Spieler kämpft 763 Tage gegen unberechtigten Bann aus CoD, um seinen Ruf auf Steam zu retten

Spieler kämpft 763 Tage gegen unberechtigten Bann aus CoD, um seinen Ruf auf Steam zu retten

Viele Spieler ärgern sich darüber, wenn ihre Accounts in Videospielen gebannt werden. Wenn Sie dann Beschwerde einreichen, stoßen sie bei den Gaming-Firmen wie Activision Blizzard auf taube Ohren: Der Bann bleibt bestehen. Die Details bleiben aus Sicherheitsgründen unter Verschluss. Es gibt keine Möglichkeit auf Einspruch. Fall geschlossen. Doch ein Nutzer von Steam wollte so einen Bann bei Call of Duty jetzt nicht auf sich sitzen lassen. Er kämpfte.

Das war der Bann: Der Steam-Nutzer b00lin hatte 36,2 Stunden lang eine frühe Beta-Version von Call of Duty: Modern Warfare 2 gespielt, das CoD aus dem Jahr 2022.

In seinem Steam-Profil bekam er dann die Nachricht, er sei gebannt worden. Einen Einspruch gegen den Bann lehnte Activision ab: Das Sicherheitsteam habe bestätigt, dass sein Account permanent gebannt bleibe. Er habe unautorisierte Software genutzt, um Spieldaten zu manipulieren. Der Bann bleibt bestehen.

Der Steam-Nutzer versuchte über das Ticket-System Activision zu erreichen, rief auch beim Support an und schrieb Mitarbeiter über LinkedIn an. Doch all das brachte nichts.

Gebannter Nutzer trifft auf eine Mauer des Schweigens aus Sicherheitsgründen

Das war so frustrierend: Für den Steam-Nutzer frustrierend war es, dass er auf eine Mauer des Schweigens stieß. Niemand legte ihm irgendwelche Beweise dafür vor, dass er Cheat-Software genutzt hatte.

Denn solche Beweise würden ein Sicherheitsrisiko darstellen und müssten unter Verschluss bleiben, damit Cheat-Hersteller nicht erfahren, wie genau Activision Blizzard arbeitet, hörte er immer wieder.

Steam-User holt sich sein Geld zurück, aber der Bann bleibt bestehen

Das war der nächste Schritt: Der Nutzer unterschrieb letztlich eine Verschwiegenheitserklärung und suchte eine Schlichtung über eine unabhängige dritte Partei. Doch die Schlichtung lehnte Activision ab.

Dann nutze b00lin einen Service, um sein Geld wiederzubekommen. Er wollte sich die Kosten für das Spiel zurückzuholen. Weil Activision hier nicht reagierte, gewann b00lin und bekam sein Geld zurück, aber der Bann blieb immer noch bestehen.

Zu PC Gamer sagt der Nutzer:

Activision hat mich zwar ausgezahlt, sich aber trotzdem geweigert, die Sperrung meines Kontos aufzuheben. Sie begründeten das damit, dass sie von den Gerichten nicht dazu aufgefordert wurden und es deshalb nicht tun würden. Ich bin mir sicher, dass sie sich wünschen, sie hätten es getan, denn es hat sie auf lange Sicht viel gekostet.

Als nächstes versuchte er sich außergerichtlich mit Activision Blizzard zu einigen und suchte einen Vergleich mit einer Kanzlei, welche die Firma beauftragt hatte. Der Steam-Nutzer war sogar bereit, ein NDA zu unterzeichnen, über den Vergleich zu schweigen, aber das wollte Activision auch nicht.

Letztlich stand b00lin dann vor einem Richter und konnte nachweisen, dass er 1.000 Stunden in Counter-Strike 2 ohne irgendeinen Vorfall gespielt hatte und einfach nur den Bann loswerden wollte. Es lag ihm nichts daran, wieder ein Spiel von Activision Blizzard zu spielen – nur der Bann müsse weg.

Die Verteidigung von Activision konnte vor Gericht keine Beweise vorlegen, die den Bann rechtfertigten, offenbar ließen die strengen Sichtlinien des Sicherheitsteams von CoD nicht einmal zu, dass die eigenen Anwälte genaue Details über den Banngrund erfuhren.

b00lin
b00lin hat über 1.055 Stunden in Counter-Strike 2, wie sein Steamprofil zeigt.

Bann wird nach 763 Tagen aufgehoben und vom Steam-Profil gelöscht

So ging das aus: Letztlich gab der Richter dem Kläger, also b00lin, recht. Activision habe hier ihre Seite des Vertrags gebrochen und habe keine Beweise vorbringen können, dass der Bann gerechtfertigt war. Der Bann des Spielers wurde gerichtlich aufgehoben. Zudem musste Activision dem Kläger 711 Pfund, etwa 850 €, an Fixkosten erstatten.

Das sagt der Spieler: Der Spieler sagt, er spiele CoD seit 2003 auf dem PC und habe viel Zeit in das Spiel investiert.

Er hatte das Gefühl, der Bann habe sein Steam-Profil und seinen Ruf als Gamer ruiniert. Das habe ihn angetrieben, 2 Jahre zu kämpfen und nicht aufzugeben:

Eine Sperre für etwas, das ich nicht getan habe, auf einem Profil, das ich sehr schätze und in das ich Tausende von Stunden investiert habe, ist nicht in Ordnung.

Immer wenn er in einem Spiel gut war, hätten Leute sein Profil auf Steam gecheckt, den „Cheater“-Eintrag gesehen und ihm dann gesagt: Kein Wunder, dass er gewonnen habe, er sei ja auch ein Cheater. Das ging b00lin gegen die Ehre und das wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Motiviert habe ihn zudem, dass er nicht alleine war, auf Discord habe er viele andere getroffen, die ebenfalls einen unberechtigten Bann erhalten hätten. Bei CoD gibt es häufig Diskussionen um Banns: Was ist ein Shadowban in CoD Warzone und was kann man dagegen tun?

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OMWG

Das sagt der Spieler: Der Spieler sagt, er spiele CoD seit 2003 auf dem PC und habe viel Zeit in das Spiel und seinen Helden dort investiert.

Reden wir hier wirklich über CoD ?
Seit wann genau gibt es in CoD “Helden” in die man Jahre investieren könnte? Ma spielt in einem Teil einen oder mehrere Spielerklassen und im nächsten wieder andere und dann wieder andere.

Caljostro

Endlich hat’s mal einer durchgezogen. Ich gehe jede Wette ein, JEDER der eine Firma, die ihn gebannt hat, vor den Kadi zerrt, wird entbannt. Entweder haben sie keine Beweise oder sie werden sie nicht vorlegen.

DINGO

Na, der Artikel enthält sehr viele mutmaßungen. Was also exact vor Gericht gestritten wurde und warum ein Vergleich zustande kam ist hier nicht wirklich veröffentlicht.
Der Typ hat sein Geld für das Game ja auch wieder bekommen und das bei Steam seiner Politik gegenüber refunds? Das allein scheint mir extrem unplausibel. Ich wollte Battlebit damals innerhalb der Frist und auch sonstiger Regularien zurück geben aber die haben das nicht gemacht.
Dann hat er ein SteamCheater abzeichen gehabt oder wie soll ich mir das Vorstellen?
Den Richter möchte ich mal treffen. Wie kann man bitteschön nachweisen das man zwei Jahre auf einen anderen Game nicht gecheatet hat, nur weil man nicht erwischt wurde? Ich spiele auch zig Games und alles im PVP oder Coop völlig cheatfrei das bedeutet aber nicht das ich vielleicht bei den einen oder anderen Singleplayer auch mal einen Trainer nicht benutzt habe.
Hier will er Beweise sehen die Activision nicht mehr hatte sofern sie diese je hatten. Die haben nicht gerade eine Vorratsdatenspeicherung und hier gibt es nirgends eine gesetzl. Aufbewahrungspflicht, und nur selten in den AGB aufgeführt. Das könnte ein Bug gewesen sein weshalb Activision die paar Euro Auslagen gezahpt hat und das würde ich als Publisher auch eher machen als Geld in Jahrelangen gerichtlichen Streitkosten zu stecken.

Aber eigentlich alles egal weil mir der Fall nicht plausibel genug erscheint. Zuviel was wir nicht wissen und von den meisten Cheatern kommt die Schutzbehauptung sie hätten es nicht getan. Kennt man zu hauf… Selbst bei leuten die in LAN Partys, Messehallen, erwischt wurden waren sie sich keiner Schuld bewusst.

Caljostro

Der Hinweis, woanders nicht gebannt zu sein, dürfte in der Tat eine unbedeutende Randnotiz sein, quasi so eine Art Leumundszeuge in eigener Sache.

DSGVO (zumindest inzwischen und in EU)? Vor ein paar Wochen gab es einen Artikel, bei Datenauskunft rückt “CoD” die eigentlich internen und geheimen SBMM Werte des Spielers raus. Aber der Punkt an allem ist doch, der Bann ist kein rechtsgültiges Urteil, sondern erstmal eine Behauptung des Anbieters. Und im Zivilrecht ist dieser auch dafür verantwortlich, Beweise vorzulegen.

Das heißt nach dem Verfahrensprinzip für die Beweislast im Zivilprozess im Grunde genommen so viel wie: Wenn ich irgendetwas behaupte, so muss ich auch in der Lage sein, meine Behauptung zu beweisen.

https://www.juraforum.de/lexikon/beweislast-im-zivilprozess-zpo

Und damit ist eigentlich alles geklärt.

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