Anthem streicht alte Zukunftspläne – Ist nicht bereit, über neue zu reden

Bei Anthem hat sich Entwickler BioWare zu Wort gemeldet, wie es in der Zukunft weitergehen sollen. Die früheren Pläne, den Online-Shooter in Akten weiterzuentwickeln, sind gestrichen. Die Roadmap gibt es nicht mehr. Man will sich auf Kernprobleme konzentrieren. Neue Informationen zu Langzeit-Änderungen hat man aber noch nicht. Das heißt wohl: Anthem fährt auf Sicht.

Das ist die Situation: Das Event „Cataclysm“ war bei Anthem eigentlich als erste große Inhalts-Erweiterung gedacht, die relativ bald nach dem Launch starten sollte.

Cataclysm war ursprünglich so für den Mai angedacht.

Anthem-Roadmap
Das war die ursprüngliche Roadmap von Anthem. Sah echt solide aus.

Daraus wurde aber nichts. Anthem hatte zum Release so gravierende Probleme mit grundlegenden Spiel-Systemen (Loot, Spieler-Fortschritt, Motivation), dass man den Start von Cataclysm verschob.

In der Zeit fand wohl auch ein geplanter Team-Wechsel bei BioWare statt, die Entwicklung des Spiels ging vom Hauptstudio in Edmonton, die Anthem entwickelt hatten, zum Live-Team in Austin, Texas, über.

Catacylsm kam dann letztlich mit großer Verspätung Anfang August, wurde in den letzten Wochen erweitert, diese Woche abgeschlossen und die Frage stellte sich: Wie geht es mit Anthem weiter?

Anthem-Chad
Chad Robertson, Head of Live Service

Kernprobleme von Anthem im Fokus

Das sagt BioWare in der Kurzfassung (via blog.bioware):

  • Bei BioWare ist man stolz auf den Cataclysm
  • Man findet das viele Feedback gut, das die Spieler zu Cataclysm gaben, das motiviert das Team – man hat auch schon einiges umgesetzt
  • BioWare wird Zukunftspläne für die „Story-Akte“ streichen, diese Struktur gibt man auf
  • Man möchte sich auf die „Kern-Probleme“ von Anthem konzentrieren. Das braucht aber Zeit und eine richtige Betrachtung, keine schnelle Lösung. Ein Team arbeite daran und erste Ergebnisse seien positiv.
  • Daher setzt man nun auf „saisonale Updates“ und Events, von denen man denkt, dass die Spieler sie genießen werden

Nicht bereit, konkrete Neuigkeiten zu enthüllen

Wie geht es mit Anthem weiter? Man will so transparent sein wie möglich, daher sagt man: Wir wissen, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben, um Anthem besser zu machen.

Doch kann man im Moment keine News über die Langzeitpläne mitteilen.

Man will durch Taten überzeugen und den Spielen ein tolles Game bieten.

Anthem Interceptor

Viel Spott für „Zukunfts-Update“ ohne News

So reagieren die Spieler: Für den Blog-Post muss Anthem einiges an Spott einstecken (via reddit):

  • das sei ein Blogpost, um uns zu sagen, was als Nächstes kommt, ohne uns irgendwas sagen – das sei schon mehr als transparent
  • besonders geht man auf eine Stelle ein, wo BioWare sagt, man will transparent sein, um dann kurz danach zu sagen, man könne jetzt noch nicht sagen, wie es mit Anthem weitergeht
  • man fragt sich, wo BioWare die Ressourcen hernehmen möchte, um Anthem weiterzuentwickel
Anthem gibt es 7 Monate nach Release nun für 4€ im Monat – über EA Access

Was soll nur aus Anthem werden?

Das steckt dahinter: Die News kommt vom „Head of Live Service“, das ist schon ein beunruhigendes Zeichen – normalerweise haben Spiele wie Anthem einen „Game Director“ und große Erweiterungen in der Pipeline, an denen das Team arbeitet, das auch das Grundspiel entwickelt.

Solche Erweiterungen waren für Anthem aber nie vorgesehen. Und das, was sie ersetzen sollte, die Akte, sind nun ebenfalls gestrichen. Zudem ist das Ursprungs-Team jetzt offenbar an Dragon Age dran oder hat BioWare bereits verlassen wie Producer Ben Irving.

Anthem Ben Irving Titel
Er war mit das Gesicht von Anthem und ist jetzt weg: Ben Irving.

Der „Live Service“ ist eigentlich alles, was Anthem bleibt. Beim „Live Service“ fährt man traditionell auf Sicht, versucht die Spieler mit Events und kleineren Content-Updates bei Laune zu halten.

Die Frage war im Vorfeld, wie Anthem ein „Spiel für 10 Jahre sein möchte“, wenn es ohne Erweiterungen und DLCs kommen soll. Die „Roadmap“ mit den Akten wirkte da beruhigend.

7 Monate nach Release ist die Roadmap endgültig tot und es heißt von Anthem, dass sie jetzt auf Spieler-Feedback reagieren.

Die Kernprobleme, die Anthem lösen muss, liegen in Loot-Verteilung, Spieler-Fortschritt und Langzeitmotivation. Es wäre durchaus vorstellbar, dass BioWare diese Probleme mit cleveren Ideen und Kompetenz lösen kann – trotzdem wird man danach neue Inhalte brauchen.

Ein Spiel wie Anthem lebt davon, dass regelmäßig neue Waffen, neue Zonen, neue Aufgaben kommen – vielleicht sogar neue Javelins. Das scheint im Moment in weiter Ferne.

anthem-general-tarsis-titel
General Helena Tarsis

Es bleiben die Fragen:

  • Wie viele Leute arbeiten noch an Anthem?
  • Wie kann BioWare neue Spielinhalte für Anthem gegenfinanzieren ohne DLCs und mit einem Cash-Shop, dem die Spieler ausgehen?
  • Wo soll da die Wende herkommen?

BioWare sagt jetzt: Man arbeitet dran, ist aber noch nicht so weit, Details zu verraten.

Anthem: Wie konnte es so schlimm werden und wird’s noch mal besser?
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