Valorant: Chef des größten Teams weist Spieler an, Gegner zu demütigen

Im Taktik-Shooter Valorant hat ein Admin eines offiziellen Spiels die Spieler gebeten, doch das „Teabagging“ zu unterlassen. Das ist eine demütigende Geste. Doch der Chef des größten europäischen Teams, G2 Esports, sagt: „Fuck this rule“ und weist seine Spieler an, es extra zu machen.

Was ist Teabagging? Teabagging ist eine symbolische Geste in Videospielen: Man drückt einem besiegten Gegner, der auf dem Boden liegt, die Genitalien der eigenen Spielfigur ins Gesicht, indem man sich auf das Gesicht eines Gegners stellt und immer wieder in die Hocke geht. „Teabagging“ heißt es deshalb, weil die Bewegung der Genitalien dabei so wirkt, als wenn man einen Teebeutel in eine Tasse mit heißem Wasser gibt.

„Teabagging“ gilt allgemein als unfein und verpönt.

Nachdem ein Spieler in Valorant im Dezember 2020 einen Gegner „geteabaggt“ hatte, bekam er sogar Todesdrohungen.

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So sieht das aus, wenn man einen Gegner in Valorant “Teabaggt.”

Das ist der Anlass für die Diskussion: Ein Spieler von G2 Esports, Patryk „PaTiTek“ Fabrowski, hat auf Twitter einen Screenshot geteilt. Da sagt ihm der Admin eines offiziellen Valorant-Turnierspiels: Man möchte kein Teabagging in den Übertragungen haben. Das empfindet man als unfein (via twitter).

G2 Esports ist das größte E-Sports-Team in Europa. Sie dominieren die League of Legends seit Jahren. Laut Forbes ist das Team etwa 175 Millionen US-Dollar wert. G2 sind für ihre “Memes” bekannt. Der Chef des Teams hat G2 zum “Real Madrid des E-Sports” erklärt.

“Scheiß auf die Regel – Tebaggt sie und schießt auf ihre Leichen!”

So reagiert G2 Esports: Offenbar wurde das als „neue Regel“ von Riot ausgelegt, nicht zu teabaggen. Wenn ein Admin das sagt, sieht man das so, als käme es direkt von Riot Games.

Der Chef des Teams G2 Esports, der ehemalige LoL-Profi Carlos „Ocelote“ Rodriguez, wies seine Spiele auf Twitter daraufhin an, „jeden zu teabaggen und auf die Leichen zu schießen.“ Zur neuen Regel von Riot Games sagte er „Fuck this rule.“

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In einem weiteren Tweet nannte er die Regel „blöd“, die hätte keinen Platz in Valorant. Die wollten Europa offenbar so langweilig machen, wie damals, bevor G2 existierte. Das passiere nicht.

Viele finden “Teabagging gehört dazu”

So wird das diskutiert: Wenn man sich die Kommentare auf Twitter durchliest, sind die meisten Spieler klar “Pro-Teabagging”. Man hält das für

  • “freie Meinungsäußerung”
  • “psychologische Kriegsführung”
  • und etwas, das “zu einem First-Person-Shooter einfach dazugehört”

Man scheint regelrecht entsetzt, das Riot Games wirklich sowas Absurdes vorschlagen würde, wie Teabagging zu unterlassen. Man wünscht sich jetzt eine klare Aussage von Riot Games, ob das verboten ist oder nicht.

Warum „tea-baggen“ wir unsere Gegner eigentlich in Online-Spielen?

G2 teabaggt und verliert

So ging das weiter: Die Spieler von G2 Esports nutzten das Teabagging ausgiebig auf „Befehl ihres Bosses“. Sie spielten das Turnier VCT 2021: EU Challengers 3. Da traten 8 Mannschaften um knapp 42.000$ Euro an.

Als G2 Esports auf der ersten Map gegen Dfuse 9-0 in Führung ging, wurde ge-teabaggt. Doch G2 verlor das Match nach der Führung noch deutlich. Damit können sie sich mehr für das erste VCT Masters qualifizieren, wie dotesports weiß.

Dumm gelaufen. Hätte man sich vielleicht besser auf andere Sachen konzentriert. In den Kommentaren heißt es denn auch: “Schlechtes T-Bag Karma.”

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Das steckt dahinter: Das passt zu G2 Esports und der Marke “G2”. Sie treten auch in LoL häufig so selbstbewusst auf, dass es schon an Respektlosigkeit dem Gegner gegenüber grenzt. G2 ist für Memes und Stunts bekannt – die feiern ausgelassen, klopfen große Sprüche, posten viel auf Social Media, verspotten Gegner und einander. Da spielt viel Ironie und Sarkasmus mit rein: Sie berauschen sich am Gaming und an sich selbst, ziehen Energie aus den Späßen.

Das ist immer so lange cool, wie G2 Esports dominiert und es gut läuft. Sobald sie aber verlieren, wirken diese Spielereien überzogen und man denkt dann: “Wär vielleicht besser gelaufen, wenn ihr euch auf das Match konzentriert hättet.”

Caps-G2-Esports-Baden
G 2 gilt als Traum-Team in Europa. Hier deuteten sie an, einen Spieler in den Pool bei den LoL Worlds 2020 zu werfen.

Auch wenn man das Verhalten als “unsportlich” sehen kann, hat G2 Esports mit dieser Einstellung viel Erfolg: Sie begeistern ihre Fans und sind eigentlich immer unterhaltsam. Außerdem sind es faire Verlierer. Wenn es mal schiefgeht, stehen die Teams auch dazu. Und so richtig ernst gemeint, ist das alles offenbar nicht – ist ja nur ein Spiel.

Carlos “Ocelote” Rodriguez ist der Gründer und Macher hinter G2. Er war zu Beginn von LoL im Jahr 2011 ein Midlaner für SK Gaming, erkannte aber schon mit Mitte 20 das enorme Potential im E-Sports und gründete 2013 G2 Esports mit Sitz in Berlin. Ein bisschen heißblütig ist er offenbar nach wie vor:

Twitch-Streamer legt sich mit dem falschen, irren Boss eines LoL-Teams an

Quelle(n): Dotesports, Inven
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Alex

Ich hab kein Problem mit Teabaggern, besser kann man doch eigentlich garnicht mehr darstellen was für ein Typ man ist, weis man doch direkt woran man ist.
Ich lach darüber meistens eher, wer das nötig hat ist meistens auch einer der seinen Controller durch den Raum wirft wenn ich ihm danach mehrere male hintereinenader kille.
In Destiny liebe ich es ja solche Menschen zu zeigen wie toll sie doch sind, ich packe dann auch extra für die meine schönsten Emotes aus und salze ein wenig vor mich hin oder provoziere auf andere weise. 😉
Solange alle ihren Spaß haben, ich würd mich aber auch nicht angepisst fühlen nur weil einer teabaggt, idioten gibts halt immer.
Wenn ich hier schon sowas wie “kultur” lese, diese Leute glauben wahrscheinlich auch das Biersaufen und Oktoberfest irgendwas mit “deutscher Kultur” zu tun hat. Lustig und ein wenig traurig mit anzusehen, immer wieder bei solchen Artikeln wo es um das Thema geht.

Frank

Ich habe nichts gegen Teabaggen. Kommt aber auch immer drauf an wie geteabaggt wird. Bei jedem zweiten Kill ist es unnötig. wenn man aber hinten liegt und nen ordentlichen Clutch durchzieht kann mans dem Gegner schon mal unter die Nase reiben. Die Leute die hier von Fairplay labern haben sowieso nicht verstanden worum es geht. Man demütigt ja nicht nur und sagt damit “du bist Schmutz” sondern, seht mal wie geil ich gerade gespielt. Wenns so weiter geht darf man im Sport bald nicht mehr jubeln wenn ein Tor fällt, denn das heißt ja die anderen waren schlechter und wir sind ja alle gleich. Shooter games haben automatisch einen agressiveren Ton und da muss sowas halt auch einfach mal sein. Und nur weils Teabagging heißt ist es weder sexistisch oder asozial oder irgendwas in der Richtung. Man war früher halt bei den Funktionen eingeschränkt und das war halt ein Überfall verfügbares Mittel zu zeigen, dass man gerade besser war. Man kanns ja gerne ersetzen aber ich finds unnötig. Die being-offended Generation geht einem langsam echt nur noch auf den Sack. Und da müssen sie halt auch mal den Sack ins Gesicht gedrückt bekommen 😀

Antester

Wenn man dann die Kamera drehen könnte, würde sicher ein winzigkleiner Pippi zum Vorschein kommen. Sowas ist einfach nur Kinderkram! Kann man gern unter Freunden machen, aber nicht bei Leuten die man überhaupt nicht kennt oder weiß wie das aufgenommen wird. Was ist aus sportlichem Verhalten geworden?

Meinmmouser

Teabaggen ist richtig und wichtig.

Chafaris

Und wichtig ist es weil…..?

Bort

Wichtig weil es in unsere gaming Kultur ein geprägt vielleicht?

Chafaris

Ok, heißt also, dass es wichtig ist, weil es immer so gemacht wurde? Willst du mir das damit sagen?

Bort

Nein besonders weil vorher das gaming war. Danach kam das Teabaggen.

Teabaggen wurde damals in unreal als eine Art politische Motivation gemacht. Die Leute haben es zwar abwerten gemacht aber es wurde auch gesagt das es egal was für eine haut Farbe oder welche Religion man ausübt wir sind alle nur eine Figur in ein Spiel. Besser das als wenn man politisch jemanden beleidigt oder wegen dem Geschlecht oder Religion… Diese message ist leider untergegangen. Durch Generationen wie es aussieht sonst hättest du es gewusst

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Bort
Chafaris

Schön wie ich schon gleich in eine Schublade gesteckt werde. Ja, ich habe es gewusst, und ja, ich habe dennoch nachgefragt, weil ich auf den Missstand hinweisen wollte, dass es von sehr vielen einfach so als “ach das machen wir schon immer so” hingenommen wird.

btw: die damalige Begründung als auch die heutige machen es nicht “besser” 😉

Snoopy

Ich sag nur. Dip Dip Potato Chip,dip dip potato chip, dip dip potato chip 😋

Axl

Teabaggen gehört dazu. Ende.
Was ist denn daran demütigend?
Und was kommt danach?
»Bitte nicht auf die Gegner schießen, denn das verletzt sie.«
Irgendwo ist auch mal genug.

Cliff

@Axl, lass mal treffen und ich “Teabagge” dich im “Real Life”, dann können wir sehen wie demütigend sowas ist. Klar dies ist nur virtuell und in einem Spiel (Artikel). Das “teabaggen” bringt dir höchstens ein gutes Gefühl und auch nur wenn dein Selbstwertgefühl dadruch aufpoliert wird. 😉

»Bitte nicht auf die Gegner schießen, denn das verletzt sie.«

Ehrlich jetzt? Ist dies nun dein Argument? “Schießen” darum gehts in einem Shooter. 🤔

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Cliff
Axl

Okay, dann lass doch mal im RL treffen und ich schieße auf dich.
Ist die selbe »Logik«.
Teabaggen gehört seit Stunde 0 der kompetitiven Shooter dazu.
Es ist ‘n pubertärer Gag.

Inwiefern demütigt es dich denn, wenn Pixel auf Pixel treffen?
Fluchen und Kraftausdrücke dann bitte auch unterlassen, denn das ist »unfein«.

Bodicore

Nur Pfeifen und Kiddys machen sowas. Vor solchen Spielern verliere ich jeden Respekt selbst wenn sie in meinem Team sind.

Man hat den Gegner zu respektierten egal ob er besser oder schlechter ist.

Axl

Wie steht’s dann um Fluchen, Kraftausdrücke, Trash Talk etc.?
Wird auch nur von Pfeifen und Kiddies praktiziert?

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Axl
Bodicore

Ne warum ? Fluchen ist ein Ausdruck von Emotion und ein Ventil wenn von diesen etwas zu viele da sind. Ist daher absolut ok.
Wir sind ja keine Weicheier.

Ich fluche gerne und viel beim zocken, habe aber in den letzten 20 Jahren keinen einzigen Mitspieler angekackt oder beleidigt.
Selbst wenn diese scheiße spielten.
Man will ja das gleiche, Bosse Killen oder Partien gewinnen also gehe ich davon aus dass der Spieler in meinem Team so gut spielt wie ihm das möglich ist und wenn es halt in die Hose geht ist es halt so.

Trash talk ? Naja wie überall eine Frage des Niveau und des Humor.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Bodicore
Axl

Warum gehst du eigentlich immer von deinen Teammates aus?
Du teabaggst doch nicht deine Mates, sondern die Gegner.
Daher bezog sich meine Frage bzgl. Fluchen und Kraftausdrücke auch in Richtung Gegner.
Du hast also in ‘nem kompetitiven Shooter noch nie ein »Scheiß Camper!«, »Dummes Arschloch!« oder gar »Dreckiger Hurenshohn!« Richtung Gegner gebrüllt?
Dann bist du entweder sehr emotionslos oder hast deine Emotionen besser unter Kontrolle als 90% aller anderen Spieler.

Wie gesagt, es tut niemandem weh, wenn sich Pixelfigur A über Pixelfigur B auf und ab hockt und es konnte mir auch noch niemand plausibel erklären, was genau daran demütigend ist.

Btw, Trash Talk heißt so, weil es da kein Niveau gibt.

Axl

Also in CoD können die das, je nach Einstellung, durchaus hören.
Aber wo genau tut es denn dem Gegner weh, wenn meine Figur seine Figur teabagt? Was ist daran demütigend, in ‘nem Spiel, in dem man sich gegenseitig tötet? Das erschließt sich mir halt nicht.

Bodicore

Weil ich auf meine Gegner keine Einfluss habe auf mich und meine Teammates schon.

Wenn meine Leute das machen, dann werde ich ihnen was husten.
Unterlassen die das nicht, werfe ich sie (oder mich) so weit aus der Gruppe dass der Rückweg unmöglich ist.

Ich bin im RL Radsportler und Bogenschütze da ist im Wettkampf ein gewisses Mass an Sportsgeist normal.
Man muss seine Gegner nicht lieben aber man soll sie respektieren indem man nicht bescheißt im Spiel oder sie beleidigt.

Immerhin haben meine Gegner auch trainiert, Rückschläge verarbeitet und Geld investiert so wie ich.
Desshalb geht es mir auch extrem auf den piss wenn zB. einer Doping nimmt im Radsport oder cheatet/teabaggt im Spiel.
Unehrenhaftes verhalten ist echt schlimm für mich.

Klar fluche ich über meine Gegner warum auch nicht.
Aber das hören die ja nicht, also tut es keinem weh.

Manchmal kommt es vor dass mich einer Teabaggt dann muss ich eher lachen. Erstens sieht es bescheuert aus und zweitens fühle ich mich doch etwas Überlegen weil ich darin eher ein Ausdruck von Schwäche meines Gegners sehe.
Ich mag es ihm ja irgendwo auch gönnen wenn er mich besiegt hat, bin ja auch kein Noob der aus bei jedem Windchen aus den Socken fällt.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Bodicore
Bort

Verstehen kann ich zwar Riot bei Turniere aber ich finde man sollte es auf “normale” spiele erlauben lass sie doch ihren spaß wer sich davon provoziert lässt muss sich selbst fragen warum und es gib nix besseres als Rache und selbst bei jemanden zu machen der es vorher gemacht hat

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Bort
ImInHornyJail

Teabagging ist einfach behindert.
Beim Fußball und Co. muss man sich auch benehmen und drückt den Gegner nicht nach jedem Tor den Arsch ins Gesicht.
Zumal der größte Teil der Teabagger irgendwelche Kinder sind, die stolz darauf sind, dass sie mit ihren 2-3 Mates einen Gegner besiegt haben.
Wenn die dann auf die Fresse bekommen, waren es dann Cheater oder Lucker. Hauptsache nicht die eigene Unfähigkeit eingestehen.

Holzhaut

Jetzt habe ich Bilder im Kopf, von einem Fußball Spiel bei dem es normal ist sich gegenseitig zu teabaggen 😂😂

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