Mit Warcraft: Arclight Rumble bringt Blizzard 2022 ein neues Spiel heraus. Im Grunde ist es ein Strategiespiel, das stark an Clash Royale erinnert. Wirklich tiefgehende Funktionen oder große Innovationen bietet es nicht. Doch MeinMMO-Redakteur Alexander Leitsch ist trotzdem süchtig danach.
Ich liebe Mobile-Games. Egal, ob Ports von bereits vorhandenen PC-Spielen wie Teamfight Tactics oder RuneScape, oder eigens kreierte Mobile-Spiele wie Clash of Clans oder Pokémon GO. Auf meinem Smartphone befinden sich derzeit knapp über 20 Spiele.
Dazu zählt seit einigen Tagen auch das neue Warcraft-Spiel Arclight Rumble, das ich vorab antesten durfte. Blizzard hatte es erst vor wenigen Wochen angekündigt. Zu Beginn war ich nur wenig angetan und hab nach den ersten 5 Runden im Tutorial das Spiel erstmal zur Seite gelegt. Es bot mir kaum Besonderheiten und war mir etwas zu aufgedreht und auf süß getrimmt.
Aber mit längerer Spielzeit zog es mich in eine Art Suchtspirale. Plötzlich möchte ich meine Einheiten verbessern und diese eine Mission schaffen, an der ich schon dreimal gescheitert bin. Auch der Ausblick auf kommende Inhalte stimmt mich positiv, wenn auch der Shop einen faden Beigeschmack hat.
Strategie und Zusammenstellung des Teams spielen eine große Rolle
Arclight Rumble soll eine Art Spielautomat in der Welt von Warcraft simulieren. Ich betrete in jedem Match ein Spielfeld, auf dem ich eine Kanone stehen habe, die sowas wie meine Basis darstellt. Der Gegner versucht, diese zu zerstören.
Dieser Gegner wiederum hat ebenfalls einen Charakter oder eine Belagerungswaffe auf seiner Seite des Spielfelds stehen. Meist handelt es sich dabei um Kreaturen aus Warcraft, aber hin und wieder taucht auch mal eine bekannte Persönlichkeit wie Hogger oder der Baron von Booty Bay auf.
Die Kämpfe laufen dabei nach einem klaren Schema ab:
- Ich spawne Kreaturen – hier Minis genannt – aus meinem Deck bei meiner Kanone
- Damit ich Minis rufen kann, benötige ich Gold. Das generiert sich automatisch passiv und kann zusätzlich durch besondere Aktionen auf dem Spielfeld gewonnen werden
- Es gibt zwei „Lanes“, auf denen die Kreaturen in Richtung Gegner laufen
- Meine und die Kreaturen des Feindes treffen sich entweder irgendwo auf dem Spielfeld oder laufen durch bis zum Endgegner und attackieren diesen
Gerade die ersten Runden sind recht trivial gehalten, da viele Nebenobjekte noch fehlen. Ich schmeiße einfach ungeplant und ziellos Einheiten in die Lanes und empfinde den Einstieg als sehr langweilig.
Doch mit der Zeit nehmen die Aufgaben zu und es entwickelte sich bei mir ein Suchtfaktor. Das geschickte Setzen von Einheiten – Fernkämpfer hinter Nahkämpfer und Feinde mit Flug-Einheiten auskontern – weckt die ersten Taktik-Instinkte in mir.

Später kommen stationäre Ballisten dazu, die erobert werden können und dann meine Lane irgendwo auf dem Spielfeld verteidigen. Diese Lane braucht dann erstmal nicht so viel Aufmerksamkeit in der Verteidigung. Zudem kann ich direkt an der Balliste eure Kreaturen spawnen. Das gibt mir den Vorteil, dass sie weniger Strecke zurücklegen müssen, um zum feindlichen Champion zu kommen.
Außerdem gibt es Golderz, das ich mit Kobolden auf der Karte abbauen kann, oder Schatztruhen, die ebenfalls Bonus-Gold verleihen. Zwischendurch gibt es auch Objekte, die es mir erlauben, mit einer Kreatur im Laufen die Lane zu wechseln. Das alles muss ich im Blick behalten.
Je länger ich im Spiel unterwegs war, desto mehr taktische Elemente kamen dazu.
Eine Runde dauert 3:30 Minuten und sollte es dann keinen Gewinner geben, gibt es eine Minute obendrauf. In dieser Minute gibt es doppeltes Gold und die Action nimmt zu. Schafft es keiner, den Feind in der Basis zu besiegen, endet das Match unentschieden. Das kam in den ersten Leveln eigentlich nie vor, doch die höheren Level in Darkshire waren spürbar anspruchsvoller.
Gleich viermal musste ich mit Unentschieden zufriedengeben.
Eine breite Auswahl an Figuren aus der Warcraft-Welt
In Arclight Rumble gibt es die verschiedensten Kreaturen, die ich rufen kann. Im Kampf greift dann ein Schere-Stein-Papier-Prinzip:
- Nahkämpfer am Boden sind besonders effektiv gegen Fernkämpfer am Boden
- Fernkämpfer am Boden sind besonders effektiv gegen fliegende Truppen, etwa Greifenreiter
- Fliegende Truppen können Nahkämpfer attackieren, ohne dass diese sich wehren können
- Hinzu kommen Zauber, mit denen ihr an bestimmten Orten Schaden oder andere Effekte erzeugen könnt sowie Helden-Charaktere, von denen ihr genau einen im Deck haben könnt
Es ist also wichtig, ein gutes taktisches Verständnis zu haben und euer Team korrekt zusammenzustellen. Zudem kann ich Truppen leveln, indem ich sie einsetze oder spezielle Quests erledige, die es spezifisch für diese Truppe gibt.
Kreaturen im Spiel sind etwa:
- Die Dunkelspeer-Trolle oder Zwergen-Jäger als Fernkämpfer
- Die Gnoll-Brut oder Warsong Grunts als Nahkämpfer
- Greifenreiter in der Luft
- Bekannte Helden wie Sneed, Jaina Proudmoor oder Rend Blackhand, von denen ich einen in mein Deck aufnehmen kann



Neue Figuren erhalte ich durch Missionen im Spiel, aber auch im Austausch für Gold. Gold gibt es als Belohnung für Missionen oder direkt für Echtgeld im Shop.
Wer jetzt fürchtet, dass das Spiel Pay2Win werden könnte, hat bedingt recht.
Der Shop lässt mich derzeit pro Woche zweimal 800 Gold für 9,49 Euro und einmal 500 Gold für 3,79 Euro kaufen. Diese Käufe setzen sich immer sonntags zurück. Neue Kreaturen kosten zu Beginn 350 Gold.
Man kann also Geld investieren, ist aber zu einem gewissen Maß gedeckelt.
Für Gold gibt es neben den Charakteren auch XP-Tombes, die die Erfahrung meine Kreaturen verbessern. Davon kann ich pro Woche zwei Stück kaufen, für je 500 Gold.
Hinzu kommt ein Paket pro Woche, über das drei spezielle Inhalte für mein Deck enthält. In meinem Test war dies das „Horde Einsteiger-Paket“ für 1,89 Euro, welches zwei Charaktere und den Zauber Execute enthielt.
Edit: Auf Stufe 12 wurde zudem ein neues Paket mit Boostern und Gold für 19,99 Euro freigeschaltet.
Gilden, Dungeons, Raids und PvP – Eine breite Palette an Features
Grundsätzlich erkunde ich in den ersten Leveln das Östliche Königreich. Ich starte meine Abenteuer im Wald von Elwyn, wo ich auf Kobolde, Gnolle und eben Hogger treffe. Insgesamt gibt es dort 5 Missionen.
Es folgen weitere Missionen in Westfall, Duskwood, Stranglethorn Vale und so weiter. Über die Missionen level ich meinen Account, was wiederum neue Missionen und Features bringt. Falls ich an einer Mission nicht weiter komme, kann ich Quests erledigen. Über diese Quests kann ich gezielt Erfahrung für eine Kreatur verdienen und bekomme sogar leichten Fortschritt bei einem Unentschieden.
Je höher ich level, desto mehr Funktionen schalte ich frei. Mit Level 7 etwa kann ich einer Gilde beitreten und mit dieser chatten. Auf Stufe 22 schalte ich Dungeons für mehrere Spieler frei, in denen dann am Ende ein starker Boss wartet. Auch eine Option für Raids gibt es bereits, doch die war in dem Test noch deaktiviert.
Auf Stufe 12 wird zudem das PvP aktiviert. Hier kämpft ihr im 1v1 auf einer ausgeglichenen Karte mit je einer Balliste und einem Golderz in der Mitte. Als Belohnung winken 10 Erfahrungspunkte für eine Kreatur.
Die ständige Internetverbindung und die Hitze sind klare Minuspunkte
Neben dem Shop, den man durchaus als kritisch betrachten kann, nervte mich im ersten Test vor allem, dass ich ständig eine Internetverbindung brauchte. Selbst die Singleplayer-Missionen wurden einfach beendet, wenn die Verbindung auch nur für eine Millisekunde abgebrochen ist.
Das machte es unmöglich, Arclight Rumble im Zug oder als Beifahrer im Auto zu spielen. Ein dicker Minuspunkt.
Zudem wurde mein Smartphone sehr warm und das Spiel hat einiges an Akku gefressen. Hier waren Spiele wie Clash Royale und Teamfight Tactics weit weniger problematisch. Gespielt habe ich mit einem Xiaomi Redmi 11 Pro, einem Smartphone mit einem Snapdragon 680 Prozessor und 6 GB RAM.
Persönlich nervte mich auch die kitischige Aufmachung und die teils überdrehten Dialoge. Das spricht vielleicht eine jüngere Generation an, mit meinen 29 Jahren fühlte ich mich aber nicht abgeholt.
Arclight Rumble ist kein klassisches Warcraft, macht aber irgendwie süchtig
Arclight Rumble hat nichts mit Warcraft 3 oder mit World of Warcraft zu tun – von den Figuren abgesehen. Das wurde auch schon bei der Vorstellung kritisiert. Es ist eher ein Spiel wie Clash Royale und legt zwar Wert auf Taktik, aber auf einer ganz anderen Ebene.
Wer ein lustiges Minispiel für zwischendurch sucht, in dem ein Match maximal 5 Minuten in Anspruch nimmt und das keine große Konzentration braucht, ist bei Arclight Rumble gut aufgehoben. Es gibt einige soziale Features wie Gilden und Dungeons, wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese wirklich gebraucht werden. Man zieht das Spiel für kurze Wartezeiten aus der Hosentasche, baut sich aber aus meiner Sicht nicht wirklich eine Community auf, um zusammen raiden zu gehen.
Zudem sorgen die ständige Internetverbindung, die aktuellen technischen Rahmenbedingungen und der Shop gerade für Abstriche. Gut möglich, dass sich daran bis zum finalen Release aber noch etwas ändert.
Trotzdem habe ich richtig Bock auf dieses Spiel. Die Matches sind einfach gehalten, bieten aber trotzdem Tiefe und auch schon nach wenigen Stunden echte Herausforderungen. Ständig habe ich die nächste Mission vor Augen und es gibt keine zeitlichen Beschränkungen, die mich am Fortschritt hindern. Obwohl das Spiel keine riesigen Innovationen bietet, bin ich gefesselt. Ich kann den Release kaum abwarten. Wann dieser stattfindet, ist derzeit übrigens nicht bekannt.
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