CoD MW & Warzone: Viele wohl zu Unrecht gebannt – Spieler fordern Erklärung

Activision Blizzard nahm mit einer großen Bannwelle tausende Cheater bei Call of Duty: Modern Warfare & Warzone hoch. Doch es traf wohl auch Unschuldige, die jetzt Antworten fordern. Die Entwickler schweigen.

Worum geht’s? Die beliebten Shooter Call of Duty: Modern Warfare & Warzone haben ein Cheater-Problem. God-Modes, Wall-Glitches oder Aimbots ruinieren fairen Spielern immer wieder ihre Matches. Spieler auf den Konsolen deaktivieren sogar das Crossplay, um sich vor den Cheatern auf dem PC zu schützen.

Infinity Ward berichtete vor 2 Wochen, dass sie schon circa 70.000 Cheatern gebannt haben.

Doch offenbar produziert dieses konsequente Bannen von Cheatern auch Kollateralschäden. Immer mehr Spieler beschweren sich über ungerechtfertigte Banns und berichten über etliche CoD-Points und Spielstunden, welche von den Banns wohl unwiederbringlich gefressen wurden.

Bis auf allgemeine Statements zu den Banns hatten die Entwickler bisher nichts dazu zu sagen. Nun starte der User „John Jefferson Sy“ sogar eine Petition auf Chance.org um Activision Blizzard zum Reden zu bringen, die auch schon das erste Unterschriften-Ziel erreicht hat. Doch die Macher bleiben weiter stumm.

Spieler fühlen sich zu Unrecht gebannt – Petition läuft

Was fordern die Spieler in der Petition? Erstes Ziel der Petition ist die Wiederherstellung der gebannten Accounts oder zumindest eine Auskunft darüber, warum die Accounts gesperrt wurden. Die Petition ist adressiert an zwei hohe Tiere bei Activision Blizzard – CCO Kristin Binns und CEO Bobby Kotick.

Das erste Ziel von 500 Unterstützern wurde bereits erreicht. Der nächste Meilenstein liegt bei 1.000 und bisher haben 575 Leute die Petition unterschrieben (28. April 13:00 Uhr).

Was sagen die Entwickler dazu? Zu den aufkommenden Vorwürfen schweigen die Verantwortlichen beharrlich. Neben den offiziellen Ankündigungen zum Umgang mit Cheatern, gab es hier keine Antwort auf die Fragen der aufgebrachten CoD-Soldaten.

„John Jefferson Sy“ versuchte es mit dem Activision-Support, doch die meinten wohl nur:

„Temporäre und permanente Sperren in allen Spiemodi sind endgültig und unterliegen keiner nachträglichen Prüfung. Der Activision-Support kann zum Thema der Vollstreckung keine Fragen beantworten oder behilflich sein.“

Nachdem das Thema mit den Cheatern in der Community immer größer wurde, äußerten sich die Verantwortlichen vor ein paar Wochen in einem Activision-Blogpost dazu. Hier wird die strikte Kommunikations-Politik beim Thema Cheater klar: „Das ist ein Bereich an dem wir intensiv arbeiten, aber wir diskutieren ihn nicht immer öffentlich.“

Warum geben die Macher hier keine klaren Antworten? Oft neigen Entwickler oder die jeweiligen Studios dazu, ihre Maßnahmen gegen Cheater so gut es geht zu verschleiern. Denn sind die Methoden erst einmal bekannt, steigt die Chance, dass erfinderische Hacker einen effektiven Weg finden, die Entdeckung der Cheats und Hacks zu verhindern.

Activision analysiert Daten und bannt nur mit strenger Prüfung

Wie bannt Call of Duty Cheater? In dem Blogpost verrieten die Entwickler allerdings ein wenig über ihre Vorgehensweise. Sie benutzen automatische Analyse-Programme, die Auffälligkeiten suchen. Ein Sicherheits-Team überwacht rund um die Uhr die Daten, um mögliche Verstöße zu finden.

Wenn wir einen Spieler melden, werden diese anhand von Schlüssel-Faktoren analysiert und gefiltert. Bestätigen die Daten den Verdacht des meldenden Spielers, tauchen die Schummel-Soldaten dann auf dem Radar des Sicherheits-Teams auf.

Bestätigt sich der Verdacht aus den Daten oder den Meldungen, kann das Sicherheits-Team dann die Strafen verteilen. Auf der Website mit den englischen CoD-Sicherheits-Richtlinien heißt es:

„Alle Verstöße werden vor der Durchsetzung einem gründlichen Überprüfungsprozess durch das Sicherheits-Team von Infinity Ward unterzogen und Strafen unterliegen keiner weiteren Überprüfung.“

cod modern warfare warzone wall glitch cheat out of map
Ein typischer Wall-Glitcher bei der Arbeit auf der Action-Map Shipment.

Welche Aktionen führen zu Sperren? Laut der englischen Sicherheits-Richtlichtlinien von CoD Warzone sind folgende Aktionen verboten:

  • Nutzen von Dritt-Software zum modden oder hacken
  • Gefälschte CoD-Versionen verwenden (Piraterie)
  • Nicht unterstützte Peripheriegeräte und -anwendungen
  • Boosting – Ungewolltes verstärken der Belohnungen wie zum Beispiel XP
  • Glitching – Fehler im Spiel zum eigenen Vorteil nutzen
  • Griefing – Anderen Spielern mit dem eigenen Verhalten das Spiel kaputt machen
  • Offensives Verhalten wie Cyber-Mobbing oder Rassismus
  • Spieler mit Content oder Objekten, die eigentlich nicht verfügbar sind
  • Dekompilieren oder Re-Engineering der Spieldaten

Die meisten Punkte auf dieser Liste haben laut Activision eine „Androhungs-Stufe“ und führen zu einem temporären Bann. Erst bei der zweiten oder dritten Auffälligkeit führen sie wirklich zu permanenten Banns. Jedoch führen Modding/Hacking, Piraterie und das Dekompilieren des Quellcodes direkt ohne Vorwarnung zu einem permanenten Bann.

Aussage gegen Aussage – Bann-Frage bleibt spannend

Hat die Petition Aussicht auf Erfolg? „John Jefferson Sy“ behauptet, dass ein Großteil der gebannten Spieler unschuldig sei. Wenn sich das bestätigt, dürfte das Thema demnächst zu einem ernst zu nehmenden Problem für Activision Blizzard werden. Das wären dann nämlich mehrere 10.000 Spieler, die gegen CoD und seine Bann-Politik auf die Barrikaden gehen könnten.

Den Anschuldigungen gegenüber stehen allerdings die Aussagen der CoD-Macher. Jeder Bann, ob permanent oder temporär, unterliegt der manuellen Prüfung des Sicherheits-Teams. Hier könnten zwar menschliche Fehler passieren, aber dass bei einem Großteil der Banns was schiefgelaufen sein soll, ist dann doch eher unwahrscheinlich.

So oder so, die Verantwortlichen haben kürzlich deutliche Kampf-Ansagen gegen Cheater ausgesprochen und bannen fleißig weiter vermeintliche Hacker und Schummler – Oder schicken sie zumindest auf ihre eigenen Cheater-Server. Sollte sich aber herausstellen, dass es viele unschuldige Opfer des Kriegs gegen CoD-Cheater gibt, geht die Aktion ein wenig am eigentlichen Sinn vorbei. Das Thema bleibt weiter spannend.

Quelle(n): Game Rant, Change.org - Petition, CoD Sicherheits-Richtlinien, CoD-Blogpost - Cheater
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Michael
11 Tage zuvor

Hallo
Ich dachte auch erst das die meisten einfach nicht zugeben wollen das sie Cheats etc. nutzen. Aber nun hat es mich selber getroffen. Ich bin 45 und spiele CoD seit der ersten Ausgabe aber das was in dem neusten MW Multiplayer und Warzone mit den Kunden gemacht wird ist echt nicht mehr Fair, Cheater hin oder her …
Strenge Prüfung scheint hier nur ein Wort zu sein.
mad

Raziel Liezer
3 Monate zuvor

Wenn, ich den Punkt Rassismus lese, kann ich nur lachen, da man sich zum Beispiel ohne Probleme den Namen Gas_In_Den_Juden geben kann bei Activision oder als Clantag SS&SA verwenden kann!
Was den Support angeht, auch der letzte Mist, ich warte zum Beispiel seit Monaten auf Antwort, wegen einer Rückerstattung. Der erste Mitarbeiter, der sich deswegen melden wollte, auf meine erste Anfrage im Februar, hatte sich bis zum April nicht gemeldet, worauf ich dann auf eine weitere Anfrage, am 10. April erfahren habe dieser Mitarbeiter wäre dort nicht mehr beschäftigt und man würde sich der Sache nochmal annehmen. Jetzt haben wir den 29. April und ich habe immer noch keine Antwort von Activision. Auf weitere Nachfrage wurde auch nicht mehr geantwortet. Dabei wurde mir noch vom letzten Mitarbeiter, mit dem ich geschrieben habe, versichert, dass wir Spieler ja super wichtig wären für Activision!
Dazu kommen auch noch Bugs die nicht behoben werden, zum Beispiel, dass man nach dem Sprint seine Waffe nicht mehr benutzen kann, mir erst heute wieder passiert oder das es immer wieder Runden in Beutegeld gibt, wo man nach Ende der Runde, weder XP für sein Levelfortschritt oder Battle-Pass bekommt!

Susanne
3 Monate zuvor

Ich finde es gut, dass etwas gegen Cheater unternommen wird da ich auch schon ein paar mal auf welche gestoßen bin.
Nachdenklich macht micht aber, was mache ich wenn mir das plötzlich passiert und ich zu unrecht gebannt werde? Ich spiele seit beginn rein aus Spaß Warzone, hab ne 1.0 KD und gerade mal so 5 Wins. Solo spiele ich gar nicht, ist mir zu langweilig das ewige gecampe.
Gestern erwischte ich ein richtig gutes Squad und wir holten schließlich den Win. Ich ging teilweise richtig ab (viel mehr als sonst) und hatte am ende 15 Kills und einige Zuschauer. Teilweise fiel auch das Cheaterwort gegen mich. Wenn mich da nun einer gemeldet hat und diese „Leistung“ seltsam aussieht werde ich gebannt und kann nichts dagegen tun.
(…und bei dem User Weichspüler (als scheinbarer normalo Player) ging es wohl auch schon in diese Richtung)
Habe Zeit & Geld investiert und das würde dann einfach weg sein. Von daher sehe ich die Situation durchaus kritisch ohne Veröffentlichung von Beweisen Spieler zu bannen. Es wird durchaus zu unrecht gesperrte Spieler geben solange Menschen anhand von gesammelten Daten, die nicht immer 100%ig ausfallen, entscheiden. Von daher sollte man diesem Thema durchaus Aufmerksamkeit schenken und es nicht zu einer Willkür kommen lassen.

René
3 Monate zuvor

Das war mein erster Gedanke … beweist doch erstmal das ihr unschuldig seid. Wird nicht jeder cheater/glitcher aus seiner Sicht „unzurecht“ gebannt und lügt bis auf die dreisten die drauf scheißen. ^^

Fontaene
3 Monate zuvor

Man gilt deiner Meinung nach erst als unschuldig, wen man einen Beweis vor gebracht hat? Theoretisch ist dann jeder Schuldig, solange er nicht das gegenteil beweist? Dein beschriebenes Prinzip (Schuldvermutung) sollte und ist auch z.b. vor Gericht genau umgekehrt, jeder gilt als unschuldig solange das gegenteil bewiesen wurde! Ich bin selbst von diesen Bans betroffen, habe nie gecheated oder sonst etwas gemacht was einen Ban rechtfertigen würde. Und ganz ehrlich, jeder Cheater oder Glitcher weiß doch ganz genau wegen was er gebannt wurde, denkst du ernsthaft so jemand investiert dann auch noch Zeit und mühe seinen Account wieder zurück zu bekommen, nach dem er doch ganz genau den Grund für den Ban kennt? Nein, so jemand macht sich einen neuen Account, investiert auch kein Geld für Skins etc. da er immer Gefahr laufen würde gebannt zu werden. Also kann absolut mit keinem deiner Punkte übereinstimmen.

Chris
3 Monate zuvor

Sorry, er hat schon irgendwo recht. Klar ist sein 1. Gedanke etwas daneben, aber ich verstehe schon was er meint. Mir wollte auch einer erzählen, dass er zu unrecht gebannt wurde. Aber nachdem ich nur ein bisschen nachgehakt hatte, hat der sich angefangen selbst zu widersprechen. Nachdem ich ihn drauf hingewiesen habe, blockierte er mich. Als ich dann dazu nen Beitrag (ohne Namen), mit Screenshots aus dem Chat, in einer Gruppe gepostet habe hat er mich plötzlich wieder angeschrieben und wollte mir weiß machen, dass er mich nie Blockiert hätte und dies ein Fehler gewesen sein muss.

Jetzt zu deiner Aussage, dass solche sich ja eh wieder nen neuen Account machen würden. Falsch! Es gibt genug, die sich über längere Zeit nen Account hochgezogen haben, die kommen dann aber irgendwann auf die grandiose Idee solche Software zu benutzen. Die denken oft man würde sie nicht erwischen, da steht ja bei solchen Hacks „100% Safe“ dran, also könne einem nichts passieren. Wenn dann aber der Bannhammer kommt, wollen die sich nicht alles neu erspielen und wollen ihren Account zurück. Schließlich haben sie sich ja über lange Zeit alles normal erspielt. Von diesen Genies gibt es zu viele. Ich hab damals einen in der Liste gehabt, als ich merkte, dass der Laggswitches benutzt und er das auch zugegeben hatte, flog er aus meiner Liste und ich hab ihn gemeldet. Ne gewisse Zeit später flog er aus dem Game und ein Kollege hat mir dann nen Beitrag geschickt indem genau der Kerl behauptete er habe nur eine schlechte Verbindung gehabt etc. und wäre zu unrecht gebannt worden.

Klar, es gibt genug die sich einfach immer wieder neue Accounts machen, aber daraus bestehen nicht alle Spieler.

René
3 Monate zuvor

Posten mal Screenshot von dein bann ^^

Weichspüler
3 Monate zuvor

wer ein bann hat kann sich einfach nicht mehr einloggen man kommt also in einen verbinde mit online bla bla loop er kann also nix posten

Weichspüler
3 Monate zuvor

naja nach meinem ersten win mit 12 kills (ich zock schon seit beginn) wurde ich auch in eine cheater lobby gepackt normal komm ich nie über 2-3 kills. Aber nach ein paar matches war ich wieder draußen trzd mega nervig und sollte nicht passieren bann bekommt man wohl wirklich nur als cheater weil der ja erst kommt nachdem man erwischt wurde in diesen cheater lobbies

René
3 Monate zuvor

Klar kann er was posten und zwar die Kontakte aufnahme mit den Support und die Antwort. grin Also bitte im Internet kann jeder was behaupten vllt hat er auch nicht gecheatet…. aber geglitcht oder ging vllt im voice Chat beim Flamen ab. Alles möglich und schon die Aussage das cheater kein Geld investieren von ihm… ich hab vor der free to play umstellung von Cs Go es jahrelang gezockt da kann ich anderes bestätigen. grin hab Leute erlebt die haben mit inventaren im Wert von 500+++ gecheatet.^^

Weichspüler
3 Monate zuvor

stimmt auch wieder XD nicht dran gedacht, naja 99% eh nur gelaber kenn ich auch zugut aus csgo kenn aktuell auch noch welche die mit 2k inv reincheaten.

erst letztens hat nen mate mit nen 8k inv nen bann gefressen, weil der horst nen server crasher genutzt hat und jetzt 1 post nach dem andern aufmacht. Der vollfosten hat angeblich nie gecheatet XD nur dumm das server crasher nix anderes sind.

René
3 Monate zuvor

Eben und dazu gibt es ja auch noch gute Spieler die trotzdem cheaten und es sehr gut verschleiern und Jahrelang nicht gebusted werden bis ihnen mal ein Fehler unterläuft. ^^

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