New World bekommt am 3. Oktober mit „Rise of the Angry Earth“ seine erste Erweiterung. MeinMMO-Redakteurin Jasmin Beverungen durfte sich die Neuerungen schon vorab ansehen und berichtet euch, wieso sich die Erweiterung für Rückkehrer besonders lohnt.
Mit Saison 2 „Blut der Sande“ hat das Entwicklerteam hinter New World das Gebiet „Erstes Licht“ temporär abgesperrt. Als Grund wurden Artemis und ihre Erdkreaturen genannt, die das Gebiet überrannt haben. Mit „Rise of the Angry Earth” öffnen sich die Pforten wieder.
Und was soll ich sagen? Das Gebiet ist kaum wiederzuerkennen!
Ich durfte bei einem Anspielevent in Amerika das neue Areal auf eigene Faust erkunden. Am Rand des Gebiets erhebt sich ein imposanter Torbogen, der als Übergang in eine völlig neue Welt dient. Das neue Gebiet „Elysian Wilds“ sieht nämlich so aus, als wäre ich per Zufall auf einem Alienplaneten gelandet.
Außerdem konnte ich ein lang ersehntes Feature aus der Community testen: „Rise of the Angry Earth” führt nämlich endlich Reittiere ein, mit denen wir uns schneller durch Aeternum bewegen können.
Eine Mischung aus Korallenriff und Alienbiom
Nach dem Durchschreiten des Tores fühlte ich mich plötzlich wie in einer anderen Welt. Es war nachts und überall leuchteten plötzlich verrückte Pflanzenarten auf. Das Entwicklerteam erklärte mir, dass sie die Lebewesen mit Biolumineszenz ausgestattet haben, die in der Nacht ihre Wirkung zeigten. Die Pflanzen, Pilze und Tiere leuchten also von allein.
Ich konnte mich an den unterschiedlichen Pflanzenarten, deren Inspiration von Korallenriffen stammen soll, gar nicht satt sehen. Alles ist bunt, schrill und am Leuchten. Ich vergaß sogar, dass ich am Tor von aggressiven Pflanzen angegriffen wurde, die mich fast mein Leben gekostet haben.
Doch ich konnte nicht aufhören zu starren: An jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken und die Wälder und Holzhütten aus „Erstes Licht“ sind nun durch merkwürdige Pflanzengebilde und Ruinen ersetzt worden. Dementsprechend vertraut und fremd zugleich kam mir das neue Gebiet vor.
In dem fremden Gebiet gab es neue Gegnerarten, die ich wie im Zoo aus der Ferne beobachtet habe. Mammuts, Chamäleons und Gorillas durchstreifen nun das Land und sind mit Elementangriffen ausgestattet. Die Tiere können nämlich mit Feuer-, Eis-, Erd- oder Blitzattacken angreifen. Welches Element das ist, zeigt sich erst beim Angriff der Tierwesen.
Umbau von „Erstes Licht“ soll Spielermenge in Anfangsgebieten konzentrieren
Das Entwicklerteam verriet mir, dass sie sich aus einem bestimmten Grund für den Umbau von „Erstes Licht“ entschieden haben. Mit der Erweiterung hätte es ein neues Gebiet geben können, doch dadurch hätten sich die Spieler immer weiter vom Anfangsgebiet entfernt.
Amazon Games möchte die Spieler wieder näher in die Startgebiete holen und entschied sich deshalb, aus „Erstes Licht“ eine völlig neue Umgebung zu machen.
Außerdem entwickelt sich so die Welt, wie wir sie aus New World kennen, immer weiter. Das gefällt mir vom Storytelling her ungemein, denn so wird nicht ein neues Gebiet an das nächste gereiht. Vielmehr bekommen die Gebiete, denen man längst den Rücken zugewandt hat, einen neuen Anreiz zum Erkunden.
Keine Lust auf PvP? Keine Sorge!
Solltet ihr aus Frust mit New World aufgehört haben, weil ihr in einer unterlegenen Fraktion wart, kann ich euch beruhigen. Das Gebiet soll kein Teil der PvP-Klopperei sein und kann nicht eingenommen werden. So könnt ihr das Gebiet völlig ungestört erkunden.
Damit könnt ihr ähnlich wie ich die neue Flora und Fauna des Areals bewundern.
Neue Expedition mit einem Mammut, das mit Lasern schießt
Die Gegner aus den „Elysian Wilds“ traf ich in der neuen Expedition wieder. Die Expeditionen sind die Dungeons in New World, die mit einer Gruppe von bis zu fünf Spielern absolviert werden können. Zusammen mit meinen Gruppenmitgliedern stürzte ich mich in die neue Expedition, die einem Tierpark glich.
Zwischen den Bossen kämpften wir uns durch Tierhorden durch, die aus den gleichen Gegnertypen wie in „Elysian Wilds“ bestanden. So schlugen wir uns mit Feuer-Gorillas herum und trugen große Kugelfelsen auf ihr Podest, um verschlossene Türen zu öffnen und dem Weg des Dungeons weiter zu folgen.
Der erste Bossgegner Kurok war ein Gorilla mit Feuer-, Eis-, Erd- und Blitzangriffen und ist mir durch seine neuartige Mechanik im Gedächtnis geblieben. Ich will euch nicht die Lösung zum Gegner verraten, denn ihr sollt euch selbst an dem riesigen Gorilla probieren.
Doch was ich euch verraten kann: Wir haben rund sieben Anläufe gebraucht, bis wir als zusammengeschworene Veteranengruppe den Boss besiegt hatten! So viel Spaß hatte ich mit New World schon länger nicht mehr.
Der zweite Bossgegner Mahantaram lag hingegen schon beim zweiten Versuch. Ich fand die Mechaniken des Bosses auch nicht so ausgeklügelt wie beim ersten, obwohl es sich hierbei um ein mit Lasern schießendes Mammut handelte.
Die Expedition hat mich ein wenig an den Garten des Ursprungs erinnert, der ebenfalls eine Expedition in New World ist. Doch mit seiner schrillen Optik und den umherwandernden Tieren bietet er genug Unterschiede, um nicht als Doppelgänger zu gelten.
Amazon Games erfüllt großen Spielerwunsch nach Reittieren
Das neue Gebiet habe ich im Übrigen nicht zu Fuß erkundet, sondern auf einem Mount. Amazon Games hatte das Fehlen der Reittiere zunächst mit einer merkwürdigen Notiz begründet, doch endlich ziehen die reitbaren Tiere ins Spiel ein.
Nach rund sechs Stunden sollt ihr in der Lage sein, eines der begehrten Mounts zu erhalten, das jederzeit gerufen werden kann. Es gibt insgesamt drei unterschiedliche Tiere, auf denen Spieler reiten können:
- Pferd (erhältlich ab Level 25)
- Wolf (erhältlich ab Level 45)
- Löwe (erhältlich ab Level 65)
Die Tiere können mit eigenen Namen versehen werden. Es gibt Skins, die den Tieren ein individuelles Aussehen verleihen. Vom pinken Pony-Traum bis zum rüstungsbehangenen Schlachtross ist alles dabei.
In meiner Anspiel-Session konnte ich leider nur das Pferd testen, doch auf einem externen Bildschirm zeigte mir Senior Producer Katy Kaszynski, welche weiteren Farben es für die Tiere gibt und wie sie sich bewegen. Der Wolf wirkte ein bisschen „trotteliger“ von seinen Bewegungsabläufen als die anderen beiden, doch das wirkt sich nicht auf die Laufgeschwindigkeit aus.
Die Mounts erhalten wir durch eine Quest, in der wir bestimmte Gegner besiegen und Pflanzen sammeln müssen. Im Anschluss zähmen wir ein Pferd, das fortan unser ist.
Das Rufen des Reittieres empfand ich äußerst angenehm, denn es erscheint direkt unter mir. Ich kann mich noch an Situationen in The Witcher 3 erinnern, in denen das Pferd Plötze in den Dächern der Häuser hingen. So eine nervige Situation bleibt durch den sofortigen Spawn aus.
In unterschiedlichen Missionen, bei denen ich auf meinem Mount auf verschiedenen Strecken gegen die Zeit rennen musste, konnte ich ein Gefühl für das neue Pony bekommen. Die Tiere steuern sich so, wie ich mir ein echtes Pferd vorstelle: etwas behäbig, in Kurven aber trotzdem wendig.
Das Springen an kleinen Kanten klappte ganz gut, mein Pferd bewegte sich auf steinigen Brücken flüssig. Sind die Kanten allerdings zu groß, streikt das Pferd und ich musste kurz absteigen, um es auf der Erhöhung erneut per Knopfdruck zu rufen. Außerdem ist die Laufgeschwindigkeit auf Brücken und Siedlungen etwas gedrosselt.
Mit der Zeit können die Mounts sogar aufgelevelt werden. Ich habe einen deutlichen Unterschied gemerkt, als ich ein Pferd gesehen habe, das auf dem Maximallevel von 50 gesprintet ist. Das Level kann erhöht werden, indem wir das Mount mit spezieller Nahrung füttern.
Auf die Frage hin, ob in Zukunft Rennen gegen andere Spieler möglich sind, musste das Entwicklerteam lachen. Im Moment konzentrieren sich die Entwickler darauf, das Reiten so gut wie möglich zu optimieren. Doch wer weiß, in Zukunft könnte es vielleicht möglich sein, ganze Turniere zu veranstalten.
Die Erweiterung von New World wird viele Spieler zurückholen
„Rise of the Angry Earth“ schafft viele Anreize, damit Spieler, die dem MMORPG den Rücken zugewandt haben, wieder ins Spiel zurückkehren. Es gibt ein neues „altes“ Gebiet, Reittiere und viele neue Inhalte. Wer mit dem Titel aufgehört hat, weil er zu einer unterlegenen Fraktion gehört, hat Glück: Das neue Gebiet kann nicht erobert werden und lässt es euch ungestört erkunden.
Für Neulinge lohnt sich die Erweiterung nur bedingt. Der große Vorteil ist, dass sich wieder mehr Spieler dank des aufgehübschten Gebiets erneut in den Startgebieten von New World befinden.
Allerdings können neue Spieler die Erweiterung selbst nicht sofort erleben, sondern müssen erst den Rest des Spiels zocken, um auf dem passenden Level zu sein.
Hinzu kommt, dass New World nicht nur mit der neuen Erweiterung, sondern mit weiteren Saisons lockt. Ich bin gespannt, welche Inhalte sich Amazon Games für die Zukunft einfallen lässt. Womöglich können wir im kommenden Jahr Pferderennen veranstalten und in großen Gewässern schwimmen.

Jasmin Beverungen
MeinMMO-Freelancerin
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