Seit 2017 hat Destiny 2 eine Achterbahnfahrt der Meinungen und Spekulationen erlebt. Während der Loot-Shooter eine treue Fangemeinde hat, gibt es immer wieder Gerüchte und Behauptungen über den angeblich drohenden Untergang. Doch statt vom Spiel sind die Hüter eher genervt von den ewigen Untergangsphantasien. Und auch die Spielerzahlen widerlegen die Behauptungen.
So tot soll Destiny 2 schon sein: Seitdem die „Lightfall“-Erweiterung Anfang 2023 nicht das liefern konnte, was von einem grandiosen Anfang vom Ende erwartet wurde, befinden sich Teile der Spieler in einer Todesspirale und prophezeien dem Spiel erneut seinen Untergang.
Hier reicht bereits ein kurzer Blick in den Teil der Community, der sich öffentlich und lautstark zum Spiel äußert.
- Dort erfährt man, dass niemand mehr dieses Spiel zockt, man endlich ausbrechen soll.
- Spätestens zum Start von „Die Finale Form“, dem kommenden DLC, wird das Spiel sowieso keine Spieler mehr haben, weil in der eigenen, kleinen Clan-Bubble jetzt schon niemand mehr zockt.
Dabei sind die Verärgerung und die schlechte Stimmung durchaus nachvollziehbar. Destiny 2 hat aktuell absolut seine Probleme, welche die Spieler zu Recht kritisieren.
- Die Gameplay-Schleife ist für manche langweilig geworden, weil die Erzählweise sich wiederholt und es quasi alle drei Monate dasselbe Prinzip mit anderer Story ist.
- Das Vernachlässigen bekannter Kern-PvE-Aktivitäten oder dem Schmelztiegel sowie Gambit.
- Dazu kommt die Kostenkritik zu den Preisen der DLCs und der Extra-Kosten für Dungeons.
Doch trotz immer wiederkehrender Untergangsprognosen erfreut sich Destiny 2 weiterhin einer stabilen und engagierten Spielergemeinschaft. Die Behauptungen über ein erneutes Ende sind weit von der Realität entfernt, weil die Spielerzahlen ganz klar zeigen, dass Bungies Loot-Shooter keineswegs im Sterben liegt.
Destiny 2 steht keineswegs vor dem Abgrund
Spielerzahlen bleiben weiter solide: Destiny 2 ist inzwischen 6 Jahre alt. Das Destiny-Franchise sogar fast 10 Jahre und obwohl aktuell nicht alles rund läuft, kann Bungie für seinen Loot-Shooter weiterhin starke Zahlen vorweisen. Lightfall, das wegen seiner Inhalte stark kritisiert wurde, war zum Start sogar das stärkste DLC von allen.
- Zur Startwoche im Februar 2023 zockten allein auf Steam über 316.000 Spieler das neue „Lightfall“-DLC, was ein neuer Allzeitrekord für Bungie war.
- Auch im Folgemonat März konnte Bungie die höchste durchschnittliche Spielerzahl seit der Veröffentlichung von Destiny 2 auf Steam im Oktober 2019 verzeichnen.
- In den letzten 30 Tagen und kurz vor dem Midseason-Update hat Destiny 2 weiterhin eine durchschnittliche Spielerzahl von 54.000 auf Steam und 87.000 in der Spitze.
Es handelt sich hierbei nur um die belegbaren Spielerzahlen über Steam. Speziell für Konsolen kann keine Aussage zu den genauen Zahlen gemacht werden, da diese nicht zur Verfügung stehen. Aber es ist unwahrscheinlich, dass diese stark unterschiedlich ausfallen.
Sicherlich keine Rekordzahlen, die das Game derzeit verzeichnet, aber dennoch weiterhin solide, wenn man bedenkt, wie chillig diese Season 21 abläuft und dass viele Spieler auch bei Diablo 4 dabei sein wollten.

Einen kleinen Anhaltspunkt zu den Gesamtzahlen könnte jedoch der Bot Charlemagne liefern. Bei ihm kann über die Abfrage „/analytics population“ ebenfalls eine aktuelle Spielerpopulation via Discord abgerufen werden und das für alle Plattformen.
Zum Zeitpunkt dieses Artikels am 12. Juli lieferte uns der Bot dabei folgendes Ergebnis:
- Spieler insgesamt auf allen Plattformen: 698.400
Leider können diese Zahlen nicht wie bei Steam von den einzelnen Anbieterplattformen bestätigt werden.
Warum sind die Spielerzahlen überhaupt wichtig? So groß und gravierend die Probleme derzeit auch sein mögen, eine Massenflucht der Spieler, wie viele derzeit behaupten, spiegelt sich in diesen Spielerzahlen einfach nicht wider. Und sie zeichnen auch kein katastrophales Bild vom Zustand des Spiels.
Wäre es anders, hätte Bungie vermutlich schon reagiert. Destiny 2 ist jedoch viel größer als seine Community auf Reddit, YouTube oder Twitter. Die Kritik aus der aktiven Community interessiert die meisten Spieler nicht oder sie wissen gar nichts davon, weil sie in der Community nicht aktiv sind.
Die meisten Spieler zocken einfach weiter
Das sagt die Community: Auf Reddit haben sich einige Hüter inzwischen sogar über das Totgerede lustig gemacht und ein altes Meme extra aktualisiert, welches 3.600 Upvotes erhalten hat.
Dabei betonten sie, dass das Spiel zwar einige Probleme aufweise, aber keineswegs am Rande des Untergangs stehe, wie manche immer und immer wieder behaupten. Die Leidenschaft für das Spiel ist auch weiterhin vorhanden und wöchentliche Aktivitäten machen vielen nach wie vor Spaß.
Während sich also die einen von der Negativwelle mitreißen lassen und von all der Kritik nur noch genervt sind, spielen andere, wie der Hüter havestronaut, einfach weiter.
Ja… ehrlich gesagt habe ich dieses Jahr einfach eine Menge guter Spiele zu spielen. Ich neige nicht so sehr dazu, mich über alles aufzuregen, also spiele ich einfach die Destiny-Story-Updates, ein bisschen mehr von dem, was Spaß macht, und dann entspanne ich mich. […] Ich denke, die Erwartung, dass etwas ständig und endlos konsumierbar sein sollte, ist wahrscheinlich ein Fehler. […]
kommentiert havestronaut unter dem Reddit-Meme
Ähnlich locker sieht das auch OffMyChestATM der schreibt: „[…] Meiner Meinung nach ist es ein großartiges Gaming-Jahr. Und es gibt viel zu genießen, vor allem, wenn Dein Lieblingsspiel einen mittelmäßigen Moment hat.“
Und der Destiny-Spieler Nick_Sonic_360 merkt an, dass der Loot-Shooter gerade nur „eine weitere Entwicklung durchmacht“.
Destiny macht Wachstumsschmerzen durch, ich liebe es im Moment, die Saison der Tiefe ist großartig, ich grinde mich gerade durch die saisonalen Herausforderungen, also habe ich keine Probleme. […] Und ehrlich gesagt ist das in dieser Phase des Lebens des Spiels eine Voraussetzung. „Die Finale Form“ wird ein episches Ende der Licht- und Dunkelheitssaga sein, aber [Bungie] muss weiterhin Inhalte hinzufügen, damit es weiterlebt. […] Ich liebe dieses Spiel und möchte, dass es auch nach „Lightfall“ weiterlebt, dass es neue Abenteuer und Welten zu erforschen gibt, dass die Wurzeln dieses Spiels zurückkehren.
erklärt es Nick_Sonic_360 im Reddit
Destiny-Spieler lieben toxische Diskussionen: In all den Jahren war bei Destiny nicht immer alles perfekt und das ist es bis heute nicht.
Man liebt die Ideen von Bungie, aber man hasst es häufig, wie schlecht sie umgesetzt werden. Deswegen ist es inzwischen ein traditioneller Spieler-Brauch, sich furchtbar über Bungie und seine Ideen aufzuregen. Oder wie es der Spieler itsRobbie ausdrückt: „Einfach nur Panikmache um Ansichten, denn die Destiny-Community liebt Negativität“.
Bungie wird an den Problemen arbeiten: Der Entwickler von Destiny hat erst kürzlich angekündigt, dass die Serverstabilität bis August 2023 verbessert werden soll.
Hinzu kommen stetige Anpassungen der Meta, sowie kommende Neuerungen in Seasons und DLCs. Und genau deswegen kehren Spieler immer wieder zurück und geben dem Entwicklerstudio erneut eine Chance.
Die Spielerzahlen und die lebendige Community widerlegen also die Behauptungen über das bevorstehende Ende von Destiny 2 und zeigen, dass das Spiel weiterhin eine starke Präsenz in der Gaming-Welt hat. Denn erst wenn niemand mehr über ein Spiel spricht, ist es wirklich tot.
Wie seht ihr das? Nervt euch das ständige Todgesage von Destiny inzwischen auch, weil ihr eigentlich nur euer Ding machen und etwas Spaß im Spiel haben wollt? Oder sagt ihr: Nein, dem Schicksal geht es derzeit so schlecht wie nie zuvor, auch wenn die Spielerzahlen solide sind? Wir sind jedenfalls gespannt auf eure Meinungen in den Kommentaren.
Am besten drückt die Situation vielleicht der Spieler mikeyt0503 aus: „Wir lieben es, Hasser zu sein. Es ist wirklich so einfach. Wir lieben es, Destiny 2 zu hassen, und wir hassen es, dass wir es lieben.“
Nach 8 Jahren ist Destiny 2 die größte Hassliebe von Spielern, wenn es um Loot-Shooter geht
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