Im September 2019 erschien Astellia, ein klassisches Themepark-MMORPG vom asiatischen Entwickler Studio 8. Doch wie hat sich Astellia seit dem Release entwickelt? Und lohnt es sich im Mai 2020 noch mit dem Spiel anzufangen?
Was ist Astellia? Das Buy2Play-MMORPG Astellia fokussiert sich auf traditionelle Werte und legt deshalb Wert auf:
- Eine offene PvE-Spielwelt
- Ein klassisches Quest-System
- Eine lineare Story
- Eine Holy-Trinity bestehend aus 5 verschiedenen Klassen.
Das Highlight von Astellia sind die Astels, kleine Begleiter, von denen ihr bis zu 3 gleichzeitig beschwören könnt.
Die Astels könnt ihr sammeln, trainieren und ausrüsten. Sie können für euch tanken, Schaden verursachen oder heilen. Zudem gibt es ein Deck-System, über das sie euch Boni verleihen.

Im Endgame warten legendäre Dungeons, tägliche Quests, Grind für die perfekte Ausrüstung, Trading und verschiedene PvP-Arenen, darunter Avalon, ein PvP-Gebiet mit 300v300v300 kämpfen, auf euch.
Außerdem gibt es ein Achievementsystem mit über 700 Erfolgen und Star’s Tale, eine Art Kompendium für Spieler, die wirklich alles in den Gebieten entdecken wollen.
Praktischerweise kann man sich darüber nützliche Belohnungen erspielen.
Wie lief der Start des MMORPGs? Die Veröffentlichung von Astellia war eher unspektakulär und verlief vor allem ohne große mediale Aufmerksamkeit.
Für viele wirkte das Spiel wie Standardkost aus Asien und wurde vor dem Start sogar mehrfach als Bless 2.0 bezeichnet. Bless war ein MMORPG, das 2018 aus Asien zu uns kam, stark gefloppt ist und bereits 2019 wieder eingestellt wurde.
Astellia schaffte jedoch einen Release ohne Skandale und größere Probleme. Es überzeugte mit einem fairen Bezahlsystem ohne Pay2Win, guten Ansätzen im Gameplay und einer frühen Roadmap, die viel Content versprach.
Doch hat das MMORPG die Ziele einhalten können? Und lohnt es sich noch 2020 damit anzufangen?
Content-Roadmap, die nur teilweise erfüllt wurde
Wie entwickelte sich Astellia? Bereits 10 Tage nach dem Release erschien das erste große Content-Update. Dieses brachte:
- Klassenerweiterungen
- Die ersten legendären Dungeons fürs Endgame
- Angepasste Lokalisierungen für die deutsche und französische Version
Auch in den Wochen und Monaten danach gab es noch einige Updates, was daran lag, dass Astellia bereits zuvor in Korea erschienen war. Dort wurde neuer Content veröffentlicht, der nachträglich dann zu uns kam.
Im Dezember 2019 erschien jedoch der erste einzigartige Content im Westen: Das Gebiet “Miodan Mine”. Dabei handelt es sich um eine Endgame-Zone mit neuen Story-Quests und Belohnungen.
Wird das Kampfsystem von Astellia endlich dynamisch? Astellia bietet klassisches Tab-Targeting beim Kampfsystem und viele Fertigkeiten, bei deren Wirkung ihr ruhig stehen bleiben müsst. Gleichzeitig gibt es jedoch eine dynamische Ausweichrolle.
Schon nach der ersten Beta im Juli 2019 kündigten die Entwickler Anpassungen an, die das Kampfsystem dynamischer machen sollen. Einige Kleinigkeiten wurden bereits zu Release umgesetzt.
Inzwischen gibt es eine optionale Action-Ansicht, mit der sich die Steuerung des Spiels etwas verändert. Mit dem Patch am 28. April wurden zudem einige Fertigkeiten angepasst, die nun in der Bewegung genutzt werden können (via Astellia Patch Notes).
Lief wirklich alles glatt bei Astellia? Nein, das MMORPG kämpfte auch mit einigen Problemen und Diskussionen in der Community:
- Astellia startete mit vielen Lücken in der Lokalisierung.
- Das Spiel hatte und hat noch immer Probleme mit Botter und Goldseller.
- Außerdem gab es Diskussionen um Vorbesteller-Boni, die durch neue Pakete nach dem Release entwertet wurden. Hier jedoch reagierte der Publisher Barunson E&A und brachte eine Entschädigung ins Spiel.
- Eine weitere kuriose Situation war die versehentliche Öffnung des PvP-Gebiets Avalon. Spieler betraten das Gebiet und sammelten dabei Loot ein. Als der Fehler auffiel, wurde Avalon wieder geschlossen und Spieler, die darin unterwegs waren, bekamen eine Handelssperre.
Zudem wurden vereinzelte Inhalte aus der Roadmap nicht umgesetzt. So fehlen der versprochene 12-Spieler-Raid und ein Feature, auf das die Spieler sogar seit Release warten.
Das Problem Gender Lock: Im Januar 2019 versprachen die Entwickler von Astellia, dass der Gender Lock für die westliche Version entfernt werden sollte. Doch das ist bis heute nur teilweise der Fall.
Zu Release wurden die Klassen Krieger und Assassine, die es bis dahin nur als männliche Versionen gab, mit weiblichen Gegenstücken versehen. Die 3 anderen Klassen jedoch sind noch immer nicht mit männlichen Charakteren spielbar.
Zwar heißt es, dass dies nachgeliefert werden soll, doch dieses Versprechen gibt es bereits seit August 2019. Noch deutet nichts darauf hin, dass es umgesetzt wird.
Schließung in Korea und Wechsel des Publishers?
Koreanische Spieler im Westen? Am 16. Januar wurde Astellia in Korea geschlossen. Dies Geschah auf Wunsch des dortigen Publishers Nexon.
Barunson E&A beschloss daraufhin mit dem Entwickler Plan 8 die koreanischen Spieler in die westliche Version zu holen. Im Forum findet man deshalb neben englischen, deutschen und französischen News nun auch Infos auf Koreanisch.
Der koreanische Teil des Forums scheint sogar recht aktiv, immerhin gab es mehrere Beiträge, die heute, am 15. Mai, kommentiert wurden.
Wer ist nun eigentlich der Publisher von Astellia? Im April gab es zudem einige Verwirrung rund um den Publisher Barunson E&A. Dieser soll sich aus der aktiven Entwicklung von Astellia zurückgezogen haben, wie ein offizieller Foren-Post verrät.
Stattdessen sollen die Entwickler von Plan 8 und ein neuer Partner sich direkt mit den Spielern auseinandersetzen.
Doch ganz weg ist Barunson E&A nicht, denn Plan 8 ist eine Tochtergesellschaft der koreanischen Firma (via Barunson E&A). Lediglich die Kommunikation scheint nun nicht mehr von der Mutter-Firma übernommen zu werden.
Release auf Steam – Kein großer Erfolg?
Wie geht es Astellia auf Steam? Am 30. Januar erschien Astellia auf Steam und hoffte dort wohl auf einen Schwung neuer Spieler. Der Plan ist nur bedingt aufgegangen.
In den letzten 30 Tagen spielten durchschnittlich 562 Spieler Astellia über Steam. 805 Spieler waren dabei im Peak gleichzeitig Online. Der beste Monat für das MMORPG war der März, bei dem durchschnittlich 770 Spieler eingeloggt waren und im Peak 1.171.
Die Zahlen sind damit zwar relativ stabil, aber auf keinem hohen Niveau. Von der Corona-Krise hat Astellia nicht profitiert, anders als viele andere MMORPGs, die ihrer Spielerzahlen auf Steam erhöhen konnten.
Astellia – Lohnt es sich 2020?
Astellia ist ein sehr solides Themepark-MMORPG, das derzeit langsam, aber regelmäßig Neuerungen bekommt und Events veranstaltet. Es richtet sich an Spieler, die eher gemütlich unterwegs sein wollen und keinen großen Wert auf actionreiche Kämpfe legen. Mit den Astels hebt sich es etwas von anderen Spielen des Genres ab.
Allerdings kostet es eine einmalige Gebühr von 27 Euro oder ihr nutzt das Probe-Abo, bei dem ihr es für 10 Euro einen Monat lang spielen könnt.
Außerdem kommt es hin und wieder zu Server-Problemen und Wartungen, wie man an dem Graphen der Spielerzahlen auf Steam gut erkennen kann. Außerdem gibt es Kritik an einigen Astels, die “kindlich” aussehen und auch eine gewöhnungsbedürftige Soundkulisse bieten.
Wer derzeit ein MMORPG sucht, das eine solide Basis hat und mit dem man sich einige Wochen intensiv beschäftigen kann, der findet möglicherweise in Astellia eine neue Heimat.
Am 26. Mai erschient bereits das nächste große Update mit dem Namen “Tulie, die Stadt der vergessenen Zeit”. Damit sollen neue Quests, neue Story, neue Dungeons und etliche Balance-Änderungen vorgenommen werden.
Falls ihr lieber ein anderes Buy2Play-MMORPG ausprobieren möchtet, haben wir 6 mögliche Titel für euch zusammengestellt.
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