In China ist die Bot-Situation von WoW außer Kontrolle geraten. Für normale Spieler ist das die reinste Hölle, wie viele Bilder beweisen.
Wer World of Warcraft mit offenen Augen spielt und gelegentlich einen Blick auf den Handelschannel wirft, der kennt sie bereits: Botter und Goldverkäufer, die ihre Waren anpreisen. Doch wer denkt, dass das schon schlimm ist, sollte mal einen Blick auf das chinesische WoW werfen. Dort leben die Spieler in einer wahren „Bot-Apokalypse“ und das hat richtig extreme Ausmaße angenommen.
Worum geht es? Im Subreddit von World of Warcraft hat Nutzer tanyu1993 einen Thread eröffnet und dabei um Aufmerksamkeit und Hilfe gebeten. Anhand von vielen Screenshots und kleineren Clips zeigt er den aktuellen Zustand von WoW in China. Er befürchtet, dass das Spiel dort stirbt, denn Bots und Goldverkäufer haben es in fester Hand. Normales Gameplay ist nahezu unmöglich, denn alle öffentlichen Bereiche sind mit Werbung für Echtgeld-Goldkäufe oder Sell-Runs gegen Echtgeld verstopft.
Miese Methoden drangsalieren „normale“ Spieler: Ein Beispiel auf den chinesischen Realms sind die heroischen Kriegsfronten. Hier tun Verkäufer erst so, als seien sie normale Spieler und bauen eine Gruppe auf, um die Kriegsfront zu spielen. Kurz vor dem Endboss schmeißen sie dann alle 29 anderen Spieler aus der Gruppe und laden 29 neue Spieler ein – und zwar solche, die für den Kill mit Echtgeld bezahlt haben. Die 29 ehrlichen Spieler, die rausgeworfen wurden, schauen dann in die Röhre und müssen sich einer neuen Gruppe anschließen, mit der Angst, dass das gleiche erneut passiert.
Farm-Bots dominieren die Spielwelt: Doch auch in der offenen Spielwelt ist normales Spielen nur noch schwer möglich. Denn an vielen Punkten gibt es automatisierte Bots, die oft in Gruppen von 5 bis 20 Charakteren durch Gebiete streifen und alles in Reichweite automatisiert töten.

Damit verdienen sie ihr Gold, was dann in den Hauptstädten verkauft werden soll.
Hauptstädte sind geflutet mit Spam: Besonders schlimm ist es wohl in den Haupstädten Orgrimmar und Sturmwind. Wer diese Städte betritt, wird nahezu sofort mit Verkaufsangeboten im Flüster-Kanal überhäuft. Hunderte Verkäufer schreiben sämtliche Spieler an und benennen oft sogar ihre Pets nach den Verkaufsangeboten, die dann riesig vergrößert durch die Stadt spazieren.
Auch in der Gruppensuche ist dieser Spam zu finden. Wer etwa eine “normale” Raidgruppe oder Dungeon-Gruppe finden will, kann das kaum. Das Gruppentool ist geflutet mit zahllosen Gruppen von Verkäufern, was das Finden einer der wenigen normalen Gruppen nahezu unmöglich macht.
Warum macht Blizzard nichts? In China wird World of Warcraft nicht von Blizzard, sondern von NetEase betreut. Laut Tanyu1993 scheint NetEase die Bots und Verkäufer zu tolerieren. Auch die Game Master, die Spieler in China bei solchen Problemen kontaktieren können, scheinen nur wenig bis gar keine Ahnung vom tatsächlichen Spiel zu haben und sind selten eine Hilfe. Wird doch mal ein Account gesperrt, so ist das nur für wenige Tage oder nur ein einzelner Spielaccount des Besitzers, während die anderen Accounts weiter ihrer „Arbeit“ nachgehen.
Tanyu1993 hofft durch seinen Beitrag auf Reddit ein wenig Aufmerksamkeit für die Sache zu bekommen. Womöglich könnte öffentlicher Druck helfen, dass Blizzard oder Netease eingreifen und doch etwas am Zustand im chinesischen World of Warcraft ändern. Immerhin wirft das auch auf Blizzard kein gutes Licht, wenn ein großer Teil der Spielerschaft unter solchen Bedingungen die World of Warcraft erleben muss.
Immerhin sucht Activision Blizzard gerade 2000 neue Mitarbeiter – vielleicht ist ja einer dabei, der in China was zugunsten der ehrlichen Spieler drehen kann.
Wir hingegen dürften wohl ziemlich froh sein, dass Bots und Goldverkäufer in „unserem“ WoW eine Minderheit darstellen.
Könntet ihr euch vorstellen, unter solchen Bedingungen zu spielen? Oder hättet ihr WoW dann schon längst zu den Akten gelegt?
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