Die Demos des neuen Shooters Outriders ist spielbar und die ersten Spieler haben ihre Kritik dazu geäußert, mit gemischten bis negativen Meinungen. MeinMMO-Autor Benedict Grothaus kann die Kritik zwar verstehen, hat aber trotzdem enorm viel Spaß mit dem Spiel.
Was ist Outriders? Der neue Koop-Shooter von Square Enix und People Can Fly reiht sich in die Deckungs-Shooter im Stil von Gears of War ein. Ihr spielt einen der namensgebenden Outrider, die nach der (selbstverschuldeten) Zerstörung der Erde neue bewohnbare Planeten erkunden sollen.
Dabei ging allerdings etwas schief und ihr findet euch nach einem Kälteschlaf ein paar Dekaden in der Zukunft wieder. Der neue Planet Enoch ist schon wieder im ewigen Krieg der Menschen gefangen, die sich gegenseitig abschlachten.
Nur an euch ist etwas anders: Ihr seid jetzt „verändert“ und besitzt magische Kräfte, die euch die Macht über Erde, Blitz und Feuer verleihen sowie euch unsterblich machen. Ziemlich nützlich in einer futuristischen Postapokalypse voller Blut und Tod.
Was kann man in der Demo testen? In der Demo von Outriders könnt ihr die ersten knapp drei Stunden des Spiels zocken und dabei bereits viele Inhalte entdecken. Alle vier Klassen in Outriders, ihre Skills und Ausrüstung sind bis zum entsprechenden Level-Cap von Stufe 7 für den Charakter und Stufe 5 für die Welt erhältlich.
Grundsätzliche Mechaniken und die Story von Outriders werden bereits umrissen oder erklärt. Es handelt sich eben wirklich um eine Demonstration, nicht einfach um eine Beta. Für eine Demo hätte es besser laufen können – aber Spaß macht sie trotzdem.
Technische Probleme, oder: Wie eine Demo nicht aussehen sollte
Was wird kritisiert? Erst einmal ging der Launch ordentlich schief. Eigentlich sollte die Demo am 25. Februar um 18:00 Uhr starten, war aber erst später spielbar. Besonders Spieler auf PlayStation haben stundenlang im deutschen Store keine Demo zum Runterladen gefunden.
Im Spiel selbst kam es dann zu zwiespältigen Meinungen über Outriders. Besonders hier auf MeinMMO wurden die technischen Aspekte kritisiert, auf reddit sieht es etwas ausgewogener, aber noch immer nicht ganz positiv aus. Wir haben über die ersten Stimmen zu Outriders bereits berichtet, hier sind die größten Kritikpunkte zusammengefasst:
- Cutscenes sind auf 30 FPS gelockt und die Kamera schwankt ständig, was zu Motion Sickness oder Seekrankheit führen kann
- Capes clippen durch Charaktere oder wirbeln wild herum – die Physik stimmt wohl noch nicht
- Lippen-Synchronisation und Synchro generell passen oft nicht
- Motion Blur stört Spieler besonders am PC und lässt sich auf herkömmlichen Weg nicht ausschalten
Ist es wirklich so schlimm? Tatsächlich ja. Auch in meinem Test sind das die Punkte, die mir negativ aufgefallen sind, wobei ich glücklicherweise nicht so schnell seekrank werde. Clippende Umhänge und generelle Grafik-Glitches stören mich meist eher wenig, weswegen ich darüber hinwegsehe.
Aber die Cutscenes und die schlechte Synchro nagen an der Immersion des Spiels, die sonst wirklich gut aufrechterhalten wird. Diese Brüche zehren leider am Spielspaß, der von Outriders generell hoch gehalten wird, wie ich finde.
Sind Besserungen geplant? Ja, zum Full Release sollen die Cutscenes mit mindestens 60 FPS laufen und Motion Blur kriegt vermutlich eine eigene Option im Menü. Damit fallen einige der größeren Kritikpunkte heraus.
Motion Blur lässt sich mit einem Trick jetzt sogar schon deaktivieren. Was sich sonst an der Technik und der Optik noch bis zum Release am 1. April ändern wird, müssen die Entwickler noch im Detail verraten.
Geile Skills, starke Wummen und knackige Gegner
Darum habe ich mit Outriders trotzdem Spaß: Das klingt jetzt alles etwas apokalyptisch, ist es aber eigentlich gar nicht. Trotz der Makel habe ich unheimlichen Spaß mit Outriders und das ist vor allem dem Gameplay zu verdanken.
Die unterschiedlichen Waffen fordern und fördern verschiedene Spielstile. Mods für Waffen und Rüstungen verstärken Skills und regen dazu an, andere Builds auszuprobieren. Die Klassen haben ihre eigenen Aufgaben und Herangehensweisen, sodass sich jeder Charakter anders spielt und eine andere Erfahrung mit den Gegnern macht.
Ich habe etwa einige Male mit meinem Verwüster ins Gras gebissen, weil ich ihn falsch gespielt habe. Als Tank und Nahkämpfer sollte ich eben nicht einfach hinter Deckung stehen und mit einem Scharfschützengewehr auf die Gegner ballern, auch wenn ich das Snipern liebe.
Sobald ich mich umgestellt hatte, mir eine Schrotflinte und ein LMG gepackt und die Gegner einfach überrannt habe, wurde Outriders nicht nur actionreicher, sondern auch spannender und spaßiger. Gegner werden so zwar gefährlicher, weil sie mich leichter treffen können – sie sterben aber auch schneller, wenn ich genug Druck ausübe.
Schließlich besitze ich Fähigkeiten, die die Gegner unterbrechen, mich im Nahkampf heilen und mich vor Schaden schützen – also sollte ich verdammt nochmal auch einfach reinrennen und den Typen ins Gesicht ballern! So ist meine Klasse ausgelegt … glaube ich.
Was sind die guten Seiten? Outriders schafft es, mit einem hohen Schwierigkeitsgrad, der immer weiter steigt und mit einzigartigen Skills für die Klassen für Spannung zu sorgen. Gegner lassen sich nicht einfach wegfegen – außer, man stellt es richtig an und geht Risiken ein.
Elite-Gegner und Bosse stellen sich sogar auf das eigene Verhalten ein. Unterbreche ich sie zu oft, werden sie immun dagegen. Das erfordert verschiedene Vorgehensweisen, die sich von Klasse zu Klasse unterscheiden können.
Je nachdem, welche Skills und Waffen zur Verfügung stehen, kann sich ein Kampf ganz anders abspielen. In einer Gruppe ist das sicherlich noch einmal anders, wobei ich das bisher noch nicht testen konnte.
Das Zusammenspiel aus unterschiedlichen Stilen, viel Action und Herausforderung lassen das Adrenalin steigen. Es ist das Gesamtpaket, was in Outriders für den Spaß sorgt und die Notwendigkeit, mich darauf einlassen zu müssen. Und dann sind da noch die Optik und die verdammt düstere Welt …
Blut, Krieg und Leichen – Spielspaß für Erwachsene
Als ich von Outriders erste Bilder sah, dachte ich: das sieht aus wie Destiny 2, nur in gut. Fremde Planeten, Weltraum-Magier und haufenweise Loot sprechen immerhin dafür. Also ging ich davon aus, dass auch die Story und die Welt eher „zahm“ sind.
Weit gefehlt. Outriders ist dreckig, brutal und schlägt nochmal zu, wenn man denkt, man hat sich gerade dran gewöhnt hat. Die ersten Szenen nach dem Prolog sind ein Beispiel: Nachdem ich aus dem Kälteschlaf geweckt werde, lassen mich meine „Retter“ erst mal zurück.
Schöner Bruch mit der sonst klassischen Szene der Rettung. Danach werde ich gefangengenommen und verschleppt – soweit normal. Unterwegs sticht mein Wärter meinem Mitgefangenen sein Messer in den Kopf und tritt ihn vom Truck, während sich sein Blut auf der Ladefläche verteilt. Okay … unerwartet, aber noch im Rahmen.
Im Anschluss werde ich durch einen langen Tunnel gefahren, in dem Menschen an Stricken von der Decke hängen, gekreuzigt oder sonst wie getötet wurden. Nach dem Tunnel kommt ein Lager mit Gefangenen, die geschlagen, kniend hingerichtet oder gefoltert werden. Und als krönenden Abschluss dieses Rebellenlagers hängt direkt über mir jemand an seinen Händen gefesselt an einem Strick und wird lebendig mit einem Flammenwerfer geröstet.
Das war nur der erste meiner WTF-Momente, von denen ich jetzt nicht mehr spoilern will. Aber das Ende dieser ersten Reise bildet eine Szene, in der ich in einen Anomalie-Sturm geworfen und von einer Eisenstange aufgespießt werde. Das hätte mir eigentlich ein Wink sein sollen, wie düster Outriders noch wird …

Fazit: Ein noch ungeschliffenes Juwel
Alles in Allem bin ich mit den etwa 3-4 Stunden, die ich die Demo bis zum momentanen Ende spielen durfte, sehr zufrieden. Ich hatte meinen Spaß und ich freue mich darauf, an kommenden Abenden die anderen Klassen mit Freunden zusammen zu testen.
Lediglich bei den technischen Mängeln sehe ich dringenden Verbesserungsbedarf. Wenn der Status so bleibt, muss das Gameplay richtig viel ausgleichen. Und bisher fehlen ausführliche Erfahrungen mit dem Crafting-System und dem Endgame, um entscheiden zu können, ob das geht.
Für eine „Demonstration“, die diese Version von Outriders ja sein soll, ist das natürlich suboptimal. Wer potentiellen Spielern etwas vorsetzt, was nicht funktioniert, mit der Prämisse, dass es eine Vorschau ist (und kein Test), der muss mit Kritik rechnen.
Ich hoffe deswegen, dass diese Fehler bis zum Release noch ausgebügelt werden. Ein wenig Zeit ist ja noch und zumindest die Gameplay-Systeme sehen bisher vollständig und ausgereift aus. Es sind also hoffentlich nur noch ein paar Details, die für eine runde Spielerfahrung fehlen. Der letzte Schliff, wenn man so will.
Wie ist eure erste Meinung zu Outriders? Habt ihr die Demo gespielt? Hattet ihr Spaß oder haben euch die technischen Probleme davon abgehalten, weiterzukommen?
Wenn die Demo bei euch noch ansteht, macht doch mit bei unserer Umfrage auf MeinMMO und verratet uns, welche der vier Klassen in Outriders ihr zuerst spielen werdet.
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