Blizzard gesteht: Sie haben wichtigen WoW-Mann tatsächlich wegen Belästigung gefeuert

Activision Blizzard hat jetzt eingestanden, den Creative Director des MMPORPGS World of Warcraft, Alex Afrasiabi, im Jahr 2020 tatsächlich entlassen zu haben. Der wurde in der Klage gegen Activision Blizzard namentlich erwähnt. Er soll Frauen sexuell belästigt haben. Es geht offenbar vor allem um die BlizzCon 2013.

Das ist die Situation:

  • Alex Afrasiabi war der Chef-Kreative bei World of Warcraft und galt als Story-Chef und Nachfolger von Chris Metzen in dieser Position. Er war seit 2004 bei Blizzard, war der Creative Director für Legion und Battle for Azeroth. 2020 verließ er Blizzard und das WoW-Team ohne viel Aufsehen. Es gab kein Statement zu seiner Entlassung.
  • In der Klageschrift gegen Activision Blizzard ist Afrasiabi einer von nur 2 Personen, die namentlich genannt werden: Ihm wird schweres sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen. Es heißt, sein Zimmer bei der BlizzCon sei als „Cosby Suite“ bekannt gewesen, benannt nach Bill Cosby, der als Vergewaltiger angeklagt wurde.
  • Jetzt gesteht Activision Blizzard ein: Alex Afrasiabi hat 2020 die Firma nicht freiwillig verlassen, sondern er wurde nach einer internen Ermittlung gefeuert.

Das waren die Vorwürfe in der Klage gegen Afrasiabi:

In der Klageschrift hieß es: Activision Blizzard habe es Afrasiabi erlaubt, „krasse sexuelle Belästigung“ auszuüben. Er habe dafür nur „leichte oder gar keine Konsequenzen“ erleben müssen.

Während der BlizzCon habe Afrasiabi:

  • sich an weibliche Angestellte rangemacht
  • den Frauen gesagt, er würde sie heiraten
  • versucht, sie zu küssen
  • versucht, seine Arme um sie zu legen.
  • die Frauen in seinem Hotelzimmer belästigt, das als Cosby-Suite bekannt war.
  • den Frauen auf Firmenveranstaltungen „herabwürdigende Bezeichnungen“ gegeben.

Wie später bekannt wurde, drehen sich die Vorfälle offenbar um die BlizzCon 2013.

Es heißt in der Klageschrift: Blizzard hätte von seinem Verhalten gewusst. Der Chef von Blizzard, J. Allen Brack, hatte mehrere Gespräche mit ihm über sein Trinkverhalten und dass er „zu freundlich“ zu weiblichen Angestellten bei Events war, doch Brack habe ihm nur einen Klaps auf die Hand gegeben, also eine mündliche Ermahnung.

Daher habe Afrasiabi damit weitergemacht, sich Frauen zu nähern, ohne dass die das wollten. Dazu gehört es, dass er eine Frau an der Hand hielt und auf sein Hotelzimmer einlud oder dass er eine andere Frau begrabschte, sagt die Klageschrift.

“Ich sammel die HOT CHIXX für die COZ”

Diese neuen Details sind jetzt ans Licht gekommen: Die US-Seite Kotaku (via Kotaku) hat einen Bericht über das Hotelzimmer von Afrasiabi, über die „Cosby-Suite“, veröffentlicht. Es sind Bilder zu sehen mit einer Menge Alkohol; auf einem weiteren Bild posieren männlichen Mitarbeiter mit einem großen Bild von Bill Cosby.

Das Pikante sind Chat-Nachrichten, in denen WoW-Entwickler darüber reden, wie sie „Heiße Chicks“ in die „Coz“ bringen, also in die Cosby-Suite.

Chat-Verlauf-BlizzCon
Dieser Chat-Verlauf aus 2013 wird gerade heftig diskutiert. Quelle: Kotaku

Afrasiabi wird dann zitiert mit „Bringt sie!“ – als er daraufhin gewiesen wird, dass er aber nicht alle heiraten kann, sagt er: „Kann ich doch! Ich bin aus dem Mittleren Osten.“ Ein anderer Entwickler weist dann daraufhin, er habe sicher nicht „heiraten“ gemeint, sondern „ficken“.

Heikel ist zudem, dass jemand wie “Greg Street” im Chat auftaucht, der sich vorher noch von dieser Kultur bei Blizzard öffentlich distanziert hatte.

Das sagt Activision Blizzard: In einem Statement an Kotaku sagt Activision Blizzard jetzt:

„Ein Angestellter hat uns die Vorfälle vom Event 2013 im Juni 2020 zur Kenntnis gebracht. Wir haben sofort eine eigene Untersuchung eingeleitet und korrektive Maßnahmen durchgeführt. Zur Zeit des Berichts hatten wir bereits die separate Ermittlung zu Alex Afrasiabi abgeschlossen und ihn entlassen, weil er sich gegenüber anderen Angestellten falsch verhalten hat.“

Dieser Punkt der Klage scheint also valide zu sein. Vielleicht stünde Blizzard jetzt besser da, wenn sie das in ihrem ersten Statement zur Klage gleich eingestanden hätten. Doch im ersten Statement hieß es, die Klage enthielte eine “verdrehte, in vielen Fällen falsche Darstellung der Vergangenheit von Blizzard”:

Die Reaktion von Activision Blizzard zur Sexismus-Klage war furchtbar falsch

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Alitsch

was Ich mir wünsche würde das Medien übergreifend zusammenarbeiten würde um dieses Thema zu vertiefen in Augen der Weltöffentlichkeit.
Sexismus, Rassismus und Co sind für mich nur ein Teil eines grundlegendes Problem in Amerika.
Korrigiert mich bitte wenn Ich falsch liege war nie in USA und kenne Keinem von da, aber es scheint für mich in USA gibt es kaum (gesetzliche ) Institution die Arbeitnehmer direkt und unabhängig schützen. (Soziale Aspekt)
(z.B Gewerkschaft , gesetzliche Institution fürs Arbeitnehmer/Geber)
Für mich hört es sich nach Einzel/Sammelklagen an, was meistens mit Geldbußen/Einigungen enden, eventuell Präzedenzfälle schaffen im Zivilschutz als etwas wirklich bewirken.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Alitsch
Nudelz

Ich kann nur mutmaßen, aber wie auch mit Krankenversicherung und Arbeitslosigkeit, ist Sozialismus der große Feindbegriff im besten Land der Welt.
Und so wie ich es die letzten Jahre aus der Ferne erfahren habe, wird alles soziale sehr stark und direkt abgelehnt.

Alitsch

“wird alles soziale sehr stark und direkt abgelehnt.”

abgelehnt oder besser gesagt abgelenkt
Amerikaner sind nicht dumm in meinen Augen, Sie haben etwas perfektioniert was die Römer in der Antike schon gemacht haben.
So lange du das eigen Volk unterhalten kannst durch Show und Siege (Krieg) wird diese auch (kurzfristig) über die (soziale) Probleme weg sehen.
Jedoch gibt es das selbe Problem wie in damaligen Rom mit jeder weiteren (USA)Regierung muss die Show spektakulärer sein sonst ist USA gelähmt.

Ist die Geschichte nicht etwas tolles ? traurig ist nur das Sie sich immer wiederholt , was Zeichen dafür wie lern unwillig die Menschheit ist.

Tzigane

Ja du liegst 100% korrekt.
Es gibt nicht nur kaum gesetzliche Institutionen oder Gewerkschaften, es wird sogar sehr, sehr stark dagegen angearbeitet. Republikaner sowie Demokraten wehren sich mit Armen und Füßen gegen, um es mal so zu sagen, das Wohlbefinden und Sicherheit ihrer Bürger im Arbeitsleben. Das ist aber auch nur die Spitze des Eisbergs welche Auswirkungen diese blinde Ablehnung hat. Produktivität, einen sicheren Job haben und nicht ständig sich Sorgen machen, ob man morgen gefeuert wird, die generelle soziale Unsicherheit ist höher da die Arbeiter kein soziales Auffangnetz haben. Die Leute, die die Arbeit machen, die an deinem Lieblingsspiel arbeiten, die im Macces an der Kasse sitzen, haben leider keine Möglichkeiten sich gegen übertrieben lange Arbeitszeiten, Unterbezahlung, mein Gott schau dir an wie Mütter in Ihrem Arbeitsplatz behandelt werden. Die bekommen Fünf-Wochen Mutterschutz, unbezahlt. Fünf Wochen kannst du dich um dein Kind kümmern während dein Partner, wenn du einen hast, für zwei Personen arbeitet und dann gehts wieder ran ans scheffeln, wenn du noch nicht gefeuert worden bist.
Dann bekommt man so schöne Situationen wie jetzt wieder mit Blizzard. Schaut man mal zurück ins Jahr 2019 wo ähnliche Vorfälle bei Bethesda passiert sind, oder bei Riot Games. Solange es keine Sicherheiten für Angestellte gibt, wird sowas auch immer wieder passieren und es wird immer wieder die gleiche Leier von den CEO’s geben mit “Oh WiR EntScHuLDigEn uNs SeHR bEi DeN BeTrOfFeNeN . WiR WuSsTeN DaS NiChT . HoNeY It’S 4Pm TimE FoR YoUr eQaLiTy AnD DiVeRsItY tRaInInG”
F*****ck pi*st mich das an

KdieGrosse

Vielleicht sollte man bei Blizzard einfach mal eine Pause einlegen und sich neu sortieren.

Damit meine ich das man die Spiele natürlich weiter betreibt,Support usw bietet,sich ansonsten aber erst Mal darum kümmert,dass es im Laden wieder rund läuft und wenn das Arbeitsklima da vielleicht wirklich so mies wird,man es bessert und dann sozusagen mit neuer Kraft wieder an die Spiele geht.

Ich denke so unrealistisch ist es nicht,wenn man sagt es könnte auch einen Zusammenhang geben,zwischen einen schlechten Klima im Unternehmen bei den Mitarbeitern und mangelnder Qualität der Spiele.

Zufriedene Mitarbeiter arbeiten besser und ich finde es immer gut,wenn in Unternehmen auch zwischen Vorgesetzte und Untergebene ein freundschaftliches und familäres Klima herrscht.

Bei uns auf der Arbeit sind wir z.B. untereinander alle beim Du,auch gegenüber den meisten Vorgesetzen,das ist bewusst so gewünscht,weil es Vertrauen schafft und den Zusammenhalt untereinander stärkt,dadurch ist auch die Arbeitsleistung besser,was sich auch gegenüber der Kundschaft positiv wiederspiegelt.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von KdieGrosse
quick.n.dirty

Der Chat klingt so, als wären die Männer ganz zufrieden

quick.n.dirty

Ich frage mich ob Jeff Kaplan genau deswegen gegangenist

Noru

Wenn ich sowas lese schämt man sich Mensch zu sein.
Kein Wunder das WoW immer Content flauten von über nem halben Jahr haben, wenn da so Lappen arbeiten. Saufen nur und machen sich an Frauen ran anstatt sich auf das Wichtige zu konzentrieren.
Und solche Plebs bekommen noch ordentlich Kohle und Abfindungen.

Chriz Zle

So peinlich und erschreckend das Männer heutzutage immer noch glauben, sie könnten mit Frauen umgehen wie mit Vieh oder nem Stück Fleisch.
Da sieht man einfach wie mittelalterlich das Denken von manchen Herren auf dieser Welt ist…….aber wem erzähl ich das?! Die GoQueer Szene muss ja sozusagen auch immer noch bewusst auf sich aufmerksam machen, da es heutzutage immer noch nicht als völlig normal in der Gesellschaft angesehen wird.

Schrecklich wie beschränkt die Denkweisen all dieser Kleingeister ist. Jedem Menschen hat man Respekt entgegen zu bringen!

Chafaris

Danke! Kann diese Aussage nur unterstützen.

Nahezu genau so schlimm finde ich jedoch diejenigen, welche den Opfern eine Teilschuld geben, bzw. ihnen vorwerfen sie hätten sich ja aus diesen Situationen lösen können und waren nur feige/faul/was auch immer.

Leider sieht man hier auf mein-mmo diese Sorte Mensch ebenfalls vertreten.

H.O.T-Forever

Was sind wir blos für eine widerliche Spezies.

GrandmaDeath

Jap, alle anderen Spezies sind da natürlich viel toleranter gegenüber dem anderen Geschlecht….

lIIIllIIlllIIlII

Ufff

Ich überlege gerade wie das gewesen wäre, wenn ich in der Zeit, als ich noch Angestellter war, eine Chat-Arbeitsgruppe gehabt hätte…. undenkbar… ich kann mir das nicht mal ansatzweise vorstellen.

In einer Gruppe voller Kumpels – voller verstörender und gestörter Kumpels… das ist eine Sache.. aber auf Businessebene…

NeinFalsch

Das ist ja das Problem: Das ist eine Business-Buddy-Gruppe. Die Leute sind auch so miteinander befreundet… Boys Club. Die denken, das Unternehmen und die Messen (BlizzCon) sind ihr Spielplatz auf dem sie sich austoben können.

Bessere Argumente für eine Frauenquote gibt es gar nicht… bestenfalls auf allen Ebenen. Dann muss man sich nicht mehr mit solchen in sich geschlossenen, sexistischen Boy-Club-Boys rumschlagen.
Wer jetzt sagt “Bei der Frauenquote können unfähige Personen allein aufgrund ihres Geschlechts befördert werden”… mal ganz ehrlich: Genau das ist ja hier auch passiert. Oder glaubt jemand wirklich, dass alle Männer im mittleren und oberen Management von Blizzard da sind, weil sie allein (!) durch Leistung geglänzt haben? Nein, die meisten sind sicherlich dahin gekommen weil es (sexistische) Männer sind.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von NeinFalsch
Schlachtenhorn

Es gibt kaum vernünftige Argumente für die Frauenquote außer das man sich erhofft, das man mit Zwang eine Gleichberechtigung erzeugen kann.

Verstehe mich bitte nicht falsch, ich bin ganz klar für Gleichberechtigung von allen und jeden und jedem gebührt den gleichen Respekt, aber man kann das leider nicht erzwingen.

Und zwang führt zur Ablehnung, eine Frauenquote könnte tatsächlich dazu führen, das die Leute Frauen weniger wertschätzen könnten als vorher, weil sie nicht wissen ob diese jetzt wegen können oder wegen der Quote eingesetzt wurden.

Außerdem ist das eine seltsame Pauschalisierung erstmal grundsätzlich davon auszugehen das die meisten in der höheren Ebene sexistische Männer sind und diese nur deswegen dort sitzen.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Schlachtenhorn
NeinFalsch

Doch. Man kann das erzwingen.

Wie schon gesagt: Die letzten Jahrzehnte gab es quasi eine Männerquote. Wozu das geführt hat, sieht man hier. Komischerweise hat sich auch nie jemand gefragt, ob der Mann auf der Position jetzt da ist, weil er fähig ist oder weil er der best buddy vom GF ist.

Deine Angst ist zwar berechtigt. Das Ziel sollte sein, dass Männer keine toxischen Kulturen in Unternehmen aufbauen. Mit einer Frauenquote ist das eigentlich (fast) nicht machbar. Das die Quote auch Nachteile haben kann – klar. Kann passieren. Aber der Status Quo ist – nicht in allen, in vielen Unternehmen – denke lange nicht mehr tragbar. Diese alten, verkrusteten Strukturen müssen durchbrochen werden. Dafür ist die Quote da. Wenn das geschafft ist, kann man die Quote auch wieder abschaffen.

Und die Frauenquote geht ja weiter: Männer befördern Männer. Frauen befördern Frauen. Es kann für eine Organisation nur von Vorteil sein sich von bisherigen Beförderungsmechanismen zu verabschieden, gerade eben dann, wenn diese Beförderungen nur Männer weitergebracht haben.

Man muss sich doch auch mal als Unternehmen fragen: Warum arbeiten nur Männer im Management? Sind alle Frauen unfähig dafür? Oder sind die Männer da teilweise nicht aufgrund ihrer Skills?

GrandmaDeath

Genau, so wird Diablo 4 bestimmt ein Hit….

Diablo 1 und 2 hat man ja auch nur mit Frauenquoten hinbekommen…

Schlachtenhorn

Doch. Man kann das erzwingen.

Nein.
Das anzunehmen ist mehr als Naiv, denn du musst die Leute überzeugen können damit sie sich ändern und nicht versuchen sie mit Gewalt zu ändern.
Oder um weiter auszugreifen: Es ist verboten sich rassistisch zu äußern, verhindert oder ändert das Neonazis?
Nein und warum?
Weil es in ihrer Überzeugung liegt.
Wenn die Leute schon vorher keine Frauen ernst nahmen, wird die Frauenquote daran auch nichts ändern.

Deine Angst ist zwar berechtigt.

Was für eine seltsame Wort Auswahl, verwendet man das nicht normalerweise Negativ um die gegnerische Position abzuschwächen?
Ja ich habe bedenken (keine Angst), das ein Paradox herbeigeführt wird.
Das die Maßnahme zur Verbesserung zu einer Verschlechterung herbeiführt.

Den Rest kommentiere ich eher mit:
Es soll gar keine Quote geben und jeder sollte Anhand seiner Qualifikationen genommen werden.
Unabhängig vom Geschlecht, Glaube, Hautfarbe oder dergleichen.
Und eine Quote, die zur einseitigen Bevorzugung von einem Typus Menschen dient, halte ich ganz klar für Kontraproduktiv, egal wie gut die Intention dahinter ist.

NeinFalsch

Also eine Frauenquote ist naiv. Die Hoffnung, dass das Problem sich von alleine löst aber nicht?

Na gut.

Schlachtenhorn

Ich habe nirgendwo geschrieben das man nichts tun sollte, aber danke für das Worte in den Mund legen.

Es wird keine Patentlösung für das Problem geben, aber was man vermeiden sollte ist es nicht zu verschlimmbessern oder sogar Gegenreaktionen zu provozieren.

Es ist ein organischer Prozess den man mit gezielten Entscheidungen in die richtige Richtung Lenken bzw. den Fortschritt beschleunigen kann, aber man kann es nicht erzwingen.

NeinFalsch

Ich bezog mich auf folgendes Zitat und wollte dir keineswegs Worte im Mund umdrehen:

Es soll gar keine Quote geben und jeder sollte Anhand seiner Qualifikationen genommen werden.

Unabhängig vom Geschlecht, Glaube, Hautfarbe oder dergleichen.

Das Ziel soll die Frauenquote erreichen. Du möchtest das ohne Quote erreichen: Wie?

Es ist ein organischer Prozess den man mit gezielten Entscheidungen in die richtige Richtung Lenken bzw. den Fortschritt beschleunigen kann, aber man kann es nicht erzwingen.

Welche Entscheidungen in welche Richtung? Was meinst du konkret?

Ich will es nur verstehen. Ich will nur wissen, wie Gegner der Frauenquote, die Probleme, die die Frauenquote lösen könnte, alternativ lösen würden. Dass die Quote nicht perfekt ist: klar. Aber mMn ist es das bis jetzt (!) effektivste Werkzeug, dass ich als Antwort gegen verkrustete Unternehmensstrukturen identifizieren konnte.

Aber ich lasse mich gerne von alternativen Lösungen begeistern. Ein organisches Wachstum und ein “wir warten mal ab” reicht mir dabei allerdings nicht. Die Frauenquote wird seit Jahren diskutiert – wirkliche Alternativen fehlen mir. Und nach solchen Skandalen hier ist ein “das braucht Zeit” ein Hohn für die Opfer. Die Zeit und die Geduld in Bezug auf sexistische Dreckssch**ße ist bei vielen am Ende.

Koronus

Es wird das nicht ändern. Sieh nur nach HK. Dort sind nahezu 50% der Frauen im Vorstand und die sind dennoch so korrupt wie die Männer.
Das hat nichts mit Frauen oder Männer zu tun sondern mit der Weißheit:
“Macht korrumpiert und absolute Macht korrumpiert absolut.”

NeinFalsch

Dort sind nahezu 50% der Frauen im Vorstand und die sind dennoch so korrupt wie die Männer.

Also, die Frauenquote ist jetzt nicht dafür da korrupte Unternehmen zu heilen. Das ist ein anderes Gebiet.

Es geht erstmal darum, dass Sexismus in der Firmenkultur keinen Platz hat. Und das funktioniert mMn am besten, wenn beide Geschlechter zu gleichen Teilen an dieser Unternehmenskultur mitwirken – sei es “von unten” oder “von oben”.

Alex

Alles richtig aber eine frauenquote würde absolut garnichts bewirken, da etwaige Person nur einen repräsentative Stelle hätte die nicht zum boys Club gehören würde.
Wenn du wirklich denkst solche boys Clubs könnte man durch eine Frauen quote zerschlagen liegst du leider sehr falsch und wirkt auf mich etwas naiv, da diese nur in ein bereits existierendes Konstrukt eingepflegt werden würden.
Da müsste man weitergehen um einiges weiter, in erster Linie die gesammte Führungsebene eben den Boys Club aufkündigen.
Ich kann mir gut vorstelle das noch einige Köpfe Rollen werden innerhalb und nach dem Prozess.
Erst wenn man die gesammten bereits vorhandenen Konstrukte in allen größeren betrieben komplett beseitigt hätte würde eine quote eventuell etwas bringen, weil die dann nicht eingestellt werden nur um die quote zu bedienen damit man in Ruhe weiter machen kann wie bisher auch.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Alex
NeinFalsch

Wenn du wirklich denkst solche boys Clubs könnte man durch eine Frauen quote zerschlagen liegst du leider sehr falsch und wirkt auf mich etwas naiv, da diese nur in ein bereits existierendes Konstrukt eingepflegt werden würden.

Ich denke nicht, dass das naiv ist.

Wenn Frauen in führenden Positionen mit für die Unternehmenskultur verantwortlich sind, dann denke ich, dass Boy Clubs gar nicht oder nicht lange existieren würden.

Wie sollen Frauen denn sonst in Führungspositionen kommen, wenn ein “Boys Club” das Unternehmen in Haft genommen hat?

Männer befördern Männer – das ist die Geschichte. Das passiert auch in Unternehmen in denen erstmal wenig von Sexismus zu spüren ist.

Frauen haben einfach krasse Nachteile. Ist auch klar: Bis vor ein paar Jahrzehnten waren Frauen nicht als Teil der oberen Unternehmensriege vorgesehen. Frau sein war gleichbedeutend mit Hausfrau sein. Männer haben die Strukturen in Unternehmen errichtet. Sitzen seit Jahrzehnten auf den wichtigen Positionen. Und selbst jetzt, wo in einem 2er Haushalt die Frau quasi dazu gezwungen wird auch arbeiten zu gehen, um über die Runden zu kommen, gibt es noch immer diese Strukturen aus dem letzten Jahrtausend.

Man hat quasi zwei Möglichkeiten:

  1. Wir führen eine Frauenquote ein und brechen die alten Strukturen JETZT auf.
  2. Wir warten bis die – jetzt in leitenden Positionen befindlichen – Babyboomer mit ihrer Sicht auf die Welt in Rente gehen und hoffen, dass die nachfolgende Generation es besser macht. Das kann aber noch EIN PAAR JAHRE dauern.

Your choice 🙂

GrandmaDeath

Wer genau hindert euch denn daran eine Game-Design Firma mit Frauenquoten zu gründen? Eure Spiele werden dann ja bestimmt so klasse, dass alle anderen Firmen es euch gleich machen wollen werden.

Alex

Wenn es doch nur so einfach wäre, wäre die Welt schon lange eine deutlich bessere.

NeinFalsch

Na gut.
Also mein Lösungsansatz und das Learning aus einem weiteren Sexskandal in einem Unternehmen: Frauenquote.

Wie würdest du versuchen, dass Problem in Zukunft (auch bei anderen Unternehmen) einzudämmen?

Da müsste man weitergehen um einiges weiter, in erster Linie die gesammte Führungsebene eben den Boys Club aufkündigen.

Und dann? Wer stellt die nächste Führungsebene nach welchen Kriterien ein? Einfach nach “Skill” und mit der Hoffnung, dass dann nicht nur wieder Männer in der Führungsebene landen? Weil, ich mein, man hat ja gesehen: Klappt anscheinend nicht.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von NeinFalsch
Alex

Das ist ja das Szenario wo ich eine frauenquote umsetzbar sehen würde. Aber auch da trifft zu was Schlachtenhorn angesprochen hat, wenn “Skill” nicht mehr das Auswahl Kriterium ist würden andere sich anfangen stark davon diskriminiert zu sehen, man erreicht Gleichberechtigung halt nicht durch Bevorzugung, sondern einzig und allein durch gleiche Chancen schaffen für alle Seiten. Und auch mit Frauen ist Vetternwirtschaft nicht auszuschließen oder das sich dann “Girls Clubs” bilden die wieder hier Macht Missbrauchen, Menschen sind egal welchen Geschlechts vor allem eines leicht zu korrumpieren und nichts korrumpiert besser als Macht.
Ich bin halt der Meinung das so einfache Lösungen der komplexen Problematik nicht gerecht wird.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Alex
Alitsch

Bitte nicht Falsch verstehen.
Aber Ich glaube in Großen teil des Westen haben wir die Objektivität was Gleichberechtigung angeht schon lange verloren.
Es hat sich in meine Augen verschoben.

Ich kenne keine Zahlen aber viele Klagen sind es ab 80Jahre+ wo ganz andere Mentalität herrschte bei Männer und komplett was anderes von Frauen erwartet wurde (Ich vermute große Mehrheit) und viele vom 2010/2000+ wo Frau sich zu wehren wissen.
Ich betrachte Blizzard in diesem Fall als Überbleibsel diese Zeit und wenn man genug recherchiert bin Ich überzeugt das solche Überbleibsel längst zur Minderheiten gehören.

Und da würde Ich gerne es fair halten, gegen sowas muss man rechtlich vorgehen steh für mich außer Frage (Sexismus) aber man muss auch fair bleiben das so was nicht als Allgemein in Bevölkerung wahrgenommen wird.

z.B
Ich hab diese Mal viel mehr weibliche Repräsentanten bei E3 gesehen wie nie .

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Alitsch
NeinFalsch

Ich betrachte Blizzard in diesem Fall als Überbleibsel diese Zeit 

Ich bin in der Softwareentwicklung tätig. Bei einer Agentur. Ich bekomme im Jahr viele Einblicke in andere Unternehmen. Meist mittelständische, deutsche, solide Unternehmen:

Da ist wenig los mit Frauen. Auf den führenden Positionen sitzen Männer, die mMn nicht dort sitzen, weil sie die Skills haben, die man dafür bräuchte.

Und das ist ja komisch bzw. bringt mich dazu, dass ich für die Frauenquote bin:
In meiner kompletten beruflichen Laufbahn, habe ich mehr inkompetente, männliche Führungskräfte kennengelernt als weibliche. Ueberhaupt weibliche Führungskräfte in den genannten Unternehmen zu finden, ist schwierig. Wenn ich dann aber mit Frauen mit Führungsverantwortung zusammengearbeitet habe, war das immer ein sehr professionelles Zusammenarbeiten. Das kann ich von den männlichen Kollegen nicht zu jedem sagen.

Männer wurden die letzten Jahrzehnte befördert, weil sie Männer sind – machen wir uns nichts vor.

Wieso ist es dann nicht fair dieses Ungleichgewicht mit der Frauenquote auszugleichen?

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von NeinFalsch
Alitsch

Ich bewerte nicht gern was oder wer besser ist.
Ich bin nicht der Befürworter der Frauenquote.
Ich respektiere Frauen sogar viel mehr als Männer (Hautnah erlebt), wenn Sie in die Softwareentwicklung oder eine andere Branche, die von Männer dominiert ist, rein wollten, hätte Sie es alleine ohne Männer Hilfe geschafft.

Für mich Frauenquote ist eine indirekte Beleidigung gegenüber die Frau damit Männer Ihr Gesicht und Ihr Ego bewahren könnten.
(Mit dem Motto Frauen brauchen immer noch schützende /helfende Männerhand)

Wäre es Politik ernst mit Frauenquote ist dann macht/ investiert mehr in den Bildung Sektor für Frauen /Mütter/ Alleinerziehende Mütter, macht oder sorgt für mehr anspruchsvollen/reizende Bildungsangebote für Frau erleichtert deren Ausbildung.

mehr Entlastung/Verteilung bei Kinderpflege /Erziehung damit Frauengebot als Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt vielseitiger wird und steigt.

das ist für mich der richtigere Weg als die Frauenquote.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Alitsch
Alex

Viele gute und richtige Ansätze
?

Schlachtenhorn

Weil zweimal unrecht nicht recht ergibt.

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