler und Walddämon russischer Herkunft
. Es gibt mehrere Eigenschaften, die der Kreatur in vielen Studien zugeschrieben werden:
- Gestaltwandler
- Er kann seine Größe varrieren und sich in einen Menschen oder ein Tier verwandeln
- Manchmal ist er ein bösartiger Trickster, der Menschen in die irre führt und wahnsinnig macht
- oder ein ein
wohlwollender Wächter und Verwalter des Waldes, der diesen vor Unheil schützt, verlorenen Wanderern hilft, den Weg nach Hause zu finden, und die Körbe der Kinder mit Beeren füllt
Laut der Arbeit ist ein solcher Gegensatz gar nicht untypisch. Hierbei erwähnen die Autoren etwa den Wissenschaftler und Ethnologen Leonard J. Pełka, der in seinem Werk Polska demonologia ludowa (Polnische Volksdämonologie
) argumentierte, dass der Gegensatz zwischen Wohlwollen und Feindseligkeit möglicherweise auf die Christianisierung zurückzuführen ist, in deren Verlauf mythologische Gottheiten durch christliche Heilige ersetzt wurden
. Ein anderer Autor nannte als alternativen Namen für den Leshy etwa St. Nikolaus
.
Ein anderer Name, unter dem eine solche Kreatur in der Folklore auch bekannt war, ist Borowy
, manchmal auch Dziad Borowy
genannt, was man als Vater des Waldes
übersetzen könnte. Dieser Begriff tauchte etwa im Gedicht Na Jagody
(etwa Beeren sammeln gehen
) von Maria Konopnicka auf, das im Jahr 1903 erschien (via wolnelektury.pl). Dziad Borowy wurde auch visuell in einigen Legenden und Gemälden als alter Mann dargestellt. Beispiele davon sieht man in einem Beitrag von allthingsinteresting.com.
Es gab noch den alternativen Namen Boruta
zu der Figur. Dazu schreiben die Autoren der wissenschaftlichen Arbeit:
Der alternative Name „Boruta“ verlor schließlich seine Assoziationen mit dem Waldgeist. Laut Barbara und Adam Podgórscy könnte Boruta ursprünglich als Schutzgottheit des heiligen Hains von Zutibure fungiert haben – „ein einheimischer, vorchristlicher Kiefernwalddämon teuflischer Natur, der nach der Christianisierung zu einem Waldteufel wurde“. Im 19. Jahrhundert hatte sich Boruta jedoch von einer Waldgottheit zu einem als polnischer Adliger getarnten Teufel gewandelt und trat als Protagonist zahlreicher Fabeln, Anekdoten und literarischer Werke in Erscheinung.
Barbara und Adam Podgórscy sind polnische Autoren, deren Werk Wielka księga demonów polskich
(Das große Buch polnischer Dämonen) als Quelle genutzt wird.

Der Begriff Borowy
soll in Polen sogar gängiger gewesen sein als Leshy.
Laut der wissenschaftlichen Arbeit war der Name Leshy in Russland gängiger und wurde wohl schon im 17. Jahrhundert genutzt. Aber auch in der russischen Folklore soll sich das Wesen nach der Einführung des Christentums vom wohlwollenden Beschützer zum Großvater des Teufels
gewandelt haben.
Den Waldschrat
als Fabelwesen gibt es übrigens auch. Laut sagengestalten.com handelt es sich bei der Figur aber um eine kleine menschenähnliche Gestalt.
In Witcher 3 wird der Waldschrat eher als bösartige Kreatur dargestellt. So beschreibt das Witcher-Wiki die Kreatur als ein Waldmonster, das als etwas beschrieben wird, das „nur lebt, um zu töten“. Wenn es etwas oder jemanden tötet, bleibt für Aasfresser nicht viel übrig.
In der polnischen Version von Witcher 3 gibt es zudem auch die Kreatur Dziad Borowy
, die als Unterart des Waldschrats gilt und bei uns mit Waldteufel übersetzt wurde (Wiedzmin Wiki).
Was sagt ihr zum Waldschrat und zu welcher Kreatur wollt ihr noch mehr wissen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare. Geralt muss sich in The Witcher 3 mit vielen Monstern anlegen. Aber welches ist eigentlich das gefährlichste? The Witcher 3: Die 10 gefährlichsten Monster im Power-Ranking, vor denen sogar Geralt Respekt hat
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