Der Chef des MMORPG EVE Online erklärt in einem Interview, welche positiven Auswirkungen das MMORPG auf die Leben der Spieler hat und wie sich EVE Online in den nächsten Jahren verändern soll.
Wer spricht da? Hilmar Veigar Pétursson ist seit 2004 der CEO von CCP Games, den Entwicklern von EVE Online. Er arbeitet seit 21 Jahren an EVE und hat zum Jubiläum ein Zweihandschwert erhalten, das er stolz im Interview mit Venturebeat präsentiert.
Für 10 Jahre bei CCP überreicht man Mitarbeitern ein Schwert. Von denen habe er im Laufe der Jahre 50 oder 60 verteilt, erzählt Pétursson.
Doch nur 3 Leute seien seit 20 Jahren bei CCP. Eine Frau habe sich eine Italien-Reise als Jubiläums-Geschenk gewünscht, ein anderer wollte eine Schrotflinte. Doch er habe wirklich ein Zweihandschwert gewollt, erklärt der CEO.
Das ist die Situation bei EVE: Pétursson ist merklich stolz darauf, was man in Island aus dem Boden gestampft hat. Mittlerweile hat EVE Online mehr Abonnenten als Island überhaupt Einwohner hat und sieht sich als Vorreiter für das MMORPG-Genre: „Wir machen seit 20 Jahren das, wovon Leute jetzt träumen.“
Aber, was man da macht, bleibe vielen verborgen. Es sei zwar besser geworden, aber EVE sei immer noch versteckt. Spieler könnten das nur finden, wenn sie gezielt danach suchen. Und selbst dann müssen sie sich durch eine Menge „unperfekte Spieler-Erfahrungen“ schlagen, um zu sehen, was die Magie von EVE ausmacht.
Dabei hat EVE seinen Spielern doch so viel zu bieten.
EVE Online erlaubt Spielern, bessere Version von sich zu sein
Das sagt er zum Einfluss von EVE auf die Spieler:
„Die einzige Art, wie man im Moment die Magie von EVE Online erleben kann, ist es, auf dem PC-Client über Jahre zu spielen. Dann verstehst du es wirklich. Du bist Teil der Community, Teil des Metaversums, Teil der Wirtschaft, des Soziallebens, Teil all dieser wunderbaren Dinge.
Das Spiel hatte einen enorm mächtigen Einfluss auf das Leben der Spieler. Wir sind sehr stolz darauf. Eve Online sorgte für einen sehr positiven Wandel in deren Leben. Es erlaubte den Spielern, eine bessere Version von sich selbst zu sein, ihr Potential zu verwirklichen. Aber es dauert eine lange Zeit, bis man zu dem Moment kommt, an dem es losgeht.“
EVE ist das ultimative Survival-Game
Wie schafft EVE das? Pétursson stellt heraus, dass CCP mit EVE eine extrem harte Umwelt geschaffen hat, in der sich Spieler „klein und einsam vorkommen.“ Es wirke am Anfang so, dass andere Spieler nur in EVE sind, um einen selbst zu jagen.
EVE sei das ultimative Survival-Game, sagt der CEO.
„Wenn du jene findest, die nicht so sind; Spieler, die sich dir zuwenden, dann entstehen wahre Freundschaften. Die Tatsache, dass EVE Online so ein rauer Platz ist, wird zu einer wertvollen Zutat, dass Menschen so viel Energie aus den Freundschaften ziehen können, die sie im Spiel knüpfen. EVE liefert Gelegenheiten dazu, dass Freundschaften getestet werden.“
Er spricht von EVE als „Amboss“, auf dem Freundschaften gestählt werden.
Laut dem CEO spielt es eine wichtige Rolle, dass die Welt so gefährlich ist. Das bedeutet, dass „Versagen“ eine Bedeutung erhält und dass „Vertrauen“ eine Bedeutung erhält.
Die Begriffe „Versagen und Vertrauen“ seien wichtige Schlüssel-Elemente dafür, um zu wachsen, zu lernen und sich zu entwickeln.
Mit EVE anzufangen, ist so, wie mit 6 Jahren zur Uni zu gehen
Wie soll EVE weitergehen? Pétursson sagt: Man hat mit EVE was gebaut, was andere Leute jetzt erst bauen möchten. Er denke jetzt ständig darüber nach, wie man EVE möglichst vielen Leuten zugänglich machen kann. Vielleicht nicht alles von EVE, aber Teile davon. Vielleicht so, dass Spieler nicht so viel Zeit ihres Leben nur für EVE aufwenden müssen.
So sei der Einstieg in EVE wahnsinnig schwierig. Es fühle sich an, als gehe man als 6-Jähriger an eine Universität. Die meisten Leute, die es schaffen, neu in EVE einzusteigen, hätten einfach Glück, dass ihnen erfahrene Spieler helfen. Das könne es aber nicht sein, dass es so vom Zufall abhängig ist, ob jemand in EVE hineinfindet oder nicht.
„Eine Menge von EVE-Spielern haben im Prinzip gecheatet. Sie hatten einen Freund, der ihnen geholfen hat. Das ist natürlich auch ein Teil dessen, worum es im Spiel geht.“
EVE will nun daran arbeiten, den Einstieg leichter zu machen. Damit Spieler auch ins Game finden, wenn sie nicht das Glück haben, einem Freund zu begegnen.
Das steckt dahinter: Es gibt verschiedene Arten, ein Spiel wie EVE zu spielen. Mit positivem Einfluss meint Pétursson sicher nicht, dass man stundenlang irgendwelche Asteroiden sucht und für Materialien farmt oder wild durch die Gegend fliegt und andere Spieler abknallt und ausraubt.
Der CEO von EVE meint sicher Spieler, die Verbindungen zu anderen aufbauen, viel kommunizieren, sich Ziel und in Gemeinschaften mit anderen etwas anstreben und erreichen. 2014 haben wir auf MeinMMO über einen Spieler berichtet, der seine Erfahrungen als Gildenleiter in WoW nutzte, um einen Job als Manager zu erhalten. Über so Menschen spricht der EVE-Chef sicher.
Pétursson betont immer wieder, dass man mit EVE vor 20 Jahren und mit technisch extrem veralteten Mitteln schon eine virtuelle Welt aufgebaut hat, wie das heute viele versuchen. Jetzt müssen die Entwickler die Frage beantworten, wie man EVE in die Zukunft führt und dabei das Einzigartige erhält.
Zwischen den Zeilen liest man klar raus: Einstieg überarbeiten und auf Mobile kommen. Beides scheint auch deshalb möglich, weil CCP vor Jahren von „Pearl Abyss“ gekauft worden, dem finanzstarken Studio hinter Black Desert.
MMORPG-Hochzeit – Warum kauft Black Desert denn EVE Online?
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