LoL: Fnatic veröffentlicht herzzerreißendes Video, wie ihr Traum von den Worlds zerbricht

Das europäische Team Fnatic hat an der Weltmeisterschaft in League of Legends teilgenommen: Ein Video zeigt ihre Reise zu den LoL Worlds 2021. Was wie eine Mischung aus Werbespot für BMW und eine Klassenfahrt nach Island beginnt, endet in einem Drama, als sich die Hoffnungen des Teams zerschlagen.

Das war die Situation vor den Worlds für Fnatic:

  • Fnatic ist eigentlich eine der beiden dominanten Mächte im europäischen League of Legends. Doch vor der Saison 2021 begann das zu bröckeln: Der wichtigste Spieler, Rekkles, war zum Rivalen G2 gewechselt. Die Verträge der anderen Spieler liefen aus, neue junge Teams hatten Fnatic überholt.
  • Mit einigen riskanten Manövern steuerte Fnatic gegen: Das Team holte sich einen mega-talentierten, aber unerfahrenen Top-Laner, verfrachtete den alten Top-Laner und Führungsspieler Bwipo in den Jungle, und gab den eigentlich besten Mann im Team, den Stamm-Jungler, ab.
  • Dieses neue Team spielte dann viel besser als erwartet, konnte sich für die Worlds qualifizieren und die Stimmung war bestens.
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„Island hat eine schöne Landschaft – aber das kann ich auch auf Google sehen“

So beginnt das Video: In den ersten Minuten des Videos zur Woche 1 der Worlds sieht man, wie das Team langsam in Island ankommt. Die Atmosphäre ist gelöst, die Spieler sind aufgeregt: Ein Jahr LoL hat jetzt zu diesem außergewöhnlichen Erlebnis geführt.

Das Video wirkt wie eine Mischung aus einem Werbespot für BMW, dem Sponsor des Videos, und einer ausgelassenen Klassenfahrt:

  • Supporter Hylissang freut sich – sein Vertrag wurde um 2 Jahre verlängert. Die Mitspieler gratulieren ihm.
  • Der Belgier Nisqy hat unterschätzt, wie kalt Island ist und sorgt sich, er habe zu wenig warme Klamotten mit.
  • Der junge Top-Laner Adam sagt, die Landschaft von Island sei ganz schön, aber da könne er sich auch Bilder auf Google anschauen.
  • Bwipo macht großspurige Ankündigungen, man freue sich darauf, Royal Never Give Up zu schlagen.

Wichtiger Spieler reist wegen Familientragödie ab

Das ist der Bruch im Video: In der Mitte des Video trifft die Erkenntnis das Team, dass einer ihrer Schlüssel-Spieler, der deutsche ADC Upset, das Team verlassen wird: Er wird wegen einer Familientragödie von der WM abreisen.

Der Rest des Videos hat einen komplett anderen Ton.

Der Coach des Teams, YamatoCannon, stellt heraus, was für ein Führungsspieler Upset für ihr Team ist und wie besessen er darauf hingearbeitet hat, an den Worlds teilzunehmen. Sogar nach seiner Hochzeit habe er sofort wieder LoL gespielt, ohne sich eine Pause zu können:

„Er hat einen sehr hohen Standard für uns gesetzt: Auf alle Arten und Weisen war er ein Führungsspieler für das Team. Nichts war ihm wichtiger, als sich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Wenn ein Mensch wie er so viel Schmerz durchmacht und anfängt sich zu fragen: „Sollte ich gehen?“, dann hat er die Entscheidung sorgfältig abgewogen.“

Yamato, Coach Fnatic

Yamato sagt, hätte man Upset erlaubt, bei den Worlds weiterzumachen, hätte das langfristige negative Konsequenzen auf seine Psyche haben können. Eine Schuld, mit der er nicht leben wolle.

Jeder im Team habe akzeptiert, dass Upset jetzt geht. Es hätte keine Diskussion gegeben. Jeder habe gewusst, wie schwer Upset diese Entscheidung fällt, und habe sie respektiert.

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Coach Yamato erzählt, wie schwer die Situation für Upset war.

So endet das Video: Im Video merkt man, dass Fnatic alles tut, um sich zu motivieren und einen guten Teamgeist zu bewahren. Man wünscht dem Ersatzspieler auf der Botlane alles Glück und sagt, wie sehr man an ihn glaubt.

Aber letztlich scheitert das Team an seinen Aufgaben und verliert alle 3 Spiele in der Hinrunde der Gruppenphase – damit steht man fast sicher vor dem Aus.

In den letzten Momenten des Videos, sieht man den Midlaner Nisqy, der nach einer Teambesprechung anfängt, zu schluchzen und zu weinen. Er entschuldigt sich bei den Mitspieler. Yamato führt ihn aus dem Raum.

So sind die Reaktionen: Die sonst so hartgesottenen LoL-Fans zeigen viel Mitgefühl in den Kommentaren. Man lobt Yamato für seine ruhige und stilvolle Art mit der Situation umzugehen. Das Team habe so hart gearbeitet, um zu den Worlds zu kommen und dann laufe es so gegen sie.

So lief es für Fnatic nach dem Video: Fnatic hat in der Rückrunde zumindest noch einen Ehrentreffer geholt. Ausgerechnet gegen die eigentlich völlig überlegenen Royal Never Give Up gelang der erste und einzige Sieg im Turnier – genauso wie Bwipo das vorher angekündigt hatte.

Doch die 2 nächsten Spiele gingen verloren und Fnatic schied mit 1-5 nach der Gruppenphase aus.

Fnatic, die vor dem Turnier-Start, als Kandidat fürs Viertelfinale gehandelt wurden, konnten ohne ihnen Start-ADC zwar nicht die Erwartungen erfüllen, haben sich aber während der Worlds den Respekt vieler LoL-Fans verdient.

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Quelle(n): youtube
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DDuck

Das Video hat mich tatsächlich auch ziemlich gepackt…Zum einen, weil ich den “Twist” absolut nicht erwartet habe, zum anderen aber auch, weil das Video einfach mal die andere Seite des Esport zeigt: Da sitzen junge Menschen, die oft vom Kinderzimmer direkt in’s Gaminghaus gezogen sind, gerade 18 geworden sind und unter einem wahnsinnigen Druck stehen. Druck von den Fans, (teilweise) Druck von den Organisationen, Druck den sie sich selbst machen und vor allem von der Online-Community. Selbst “ältere”, gestandene Profis, mit reichlich internationaler Erfahrung, wie Nisqy einer ist, halten diesem Druck nicht immer Stand und haben dementsprechend auch mal emotionale Ausbrüche.

Das war einerseits schön zu sehen, dass nicht alle Spieler getaktete Maschinen sind, wie es bei den Koreanern und den Chinesen oft den Anschein erweckt, andererseits aber auch herzzerreißend. Man muss sich mal vorstellen, dass u.a. Nisqy geholt wurde um Fnatic den Erfolg zurückzubringen, man spielt einen soliden Spring Split, einen großartigen Summer Split, arbeitet ein Jahr auf diese vier Wochen hin, trainiert zusammen und dann bricht der Dreh- und Angelpunkt des Teams plötzlich weg und wird zum einen von einem Rookie ersetzt (der das zweifelsohne für seine Verhältnisse großartig gemacht hat) und zum anderen lastet auf den verbleibenden Stammspielern nochmal deutlich mehr Verantwortung. Das man in einer solchen Situation die Nerven verlieren kann, ist absolut nachvollziehbar.

Bei all den traurigen Szenen, in der zweiten Hälfte des Videos, muss man aber auch einfach mal sagen, dass YamatoCannon ein grandioser Motivator ist. Ich glaube der Mann könnte mit seinen Ansprachen sogar Arno Dübel dazu bringen einer geregelten, steuerpflichtigen Arbeit nachzugehen.

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