Das MMORPG Guild Wars 2 bietet seinen Spielern mit der Lebendigen Welt ein Update-System, das regelmäßig neue Inhalte bringt, die komplett kostenlos sind. Für Veteranen ist dieses System ideal, doch für Neueinsteiger ist es verwirrend und sogar recht teuer.
Wie funktioniert die Lebendige Welt? Alle 2 bis 4 Monate bekommt Guild Wars 2 eine neue Episode der Lebendigen Welt. Mit diesem erstmal kostenlosen Update werden neue Inhalte ins Spiel gebracht:
- Die Story fortgesetzt.
- Es kommt ein neues spielbares Gebiet dazu.
- Neue Beherrschungen für die vertikale Progression werden veröffentlicht.
- Neue Belohnungen und Erfolge kommen ins Spiel.
Seit der Eisbrut-Saga, die im September 2019 begann, kam außerdem jedes Mal eine neue Angriffsmission, ein kleiner Raid für 10 Spieler, zusammen mit der Episode heraus.
Jedes dieser Updates bietet also einiges zu tun und für 2020 steht bereits die dritte Episode in den Start-Löchern.
Doch das Update-System belohnt vor allem Veteranen und ist grauenhaft für Neueinsteiger. Denn die müssen zahlen und leiden zudem unter einer schwer zu verfolgenden Geschichte.

Updates sind nur zeitweise kostenlos und verwirren neue Spieler
Problem 1 – Das Bezahlsystem: Die Lebendige Welt in ihrer jetzigen Form hat direkt mehrere Schwächen. Eine davon liegt in dem Bezahlsystem:
- Eine Episode ist nur solange kostenlos, bis eine neue erscheint.
- Danach müssen 200 Edelsteine (erhältlich für umgerechnet 2,50 Euro oder Ingame-Währung) bezahlt werden.
Wer jetzt gerade mit Guild Wars 2 anfängt, müsste für 23 Episoden der Lebendigen Welt Staffel 2 bis 5 bezahlen. Das wären fast 60 Euro (mit Bundles und Angeboten etwa 40 Euro), wohingegen man für 25 Euro beide Erweiterungen zusammen bekommt.
Das Fehlen der Episoden sorgt jedoch dafür, dass man die jeweiligen Gebiete nicht betreten, die dortige Story nicht erleben und die Erfolge und Belohnungen nicht bekommen kann.
Und das grenzt einige Spieler sogar von den beiden Reittieren Rollkäfer und Himmelsschuppe aus. Für letztere benötigt man sogar alle 6 Episoden der Lebendigen Welt Staffel 4.

Problem 2 – Die Story erleben: Um die komplette Geschichte von Guild Wars 2 erleben zu können, benötigt man logischerweise alle Episoden.
Wer jedoch die Erweiterungen kauft und sich jetzt einloggt, kann die Story der beiden Erweiterungen sowie die aktuellste Episode sofort spielen, versteht aber gar nicht, wie man dahingekommen oder was zwischendurch in der Geschichte passiert ist.
Der Ablauf der Story in GW2 sieht so aus:
- Grundspiel – Die persönliche Geschichte und Dungeons (laufen parallel ab).
- Lebendige Welt Staffel 1 – Nicht mehr spielbar, da es nur einmalige Events waren.
- Lebendige Welt Staffel 2 – Kaufbar
- Heart of Thorns – Erweiterung 1
- Lebendige Welt Staffel 3 – Kaufbar
- Path of Fire – Erweiterung 2
- Lebendige Welt Staffel 4 – Kaufbar
- Lebendige Welt Staffel 5 – Die aktuelle Eisbrut-Saga
Zwar wird dies so Ingame in einem Chronik-Fenster dargestellt, doch eine Erklärung, warum manche Inhalte noch gekauft werden müssen und andere Story-Abschnitte spielbar sind, gibt es nicht.
Problem Nummer 3 – Alte Gebiete sterben aus: Das letzte Problem ist nicht ganz so groß, aber trotzdem vorhanden. Neue Spieler, die jetzt die Lebendige Welt Staffel 2 oder 3 spielen wollen, müssen stellenweise Aufgaben in der offenen Welt erledigen.
Doch diese ist zumindest zu ungünstigen Uhrzeiten kaum besucht.
Während die persönliche Geschichte nahezu nur instanziiert ablief, hat man mit der Lebendigen Welt versucht, die Geschichte auch über die dazu passenden Gebiete zu erzählen. Und das ist ein Nachteil für neue Spieler und Rückkehrer, die plötzlich in Gruppen-Events alleine dastehen.
Und da es in Guild Wars 2 keine Item-Spirale und keine Level-Erhöhung gibt, ist dieser Content stellenweise für einen einzelnen Spieler einfach schwer.
Die einfachste Lösung: Bezahlschranke weg
Wie könnte man die Probleme der Lebendigen Welt lösen? Eine einfache Lösung aus Sicht der Spieler und Entwickler wäre es wohl die Kosten für Episoden der Lebendigen Welt zu entfernen.
In Guild Wars 2 sind viele Spieler bereit teilweise bis zu 20 Euro für einen verrückten Reittier-Skin zu bezahlen. Jeden Dienstag kommt ein Shop-Update und bringt etwas Neues für Echtgeld.
Warum sollte man dann gerade neue Spieler und Rückkehrer abschrecken, indem diese für alten Content Geld bezahlen sollen, der teilweise von Veteranen nicht mal mehr regelmäßig besucht wird?
Doch selbst wenn ArenaNet an dem System festhalten möchte, wären zumindest eine Ingame-Mail oder ein Pop-up hilfreich, die das System der Lebendigen Welt erklären. Denn immer wieder gibt es Nachfragen dazu oder verwirrte Spieler.
Guild Wars 2 ist auch 2020 noch ein richtig gutes MMORPG. Mit den vielen kostenlosen Updates und der angekündigten dritten Erweiterung steht es derzeit besser dar, als noch 2019.
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