Die Wilde Jagd kennt ihr wahrscheinlich aus „The Witcher 3“, aber ihre wahre Geschichte ist schon viele hundert Jahre alt

Die Wilde Jagd ist vor allem durch „The Witcher 3“ bekannt. Dort sind die geisterhaften Reiter die großen Endgegner. Aber wusstet ihr, dass es die Wilde Jagd schon viele hundert Jahre vor Hexer Geralt gab? Und was Göttervater Odin damit zu tun hat?

Wenn man sich mit dem Witcher-Universum beschäftigt – sei es durch Spiele, Bücher oder die Serie – könnten einem manche Geschichten und Elemente der Welt verdächtig vertraut vorkommen. Das ist kein Zufall, sondern liegt daran, dass sich Buch-Autor Andrzej Sapkowski von zahlreichen Mythologien und Kulturen unserer echten Welt inspirieren ließ (via lithub.com).

Die Bandbreite an Inspirationen ist ziemlich breit und reicht von slawischen, arabischen und schottischen Mythen bis hin zu Märchen von Hans Christian Andersen und den Gebrüdern Grimm.

Kein Wunder also, dass auch die Wilde Jagd ihren Ursprung in der echten Welt findet.

Video starten
The Witcher 3 – PS4-Trailer

Die Wilde Jagd – eigentlich gar nicht böse?

Was ist die Wilde Jagd in „The Witcher“? In der Witcher-Saga ist die Wilde Jagd eine gefürchtete Horde aus geisterhaften Reitern, die über den Nachthimmel zieht. Sie gilt als Vorbote des Unheils und zieht oft Krieg und Verderben nach sich.

In Wahrheit handelt es sich jedoch um Elfen aus einer Parallelwelt, die durch mächtige Magie als Projektionen in Geralts Welt erscheinen können.

Da ihre Heimatwelt von einer apokalyptischen Eiszeit bedroht wird, wollen sie eine neue Welt finden, für sich beanspruchen und unterwerfen. Hierfür benötigen sie jedoch Ciris Blut, um Portale zwischen den Welten öffnen zu können.

Was war die Inspiration für die Wilde Jagd? Auch in unserer Welt gab es viele Legenden über die Wilde Jagd. Sie stammen aus verschiedenen Teilen von Europa, sind aber trotz der unterschiedlichen Kulturen oft sehr ähnlich.  

In den ursprünglichen Legenden war die Wilde Jagd tatsächlich gar nicht so böse, wie wir es aus „The Witcher“ kennen. Sie bestand vor allem aus Seelen, die frühzeitig den Tod gefunden hatten. An kalten Winternächten, insbesondere um die heutige Weihnachtszeit herum, zog die Schar geisterhafter Reiter mit ohrenbetäubendem Lärm über den Himmel.

Auch wenn die Jagd an sich keine bösen Absichten hegte, galt sie dennoch als gefährlich. Laut einigen Legenden sollen Menschen, die die Geister-Reiter erblicken, zum Beispiel selbst Teil der Jagd werden. Meist galten sie daher als Vorbote für Tod, Krieg und anderes Unheil.

Wie entwickelten sich die Legenden? Erste schriftliche Aufzeichnungen der Jagd gab es etwa seit dem 11. Jahrhundert. Den Begriff „Wilde Jagd“ prägte jedoch erst Jacob Grimm über 700 Jahre später.

Grimm war ein bedeutender Mythologe und vertrat wohl die Auffassung, dass die Legenden rund um die Wilde Jagd Überreste eines heidnischen Götterkults waren (via thewarriorlodge.com).

Das erklärt auch, warum die Wilde Jagd mit zunehmender Ausbreitung des Christentums immer düsterer wurde. Heidnische Götter, die über den Himmel ziehen, wurden als dämonische Jäger uminterpretiert. Spätere Darstellungen sind teilweise richtig schaurig.

In einer Chronik aus dem 16. Jahrhundert (via dasmittelalterblog.org) werden die Geister zum Beispiel als verstümmelt, teils kopflos beschrieben. Manchen hängen die Innereien aus dem Körper, andere sind von Schwertern durchbohrt.

Odin, der wahre Anführer der Wilden Jagd?

In „The Witcher“ wird die Wilde Jagd von König Eredin angeführt. Das Konzept eines Anführers spielte auch in den ursprünglichen Legenden eine große Rolle. Wer als Geister-König der Jagd in Erscheinung tritt, ist je nach Region sehr unterschiedlich.

Der wohl bekannteste Anführer ist jedoch niemand Geringeres als Odin selbst, der Göttervater aus der nordischen und germanischen Mythologie. Laut dieser Mythologie konnte Odin auf seinem achtbeinigen Pferd Sleipnir durch die Lüfte reiten. Dabei wurde er von Geistern, Ahnen oder dämonischen Wesen begleitet.

Es benötigt nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie aus diesen Geschichten irgendwann die Wilde Jagd wurde. Ob Odin aber tatsächlich der historische Ursprung aller Varianten der Wilden Jagd ist, ist eine ziemlich komplexe und schwer zu beantwortende Frage. Zumindest ist er jedoch ein wichtiger Teil des Mythos, vor allem im skandinavischen Raum.

Welche Anführer gab es noch? Regionale Abwandlungen der Wilden Jagd gab es wirklich ziemlich viele. Interessant ist zum Beispiel eine Version, in der Dietrich von Bern Anführer der Jagd ist. Dietrich von Bern ist eine der bekanntesten deutschen Sagenfiguren, die zum Beispiel auch im Nibelungenlied eine Rolle spielt.

In der walisischen Mythologie gilt hingegen Gwyn ap Nudd als Anführer. Er ist Herr der Unterwelt und König des Elfenvolkes (via wales.com). Das passt natürlich perfekt zu Eredin aus „The Witcher“, der König des Elfenvolks Aen Elle ist.

In allen Varianten ist die Wilde Jagd auf jeden Fall eine sehr mysteriöse und starke Macht, vor der man sich besser in Acht nehmen sollte. Mindestens genauso gut aufpassen sollte Geralt, wenn er gegen die gefährlichsten Monster kämpft, die man sich nur vorstellen kann. Das gilt besonders bei diesen 10: The Witcher 3: Die 10 gefährlichsten Monster im Power-Ranking, vor denen sogar Geralt Respekt hat

Kommentare

Bitte lies unsere Kommentarregeln, bevor du kommentierst.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
0
Sag uns Deine Meinungx