Der australische Streamer PandaTV (35) zeigt normalerweise WoW. Er wollte einen Marathon-Stream auf Twitch abhalten, um einen wohltätigen Zweck zu unterstützen. Nach 13 Stunden brach er den Stream aber ab. Die nächste Nachricht kam aus dem Krankenhauses.
Das ist PandaTV:
- Der Streamer PandaTV ist ein mittelgroßer Streamer zu World of Warcraft. Im letzten Jahr hat er über 2300 Stunden WoW gesendet, also durchschnittlich mehr als 6 Stunden WoW am Tag. Dabei schauten ihm im Schnitt etwa 447 Zuschauer zu.
- PandaTV hat im Juli 2021 einen Marathon-Stream durchgezogen und war über 840 Stunden live. Er orientierte sich an dem Dauerstream von Ludwig. Diese Streams werden aber mit Schlafpausen durchgeführt. Man nennt sie “Subathons” – das Ziel ist es, durch ein besonderes Event möglichst viele Subscriber zu erhalten, zahlungswillige Abonnenten.
- Jetzt wollte PandaTV einen 24-Stunden-Marathon auf Twitch abhalten, doch nach 13 Stunden brach er den Stream ab.
Was war das für ein Marathon-Stream? PandaTV startete einen Stream für die Charity-Bewegung „RUOK“ (angelehnt an Are you okay? – Geht es dir gut?) Das ist eine australische Organisation, die sich um Selbstmord-Prävention bemüht.
“Irgendwas ist nicht okay”
So endete der Stream: PandaTV war offenbar schon mit Schlafmangel in den Stream gestartet. Während des Streams merkte er dann, dass er den Stream wohl nicht durchhalten wird.
Nach 13 Stunden klagte er über Schmerzen an der Rückseite seiner Knie und Arme. Er sagte seinen Zuschauern dann, er werde jetzt „das Richtige“ tun und den Stream frühzeitig beenden, nahm sich aber noch die Zeit, sich bei den Spendern zu bedanken und versprach, den Stream fortzusetzen.
In den letzten Minuten des Streams sagte PandaTV, er zittere und „irgendwas stimme nicht“. Die Rückseite seines Knies sei geschwollen, seine Arme täten ihm weh, er fühle sich verwirrt:
Ich will einmal was Kluges machen, obwohl ich das sonst nie mache. Tut mir leid, dass ich den Stream während eines Subathons schließe.
PandaTV Twitch-Streamer
So ging das weiter: Eigentlich wollte sich PandaTV ins Bett legen und auf den Doktor warten. Als aber das Fieber nach 3 Stunden nicht besser wurde, ging er doch in die Notaufnahme, wie er später erzählte.
Das nächste Lebenszeichen des Streamers nach dem Ende der Live-Übertragung kam dann über Twitter vom Bett eines Krankenhauses.
- Im Krankenhaus sah man den Streamer an Monitore und Geräte angeschlossen. Er sagte, er wisse noch nicht, was mit ihm los sei. Es liefen jetzt einige Tests. Er bat seine Zuschauer: „Seid vorsichtig, wenn ihr lange Streams macht.“ Er könne zwar nicht sagen, ob sein aktueller Zustand mit dem Stream zusammenhänge, aber es sei besser, vorsichtig zu sein.
- Am nächsten Tag meldete er sich wieder und sah ziemlich fertig aus. Er sei über Nacht in einem „kritischen Zustand“ gewesen und liege in einem Einzelzimmer. Es hätten etwa 20 Ärzte nach ihm geschaut, aber es gäbe noch keine Diagnose.
- In einer weiteren Meldung sagte PandaTV, er habe zwei Probleme: geschwollene Lymphknoten und die Infektionskrankheit Zellulitis im Bein, dadurch brenne sein Bein von innen.
Der Twitch-Streamer stellt klar: Einige hätten nach der Krankheit auf Twitter geschrieben „Das passiert also, wenn man [gegen Corona] geimpft wird“ – er habe aber noch keine Impfung erhalten.
Für Streamer dieser Größe kann Twitch zur “Selbst-Ausbeutung” werden
Das steckt dahinter: Ein Streamer von der Größe PandaTV ist bei Twitch in einer schwierigen Lage: Wenn er 6 Stunden jeden Tag streamt – auch an Wochenenden und Feiertagen – ist das sicher sein Hauptjob. Von 447 Zuschauern im Schnitt lässt sich aber schwer leben. Da gibt es kaum Chancen auf Werbe-Deals und Sponsoring.
Laut einer Einblendung hat PandaTV 2378 Subscriber – die bringen etwa 5000€ im Monat. PandaTV ist darauf angewiesen, dass er diese zahlungswilligen Abonnenten hält. Ihr Abonnement läuft immer nur über einen Monat, wenn sie es dann nicht verlängern, bricht die Einnahme-Quelle weg.
Von anderen Streamern weiß man, dass vor allem der Wunsch, den Stammzuschauern immer was zu bieten, zu einem enormen Leistungsdrück führt, über den man die eigene Gesundheit und “Work-Life”-Balance vernachlässigt. Twitch-Streamer sagten in der Vergangenheit, sie fühlten sich wie “Sklaven des Streams”, hätten “Twitch alles geopfert” oder klagten. “Twitch fresse ihr Leben auf”.
Solche Marathon-Streams auf Twitch sind schon in der Vergangenheit übel geendet:
World of Tanks: Populärer Streamer stirbt nach 22 Stunden live
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