New World hat viele Ansätze, um ein richtig soziales MMO zu sein, bei dem ihr in Gruppen und mit einer Gilde loszieht, um Städte zu erobern und zusammen Spaß zu haben. Doch MeinMMO-Redakteur Alexander Leitsch hat in den letzten Tagen einige schlechte Erfahrungen gemacht. Er findet, dass noch zu viele Dinge im Spiel sind, die das Spielen in einer Gruppe sabotieren.
Was macht New World zu einem sozialen MMO? Grundsätzlich hat New World viele Aspekte, bei denen sich Spieler zusammentun müssen und die an Old School MMORPGs erinnern:
- In der Welt gibt es viele Elite-Mobs, Bosse und Welt-Events, die man schwer oder gar nicht allein erledigen kann
- Die Dungeons haben kein LFG-Tool, sondern Spieler müssen sich ihre Gruppe aktiv suchen
- Crafting und Handel spielen eine wichtige Rolle
- Es gibt einen Proximity-Voice-Chat, mit dem man sich direkt Ingame austauschen kann
- Im Endgame erobert und verteidigt man gemeinsam mit seiner Gilde/Fraktion Städte und Festungen
Die Kompanie, die eine Siedlung kontrolliert, kann dieser sogar einen eigenen Stempel aufdrücken, durch Steuern und durch den Ausbau der Siedlung nach eigenen Prioritäten.
Wo ist dann das Problem? Doch während es sich für all diese Aspekte lohnt, mit einer Gruppe und Kompanie unterwegs zu sein, sabotiert das Spiel ansonsten die Gruppen-Erfahrung gleich auf mehreren Ebenen.
Ein paar dieser Elemente haben mich selbst schon stark gefrustet.
Schon der Start ist für Gruppen unnötig kompliziert
Was ist das Problem beim Start? Die Startgebiete in New World werden nach dem Tutorial zufällig für jeden Spieler ausgewürfelt. Wer also in einer Gruppe beginnen möchte, findet sich oftmals an ganz unterschiedlichen Orten der Karte wieder.
Wenn ihr dann nicht früh genug die Quest-Reihe stoppt, hängt ihr erstmal in dem Gebiet fest. Erst in dem Moment, in dem ihr euch für eine Fraktion entscheidet, kommen die Quests wieder zusammen.
Diesen Umstand kannte ich schon aus der Beta und habe mich dementsprechend mit einem Kumpel nach dem Beitritt zu einer Fraktion in Immerfall verabredet. Vorher haben wir komplett getrennt gequestet, was einfach viel schneller und einfacher geht.
Die Lösung für das Problem wäre eigentlich recht simpel. Man könnte die Spieler nach dem Tutorial entscheiden lassen, in welchem der Gebiete sie beginnen möchten. So wäre das Zocken in einer Gruppe viel simpler.
Fraktionsmissionen, doch jeder bekommt seine eigenen
Was ist das Problem mit Fraktionsmissionen? Nachdem ihr euch einer der 3 Fraktionen angeschlossen habt, könnt ihr die sogenannten Fraktionsmissionen erledigen. Doch auch hier wird es künstlich kompliziert.
Jeder Spieler bekommt eigene Missionen angeboten. Die überschneiden sich zwar manchmal mit denen der Gruppenmitglieder, aber oftmals auch nicht. Dann muss jeder aus der Gruppe in unterschiedliche Missionen aufbrechen. Nicht gerade förderlich für das Gruppen-Spiel.
Auch hier wäre eine Lösung denkbar einfach: Das Teilen von Quests mit der Gruppe. Doch ein solches Feature gibt es derzeit nicht. Das wäre nicht nur für Fraktionsmissionen nützlich, sondern auch für allgemeine Nebenquest.
Die nimmt man teilweise einfach in der Welt an und weiß gar nicht mehr, woher sie kam. Umso einfacher wäre es, wenn man sie direkt mit der Gruppe teilen könnte.
Der Kampf um die Materialien und eine fürchterliche Quest
Was ist das Problem mit Materialien? Alle Rohstoffe in New World spawnen an festen Orten. Doch nur ein Spieler kann sie abbauen. Wer als Gruppe loszieht und gemeinsam das Crafting leveln möchte, klaut sich gegenseitig die Ressourcen.
Das ist besonders bei der nervigen Quest „Die Schwäche des Egos“ ein Problem. Sofern ihr die Materialien nicht direkt im Handelsposten kauft, solltet ihr für diese Quest am besten in unterschiedliche Richtungen aufbrechen und mit dem Suchen nach Materialien beginnen.
Ähnlich frustrierend war meine Erfahrung in einer Fraktionsquest, in der ich einen Mini-Boss töten und häuten musste. Der Magnetit-Grizzly ist ein eher grimmiger Geselle, mit dem man sich besser nicht allein anlegt. Das Problem dabei ist, dass nur derjenige die Quest erfüllt, der den toten Grizzly auch häuten kann.
Das führte dann dazu, dass meine vier zufälligen Mitstreiter erst fleißig mitkämpften, aber im letzten Drittel des Bären plötzlich damit aufhörten und bereits die Taste E drückten, mit der man das tote Tier dann häuten kann. Ähnliche Szenarios gibt es bei den “töte und häute”-Quests immer wieder.
Ein MMO, bei dem die Gruppenmitglieder gegen einen selbst arbeiten, find ich eher schwierig. Zum Leveln des Craftings habe ich mich deshalb von meiner Gruppe getrennt und bin allein losgezogen. Hier könnte sich New World eine Scheibe bei Guild Wars 2 abschneiden, wo jeder Spieler die Materialien nur für sich selbst abbaut.
Eine Benutzeroberfläche, das nur bedingt für Gruppen geeignet ist
Was ist das Problem mit der Benutzeroberfläche? An diesem Punkt habe ich gleich mehrere Kleinigkeiten, die mich persönlich jedoch extrem stören:
- Ich würde gerne im Interface das Mana und im Bestfall sogar die Ausdauer sehen können.
- Ich kann die Namensschilder meiner Gruppe nicht hinter Gebäuden oder Pflanzen sehen. So verliert man seine Mitspieler unheimlich schnell aus den Augen.
- Für Welt-Events und PvP in der offenen Welt wäre eine Gruppengröße über 5 Spieler nützlich. So könnten sich beispielsweise mehrere 5er-Gruppen zu einem Raid zusammentun.
Wer wirklich effektiv mit mehr als 5 Spielern losziehen möchte, ist eigentlich gezwungen nebenbei im Voice-Chat zu sitzen.
Die Benutzeroberfläche an sich hat übrigens noch einige Probleme mehr. Das findet auch der Twitch-Streamer shroud:
Schlachten um Festungen gerne, aber es kann nicht jeder mit
Was ist das Problem mit Kriegen und Invasionen? Die Schlachten um Festungen – egal ob Kriege im PvP oder die Invasionen im PvE – sind für 50 Spieler ausgelegt. Eine Kompanie jedoch kann bis zu 100 Spieler aufnehmen.
Kommt es nun zu einem solchen Kampf und alle Spieler wollen mit, wird die Hälfte der anwesenden ausgeschlossen. Ich selbst habe mich mehrfach um Kriege in New World beworben und wurde seit dem Release für noch keinen mitgenommen – andere Spieler, teilweise aus der eigenen Gilde, hatten bisher Vorrang.
Schwierig wird es besonders dann, wenn Streamer wie Entenburg oder Ares gleich mehrere Kompanien unter sich haben. Wenn 200 oder sogar 300 Spieler auf die Kriege warten, ist eine geplante Rotation nahezu unmöglich. Das kann ganz schnell frustrierend werden und für schlechte Stimmung in der Gilde sorgen.
Das Problem mit den Servern
Was ist das Problem mit den Servern? Die aktuellen Probleme mit Warteschlangen und vollen Servern stören das Gruppenspiel enorm. Da wird wohl keiner widersprechen. Doch selbst wenn der Hype abflacht und genügend Server vorhanden sind, sehe ich einige Probleme.
Zum einen befürchte ich, dass auf den großen Servern die Warteschlangen dauerhaft bleiben. Es gibt wohl eine feste Server-Größe von 2.000 bis 2.500 Spielern und manch ein Streamer oder eine Community bringt schon allein so viele Spieler auf.
Zum anderen könnte dieses feste Limit bedeuten, dass auf einem Server schnell eine Fraktion dominiert. Denn theoretisch können pro Fraktion nur 833 Spieler online sein. Wenn eine Fraktion jedoch ständig 1.000+ Spieler auf den Servern hat, kann es für die feindlichen Fraktionen schnell langweilig werden, weil sie ständig in Unterzahl sind.
Hier braucht Amazon auf Dauer eine Lösung.
Questen und Crafting als Solo-Spieler, Dungeons und Kriege in der Gruppe
Wie spielt man New World am besten? Die beste Erfahrung habe ich bisher damit gemacht, dass ich zum Questen und für das Crafting allein losgezogen bin. Sobald es aber an Welt-Events mit den Verderbten oder Dungeons ging, haben wir uns als Gruppe zusammengefunden, sofern das mit den Warteschlangen möglich war.
Später, wenn es dann um die Schlachten um Siedlungen geht, bin ich quasi gezwungen, in einer der großen Kompanien mitzuspielen. Ansonsten wird es sehr schwer zu diesen Inhalten mitgenommen zu werden.
Wer nicht auf das PvP verzichten möchte, hat zumindest den neuen PvP-Modus Außenpostenansturm vor sich. Was genau dahintersteckt, erfahrt ihr hier:
Ein Modus lässt das neue MMO New World wie ein Survival-Spiel für 40 Spieler aussehen
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