Das größte LoL-Team der Welt vertickt Namen für 210 Mio $ an eine Krypto-Börse – Riot sagt: Nö

Das Team SoloMid (TSM) ist die größte und wertvollste E-Sport-Organisation der Welt und vor allem in League of Legends enorm bekannt. Auch in Valorant sind sie unterwegs. TSM hat in einem riesigen Werbe-Deal seinen Namen nun an eine Börse für Kryptowährungen verkauft. Doch Riot schränkt den Deal ein.

Das ist die Situation:

  • Team Solo Mid ist, laut dem Magazin Forbes, die wertvollste E-Sport-Organisation der Welt. Ihr Wert wird auf 410 Millionen US-Dollar geschätzt. In den USA ist gerade das LoL-Team von TSM eine legendäre Mannschaft, hier spielten über Jahre die größten Spieler der USA wie Bjergsen oder Doublelift. Darüber hinaus hat TSM große Content-Creators wie Myth unter Vertrag.
  • Das Team hat jetzt 210 Millionen US-Dollar für einen 10-Jahres-Deal mit der Kryptowährungs-Handelsseite FTX eingenommen. Der Deal sieht vor, dass TSM seinen Namen in TSM FTX ändert.
  • Riot verbietet aber, dass TSM unter diesem Namen bei der LoL-Liga LCS oder anderen Events von Riot Games in Nordamerika auftritt.
FTX ist ein Handelsplatz für Kryptowährungen. Auf einer Rangliste all dieser Börsen liegt FTX auf Platz 271. Die erfolgreichsten Börsen, laut dieses Rankings, sind Firmen wie Binance, Huboi Global und Coinbase Exchange (via coinmarketcap).

TSM heißt ab sofort TSM FTX, lässt sich das fürstlich bezahlen

Das ist der Deal: In einer Presse-Mitteilung vom 4. Juni heißt es, dass FTX Trading Limited und West Realm Shires Services Inc einen „Mehrjährigen Deal über 210 Millionen US-Dollar“ mit TSM eingegangen sind. Im Zuge dieses Deal sichert sich FTX die Namensrechte an TSM, die ab sofort als „TSM FTX“ bekannt sein werden.

Zusätzlich zu den 210 Millionen US-Dollar soll jeder der Spieler und jeder Angestellte von TSM eine Million US-Dollar in FTT erhalten, der Kryptowährung von FTX.

TSM sagt, sie wollen die neuen Finanzmittel in den nächsten 5 Jahren weiter in Gaming und Esports investieren. Sie planen, Büros in Asien, Europa und Südamerika zu öffnen. Ferner wollen sie die Infrastruktur und die Talent-Entwicklung fördern.

Der Chef von TSM, Andy „Reginald“ Dinh, erklärt in der Pressemitteilung, wie toll und innovativ er den Chef von FTX, Sam Bankman-Fried, findet, und wie wichtig der Deal für TSM ist.

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TSM erklärt Deal seinen Fans in irrwitzigem Video im Ant-Man-Stil

So verkauft man das den Fans: In einem Video parodiert man die Figur des “Luis” (Michael Peña) aus den Marvel-Filmen “Ant-Man” und seinen einzigartigen Erzählstil (via youtube).

Der Gag dabei ist, dass in verschachtelten Rückblenden eine komplexe Geschichte erzählt wird, dabei alle Figuren wild gestikulieren, während der Erzähler mit seiner eigenen Stimme drüber spricht, sich jede Figur genauso anhört wie der Erzähler und sich eigentlich atypisch verhält.

Im Endeffekt läuft die Story aber auf einen einzigen Satz raus: “Wir ändern den Namen.”

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TSM parodiert Ant-Man.

Im Video werden die typischen “Wörter” der Generation “WallstreetBets” verwendet:

  • Dinge gehen “to the moon” (Kurse steigen extrem)
  • man habe “Diamond Hands” (hält Aktien, egal, was passiert, um Short-Seller unter Druck zu setzen)
  • und TSM-Chef Reginald steht natürlich auf Dogecoin

Im Video haben einige der Stars und Spieler von TSM ihre Gastauftritte: So sieht man etwa “PowerofEvil”, den deutschen Midlaner von TSM.

Riot verbietet neuen Namen bei offiziellen Events

Das sagt Riot Games: Der Betreiber von LoL und Valorant, Riot Games, hat die eigene Stellung zu dem Deal in einem Statement klar gemacht.

Der E-Sports-Chef für Nord Amerika, Chris Greeley, sagt gegenüber der US-Seite Dotesports:

„Der Sponsor-Deal von TSM und FTX verstößt zwar nicht gegen die Sponsor-Regeln der LCS; aber eine Krypto-Börse fällt unter die Kategorie von Sponsoren, die Beschränkungen unterliegen. Daher darf TSM seinen neuen Namen und die Firmenwerbung von FTX auf Trikots nicht in der LCS oder bei anderen E-Sports-Events von Riot Games in Nordamerika verwenden.“

Chris Greeley

So reagiert TSM: Der Chef von TSM sagt, der Deal würde das Verwenden des Namens und der Trikots in den offiziellen Streams von Valorant und League of Legends ausklammern. Aber FTX bleibe der Sponsor des LoL-Teams und der Valorant-Teams von TSM.

Die Spieler würden daher den neuen Namen in eigenem Content, im Live-Streaming, auf Social-Media-Plattformen und bei persönlichen Events tragen.

Das habe ohnehin mehr Sichtbarkeit als der offizielle Stream von Riot Games.

Kryptowährungen sind aktuell unter den größten Influencern im Gaming und auch bei den E-Sport-Leuten offenbar ein riesiges Thema:

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Quelle(n): dotesports, reddit (Reginald Kommentar), Pressemeldung TSM
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quick.n.dirty

Klingt wie “Meh, wir wollen das Geld verdienen und nicht die Teams! Wenn hier irgendwer 240 Millionen bekommen sollte, dann sind wir das!”

Daggett Beaver

Hat damit eher nichts zu tun.

Es geht wohl primär um rechtliche Probleme. Krypto-Börsen sind unregulierte Finanzmärkte, auf denen unerfahrene Anwender viel Geld verlieren können. Jugendschutz ist daher gerade im Hinblick auf die junge eSport-Zielgruppe ein Thema.

Dazu haben erste Staaten Bezahlungen mit Krypto-Währungen verboten, unter anderem die Türkei. Werbung für Handelsplätze mit solchen Währungen kann daher z.B. zu Verstimmungen mit der Türkei führen und Riot hat ein nachvollziehbares Interesse daran, solche Verstimmungen zu vermeiden.

Kurzum: Was Riot hier tut, ist eher im Bereich Compliance einzuordnen. Vielleicht sogar Overcompliance in dem Sinne, dass Riot mehr tut, als (aktuell) verlangt wird, um etwaigen zukünftigen Problemen vorzubeugen.

quick.n.dirty

Stimmt es ist Arschkriechen und das Knie beugen vor totalitären System. Hat am Ende auch was mit Geld > Moral zu tun, aber ja, ist nen Unterschied zu meiner ersten Annahme.

Scaver

Kryptowährungen haben NICHTS mit Moral zu tun! eher das Gegenteil!

quick.n.dirty

Stimmt, aber Epic tut das nicht, weil sie Kryptowährungen schlecht finden, sondern weil sie Angst haben vor Erdogan und Co.

denhope

Epic Bashing in einem Thema über Riot Games – großes Kino!

Azarashi

Dazu haben erste Staaten Bezahlungen mit Krypto-Währungen verboten, unter anderem die Türkei.

Vor allem aber auch seit wenigen Tagen in China. Riot wiederum ist 100%ige Tochter von Tencent, einem chinesischen Unternehmen. Entsprechend ist man da nochmal vorsichtiger.

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