27-jährige Twitch-Streamerin soll ins Gefängnis, bis sie 57 ist

In Brasilien wurde die 27-jährige Shayene „shAy“ Victorio zu 116 Jahren Gefängnis verurteilt. Die ehemalige Profi-Spielerin und jetzige Twitch-Streamerin (GTA V) soll einen betrügerischen Shop im Internet geführt haben. Sie will Berufung einlegen.

Wer ist die Spielerin? Die Brasilianerin Shay Victorio war Profi-Spielerin in Counter-Strike 1.6 und CS:GO von 2008 bis 2019. Brasilien ist ein eSport-verrücktes Land und shAy half dabei, den eSport für Frauen zu etablieren. Sie war laut ESPN Brasilien eine der besten Spielerinnen des letzten Jahrzehnts.

2019 beendete sie ihre Karriere nach 11 Jahren, wurde zu einer Streamerin auf Twitch und sammelte da etwa 30.000 Zuschauer. Die „digitale Influencerin“ spielte dort im letzten Jahr auf Twitch vor allem GTA Online und CS:GO. Sie hat zudem einen Instagram-Account mit etwa 88.000 Abonnenten.

Einer größeren Öffentlichkeit in Brasilien ist sie als aktuelle Freundin eines Fußball-Torhüters dort bekannt: Jean Paulo Fernandes Filho war 2015 Nationaltorwart im U20-Team. Die Karriere ist aber etwas in Stocken geraten, zuletzt machte der Schlagzeilen, weil er in Florida seine Frau geschlagen haben soll.

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 

🎮📸 @viclauria.fotografia

Ein Beitrag geteilt von Shay Victorio (@shayvictorio) am

Zu 116 Jahren Gefängnis verurteilt

Wofür wurde sie verurteilt? shAy wird in Brasilien vorgeworfen einen Online-Shop betrieben zu haben, der Güter versprach, aber nicht auslieferte. Das Gericht führt 118 Opfer an, die angeblich zwischen 2013 und 2017 betrogen worden seien.

Die brasilianische Nachrichtenseite UOL meldet: Eine brasilianische Spezialeinheit zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens hätte gegen Shayene Victorio ermittelt und Beweise in ihren eMails gefunden. Neben shAy werden auch ihr Vater und ihr Ex-Ehemann strafrechtlich verfolgt.

Es heißt, eine Frau, die sich als Shayene zu erkennen gab, wäre von Opfern übers Telefon gefragt worden, wo die bestellten Güter seien. Die Frau hätte erklärt: Ein Laster wäre ausgefallen, die Güter beschädigt und die Kunden müssten noch mal 60 Tage auf ihre Bestellung warten. Die Produkte wurden aber nie geliefert.

Für den Richter war daher klar, dass es sich bei „Shayenne“ um die Beklagte handeln musste, allein schon wegen des außergewöhnlichen Namens. Es hätten mehrere Opfer angerufen und wären so abgespeist worden.

Die Twitch-Streamerin wurde in einem geschlossenen Verfahren zu 116 Jahren im Gefängnis verurteilt. Allerdings müsste sie davon nur 30 Jahre absitzen, weil das brasilianische Gesetz ein Maximum von 30 Jahren im Gefängnis vorsieht.

Die Brasilianerin galt eine der besten CS:GO-Spielerinnen.

„Unmenschliches Urteil“

Das sagt die Twitch-Streamerin: Die hat angekündigt, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Sie sagt auf Instagram: Sie sei nicht verhaftet worden und werde auch nicht verhaftet. Außerdem sei sie keine Flüchtige, wie verbreitet wird.

Die Anklage sei eine Folge des Verhaltens ihres ehemaligen „Ehemanns“, der die volle Verantwortung für das Problem übernommen habe.

Sie sagt, sie arbeite öffentlich, sei jeden Tag auf Sendung, man kenne sie. Das passe alles nicht dazu, wie sie dargestellt wird.

Twitch-shay
Sie hat 28.907 Follower auf Twitch.

Ihr Anwalt sagt in einem Statement, seine Klientin shAy sei das Ziel von Diffamierungen im Netz: Leute hätten falsche Seiten erstellt, um sie anzugreifen, nur um zu tratschen und aus Böswilligkeit.

Das Urteil des Gerichts empfinde man als unmenschlich und erwarte eine neue Entscheidung, die auf der Unschuldsvermutung basiert.

Sollte die Berufung, die shAy fordert, erfolglos bleiben, würde sie bis 2050 ins Gefängnis gehen. Dann wäre sie 57 Jahre alt.

Quelle(n): ESPN Brasilien, UOL
Deine Meinung? Diskutiere mit uns!
9
Gefällt mir!

21
Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
Aktivität der MeinMMO Community
MeinMMO Kommentar-Regeln
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
N0ma
4 Monate zuvor

Ich finds erstaunlich wie vorschnell hier manche urteilen, ohne wirklich die Hintergründe zu kennen.
Erinnert mich so ein bisschen ans Mittelalter wo sich alle versammelt haben, wenns darum ging Hexen zu steinigen.

yan
4 Monate zuvor

Sieht man auch an der aktuellen Situation bez. der Fußballfans. Gegenseite? 2 Sichtweisen? Nein einfach durch die Berichterstattung vorverurteilt obwohl man sich 0 mit den Details auskennt.

Deleane
4 Monate zuvor

Find ich auch richtig so, bloß weg mit dem Abschaum….

Seither
4 Monate zuvor

„Sie sagt, sie arbeite öffentlich, sei jeden Tag auf Sendung, man kenne sie. Das passe alles nicht dazu, wie sie dargestellt wird.“
– Ist das ein Unschuldsargument? Damit könnte sich ja jeder Ganove freikaufen. Einfach in Social Media aktiv sein und den netten Menschen spielen. Als ob man dort seine wahren Seiten zeigen würde^^

Millerntorian
4 Monate zuvor

Komisch polarisierende Headline für einen Artikel, in dem eigentlich nichts anderes steht, als das jemand, der möglicherweise gegen geltendes Recht verstoßen hat, nun dafür zur Rechenschaft gezogen werden könnte.

Es wird suggeriert, dass dies irgendetwas mit ihrer Streaming-Aktivität zu tun hätte, was nun aber so gar nicht der Fall ist. Ehrlich liebes Team, so gerne ich ja auf dieser Seite unterwegs bin, aber so plakativer Journalismus erstaunt mich. Das könnt ihr doch besser, oder?!

Oder dürfen wir demnächst weitere Verfehlungen von Leuten lesen, die irgendwie, irgendwas, irgendwo und irgendwann mit Medien zu tun hatten oder haben?

Das ich so nebenbei mal wieder über den Beruf des „Influencer“ ins Grübeln gerate, wenn ich lese, welche Menschen (wenn auch definitiv nicht für alle geltend) sich da evtl. so betätigen, ist zumindest ein kleiner gedanklicher Lichtblick nach der Lektüre obigen Artikels für mich.

Bodicore
4 Monate zuvor

Hat wohl den falschen über den Tisch gezogen. Einen der Geld in die Hand genommen hat um sie dran zu kriegen. Sonst würde da warscheinlich nocht mal einer reagieren im wilden Westen.

Todesklinge
4 Monate zuvor

Brasilien ist das gefährlichste Land der Welt.
Die höchste Kriminalitäts- und Todesrate weltweit.

Orchal
4 Monate zuvor

Fast so gefährlich wie eine Todesklinge.

Freddy
4 Monate zuvor

30 Jahre find ich angemessen dafür. Und mal ehrlich sie hatte doch kein schlechtes Leben bisher. Aber da Brasilien eines der korruptesten Länder der Welt ist und sie Geld hat ist das gar kein Problem. Sie einigen sich auf ne saftige Entschädigung.

Hugo
4 Monate zuvor

Unabhängig davon ob sie daran beteiligt war oder nicht, aber haben die Brasilianer schon mal was von Verhältnismäßigkeit gehört? Scheint mir nicht so.

Dwal1n
4 Monate zuvor

Schau dich doch nur mal in Deutschland um. Da wird sehr oft auch unverhältnismäßig geurteilt. Wenn die Dame schuldig ist, muss sie dafür grade stehen.

N0ma
4 Monate zuvor

Je rückständiger ein Land je härter die Strafen. Gilt nicht immer aber oft.
Im Mittelalter gabs hier für stehlen, Hand ab.

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.