Dead by Daylight bringt ein neues Feature – aber das könnte krass nach hinten losgehen. Denn die neuen Boon-Totems brauchen sehr viel Feinschliff.
Obwohl die neue Überlebende Mikaela Reid so niedlich ist, dass sie garantiert mein neuer „Main-Survivor“ wird, gibt es einige Bedenken an ihren Fähigkeiten. Denn sie ist die erste Überlebende, die das Feature der „Boon-Totems“ mit sich bringt. Überlebende können dann Totems segnen und sich so starke Buffs verschaffen.
Grundsätzlich kann ich den Gedanken durchaus verstehen. Wenn Killer in der Lage sind, mit ihren Perks die Totems mit Flüchen zu belegen, warum sollten Überlebende dann keinen Segen vergeben können?
Allerdings haben die Segen-Totems einen ungeheuer großen Vorteil: Sie können unendlich oft erneuert werden. Wenn der Killer nämlich ein Segen-Totem deaktiviert, dann wird daraus einfach wieder ein inaktives, glanzloses Totem. Das kann – nach aktuellem Plan ohne Abklingzeit – direkt wieder von einem Überlebenden verzaubert werden.
Fluch-Totems können das nicht. Einmal geläutert, sind sie deaktiviert und für immer aus dem Spiel (Ausnahme ist hier „Fluch: Unsterblich“).
Vor allem beißen sich diese neuen Totems mit dem grundsätzlichen Design des Spiels. Denn der Killer ist nicht nur die eigentliche „Power Role“ im Spiel, sondern vor allem auch im Laufe der Jahre zur „Stress Role“ geworden.

Noch mehr Stress für Killer – Ist das die Lösung?
Der Killer ist zwar grundsätzlich mächtiger – doch wird das durch die Überzahl der Überlebenden ausgeglichen. Es ist schwierig genug, 4 Überlebende gleichzeitig unter Druck zu setzen, um sie daran zu hindern, Generatoren schnell zu reparieren oder Verfolgungsjagden schnell zu beenden.
Gerade Killer, die für die Verwendung ihrer Fähigkeiten noch wertvolle Zeit aufwenden müssen – wie etwa der Fallensteller, die Hexe, der Demogorgon und in gewisser Weise auch die Fäule – brauchen einfach nicht noch eine weitere Aufgabe im Spiel.
Killer haben bereits mehr als nur beide Hände damit zu tun, die Überlebenden unter Druck zu setzen. Da bleibt im Grunde keine Zeit, um auch noch nach einem Boon-Totem zu suchen und das auszutreten – nur, damit es kurz darauf wieder entzündet wird.
Wenn ein Killer auch nur 10 Sekunden darauf investiert, das Totem zu suchen und zu deaktivieren – was natürlich mal mehr oder mal weniger Zeit in Anspruch nimmt – dann verschafft das den Überlebenden das vierfache an Zeit, um etwa an Generatoren zu arbeiten, was insgesamt etwa einem halben Generator entspricht.
Klar, es wird diese Augenblicke geben, in denen man einen Überlebenden aufhängt und dann direkt neben ihm das Totem austreten kann. Dann verliert man nur wenig Zeit.
Allerdings führt das zu einem neuen Dilemma. Denn wenn der Killer danach den aufgehangenen Überlebenden verlässt, wird dieser gerettet und das Totem einfach erneut entzündet.
Ein weiterer Aspekt ist die Stärke dieser Boon-Totems. Sie erstrecken sich nämlich über einen Radius von 28 Metern – also satten 2.460 m². Dabei können sich mehrere Effekte auf einem Totem stapeln. Alleine Mikaela Reid kann dafür sorgen, dass Überlebende in diesem Bereich:
- Sich selbst ohne Medikit heilen können
- Andere mit doppelter Geschwindigkeit heilen
- Keine Kratzspuren hinterlassen
- Ihre Aura niemals offenbaren
Das alles kombiniert führt zu einem ganz neuen Problem. Wenn der Killer nämlich mitbekommt, dass ein Überlebender 2, 3 oder gar 4 Boon-Perks mit hat und damit quasi einen Bereich auf der Karte zu einem Paradies für Überlebende verwandelt – was ist dann die Entscheidung eines Killers, der noch eine Chance auf den Sieg haben will?
Richtig, er wird den Nutzer der Boon-Perks “tunneln” und möglichst schnell aus dem Spiel nehmen wollen. Ein Verhalten, das bisher eher als verpönt gilt, aber durch solche Perks nur gefördert wird. Denn wenn ein Überlebender massive Buffs für alle anderen Überlebenden mitbringt, dann ist das Töten dieses Charakters einfach die einzig logische und effiziente Entscheidung.
Boon-Totems – Einfach nur schlecht oder fehlt Feinschliff?
Dabei will ich die Totems gar nicht nur komplett verdammen. Ich hab verdammt viel Lust auf Mikaela Reid, da ich grundsätzlich Killer und Überlebende gleichermaßen spiele. Und ich finde den Gedanken einer modernen Hexe, die Totems segnet, auch verdammt interessant und werde die Perks garantiert nutzen.
Ich habe nur die Befürchtung, dass es das Spiel als Ganzes nicht besser machen wird und langfristig wieder dazu beiträgt, dass kaum jemand Killer spielen möchte.
Das hatten wir in der Vergangenheit schon mehrfach, bevor die Entwickler zurückruderten und umstrittene Änderungen wieder zurücknahmen.
Die Boon-Totems sind prädestiniert, grandios zu scheitern, weil sie einfach zu gut sind.
Dabei gäbe es durchaus Lösungsansätze, die Boon-Totems sofort viel weniger nervig machen würden. Ideen aus der Community wären etwa:
- Nachdem ein Boon-Totem von einem Killer deaktiviert wurde, hat der Überlebende eine hohe Abklingzeit, bevor er ein neues Totem segnen kann – etwa 150-300 Sekunden.
- Boon-Totems, die vom Killer deaktiviert werden, entzünden sich erneut als ein Fluch-Totem, wenn der Killer einen deaktivierten Fluch-Perk mit sich führt.
- Negative Effekte, wie: Wenn ein Boon-Totem deaktiviert wird, dann wird die Aura des Besitzers dieses Totems für 15 Sekunden offenbart und er kann in der Zeit nicht mit Generatoren interagieren.
Fluch-Totems sind für Killer immer ein „Gamble“, also eine Art Glücksspiel, das sich auszahlen oder brutal scheitern kann, wenn das Totem früh geläutert wird. Das gleiche sollte auch auf Boon-Totems zutreffen. Die sollten kein „Free Win“ werden, da man sie unendlich oft neu entzünden kann.
Oder wie seht ihr diese Sache? Findet ihr die Boon-Totems in ihrer aktuellen Vorstellung gut und sinnvoll? Immerhin gibt es viele Gründe, Dead by Daylight zu lieben und gleichzeitig zu hassen …
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