Der große WoW-Streamer Preach wendet sich von World of Warcraft ab. Er nennt viele Gründe und der Blizzard-Skandal ist nur einer davon.
Rund um Blizzard und World of Warcraft gibt es gerade viele Probleme. Auch wenn der aktuelle Sexismus- und Diskriminierungsskandal alles andere überschattet, gibt es auch in der Community einige Entwicklungen. Erst vor einigen Wochen wechselte der größte WoW-Streamer Asmongold zu Final Fantasy XIV. Jetzt hat ein weiterer, langjähriger Content-Creator sich abgewandt: Preach will keine Inhalte mehr zu World of Warcraft veröffentlichen.
Wer ist Preach? Preach ist seit vielen Jahren ein Content-Creator auf Twitch und YouTube, der sich umfangreich mit World of Warcraft beschäftigt. Dabei gibt es Guides zu aktuellen Bossen, große Diskussionen mit der Community zu einzelnen Inhalten, lustige Unternehmungen oder sogar Interviews mit den Entwicklern.
Preach galt dabei immer als leidenschaftlich, aber kritisch – wenn ihm etwas in World of Warcraft nicht passte, stellte er das klar heraus und nannte Möglichkeiten, wie man es besser machen könnte. Er suchte dabei stets die Kommunikation mit den Entwicklern.
In der Community ist Preach sehr beliebt, seine Videos erreichen oft hunderttausende Views und seine Ansichten sind zumeist gut begründet und detailreich erklärt.
Was ist nun passiert? In seinem neusten Video auf YouTube erklärt Preach, dass er einen Schlussstrich unter World of Warcraft ziehen wird. Von ihm wird es künftig keine Berichterstattung mehr zu Blizzards MMORPG geben und er wird sein Abo auslaufen lassen. Die Zeit, in denen er World of Warcraft so groß begleitet hat, ist vorbei.
Streamer sagt: Blizzard gibt sich bei WoW keine Mühe mehr
Welche Gründe hat er? Preach nennt eine ganze Reihe von Gründen, warum er sich von World of Warcraft abwendet. Der aktuelle Skandal bei Blizzard ist dabei nur einer von vielen. Darauf geht er nur kurz ein. Das habe zwar zu der Entscheidung beigetragen, sei aber nur einer von vielen Punkten gewesen, die sich über Jahre bereits angestaut haben.
Seit knapp 2 1/2 Jahren fühlt es sich für Preach so an, als würde Blizzard versuchen, Spieler wie ihn aktiv aus dem Spiel zu vertreiben und das entfernen, was ihm an World of Warcraft gefalle.
Seit Battle for Azeroth haben es, laut Preach, immer mehr schlechte und langweilige Mechaniken ins Spiel geschafft. Vor allem Kriegsfronten störten Preach, da man sich in diesen überhaupt nicht anstrengen musste – sie waren langweilig und man konnte gar nicht verlieren. Auch die Azerit-Rüstung wird von ihm stark kritisiert, die mehrere Abwandlungen durchlief und erst gegen Ende der Erweiterung halbwegs akzeptabel war.
Besonders ärgert Preach, dass Blizzard ein Versprechen gebrochen hat, dass ihm besonders wichtig war. Die Ansage zu Beginn von Shadowlands war, dass Blizzard alle großen Systeme zum Start bringt und diese dann verfeinert. Neue Systeme sollte es nicht geben, stattdessen die vorhandenen Systeme verfeinert werden. Mit den Herrschafts-Splittern (neuen Sockeln auf Raid-Beute) hatte Blizzard dieses Versprechen gleich wieder einkassiert.
Preach nennt die Herrschafts-Splitter „ideenlos, langweilig und komplett entgegengesetzt zu dem, was Spieler wie er sich wünschen“. Besonders ärgert ihn dabei, dass einige Blizzard-Mitarbeiter ihm wohl gesagt hätten, dass man die Splitter „wie Tier-Sets“ ansieht und gar nicht versteht, warum die bei ihm und anderen nicht so gut ankommen.
Ich sehe einfach nicht, wie ich die nächsten 6 Monate dieses Spiel spielen werde und dabei nur genervt stöhne. Es interessiert Euch [Blizzard] sowieso nicht. Wenn ich diese Änderungen sehe – ihr gebt euch keine Mühe, es kümmert Euch nicht. Warum sollte es mich dann interessieren?
Wenn ihr es nicht schafft, Legendaries, Herrschaftssplitter oder Seelenbindungen zu balancen, bevor ein Patch rauskommt – und die sind komplett abgedreht – warum sollte es mich noch interessieren? Und ich tue es nicht mehr. Es hat mich einfach verlassen. Ihr habt meine Leidenschaft dafür ermordet.
Preach hat allerdings vor, ein paar seiner Videoreihen in Bezug auf WoW noch zu beenden – vor allem solche, die eher die Spieler und deren Erlebnisse, aber nicht das Spiel an sich feiern. Sobald die letzten Videos veröffentlicht wurden, will er WoW gänzlich den Rücken kehren und nur wiederkommen, wenn sich in der Design-Philosophie von Blizzard drastisch etwas ändert.
So reagieren die Zuschauer: Das Video wird von den Zuschauern mit viel Zustimmung und Verständnis aufgenommen. Viele zeigen sich aber auch mitfühlend und sind der Ansicht, dass Preach in dem Video einfach „gebrochen“ aussieht, als ginge ihm diese Entscheidung sehr nahe. So schreiben einige in den Kommentaren auf YouTube:
- „Die Niedergeschlagenheit in der Stimme von Preach ist einfach so traurig.“
- „Alles was du sagst, stimmt zu 100 %. Ich glaube, dieses Video trifft den Nagel auf den Kopf in Bezug auf alles, was mir an Shadowlands nicht gefällt.“
- „Danke, dass du diese Position beziehst und damit eine Stimme für uns bist, die wir so ähnlich denken wie du.“
Was haltet ihr vom Weggang von Preach in Bezug auf World of Warcraft? Könnt ihr seinen Schritt nachvollziehen? Oder findet ihr das überzogen?
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