Bei Destiny 2 erhalten Spieler manchmal einen offiziellen Blick hinter die Kulissen von Bungie. Mitarbeiter teilen ihre Ergebnisse oder berichten über die Spiel-Entwicklung. Letzte Woche jedoch gab es einen Einblick der anderen Art, als eine Ex-Angestellte von Bungie auf Twitter ihrer Enttäuschung über die Entlassung öffentlich Luft machte.
Um welche Mitarbeiterin handelt es sich? Bei der ehemaligen Mitarbeiterin von Bungie handelt es sich um Elisabeth Pring. Sie war bei Bungie als „Test Associate“ angestellt und auch auf Twitter recht aktiv in der Destiny-Community.
Sie sorgte dafür, dass Bungie auf Twitter mit fast 9000 Likes trendete, als sie öffentlich über ihren Account gegen ihre Entlassung und ehemalige Mitarbeiter von Bungie protestierte.
Heute ist mein letzter Tag bei Bungie, ich bin entlassen worden. Offenbar habe ich ein feindliches Arbeitsumfeld geschaffen […] und weil ich Kollegen konfrontiert habe, weil sie mich mithilfe anonymer interner Tools gemeldet hatten.
schreibt Elisabeth Pring, eine ehemalige Mitarbeiterin von Bungie via Twitter
Diesem ersten Posting folgen noch weitere, in denen sie ihre Sicht der Dinge mitteilt und damit für Aufmerksamkeit sorgte.
Vor allem die Aussage „in dem Moment, in dem es Kritik gibt, wird man entlassen und es bricht mir das Herz“ triggerte ihre Follower und auch die Destiny-Community.
Den vollständigen Post auf Twitter könnt ihr euch hier ansehen:
Warum wurde sie bei Bungie entlassen? Nach eigener Aussage war der Grund für ihre Entlassung, dass sie eigenmächtig den Jobtitel “Test-Associate”, für den Bungie sie offiziell eingestellt hatte, in ihren Social-Media-Profilen zu “Test-Engineer” änderte und sich auch weigerte, das wieder zurück zu ändern.
Dabei betont sie, dass sie und viele andere Mitarbeiter aus allen möglichen Teams sich angeblich einig waren, dass ihre „Arbeit weit über den einer Test-Associate-Rolle hinausgeht“.
Ich wurde als Test-Associate eingestellt, ja, aber eigentlich habe ich die ganze Zeit die Arbeit eines Test- Engineer“ gemacht …
betont die Ex-Mitarbeiterin mehrfach

Außerdem drückte sie anscheinend auch ihre Frustration über das Parken in Seattle aus und erhielt dazu ebenfalls einige negative Reaktionen von aktuellen Bungie-Mitarbeitern.
Diese Ereignisse sollen am Ende ein paar ihrer Kollegen beim Destiny-2-Entwickler langfristig so verärgert haben, dass sie mit der Personalabteilung hinter ihrem Rücken über sie gesprochen haben. Das soll wohl dann letztlich zu ihrer Kündigung geführt haben, wie sie annimmt.
Elisabeth nennt auf Twitter keine konkreten Namen. Sie sagt nur: “Ihr wisst, wer ihr seid“, und ließ dieser Aussage nochmals mehrere Erklärungs-Tweets folgen, die am Ende zu einer Hetzjagd gegen verschiedene Bungie-Mitarbeiter durch die Destiny-Community führten.
Zudem postete sie auf Twitter auch anscheinend einen Auszug aus einem persönlichen Chat mit Pete Parsons, Bungies CEO.
Zu dem Screenshot schreibt sie, warum sie diesen Schritt in die Öffentlichkeit gegangen ist: „Ich habe öffentlich gesprochen, weil die Dinge intern nicht passierten, aber ich bin durch die richtigen Kanäle gegangen.“
Zusätzlich beschuldigte sie auch Bungies Senior Creative Lead Tom Farnsworth öffentlich sie zu stalken und hofft, dass er ihr Cannabis-Profilbanner mag.
Gibt es ein Statement von Bungie? Nein. Wir haben uns persönlich nochmal an unsere Ansprechpartner bei Bungie gewandt und um ein Statement gebeten. Bislang gab es jedoch noch keine offizielle Aussage zum Vorfall seitens des Entwicklers.
Zudem hat auch Elisabeth selbst inzwischen deutlich gemacht, dass sie damit eigentlich keine Hetzjagd gegen Bungie oder seine Mitarbeiter lostreten wollte.
So postete sie am 04. September auf Twitter einen Aufruf an die Destiny-Community:
Hey, ich möchte, dass die Community aufhört, sich an meine alten Mitarbeiter zu wenden. […] Ich bin in meinem Leben immer nur aufgestiegen und werde das auch weiterhin tun, weil ich es liebe zu lernen und die Gemeinschaft um mich herum zu verbessern. […] Ich werde mir von einem Unternehmen nicht vorschreiben lassen, wer ich bin, wenn ich immer wieder bewiesen habe, dass ich größer bin als die Box, in die sie mich stecken wollen.
fordert Elisabeth die Destiny-Community via Twitter auf
Was sagt die Community zur Entlassung?
Die Einblicke waren für Spieler zumindest überraschend und sehr offen. Normalerweise bedanken sich ehemalige Mitarbeiter meist nur öffentlich bei Bungie oder berichten von ihrer guten Zeit, bevor sie einen neuen Job beginnen.
Dank Elisabeth bekam man zwar einen sehr einseitigen Einblick, aber der war dafür offensichtlich umso interessanter. Trotzdem wissen nicht alle, was davon zu halten ist.
Auf Twitter drückten zunächst viele ihre Betroffenheit über die Vorkommnisse aus. Elisabeth hat sogar bereits neue Jobangebote bei anderen Entwicklern dort zugeschickt bekommen.
Nachdem der Destiny-2-Content-Creator LUCKYY10P jedoch das Drama um die Ex-Mitarbeiterin mehrfach auf YouTube aufgegriffen hatte, gab es auch kritische Stimmen.
Hier stand vor allem die Tatsache im Vordergrund, dass sie schließlich aus eigenem Ermessen eine Entscheidung getroffen hat, die ihr gar nicht zustand.
So schreibt Blake beispielsweise unter dem YouTube-Video:
Das Problem in dieser Situation ist, dass sie als „Mitarbeiterin“ eingestellt wurde, aber angeblich die Arbeit verrichtet, die von einem „Ingenieur“ erwartet wird. Die korrekte Vorgehensweise wäre, entweder eine tatsächliche Titeländerung innerhalb des Unternehmens zu verlangen, die der Arbeit entspricht, die sie verrichtet, oder sich einfach zu weigern, Arbeiten auszuführen, die nicht in die ihr offiziell zugewiesene Rolle fallen. Stattdessen ändert sie ihre Berufsbezeichnung in den sozialen Medien ohne die offizielle Unterstützung des Unternehmens, für das sie arbeitet, was natürlich sowohl die Leute mit der Position, die sie vorgibt zu haben, als auch die Leute, die tatsächlich in derselben Rolle wie sie arbeiten, verärgert.
schreib Blake in den YouTube-Kommentaren
Und Malcolm Fitzpatrick findet, dass Twitter für so etwas der schlechteste Ort ist, etwas abschließend zu klären.
Zunächst einmal hat sie sich öffentlich auf Twitter beschwert. Das ist einer der schlechtesten Orte für so etwas. Twitter ist nicht dein Freund. Vor allem, wenn dein Chef deinen Account kennt. Wenn du mehr tust, als du tun sollst, dann bitte um mehr. Sei nicht kleinlich, sondern gerissen.
ist die Meinung von Malcolm Fitzpatrick dazu via YouTube
Und der Spieler mounte45 merkt zudem an:
Wir haben natürlich noch nicht die ganze Geschichte gehört, aber nach ihren Antworten auf Twitter zu urteilen, würde ich sagen, dass sie wahrscheinlich eine Nervensäge war. […] In der Personalabteilung entlässt man in der Regel niemanden wegen einer einzigen Meinungsverschiedenheit oder eines einzigen Vorfalls, denn das kommt bei Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten und Meinungen natürlich vor […]. Meine Vermutung ist, dass sie sich am Arbeitsplatz nicht professionell verhalten hat und eine Meinungsverschiedenheit mit ihrem Kollegen hatte. […]
erklärt der Spieler mounte45 via YouTube
Was denkt ihr über den Vorfall? Hättet ihr auch öffentlich eure Berufsangabe geändert, weil ihr eigentlich viel mehr macht? Glaubt ihr, es steckt noch mehr hinter der Kündigung oder ist das nur der enttäuschte Frust einer ehemaligen Mitarbeiterin, die sich falsch verhalten hat? Hinterlasst uns gerne eure persönliche Meinung in den Kommentaren.
Für alle die sich lieber auf das Spiel konzentrieren, empfehlen wir eine alte Waffe, die gerade ihr stärkstes Comeback in Destiny 2 feiert:
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