LoL: Chef von Cloud9 sucht nach Gründen für frühes Aus – Warum ist NA so schwach?

In den League of Legends Worlds 2019 hat kein Team aus Nordamerika die Gruppen-Phase überstanden. Teamchefs, Caster und Spieler analysieren nun, wo die Schwächen der Region liegen.

Was ist passiert? Am Sonntag fanden die letzten Spiele der Gruppen-Phase der LoL Worlds 2019 statt und das Team Liquid schaffte den Sprung in die K.O.-Phase nicht.

Das beste amerikanische Team der Saison war gut in die Worlds gestartet und konnte dank Doublelift die Vorrunde mit 2:1 beenden. In der Rückrunde unterlagen sie jedoch DAMWON Gaming, dem drittplatzierten aus Korea.

Damit schied das dritte und letzte der drei amerikanischen Teams aus.

League of Legends: „Müll“ – Doublelift rechnet mit der eigenen LoL-Liga LCS ab

Woran liegt das frühe Ausscheiden der Teams? Über diese Frage diskutieren gerade viele Teamchefs, Shoutcaster und Spieler aus Amerika. Die Probleme werden dabei an verschiedenen Stellen gesucht.

Der Besitzer von Cloud9, Jack Etienne, sieht in NA vor allem Nachteile in der Art, wie die Liga ausgespielt wird. Die koreanischen Ligen hätten das bessere System.

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Das war nix für Cloud 9.

Sind Best-of-1-Spiele schlecht für Amerika?

Wo sieht Etienne Probleme in NA? In einem Tweet beschwert er sich über die LCS, die permanent im Best-of-1 ausgetragen wird. Dadurch, dass die einzelnen Spiele so wichtig seien, kämen Teams nicht dazu, ihre Neulinge einzusetzen:

In Amerika werden 18 Spiele pro Split gespielt, alle im Best-of-1. In Korea finden ebenfalls 18 Spiele statt, jedoch alle im Best-of-3. Auf die Kritik, dass Europa doch die gleiche Spielweise hätte, antwortete Etienne:

Europa hat eine Vielzahl anderer Ligen, in denen sich die Spieler entwickeln können, bevor sie zu LEC kommen. In Kombination mit einer viel größeren Spielerbasis / einer besseren SoloQ führte dies dazu, dass viel mehr Talente produziert wurden. Darüber lässt sich nicht diskutieren.

In der Tat stehen die europäischen Teams bei den Worlds 2019 deutlich besser da. Alle drei haben die Gruppen-Phase überlebt, auch wenn es für Fnatic in der Todesgruppe sehr knapp war.

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Faker musste sich dem EU-Team Fnatic einmal geschlagen geben

Was sagen andere bekannte Persönlichkeiten? Ausgelöst wurde die Diskussion mit dem Besitzer von Cloud9 durch den Riot-Mitarbeiter Isaac ‘Azael’ Cummings Bentley. Er sieht es als zwingend notwendig an, dass NA mehr Talente suchen oder fördern müsse.

Auch der ehemalige Shoutcaster Christopher ‘MonteCristo’ Mykles meldete sich zu Wort. Er stimmte zu, dass das Best-of-1-System in LoL dämlich sei. In seinen Augen kommt es auch auf das Adaptieren der Spielweise der Gegner an, was nur bei mehreren Duellen funktionieren kann.

NA kämpfte auch schon in den Vorjahren mit Problemen bei der Weltmeisterschaft. Sie sind nun gefordert, eine Lösung für das kommende Jahr zu finden.

LoL Caster bricht zusammen, nachdem „sein“ Team aus den Worlds ausscheidet
Quelle(n): Dexerto
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Seska Larafey

Warum sind die so Schwach?

Ganz einfach

Ihr einiger Ruhm ist ein zweischneidiges Schwert

Dank ihrer Stream Beliebtheit sind sie ein Offenes Buch für alle anderen und da Korea auch stark darin ist…

Die noch im Endspiel sind, sind die so in den Streams bekannt? Jedenfalls nach dem Turnier sicher. Von den „besten“ lernen wird auch auf sie zuschlagen und wenn man weiterhin so spielt ohne Veränderungen….

Ach der, der spielt/reagiert immer das gleiche….wenn wir den „Ronaldino“ kontrollieren, gewinnen wir 7-1

DDuck

Was soll das mit den Streams zu tun haben?!

1. Ist es doch was komplett Anderes, wie die Jungs „privat“ in der Solo- oder DuoQ spielen, als im Team in der LCS oder bei den Worlds. Was soll ein einzelner Spieler über die Teamstrategie verraten, dadurch dass er sein Gameplay offen streamt?!
2. Streamen ja auch sehr viele andere Spieler (nicht nur NA-Spieler) ziemlich erfolgreich: Faker, Caps, Jankos, Bang, Rekkles…alles Profispieler, die es in’s Viertelfinale geschafft haben und unter den Top 100 LoL-Streams auf Twitch sind (laut Twitchmetrics).
3. Sind die Streams von den Ligaspielen, Play-Offs, Rift Rivals, MSI doch offen zugänglich und dort kann dann auch jedes Team verfolgt werden.

Ich denke es liegt viel mehr daran, dass man in den USA einfach sehr arg in diesem Franchise-Denken festgefahren ist. Man legt einen höheren Fokus auf Popularität, als auf den „sportlichen Erfolg“ bzw. die Weiterentwicklung der Fähigkeiten der einzelnen Spieler. Das aufbauen einer starken, beliebten Marke hat dabei MINDESTENS dieselbe Priorität wie der Erfolg des Teams an sich. Das ist in Europa bspw. einfach anders. In EU geht es einfach nur darum zu gewinnen. Das hat man 2019 beim MSI gesehen und bei den Rift Rivals und auch in der SoloQ spiegelt sich diese Einstellung relativ deutlich wieder. Dementsprechend schlecht sind die Spieler auch ausgebildet und dementsprechend weniger firm sind die Spieler auch mit einer neuen Meta und neuen Strategien. Darüberhinaus ist die Mentalität in den USA auch einfach eine ganz andere. Eine Hand- oder Fußball-WM beispielsweise hat in den USA einfach keinen Wert, weil man sich auf andere Sportarten fokussiert hat: Baseball, Eishockey, Football, Basketball…und was haben all diese Sportarten gemeinsam? Richtig: Es gibt international kaum relevante Turniere. Die Wikipedia-Artikel zur Baseball- und Football-WM passen bequem auf jeweils zwei DIN A 4-Seiten. Beim Eishockey und Basketball, hat sich das ganze in den letzten Jahren etwas gewandelt, aber auch da gilt noch: der wichtigste Titel ist nicht der Gewinn der Weltmeisterschaft sondern der NHL bzw. NBA und das ist denke ich auch weitestgehend noch die Mentalität, die im eSport gefahren wird: Man versucht auf regionaler/nationaler Ebene erfolgreich zu sein, international ist zweitrangig weil wir ehh die besten Teams in der besten Liga haben.

Nun kommt natürlich dazu, dass alle drei NA-Teams einfach keine einfachen Gruppen hatten. In Gruppe B hätten zumindest C9 und TL die Chance gehabt anstelle von Splyce weiterzukommen. Dazu kommt, dass die einzelnen Spieler einfach nicht wirklich gut sind: Die Spieler der drei NA-Teams, die ansatzweise (noch) internationales Niveau haben, kann man an einer Hand abzählen (für mich sind das Doublelift, CoreJJ, Jensen, Svenskeren, Cody Sun). Huni ist eine Legende, aber einfach kein richtig guter Spieler auf Top-Niveau mehr. Blaber, Damonte, Lira, Nisqy…das sind zwar alles talentierte Spieler, die in der LCS vielleicht auch nicht schlecht wirken mögen, haben aber definitiv auch noch lange kein internationales Niveau. Auch Sneaky und Zeyzal sind ein Botlane-Duo mit dem du nun mal keinen Blumentopf gewinnst bei der Konkurrenz.

Wo man ihm allerdings Recht geben muss: ein Bo1 finde ich auch nicht wirklich angemessen. Jedes Spiel kann quasi entscheidend sein. In den Ligen und vor allem in der Gruppenphase der Worlds sollte man sich definitiv mal Gedanken drüber machen die Matches im Bo3 zu spielen, so wie es in Korea ja ohnehin Standard ist.

Gerd Schuhmann

Ich denke, die haben auch eine verzerrte Wahrnehmung. Doublelift meinte ja: Wir können eigentlich jeden schlagen. Wir haben jedes Jahr so ein Pech.

Ich glaube, das ist einfach die falsche Einstellung. Wenn es jedes Jahr knapp nicht reicht – dann fehlen halt genau die 2,3% konstant, die es ausmachen.

Ich denke, es liegt schon daran, dass Team Liquid dann das stärkste Team in einer schwachen Region sind und dass den Blick für die Realität verzerrt. So ähnlich ist es beim Fußball auch. Da denkt man jedes Jahr, FC Bayern sind die allergrößten – bis sie dann im CL VIertelfinale gegen Teams spielen müssen, die plötzlich genauso stark oder stärker sind.

Die können dann auch nicht jedes Jahr sagen: Wir hatten Pech. Die müssen sagen: Okay, dieses Jahr hatten wir klare Schwächen, daran müssen wir arbeiten.

Ich hab heute eine Analyse auf Dotesports gelesen, die z.b. taktische Fehler aufzeigt, weil sich das Meta verschoben hat.

Team Liquid hat nur Plan A: „Top Lane einen Tank hinstellen, der alleine überlebt, und dann über die starke Bot-Lane was reißen“ – und wenn dieser Plan A schiefgeht, dann war’s das.
Bei anderen Team sieht man höhere Flexibilität und einfach mehr Chaos. Mage-Botlane ist grade wohl angesagt.

Bei G2 eSports spielt ein gelernter Midlaner auf der Botlane mit PerkZ, der einen ganz anderen Champion-Pool hat. Und dem spielt dieses Meta dann in die Hände.

Ich glaube LoL ist in der Hinsicht Draft/Champion-Komposition einfach wahnsinnig komplex und für Außenstehende kaum zu durchschauen, was da für Finessen passieren.

2018 wurde Korea vorgeworfen, dass sie total eingefahren sind und nur Plan A kennen – und dieses Jahr sind die plötzlich auch kreativer.

DDuck

Den Vergleich mit dem FCB finde ich sehr gut: In Deutschland ist man der Benchmark für einen erfolgreichen Fußballclub, ist Serienmeister usw. (wie TL in der LCS auch) und in der Champions League stellt man dann fest, dass der Fußball in Spanien, Italien und England einfach schon 1-2 Schritte weiter ist…genau dasselbe hat TL bei den Worlds dieses Jahr erlebt.

Ja, G2 hat definitiv einen Vorteil, dadurch das PerkZ sehr gut mit APCs umgehen kann (wahrscheinlich besser als jeder andere Botlaner auf der Welt) und der „klassische ADC“ aktuell einfach nicht soooo gut funktioniert. Aber das ist halt auch nur ein Team. In den meisten anderen Teams spielen klassische ADC-Spieler auf der Botlane und die können auch gewinnen. Außerdem sehe ich in den Teams, die APCs auf der Botlane spielen, die Botlane viel weniger als Carry-Lane sondern eher als etwas zusätzlichen Druck und Kontrolle auf der Sidelane, während bspw. die Midlane das Spiel carried.

Im Gegensatz zu den NA-Teams haben die Teams aus den anderen Regionen einfach verstanden, dass LoL nun mal nicht mehr wie früher „Toplane is an island“ und „Wir füttern den ADC so lange, bis er das ganze gegnerische Team auflöst“ ist, sondern mittlerweile auch viele Spiele vor allem über die Midlane oder sogar die Toplane oder den Jungle gecarried werden…und darauf kann oder will man sich bei den NA-Teams einfach nicht einlassen.

Dastil

Der Grund wesshalb eu allgein besser dahsteht im e-sports ist der selbe warum es im solo q eu auch oft viel toxischer ist. Das Wettbewerbsdenken ist seeeehr gross und es geht vielen nur ums gewinnen.

NA ist dafür angenehmer zu spielen da, wie gesagt, es oft weniger toxisch ist.

Lonardi Isella

*lol*…natürlich ist das System schuld! Was auch sonst!?

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