Wir wissen jetzt, was den Blutigen Baron aus Witcher 3 auch Jahre später so unvergesslich macht

Bloody Baron aus Witcher 3

Der Blutige Baron ist eine der tragischsten und denkwürdigsten Figuren von The Witcher 3: Wild Hunt. Seinen Ursprung hat er nicht in den Büchern, sondern im echten Leben. Quest-Designer Paweł Sasko spricht mit MeinMMO-Chefredakteurin Leya darüber, was die Geschichte so besonders macht.

Eine der einprägsamsten Figuren aus Witcher 3 ist Phillip Strenger, der „Blutige Baron“, mit seiner Quest „Familienangelegenheiten“. Im Austausch für Informationen zu seiner Zieh-Tochter Ciri erhält Geralt den Auftrag, die verschollene Ehefrau und Tochter des Barons zu finden. Was jedoch als scheinbar einfache Such-Mission beginnt, offenbart schnell Abgründe einer tragischen Familiengeschichte.

Die Quest ist ein zentrales Element von Geralts Reise durch das vom Krieg gebeutelte Velen und gilt gemeinhin als eine der besten Quests in Witcher 3, die Spielern auch noch lange nachhängt. Im Gespräch mit unser Chefredakteurin Leya Jankowski gewährte Quest-Designer Paweł Sasko Einblicke in die Entstehung und zeigt, dass die Wirkung nicht von ungefähr kommt.

Hinweis: Die folgenden Einblicke stammen aus einem größeren Gespräch mit Paweł Sasko und Doug Cockle, der englischen Stimme von Geralt. Verpasst nicht das vollständige Interview am Sonntag!

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Endlich wissen wir mehr zu The Witcher 3: Songs of the Past

„Der Blutige Baron ist eine Geschichte über Familie. Jeder hat eine Familie“

Die Design-Philosophie von Sasko besteht darin, möglichst originale Quellen heranzuziehen. Statt sich von anderen Medien inspirieren zu lassen, sieht der richtige Prozess für ihn so aus: „Du gehst zurück zu deinen eigenen Erfahrungen, und zu den Erfahrungen von echten Menschen.“

Für eine Spionage-Story in Cyberpunk 2077: Phantom Liberty sei das Team daher zu den Wurzeln zurückgekehrt, und habe sich die Tagebücher echter Spione angeschaut, statt sich von Filmen wie Ocean’s Eleven inspirieren zu lassen. So hätten sie erlebt, wie Spione arbeiten, und wie diese Arbeit aussieht.

Für den Blutigen Baron griff Sasko sogar auf seine ganz persönlichen Erfahrungen zurück, in diesem Fall auf seine eigene Kindheit in einem kleinen Bergdorf in Polen. Die Figur basiert auf seinem alkoholkranken Onkel:

Der Blutige Baron ist von meinem Onkel inspiriert. Ich bin in den polnischen Bergen in einem kleinen Dorf geboren und er war ein Alkoholiker. Ich erinnere mich daran, als ich so 7 oder 8 Jahre alt war, als er total stoned auf einem Sofa in unserer Küche saß und meine Mutter, mein Vater versucht haben, sich um ihn zu kümmern. Seine Frau hatte ihn aus dem Haus geworfen […] und er saß total betrunken auf dem Sofa.

Paweł Sasko im Gespräch mit MeinMMO

Das Bild seines Onkels, der betrunken auf dem Sofa saß, und wie das Verhalten eine Familie zerstöre, hätten den damals etwa sieben- oder achtjährigen Sasko sehr geprägt.

So ist es also wenig überraschend, dass sich die Figur des Blutigen Barons bisweilen anfühlt wie ein richtiger Mensch. Um diese Wirkung zu perfektionieren, arbeitete Sasko auch eng mit der Quest-Autorin Karolina Stachyra zusammen. Etwa durfte der Baron nicht zu gewalttätig sein, da er sonst nicht mehr sympathisch genug wirke. Und dann würde einen sein Schicksal wohl kaum noch so fies erwischen.

Ein weiterer Grund, warum die Figur so gut funktioniert, liegt in den Parallelen zwischen dem Baron und Geralt selbst. Immerhin sind beide Männer auf der Suche nach ihrer Tochter, und der Hexer selbst ist auch nicht gerade ein Unschuldslamm.

In dem Moment, wenn man das Niemandsland betritt, wollte ich einen Charakter haben, der alle Themen des Niemandslands verkörpert, also den Krieg und alles, was dort vorgefallen ist – in diesem Fall ist das der Blutige Baron. Darum habe ich daran gedacht, ihn zu einem Alkoholiker zu machen, der vom Krieg betroffen war, von allem, was er gesehen hat, und es an seiner Familie entlädt. Das wäre eine interessante Parallele zur Vaterschaft von Geralt […]

Darum habe ich mit diesen Parallelen zwischen den beiden Vätern gespielt, in der Art, wie sie interagieren, und versucht, dass in den Zeilen einzufangen.

Paweł Sasko im Gespräch mit MeinMMO

Der letzte Grund, warum genau diese Figur für so viele Spieler so denkwürdig ist, dürfte auch der einfachste sein – es geht um ein sehr zentrales Element der menschlichen Erfahrung. Besonders wer selbst Kinder hat, dürfte bei der Storyline von Tamara schlucken, der Tochter des Blutigen Barons.

Oder, wie es Sasko ausdrückt: „Ich denke, der Blutige Baron spricht so viele Menschen an, weil es eine Geschichte über Familie ist. Jeder von uns hat eine Familie.“

Ist euch der Blutige Baron auch besonders im Gedächtnis geblieben? Erzählt uns in den Kommentaren von eurer liebsten Witcher-Quest.

Viele Jahre nach seiner Begegnung mit dem Blutigen Baron wird die Geschichte von Geralt fortgesetzt. Einen Vorgeschmack auf die kommende Erweiterung bekommt ihr hier auf MeinMMO: The Witcher 3: Songs of the Past stellt endlich den besten Charakter des Universums in den Mittelpunkt

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