Emberville, das demnächst auf Steam in den Early Access startet, gilt als eine Mischung aus Stardew Valley und Diablo 4. Gerade der Farming-Sim-Aspekt hat MeineMMO-Redakteurin Jasmin so gut gefallen, dass sie sich auf das Interview mit den Entwicklern gefreut hat. Doch sie bremsten ihre Vorfreude vorerst, denn das Spiel hat fast gar nichts mit Stardew Valley zu tun.
Als ich die ersten Bilder von Emberville gesehen habe, kam es mir so vor, als würde dahinter ein Stardew Valley mit vielen Kämpfen stecken. Es gibt Szenen zu sehen, in denen der Hauptcharakter ein Feld bestellt und angelt, aber eben auch tonnenweise Monsterhorden verkloppt. Das Ganze sieht total niedlich aus, von den Kampfszenen mal abgesehen.
Ein genaues Bild hatte ich mir da noch nicht gemacht. Es schien für mich so, dass das Spiel eine etwas actionreichere Farming-Simulation sein könnte. Die Pixel-Optik tat dabei zur Niedlichkeit bei.
Doch im Gespräch mit Brynjar Gigja (CEO / Game Director), Alex Jordan (Voice Acting Director) und CohhCarnage (YouTuber / Creative Director) fiel mir auf, dass ich das Spiel vollkommen falsch eingeschätzt habe und es eigentlich eher etwas für Fans von Diablo 4 ist.
Dark Fantasy trifft auf Stardew Valley, aber nicht ganz
In Emberville erwacht die Hauptfigur ohne Erinnerungen im Vitromotus. Dabei handelt es sich um ein endloses magisches Untergrundgefängnis, in dem der Tod nicht mehr endgültig ist. Das Ziel ist es, aus dieser Dunkelheit zu entkommen und das Geheimnis einer mysteriösen Energie namens Kymia zu lüften, die durch Emotionen angetrieben wird.
In den Tiefen des Gefängnisses treffen wir auf andere Überlebende. Wenn wir sie retten, bringen sie uns im Gegenzug neue Handwerkskünste bei und helfen, die zerstörte und namensgebende Heimatstadt Emberville wieder aufzubauen. Mit der Zeit wächst die Stadt zu einem lebendigen Ort.
Was das Spiel neben der düsteren Atmosphäre von Stardew Valley abhebt, ist das Kampf- und Klassensystem. Das Spiel bietet actionorientierte Kämpfe mit verschiedenen Waffen und Kombos. Es gibt ein flexibles Klassensystem, bei dem wir jederzeit mit einem Knopfdruck zwischen verschiedenen Kampfklassen wechseln können und die Fähigkeiten miteinander kombinieren können.
Im Gespräch mit uns verrieten die Entwickler, dass es mit dem Beginn des Early Access fünf Klassen geben wird. Drei davon sind wirklich klassisch und sie dürfte jeder Rollenspiel-Veteran kennen: nämlich Magier, Schütze und Ritter. Es gibt dazu noch zwei besondere, die man uns aber noch nicht verraten wollte. Zum vollen Release soll es über 15 verschiedene Klassen geben, die man per Knopfdruck wechseln kann.
Neben dem schnellen Klassenwechsel ist es auch möglich, die Skills wild miteinander zu kombinieren. So kann man seine Basisklasse wählen, aber die Skills anderer Klassen hinzunehmen, um Subclasses zu generieren. Gerade im späten Spielverlauf können die sehr spezifisch werden.
Als wenn das nicht schon genug wäre, kann jede Klasse mit allen Waffen kombiniert werden. Ein Magier kann so beispielsweise mit einem Zweihänder rumlaufen. Man muss nur damit leben können, dass dabei bestimmte Skills oder passive Fähigkeiten wegfallen. Hinzu kommen die vielen Optionen durch die Ausrüstung, die mich ganz stark an Diablo 4 und andere Veteranen aus dem Genre erinnert haben.
Die Jagd nach dem Loot
Auf meine Frage hin, in welchen Bereichen die Spieler ihre Grind-Lust befriedigen können, antworteten die Entwickler, dass ein motivierendes Ziel des Spiels ist, bestimmte Rüstungs-Sets mit speziellen Effekten zu sammeln. Es gibt nämlich mehrere seltene Drops, die von Bossen oder Gegnern in der Welt gelootet werden. Diese Bosse können übrigens respawnen.
In Emberville soll es nämlich RNG-Crafting geben. Das steht für Random Number Generator, also Zufallszahlengenerator. Das Ergebnis bei der Herstellung hängt also stark vom Zufall ab. Man weiß vorher nie zu 100 %, welches Ausrüstungsstück man beim Crafting herausbekommt.
Die Items können zufällige Werte, eine zufällige Seltenheit oder zufällige Zusatzeffekte haben. So bleibt man länger motiviert, die vollkommen ultimative Ausrüstung herzustellen, die man sich für das Spiel wünscht. Es soll sich für die Spieler belohnend anfühlen, wenn sie nach dem perfekten Rüstungsset jagen. Als Inspiration nannten die Entwickler dabei Terraria.
Eine weitere starke Besonderheit, die das Spiel von anderen abhebt, ist es, dass man sich die Quality-of-Life-Features erarbeiten muss. Am Anfang kann man Items beispielsweise nur einzeln aufheben; später mehrere auf einmal und irgendwann mal gibt es dann den Autopick, der alle gedroppten Items automatisch einsammelt.
Selbst bei der Inventar-Organisation gibt es mit der Zeit Verbesserungen, die sich die Spieler erarbeiten müssen.
Besonders toll ist es auch, dass es hier ein vollständiges Voice-Acting gibt, worauf die Entwickler viel Wert gelegt haben. So wird die Erfahrung noch immer immersiver.
Als die Entwickler sagten, die Ursprungsidee sei es gewesen, ein düsteres Stardew Valley mit Fokus aufs Kämpfen zu machen, habe ich die Analogie direkt verstanden. Den Hauptteil des Spiels verbringt ihr damit, euch durch Gegnerhorden zu kloppen, und die Stimmung wirkt in Trailern sehr bedrückend. Das Farming ist dabei nur Nebensache und es gibt bislang keine Romanzen, für die Farming-Simulationen bekannt sind.
So sehr mich der erste Eindruck auch getäuscht hat, war ich doch beeindruckt. Ich, für meinen Teil, werde auf jeden Fall in Emberville reinschauen, auch wenn es nicht viel mit Farming-Simulationen gemeinsam hat. Denn auch so kann man mit den Bewohnern interagieren und durch das Retten neuer Charaktere frische Features freischalten.
Wenn ihr selbst große Fans von Diablo 4 seid und so einen Titel schon immer mal in einem düsteren Pixel-Art-Design zocken wolltet, könnte Emberville genau das richtige Spiel für euch sein. Ansonsten könnte euch ein anderes Spiel auf Steam gefallen, wenn ihr eher auf Survival-Games steht: Ein Survival-Spiel auf Steam fesselt mich seit 150 Stunden, lässt mich Dorfbewohner sammeln wie Pokémon
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