In Apex Legends kam mit Season 5 die neue Heldin Loba ins Spiel. Die ist als „sexy Diebin“ konzipiert, doch in der Meinung unseres MeinMMO-Autors Jürgen Horn haben es die Entwickler hier übertrieben. Aber unsere Autorin Leya Jankowski sieht das etwas anders.
Wer ist Loba? In der jüngst erschienen 5. Season von Apex Legends kam mal wieder eine neue Legende ins Spiel. Nachdem das letzte Mal der gruselige Cyber-Killer Revenant erschien und im Intro die Familie eines kleinen Mädchens brutal schlachtete, dürfen wir jetzt eben jenes, jetzt erwachsenes Mädchen namens Loba spielen.
Loba ist eine flinke Supporterin, die Loot aufspürt, diesen klaut und dann ihrem Team zur Verfügung stellt. Sie spielt sich super dynamisch und passt eigentlich gut ins Spiel. Immerhin gibt es jetzt endlich 2 Support-Heldinnen.
Loba soll eine attraktive, starke Frau werden
Das ist das Design von Loba: Ich spiele sehr gern flinke Charaktere und bin gern Supporter. Von daher war Loba genau die Heldin, die ich spielen wollte und ich fieberte voller Vorfreude dem Release von Season 5 entgegen.
Doch kaum hatte ich Loba freigeschaltet, sprang mir eins regelrecht ins Gesicht: Nämlich Lobas ausladender Hintern in super engen Hosen und dem begleitenden Mega-Hüftschwung. Dazu kamen noch weitere sexualisierende Aspekte der neuen Heldin:
- Sie trägt ein enges Korsett mit üppigem Dekolleté
- Ihre erste Finishing-Move erinnert an Pole-Dance
- Ihre mit verführerischer Stimme vorgetragenen Voice-Lines sind größtenteils ziemlich zweideutig, wie „Eine starke Frau weiß, was sie will und es ist da unten“
- Sie trägt total unpraktische Stiefel mit gewaltigen Absätzen
- Ihr Name „Loba“ heißt auf Spanisch/Portugiesisch eigentlich „Wölfin“, aber kann auch als eher negativer Slang-Begriff für eine sexuell ausschweifende Frau verwendet werden (via Wikipedia)

Das ist der Hintergrund von Lobas Design: Bei Loba wollten die Entwickler laut eigener Aussage eine attraktive, feminine Heldin kreieren. Dabei blickte der zuständige Entwickler Tom Casiello laut einem Artikel auf der Seite Gamerant wohl auf seine frühere Karriere als Autor für weibliche Westlerinnen in der WWE zurück. Dort wollten die Kämpferinnen stark, aber dennoch weiblich rüberkommen.
Passt eine sexy Femme fatale zu Apex Legends?
Darum stört mich die Erscheinung von Loba: Das ist an sich keine schlechte Sache, niemand verlangt, das die weiblichen Charaktere alle aussehen wie Männer. Doch bei Loba haben es die Entwickler meiner Meinung nach etwas übertrieben.
Denn Apex Legends hat bisher großen Wert auf eine angemessene Präsentation seiner Helden gelegt. Es sind diverse Ethnien und sexuelle Orientierungen vorhanden. Die Charaktere haben alle eine ausgeprägte Story und die Frauen im Spiel sind in ihrer Erscheinungsweise taffe Kämpferinnen und keine sexualisierten Supermodell-Girlies, wie man sie in anderen Games zuhauf antrifft.
So erscheinen die anderen Heldinnen: Der Veteranen-Soldatin Bangalore nimmt man sofort ab, dass sie blind ein Sturmgewehr in Rekordzeit auseinandernehmen und zusammensetzen kann, Wattson ist als Ingenieurin mit massig Werkzeugen und Techno-Kram bepackt und die grimmige Wraith sieht halt wirklich wie eine abgehärmte Mutanten-Killerin aus.

Loba soll hier laut den Entwicklern als attraktive, feminine Heldin auftreten, die selbstbewusst und schön ihren Weg geht und genau weiß, was sie will und es sich holt. Eine klassische Femme Fatale. Doch bei den „femininen Aspekten“ haben es die Entwickler in meinen Augen echt zu weit getrieben und stattdessen eher billige Übersexualisierung betrieben.
Diese Aspekte von Loba sind meiner Meinung nach zu viel des Guten: Es ist eine Sache, wenn eine Heldin einen Stil hat, der mehr auf Attraktivität als auf reine Nützlichkeit abzielt. Aber dass sie mit diesen hohen Absätzen vernünftig laufen, geschweige denn in unwegsamen Terrain kämpfen kann, nimmt ihr keiner ab. Ironischerweise hat sie sogar eine Voice-Line dazu: „Wenn du denkst, das tut weh, dann kämpf mal in 6-Inch-Absätzen!“
Und auch der extreme Hüftschwung ist im Zusammenspiel mit ihrem prallen Hintern in den engen Hosen einfach zu viel des Guten. Es scheint, als wenn Loba all die Sexyness in sich vereint, auf die bei den anderen Frauen im Spiel bewusst verzichtet wurde. Das ist für mich ein herber Bruch mit der vermeintlichen Design-Philosophie hinter dem Spiel.
Loba wirkt dadurch für mich so, als wenn sie eigentlich gar nicht in die Apex-Games gehört. Vielmehr scheint es, als wenn eine elegant gekleidete Zuschauerin zufällig in die Arena geplumpst wäre und irgendwie noch nicht kapiert hat, das man im Battle-Royale sich besser nicht mit High-Heels, fein manikürten Nägeln und super engen Klamotten rumtreibt.
Das ist schade, denn Loba gefällt mir vom Gameplay her sehr gut. Aber mit dem meiner Meinung nach übertrieben sexualisierten Design kann ich mich wohl nicht anfreunden. Die ihr zugedachte Rolle der Femme fatale, der gefährlichen Verführerin, entfaltet sich vor dem Hintergrund eines Battle-Royale-Spiels irgendwie nicht.
Noch dazu, da ihre Skills allesamt auf Diebstahl und Mobilität anstatt auf Täuschung und Verführung basieren. So wirkt ihre Erscheinung mehr wie Fanservice und „Eye-Candy“, als wie eine zum Spiel passende Design-Entscheidung.
Soviel zu meiner Meinung zu Loba. Als wir den Artikel in der Redaktion besprechen, löste das Thema jedoch eine lange, kontroverse und hitzige Diskussion im Team aus. Daher wollte sich hier auch noch Leya Jankowski zu Wort melden, die bei MeinMMO zur Chefredaktion gehört. Leya hat eine etwas andere Meinung zu dem Thema, wie ihr hier lesen könnt.
Leyas Meinung – Loba ist gut so, wie sie ist
Ich sehe in Loba eine attraktive, junge Frau, die gerne ihre weibliche Seite betont und sich ihre Reize zu Nutze macht. Eine typische Femme fatale eben.

Eine Sexualisierung passiert vor allem dann, wenn Personen nur zum sexuellen Objekt degradiert werden und darüber das Machtverhältnis gestört wird. Diesen Eindruck erweckt die Charakterisierung von Loba bei mir jedoch nicht, diese Frau scheint verdammt taff. Sie setzt ihre Sexualität bewusst ein, um abzulenken und zu provozieren.
Nun besteht Loba natürlich aus Pixeln und ihr wurde ihr Charakter und ihre Geschichte auf den Leib geschrieben. Hier könnte man sagen, dass es die bewusste Entscheidung eines Design-Teams gewesen sei, eine Persönlichkeit wie Loba mit in ihr Spiel aufzunehmen. Mit Loba hätte man aber noch ganz andere Wege gehen können, lehnt sie sich doch an eine Bayonetta an, die ihre Kämpfe nahezu nackt bestreitet.
Im echten Leben gibt es aber genau diesen Typus Frau, wie Loba es ist. Es sind Frauen da draußen, die haben eine Sanduhr-Figur, mit breiten Hüften, die beim Gehen schon von alleine schwingen. Es gibt Frauen mit einem großen Busen, der nun mal auch beim Gehen wackelt, wenn nicht gerade ein Sport-BH getragen wird. Es gibt Frauen da draußen, die gerne auf hohen Schuhen laufen und gelernt haben, dies auf jedem Terrain und in jeder Geschwindigkeit zu tun.

Helden-Shooter wie Apex Legends, Overwatch oder auch das kommende Crucible leben von einem diversen Cast an Charakteren. Sie leben davon, dass es verschiedene Charaktere gibt, mit denen sich der Mensch hinter dem Monitor identifizieren kann. Wieso sollen also die Frauen da draußen, die wie Loba sind, nicht auch jemanden haben, um sich darin wieder zu finden? Etwa nur nicht aus der Angst heraus, dass es hier zu sexuell wird?
Hier muss man dann wohl in Erwägung ziehen, dass die Sexualisierung eventuell nur im Auge des Betrachters entsteht.
Aber wie seht ihr das? Ist Loba zu sexy? Oder passt sie eigentlich genau deswegen als Konterpunkt zu den bisherigen Kämpferinnen dennoch gut ins Spiel? Oder geht’s euch eh nur um die Skills und Werte der Helden und ihr Aussehen ist euch ohnehin egal?
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