The Elder Scrolls Blades im Anspiel-Test: Ich verzeihe dir, dass du Mobile bist

Unser Autor Dave konnte The Elder Scrolls: Blades (iOS, Android) bereits spielen und Überraschung: Er hasst es nicht, obwohl es Mobile ist! Lest hier, wie ihm die ersten anderthalb Stunden im Spiel gefallen haben in seinem kleinen Anspiel-Test.

Neulich zwitscherte mir ein Vögelchen, dass The Elder Scrolls Blades nun zum Download bereit steht.

„Sakrileg! Die Menschheit geht vor die Hunde!“, schrie der Core Gamer in mir. „Ein Free-to-Play-Mobile-Game im Elder Scrolls Universum? Zur Hölle damit!“

Doch dann dachte ich: „Moment mal, es ist immerhin von Bethesda. Und es ist umsonst.“ Wenn es Freibier gibt, sag ich ja auch nicht Nein – selbst wenn’s Oettinger ist. Und einem geschenkten Hengst kann man doch ruhig mal ins Maul schauen, bevor man ihn zu Wurst verarbeitet.

Also runtergeladen, angeschmissen, einen Ritter mit dem Schwert verkloppt und… Handy aus dem Fenster geworfen.

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Na gut, der letzte Punkt war gelogen. Aber Lust hatte ich schon dazu, denn nach dem super knappen und meiner Meinung nach nichtssagenden Tutorial kam erstmal eine statische Anzeige mit einem Dankeschön fürs Downloaden und der Information, dass man leider noch nicht würdig sei, so richtig loszulegen.

Ich musste warten, bis sie mich dann heranwinken.

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Etliche Stunden später konnte ich dann doch noch zocken und was soll ich sagen … Elder Scrolls Blades hat alles, was ich an Mobile Games hasse. Aber es ist verdammt gut geworden.

Heydenreich und die Brandstifter

So ging’s los: Entgegen meiner Erwartungen, hat mich The Elder Scrolls Blades von der ersten Sekunde an gepackt. Ich kehrte mit meinem Helden in seine Heimatstadt zurück und fand diese brennend vor.

Nach einer kleinen Prügelei mit den Brandstiftern und einem netten Plausch mit einem der Überlebenden gelangte ich auch schon in das Charaktererstellungsmenü. Hier konnte ich wählen, ob ich Männlein oder Weiblein sein will und natürlich auch welchem Volk ich angehören möchte.

Khajiit, Dunkelelfen, Hochelfen, Nord, Bretonen, Argonier, Kaiserliche… alle wohlbekannten Rassen und Klassen aus dem Elder Scrolls Universum sind dabei. Auch die Körpergröße, sowie das Aussehen von Kopf, Augen, Nase und Mund lassen sich variieren. Entweder durch einen verschiebbaren Balken oder durch zahlreiche Optionen zur Auswahl.

Alles wie in einem „richtigen“ Elder Scrolls. Ich bin überrascht.

Quests und Missionsdesign

Prompt nach der Charaktererstellung bekam ich meine ersten Quests. Über das Questmenü lassen sich diese starten und man befindet sich auch sofort im dazugehörigen Level. Nun, das Questdesign kann man jetzt nicht als sonderlich kreativ bezeichnen. Finde und rette Person X, sammle Y Kartoffeln, töte Z Goblins.

Die nächsten neunzig Minuten lief ich durch Katakomben oder schlauchförmige Außenareale, erfüllte meine Aufgaben und sammelte dabei Ressourcen und Gold. Ich muss sagen: Trotz des unkreativen Missions-Designs macht das Ganze richtig Spaß. Man findet laufend etwas Nützliches und der Spielfluss wird in The Elder Scrolls: Blades nie unterbrochen.

Ein nettes Detail: In jedem Dungeon gibt es einen „geheimen Raum“ oder gar mehrere. Dort wartet eine extra Truhe auf mich. Es hat richtig Spaß gemacht, die Levels nach diesem geheimen Raum zu durchsuchen – selbst wenn es keine wirkliche Herausforderung darstellte, ihn zu finden.

Die Stadt

Was gibt’s in der Stadt zu tun? Am Anfang besteht die Stadt nur aus Ruinen, die man anklicken und dann zu einem gewünschten Gebäude ausbauen kann. In der kurzen Zeit, die ich gespielt habe, habe ich eine Stadthalle und eine Schmiede wieder aufgebaut.

In der Schmiede konnte ich schonmal meine Waffen und Rüstungsteile pimpen. Außerdem gibt es viele freie Flächen, wo man Dekorationen platzieren kann. Ich bin gespannt, wie’s weitergeht.

Die Truhen

Hier kommt der Haken! Als Belohnung fürs Erledigen der Quests bekam ich Truhen. Während sich die normalen Truhen innerhalb von fünf Sekunden öffnen ließen, dauert das Freischalten bei den silbernen Exemplaren bereits drei Stunden und bei den goldenen ganze sechs.

Alternativ kann ich Edelsteine, die Ingame Währung, ausgeben um die Truhen sofort zu öffnen. Ihr ahnt es schon: diese Steinchen kosten Geld.

Darüber hinaus werden die Edelsteine dafür benötigt, um euer Inventar zu vergrößern und euch im Kampf an Ort und Stelle wiederzubeleben, ansonsten muss man den Dungeon wieder von vorne starten, womit ich persönlich jetzt kein Problem habe, da die Level ja recht kurz sind.

Gegen eine Paywall bin ich jedenfalls nicht gerannt. Da man zu Beginn zehn Truhenplätze zur Verfügung hat und diese recht schnell auf 20 erweitern kann, müsste man theoretisch innerhalb von drei Stunden mehr als zehn Truhen bekommen, um sich gezwungen zu fühlen, Edelsteine auszugeben. Nach meinen ersten zwei Stunden in Elder Scrolls Blades, war gerademal die Hälfte belegt. Daher blieb mir fürs erste ein Nervenzusammenbruch erspart.

Allerdings ist es natürlich trotzdem ärgerlich, dass man erstmal drei bis sechs Stunden warten muss, um an sein Loot zu kommen. Die Preise im Shop kann man mit viel Wohlwollen als gesalzen beschreiben.

Eine legendäre Lootbox kostet zum Beispiel umgerechnet zwanzig Euro. Dort sind gerade Mal ein legendärer Gegenstand und noch ein paar Materialien drin. Mammis und Papis auf der ganzen Welt sollten ab jetzt noch besser auf ihre Kreditkarten aufpassen.

Grafik und Performance

Ist die Grafik wirklich so gut? Oh ja! Gleich im ersten Moment wenn man das Spiel startet, wird man prompt erschlagen von der wunderschönen Welt. Man steht im Wald, die Sonne scheint, die Bäume bewegen sich im Wind. Klingt unspektakulär aber es war der ultimative WOW Effekt.

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Sowas habe ich auf einem Smartphone noch nie gesehen. Die Screenshots spiegeln leider nur zum Teil wieder, was man sieht wenn man das Game auf einem Retina Display zockt.

Und die Performance? Ruckelt, oder? Ich spielte knapp zwei Stunden auf einem Iphone XS und konnte keine Ruckler feststellen. Einen Absturz hat es auch nicht gegeben. Auch die Hitzeentwicklung des Gerätes blieb weit unter den Erwartungen. Es wurde nach einer Stunde etwas warm, aber zu keinem Zeitpunkt unangenehm heiß. Sehr vorbildlich.

Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass es bei anderen Smartphone-Modellen zu Performance-Problemen kommt, wenn sie The Elder Scrolls Blades spielen.

Steuerung und Handling

Ist The Elder Scrolls Blades angenehm zu spielen? Durchaus. Zum einen könnt ihr wählen, ob ihr es im Hoch- oder im Querformat spielt. Ergo mit einer, oder mit zwei Händen.

Zum anderen bietet es sowohl die klassische Touchsteuerung (linker Stick zum Laufen, rechter zum Umsehen) als auch eine Point and Click Steuerung. Selbstverständlich ist es noch lange nicht so angenehm wie mit einem Controller oder mit Maus und Tastatur, aber wenn man erstmal drin ist macht es Spaß. Ja ihr habt richtig gelesen: Spaß.

Ich bin jedenfalls auch bei diesem Punkt positiv überrascht und bin heute Morgen nicht mit verkrampfen Händen aufgewacht.

Darum verzeih ich dir Blades

The Elder Scrolls Blades, du hast mich in den ersten zwei Stunden sehr gut unterhalten.

Das Gameplay ist nett, die Grafik ausgezeichnet, die Steuerung gut und der Spielfluss wird nicht durch Werbung oder ähnliches unterbrochen. Das ist mehr, als die allermeisten Mobile Games von sich behaupten können.

Trotzdem bist du immer noch ein Mobile Game. Und wenn das mit den Truhen im späteren Spielverlauf noch ausarten sollte, fliegst du von meinem Speicher. Aber fürs erste… Holla die Waldelfe! Ich würde sagen, dass die Wartezeit vor öffentlichen Toiletten in Zukunft deutlich zunehmen könnte, wenn dieses Spiel ein Hit wird.

Kein Bock auf Mobile? Und wolltest du schon immer mal einen Stein als Pet haben? Spielt Elder Scrolls Online! Das gibt’s zurzeit auch umsonst, samt Prolog zum nächsten Addon…

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So könnt Ihr The Elder Scrolls Blades spielen: Wenn Ihr nun das Mobile-Spiel selbst ausprobieren wollt, haben wir in diesen Artikel alle Informationen zum Download von The Elder Scrolls Blades auf iOS und Android für Euch.

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