Ein Reboot vor 2 Jahren entschied wohl das Schicksal von Destiny 2
Geschichte wiederholt sich halt doch

Offenbar hat sich im Frühling 2016 das Schicksal von Destiny 2 entscheidend verändert. Neue Informationen bringen Licht in eine dunkle Zeit von Destiny und den mysteriösen Reboot.

So zwischen Dezember 2015 und April 2016 hörte die Entwicklung von Destiny auf, Sinn zu ergeben. In dieser Zeit schickte Bungie verwirrende Botschaften, an denen Spieler heute noch knabbern.

Ende 2015 war Destiny am Höhepunkt

Die Situation: Destiny war auf dem Höhepunkt nach der gefeierten Erweiterung „König der Besessenen.“ September und Oktober 2015 gab’s in der Gamingwelt nur ein Thema: Destiny und wie toll sich das gemacht hat.

Fans erwarteten auf der PlayStation-Experience im Dezember 2015, dass Bungie jetzt die Pläne für das Jahr 2 vorstellt, einen Season-Pass und zwei DLCs ankündigt, um die Zeit zu überbrücken, bis dann im September 2016 Destiny 2 erscheinen würde.

Im November 2014 hatte der Activision-Chef bereits angekündigt: Bungie arbeitet schon an Destiny 2.

destiny-taken-king

5 Monate lang passierten echt seltsame Sachen in Destiny

Im Dezember 2015 war das Feld also eigentlich bestellt. Dann passierten 5 Monate lang ziemlich irre Sachen:

  • Im Dezember kam das Statement: Es gibt keine Bezahl-DLCs für Destiny mehr, sondern nur noch Events und Content-Patches – dafür würde das Live-Team zuständig sein
  • Dazu die Ansage, Destiny wird jetzt ein Hobby und mehr als nur ein Shooter. Mit dem Sparrow-Racing kam „Nicht-Shooter-Content“. Aber: Von diesem Weg hat man danach nie wieder was gehört und Destiny 2 fehlen diese „Hobby“-Elemente.
  • Noch im Dezember beschwichtige der PR-Chef von Bungie Eric Osborne die entsetzten Fans, dass jetzt tolle Zeiten mit vielen Events anstehen – Aber: Dann kam eine der längsten Content-Pausen in Destiny und im Winter ist nichts mehr passiert. Seit damals sind Statements von Osborne zu Destiny deutlich seltener geworden.
  • Im Januar 2016 wurde Destiny 2 um ein Jahr von Herbst 2016 auf Herbst 2017 verschoben
  • Später im Januar wechselt der Chef hinter Destiny: Harold Ryan ging, Pete Parsons übernahm die Rolle als CEO von Bungie – darüber gab‘s keinen weiteren Mucks, Ryan war nach 15 Jahren bei Bungie weg
Destiny-Mara-Sov

Großer Auftritt im März 2016 – seitdem verschollen.

  • Im März 2016 erschien ein aufwändiger Live-Stream, in dem Story-Lead CJ Cowan mit den Schauspielerinnen von Mara Sov und Eris Morn über ihre Charaktere und deren Entwicklung sprach – Aber: Eris Morn und Mara Sov spielen seit The Taken King keine Rolle mehr in Destiny, obwohl ihre Charaktere beliebt sind und Story-Potential bieten
  • Im April 2016 gab Story-Lead CJ Cowan seinen Rückzug von Bungie nach 13 Jahren in der Firma bekannt, um sich neuen Aufgaben zu widmen – Aber: Anderthalb Jahre danach sucht er wohl noch einen Job
  • Etwa Mai 2016 änderte der TTK-Chef Luke Smith sein Profil auf Twitter und gab an, er wäre jetzt Game Director für ein „noch nicht angekündigtes Projekt“ bei Bungie – später erfahren wir, das ist Destiny 2
CJ-Cowan-Destiny

CJ Cowan – der ursprüngliche Game Director von Destiny 2?

Reboot und Führungswechsel bei Destiny 2 im Frühling 2016

Die Frage ist: Wie passt das alles zusammen? Der US-Journalist Jason Schreier hat schon im Mai 2016 berichtet, dass Destiny 2 rebootet wurde. Bei einem Reboot wird die Entwicklung auf Null zurückgesetzt und man fängt von vorne an. Setzt die Teile, die man schon hat, neu zusammen und baut Zusätzliches an.

So ein Reboot ist wohl schon bei Destiny 1 passiert: Schon bei damals soll sich Bungie von Autor Joe Staten getrennt und aus den Teilen der Story etwas Neues zusammengesetzt haben.

Jetzt hat Schreier den Destiny-2-Reboot in einem Podcast näher ausgeführt. Laut Schreier hätten die Verantwortlichen im April 2016 entschieden, dass ihnen die Richtung von Destiny 2 nicht passt, einen Neustart angeordnet und Luke Smith zum Game Director befördert. Derjenige, der vorher Director von Destiny 2 war, sei nicht mehr bei Bungie.

Schreier sagt nicht, wer der „früherer Game Director“ war, aber der einzige, der da passt, ist eigentlich CJ Gowan. Und das ist das Puzzle-Teil, das vieles erklärt.

Luke-Smith-Destiny

Musste wohl zweimal einen Reboot anführen: Luke Smith.

Erst befördert, dann der Rauswurf?

Cowan war Lead-Story-Designer für Vanilla-Destiny, Story-Lead für Haus der Wölfe und The Taken King. Im Stream damals fiel auf: Dieser CJ Cowan scheint so der neue Kopf von Destiny zu sein und Mara Sov ist seine “Hauptperson” in diesem Destiny.

Das deckt sich auch mit Cowans LinkedIn-Profil: Laut dem war er tatsächlich im November 2015 sogar befördert worden zum „Creative Lead, Story.“ Und ein halbes Jahr später war er weg … offenbar nicht so freiwillig, wie das damals in dem Presse-Statement klang.

Cayde-6 statt Mara Sov

Offenbar war CJ Cowan tatsächlich verantwortlich für Destiny 2. Das erklärt dann auch, warum „seine Figur“ Mara Sov so prominent in dem Destiny-Stream im März zu sehen ist und sie danach keine Rolle mehr spielte.

Mit dem Abgang von CJ Cowan sind wohl auch seine Figuren weniger wichtig geworden. Das Team um Luke Smith steht eher auf Cayde-6 und neue Charaktere als auf Eris Morn, Mara Sov und die alten Handlungsstränge wie „die Dunkelheit.“

Von der Dunkelheit will Smith erstmal nichts wissen.

Destiny 2 Cayde 6 Grafikkarte

Destiny 2 war also nur 16 Monate in Entwicklung – nicht 3 Jahre

Plan und Wirklichkeit:

  • Eigentlich war die Entwicklung von Destiny 2 schon vor dem November 2014 gestartet und der Release war für September 2016 geplant.
  • Tatsächlich wurde Destiny 2 aber wohl im April 2016 rebootet und erschien dann im September 2017: Man hatte also nur 16 Monate.

Diese Richtungsänderung nur 16 Monate vor dem Release von Destiny 2 könnte für viele Probleme verantwortlich sein und die seltsame Zeit damals erklären. 

Für Schreier ist klar, dass es Destiny 2 an Substanz mangelt, weil Bungie eben nicht 5 Jahre Entwicklungszeit hatte wie bei Destiny 1, sondern nur 16 Monate.

Interessant ist sicher die Frage, wie der Abgang vom Bungie-Chef genau in die Vorgänge bei Destiny reinspielt und ob das mit der Verschiebung von Destiny 2 zu tun hat. Vielleicht hat der „neue Chef“ dann drei Monate nach seinem Amtsantritt entschieden, den Reboot durchzuziehen und hat dafür neues Personal gebraucht.

Destiny-Cayde-6

Reboot bei Destiny 2 – wie bei Destiny 1

Es ist ironisch, dass bei Destiny 2 offenbar dasselbe wie bei Destiny 1 passiert ist. Wie es scheint: Die Bosse waren mit der Arbeit des Story-Chefs kurz vor knapp unzufrieden, haben ihn vom Hof gejagt, einen Reboot angeordnet und Luke Smith sollte es dann retten.

Aber ob sich das alles genau so abgespielt hat, werden wir wohl nie mit Sicherheit erfahren. Bungie ist da furchtbar verschwiegen. Was denkt Ihr?


Immer wieder sieht man das Problem von Destiny und Destiny 2 – der Zeitplan ist zu eng:

Destiny 2 und der größenwahnsinnige Masterplan von Activision

Autor(in)
Quelle(n): PCgamesn Podcast SchreierLinkedin-Profil CJ Cowan
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