PS5: Abwärtskompatibilität, Specs und mehr – 6 Dinge, die ihr kennen solltet

Viele hatten beim PlayStation 5-Stream vergebens auf einen Release Termin, Specs oder das Aussehen gehofft. Bei der Vorstellung der PS5 gab es viele technische Details. Wir stellen euch die 6 wichtigsten Erkenntnisse vor und erklären euch, was dahinter steckt.

In Kürze:

  • Die neuen Hardware-Specs der PS5
  • Die Abwärtskompatibilität von der PS5 zur PS4
  • Realismus durch Raytracing
  • Was ist 3D-Audio?
  • Update-Politik der PS5 und Ladezeiten
  • Technologie, die die PS5 schneller machen soll

Um welchen Stream handelt es sich? Am 18. März 2020 hatte Sony in einem Stream seine Vorstellung nachgeholt, die eigentlich für die Game Developer Conference (GDC) gedacht gewesen war.

Viele fanden den Stream daher recht langweilig, denn er war sehr technisch. Es war vor allem an Entwickler und an ein technisches Publikum gerichtet und nicht an den Mainstream. Die Zuschauer hatten stattdessen auf ganz andere Dinge erwartet, PS5 Lead Systemarchitekt Mark Cerny bot aber „nur“ technische Details und Feinheiten. Viele hatten außerdem erhofft, dass Sony endlich mal das offizielle Design der PS5 vorstellt und hoffen weiterhin, dass die PS5 zumindest so cool wie dieses Fanart aussehen werde.

Kann ich mir den Stream noch ansehen? Im Folgenden wollen wir euch daher die 6 wichtigsten Fakten des Streams noch einmal genauer vorstellen und was genau dahinter steckt. Das gesamte Video kann man auch weiterhin auf YouTube ansehen:

Wenn ihr an einem stärkeren Vergleich zwischen PS5 und Xbox Series X interessiert seid, dann schaut doch bei unseren Kollegen von der GameStar vorbei, die haben PS5 und Xbox Series miteinander verglichen (via GameStar).

1. Stream liefert neue Hardware-Specs zur PS5

Wie viel Leistung bietet die PS5? Für viele Zuschauer eine der wichtigsten Erkenntnisse des Streams: Cerny verriet endlich etwas über die Leistung der neuen Konsole. Davor hatte man über die Leistung spekuliert und ein Bild hatte die Ideen noch befeuert.

In der PS5 arbeitet ein Achtkern-Zen-2-Prozessor von AMD mit einer Taktung von 3,5 GHz. Die Grafikeinheit (GPU) soll 10,28 Teraflops Leistung bieten. Im Vergleich dazu: Die Xbox Series X soll 12 Teraflops bieten, die PS4 Pro schafft 4,2.

Darum sind Teraflops nicht so wichtig: Er erklärte, dass allein die Teraflops nicht die Leistung der Konsole ausmachen würden:

  • In der PS5 ist kein spezieller Konsolen-Prozessor verbaut, sondern eine PC-CPU
  • AMDs Smartshift-Technologie soll dafür sorgen, dass sich GPU und Prozessor gegenseitig unterstützen.
Einen umfassenden Vergleich der Specs von der PS5 und Xbox Series X findet ihr bei der GameStar

Am Ende, so der Moderator, zähle ja die wirkliche Leistung und nicht die theoretische Zahl auf dem Papier. Auch ein Entwickler hat sich jetzt gemeldet und meint, dass die Fans Teraflops völlig missverstehen.

Was ist ein FLOP? FLOP bedeutet eigentlich „Floating Point Operations Per Second“. Ein FLOP beschreibt, wie viele Gleitkommazahl-Operationen (Additionen und Multiplikationen) von der Recheneinheit pro Sekunde geleistet werden können. Meistens wird hier vom Höchstmöglichen gesprochen, was aber selten der praktischen Leistung entspricht.

In unserem Artikel über die Xbox Series X haben wir euch genau aufgeschlüsselt, was eigentlich ein TFLOP ist. Was diese FLOPs für den Spieler bedeuten und wie man seinen eigenen Prozessor berechnen kann:

Xbox Series X soll bei Grafik-Specs 8-mal stärker als Xbox One sein, sagt der Chef

2. Auf der PS5 könnt ihr (fast) alle PS4-Spiele zocken

Rückwärtskompatiblität PS5
Laut Stream bietet die PS5 Abwärtskompabilität zur PS4 Pro als auch zur PS4. Ältere Versionen werden nicht unterstützt.

Schon vor einiger Zeit hatte Sony erklärt, dass Next-Gen-Crossplay zwischen PS5 und PS4 möglich sei und war schon davon ausgegangen, dass es Rückwärtskompatiblität auf die alte Generation geben werde. Nun hat Sony konkretisiert, was die PS5 genau bieten wird und hat bestimmte Spiele auch endgültig ausgeschlossen:

  • Pro Legacy Mode: Dieser unterstützt Spiele, die speziell für die PS4 Pro zugeschnitten gewesen sind. Auf PS4-Spielen findet man auch heute noch den Schriftzug „PS4 Pro optimiert“.
  • PS4 Legacy Mode: Der Legacy Mode unterstützt die Spiele der vorherigen PS4-Generation. Zu Beginn sollen aber nicht alle Spiele unterstützt werden.
  • Zum Launch sollen die „Top 100“ PS4-Spiele verfügbar sein. Da wird noch einiges fehlen, zumal es über 4000 gibt. Sony will aber einen Großteil kompatibel machen.
  • PS3 und ältere Generationen: diese werden laut Stream nicht unterstützt. Das sei zu aufwendig und zu teuer. Schon bei der PS3 sei die Rückwärtskompatibilität aufgrund eines speziellen Chips sehr teuer und aufwendig gewesen und sei daher bei den neuen Modellen der PS3 verschwunden.

3. So werden Grafik und Ton noch realistischer

Raytracing bei der PS5
Raytracing soll bei der PS5 verschiedene Funktionen übernehmen, neben Lichtberechnung auch die Berechnung von Audio.

Im Stream wurde erklärt, dass Raytracing bei der PS5 eine wichtige Rolle spielen wird. So dient Raytracing…

  • … zur Berechnung von Schatten,
  • der allgemeinen Beleuchtung,
  • zur Berechnung der Reflexionen,
  • sowie zur Audio-Berechnung.

Auch bei der Xbox Series X wird das Audio von Raytracing berechnet, was jetzt vermutlich wenig überrascht, da sowohl die Xbox Series X als auch die PS5 beide auf die RDNA2-Architektur von AMD setzen.

Was ist denn Raytracing? Raytracing ist eine Technologie, die Licht und Schatten besonders realistisch darstellen soll. Dabei berechnet ein Algorithmus, wie das Licht in das menschliche Auge fällt und anschließend, wo der Blick hinfällt.

Der Nachteil daran ist, dass diese Berechnungen sehr Hardware-intensiv sind und nur starke Rechner bewältigen können. Wer Raytracing zum aktuellen Zeitpunkt nutzen will, der braucht außerdem zwingend eine Nvidia-Grafikkarte, denn bisher unterstützen nur diese Raytracing. In Zukunft und mit RDNA2 könnte sich das aber bei AMD ändern.

Wenn ihr euch Raytracing einmal ansehen wollt: Der Shooter Call of Duty: Modern Warfare unterstützt Raytracing und das kann sich sehen lassen:

Call of Duty zeigt, wie realistisch Modern Warfare mit Raytracing aussieht

4. Sound soll Euch noch stärker ins Spiel ziehen

3D-Audio und virtueller Sound bei der PS5
Lead Architekt Mark Cerny erklärte die Funktion von „Virtual Surround Sound“, der auch bei 3D-Audio zum Einsatz kommt.

Auf welche Technik setzt die PS5 beim Sound? Schon bei der PS4 hatte Sony auf sein selbst entwickeltes 3D-Audio gesetzt. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Form von virtuellem Surround-Sound. Sony will diesen weiter verbessern, der alten Technik aber treu bleiben. Was genau verändert oder verbessert wird, verrät Sony in seinem Stream aber nicht.

Was ist 3D-Audio? Hinter 3D-Audio steht ein proprietäres (also ein geschütztes) Sound-System, dass Sony selbst entwickelt hat.

Am ehesten zu vergleichen ist das mit Dolby Atmos oder ähnlichen Sound-Standards, die auf räumlichen Klang setzen. Alle diese Systeme erzeugen einen virtuellen Surround-Sound. Der Spieler soll das Gefühl bekommen, mittendrin zu stehen, um beispielsweise Geräusche genau zuordnen zu können. Doch wie funktioniert 3D-Audio genau?

  • Bei 3D-Audio wird der Ton schon auf bestimmte Positionen im Raum programmiert, anstatt wie üblich auf verschiedene Kanäle zu verteilen.
  • Bei der Wiedergabe der Sounddaten verarbeitet dann eine spezielle Software den Sound, die abschließenden Berechnungen bekommen dann die Kopfhörer oder die Boxen.

Mit einem PlayStation VR-Headset oder einem normalen PS-Headset von Sony kann man die 3D-Technik auch heute schon verwenden. Das PS-Headset zählen wir übrigens zu den besten Gaming-Headsets im Jahr 2020.

5. PS5 braucht weder Patches noch lange Ladezeiten

Cerny hatte betont, dass die PS5 100 mal schneller sein soll als die vorherige Konsolengeneration. Hier hatte er unter anderem mehrere Punkte aufgezählt, warum sie so viel schneller ist:

  • Schnelle Boot-Zeiten: Dank SSD sollen die Boot-Zeiten des Systems sehr gering ausfallen. Auch bei der Xbox Series X sollen die Boot- und Ladezeiten enorm sinken.
  • Kaum Ladezeiten mehr: Lange Ladezeiten stören viele Spieler und sind zum Beispiel in Destiny 2 ein großes Problem. Vor allem, wenn Spiele sehr groß sind, kann das mitunter dauern. Wenn diese wegfallen, wäre das für viele Spieler vermutlich eine Erleichterung
  • Highspeed Streaming: Eine schnelle SSD unterstützt das Streaming, indem die Spiele schneller laufen. Die meiste Arbeit beim Streaming selbst übernimmt aber meistens der Prozessor. Laut Sony soll dieser aber mehr als genug Power haben.
  • Deduplikation der Spieldaten: Dahinter steckt ein System, dass doppelte Daten finden und entfernen soll. Deduplikation dient vor allem der Speicheroptimierung, sodass Spiele oder Daten deutlich kleiner werden und dadurch weniger Platz brauchen.
  • Keine Patch-Installationen mehr notwendig: Laut Stream sollen keine zusätzlichen Downloads mehr notwendig sein. Wie sich dies in der Realität auswirkt, werden wir beim Release der PS5 sehen.

Lead Techniker Cerny führte außerdem aus, dass allein der Wechsel von der HDD (PS4) zur SSD (PS5) einen enormen Boost an Geschwindigkeit bringen würde. Das zeigt er in einem kurzen Vergleich:

PS4 HDDPS5 SSD
Bandbreite50 – 100 MB/s5 GB/s
Seek Time2-50 MilisekundenSofort
Ladezeit1 GB in 20 Sekunden2 GB in 0,27 Sekunden

Was genau ist Seek-Time? Seek-Time bezeichnet die Zeit, die die Festplatte benötigt, um eine Datei auf der Festplatte zu finden. Sobald sie gefunden ist, kann sie auch verwendet werden. Je geringer die „Suchzeit“, desto schneller ist die Festplatte.

SSDs sind eine gute Investition, um auch mal einen lahmen PC wieder flott zu bekommen. Und wer noch keine SSD im Rechner hat, für den haben wir hier einige Tipps parat, warum es sich momentan ohnehin besonders lohnt, sich SSDs zu kaufen:

Warum es sich jetzt besonders lohnt, eine SSD zu kaufen

6. Darum ist die PS5 so enorm schnell

Spezieller Chip der PS5
Die I/O-Unit des Chips der PS5. Das sieht erst mal recht kompliziert aus, als Spieler bekommt man davon aber nichts mit.

Sony will laut Stream bei der PS5 vor allem auf Schnelligkeit setzen:

  • Sony setzt auf einen stark modifizierten Chip mit acht Kernen von AMD, der zwar im Basis-Modus nur mit maximal 3,5 Ghz taktet, aber auch einen Boost-Modus besitzt, der in passenden Situationen mehr rausholen soll
  • Außerdem wird eine spezielle I/O Unit verbaut, die für Schnelligkeit sorgen soll. Insgesamt stecken zwei Coprozessoren in dem modifizierten Chip
  • In der I/O Unit ist eine sogenannte „Kraken Decompression“ verbaut. Diese soll die Dekompression der Daten um 12 % schneller als bei der PS4 machen.
  • Ebenfalls steckt im Chip ein dezidierter DMA-Controller
  • In der GPU sind außerdem sogenannte Cache Scrubbers integriert
  • Sony setzt außerdem auf einen modifizierten Flash-Controller

Alle diese Teile sollen einfach ausgedrückt für eine hohe Schnelligkeit sorgen. Daten werden in Sekundenschnelle vom System verarbeitet und Spieler können ohne Einbußen zocken.

Die Bauteile der PS5 schnell erklärt

Was bedeutet I/O Unit? I/O steht für Input/Output (im Deutschen Eingabe/Ausgabe) und beschreibt, wie schnell ein Gerät mit den Nutzern kommunizieren beziehungsweise verarbeiten kann. Dazu gehören Lese- und Schreibvorgänge.

Die I/O – Unit ist zum Beispiel verantwortlich, wie schnell Daten von der Festplatte in den Systemspeicher getragen werden, wo diese dann verarbeitet werden können.

Was ist DMA? DMA bedeutet eigentlich Direct Memory Access und ermöglicht angeschlossenen Geräten, wie einer Soundkarte oder einer Netzwerkkarte, direkt auf den Arbeitsspeicher zuzugreifen, ohne vorher die CPU zu fragen. Die Datenübertragung wird also erhöht und gleichzeitig der Prozessor entlastet.

Was bedeutet Cache Scrubbers? Der Cache der GPU kann jeden Systemspeicher lesen und Speicherfehler erkennen. Erkennt sie Speicherfehler, so schreibt sie die korrigierten Daten zurück an die gleiche/ richtige Position. Das vereinfacht die Arbeit und benötigt weniger Arbeitsschritte. Für den User bedeutet das mehr Schnelligkeit und mehr Leistung.

Daher setzt Sony bei der PS5 auf einen speziellen Flash-Controller (ganz unten im Bild). Dieser ist dafür verantwortlich, dass die Daten schnell vom System übernommen werden können.

PS5 Lead Systemarchitekt Mark Cerny bei der Vorstellung der technischen Details im PS5-Stream am 18.3.2020.

Was kommt nach der Präsentation von Sony? Viele hatten sich großes vom Stream erhofft, in unserem Artikel haben wir versucht euch die technischen Details etwas aufzuschlüsseln. Dennoch bleiben nach dem Stream viele Fragen weiterhin offen:

Quelle(n): Youtube.com, ITWissen.info, reddit.com
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matuopm
1 Monat zuvor

Na ja etwas übertrieben hat er schon: Die SSDs sei schneller als alles was es bisher für den PC geben würde.

Cameltoetem
20 Tage zuvor

Ne ist richtig. Die SSD ist auf dem PC Markt noch nicht erhältlich. Sicher das wird sich irgendwann ändern. Aber übertrieben hat er nicht.

Oldboy
Oldboy
3 Monate zuvor

Boxen? Schallwandler oder mindestens Lautsprecher, wenn ich bitten darf. Da blutet mir als Heimkino Enthusiast das Herz! Finde es putzig, dass Sony als auch Microsoft auf das Tonformat eines Grafikkarten Herstellers bauen, anstatt einfach einen Dolby Atmos und einen DTSx Chip in ihre Konsolen zu pflanzen. Dolby hat das mit Abstand beste Erlebnis in Bezug auf 3D Audio entwickelt und Massentauglich gemacht und nun wollen Nvidia da sinnvoll mitmischen, naja… Microsoft hat bei der Xbox One schon kläglich versagt, was Dolby Atmos angeht und einen lieblosen, dauerhaft aktiven Atmos PCM Mix aufgespielt, welcher einem gut gemasterten Atmos Mix, nicht im Ansatz das Wasser reichen kann und jetzt betreten sie völlig neues Terrain. Hauptsache etwas womit man die Werbetrommel wirbeln kann…

KingK
3 Monate zuvor

Wird halt ohne wenn und aber gekauft 💪

Theiss
3 Monate zuvor

äh, ich mag mich irren, aber hatte sony nicht vorher angekündigt das die ps5 komplett abwärtskompatibel sein soll? Ich hatte mich schon ein wenig auf Force Unleashed gefreut question lol ich hab noch n paar ps3 games xD

Max Mustermann
3 Monate zuvor

Das problem bei der ps3 ist der cell prozessor. Der ist einzigartig, und deswegen mussten alle spiele auf die cell-architektur programmiert werden.
Da die ps4 und ps5 auf einer 64 bit architektur basiert, müsste man den quellcode der gesamten ps3 spiele von cell auf 64 bit umschreiben, um eine abwärtskompatiblität zu erreichen.

Und ich vermute mal, jeder, der das versteht, wird einsehen, dass sich das nicht mal im ansatz lohnt 😏

Herlitz
3 Monate zuvor

So spart man Hardware bzw. Aufwand (für eher selten benötigte Kompatibilität) und kann den Kram erneut verkaufen. Ein klassisches Win-Win.

Schade, aber durchaus nachvollziehbar.

Dave
3 Monate zuvor

sony hat aber auch schon immer betont, wie schwierig es ist die ps3 games kompatibel zu machen. die alten games könnten aber nach und nach alle über ps now verfügbar gemacht werden.

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