Bei Destiny 2 hat der Entwickler Bungie die Kommunikation mit den Fans drastisch eingeschränkt. Auf reddit und Twitter melden sich Entwickler nur noch selten zu Wort. Der Community-Manager Dylan „dmg04“ Gafner erklärt jetzt auf reddit, warum man weniger spricht: Es gab Morddrohungen gegen das Team, die man sehr ernst nimmt. Auch Gafner selbst und seine Familien wurden bedroht, seitdem nimmt er Anti-Depressiva und gönnt sich eine längere Auszeit.
So war es früher:
Auch wenn es immer viel Kritik an Destiny und Bungie gab – die Kommunikation war eine Stärke des Teams. Der langjährige Community Manager DeeJ wurde zwar oft dafür kritisiert, dass er wenig Konkretes zu sagen hatte und viel schwafelte, aber die eigentlichen „Macher“ des Spiels wandten sich immer wieder über Twitter oder reddit an die Spieler und teilten ihre Gedanken zu ganz spezifischen, kleinteiligen Aspekten des riesigen Shooters mit:
- So hatten die Waffenschmiede des Spiels lange Postings zu Balance-Änderungen.
- Der Erfinder der „Trials of Osiris“, Derek Caroll, teilte regelmäßig mit, was er sich dachte.
- Boss-Designer Joe Blackburn erklärte in Postings, wie er auf bestimmte Ideen kam.
Dazu gab es von der Firma selbst regelmäßige lange Beiträge, Videos, Blogpotss und Live-Streams, in denen sich die Entwicklung in die Karte schauen ließen.
Mastermind Luke Smith gab lange Interviews: Manchmal redete er sich um Kopf und Kragen (“Geld gegen den Monitor werfen”), manchmal gab er interessante Einblicke, wie Destiny entstand.
Bungie reduziert Kommunikation auf das Allernötigste
Wie ist es jetzt? In letzter Zeit gibt es kaum noch interessante „Nebenbei-Infos“ zu Destiny. Es ist auf das Allernötigste reduziert. Die Kommunikation ist deutlich eingeschränkt.
Was ist vorgefallen? Die Beziehung zwischen Community und dem Team von Destiny war schon immer mit Spannung aufgeladen. Man frotzelte Entwickler gerne und das Hobby jeden Destiny-Spielers war es, über Destiny zu meckern: Es kommt zu wenig neuer Content, es wird zu viel Altes recyclet, die Entwickler können nix und haben keine Ahnung. So ist es seit Release.
Destiny hat mittlerweile 8 Jahre Geschichte hinter sich – und 8 Jahre Ärger mit den Fans:
Aber in den letzten Monaten kam es zu einigen ernsten Vorfällen bei Destiny:
- Ein zentraler und sehr mitteilungsfreudiger Entwickler, Kevin Yanes, erhielt Morddrohungen, weil er über ein Titanen-Exotic sprach, und hat sich seitdem von Twitter zurückgezogen
- Es kam zu offenen Drohungen gegen den Community-Manager dmg04 – dem wurde gedroht „dass man in seine Nähe zieht – und es dann nicht mehr sicher für ihn ist“
- Destiny 2 hat einen Streamer wegen dieser Hassrede sogar verklagt
Community Manager erklärt, warum man wenig mit den Fans spricht
Das sagt Bungie jetzt: Der Community-Manager von Bungie, Dylan „dmg04“ Garfner, ist eigentlich seit dem 20. Juni in einem längeren Reha-Urlaub, sucht sich Hilfe bei einem Arzt und einen neuen Therapeuten. Er hat begonnen, Anti-Depressiva zu nehmen, wie er den Fans über Twitter mitteilte.
Einem Nutzer auf reddit fiel jetzt auf, dass viel weniger Bungie-Mitarbeiter kommentieren und auf Fragen der Spieler antworten als früher.
Dmg04 erklärt aus dem Urlaub, das sei ganz bewusst so:
Es ist so: Die Belästigung, über die wir gesprochen haben, da geht’s nicht um ruppige Antworten auf Twitter oder vage Kommentare. Es gab echte Bedrohungen gegen unsere Leute und das Studio. Wir nehmen die Drohungen ernst, das hat zu weniger Kommunikation geführt, während wir als Team daran arbeiten, Sicherheits- und Schutzmaßnahmen einzuführen, um sowas zu verhindern.
Ich möchte klar sagen, dass ich es zu schätzen weiß, wie sehr das Studio mir persönlich geholfen hat, nachdem heftige Belästigungen gegen mich und meine Familie kamen. Ich nehme mir gerade deshalb Zeit, um damit klar zu kommen. Nur weil ihr die ernsten Belästigungen nicht in einem Tweet seht, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt.
Dmg04 sagt, wenn die neuen Kommunikations-Wege stehen, werde man auch wieder mehr mit den Fans reden. Viele Entwickler würden weiterhin die Kommentare lesen und intern über das Feedback sprechen.
Aber offenbar hat man die Kommunikation mit den Fans deutlich reduziert.
Von was für Belästigungen ist da die Rede? In einer Klage berichtete Bungie über direkte Drohungen gegen dmg04 und seine Familie. So habe ein Mensch ihm geschrieben, er würde nah zu ihm ziehen, er sei nun „nicht mehr sicher.“
Viele Destiny-2-Spieler auf reddit und auch auf MeinMMO haben sich von diesen hasserfüllten Nachrichten an Bungie distanziert.
Auf MeinMMO heißt es etwa:
- „Lächerlich. Da will man als Entwickler nah bei seinen Spielern sein und bekommt zu spüren, warum das andere nicht tun.“
- „Jeder, der einem Entwickler wegen sowas eine Morddrohung schreibt, braucht dringend ein Update zwischen den Ohren.“
Die Kommentare zeigen, dass Leute, die Entwicklern Hassbotschaften schicken, nur eine Minderheit der Spielerschaft darstellt. Aber sie richtet offenbar viel Schaden an und stört das Verhältnis zwischen den Entwicklern und den Spielern nachhaltig.
Zu den interessantesten Infos, die mal so nebenbei zu Destiny kamen, gehört dieses kleine Juwel:
Destiny-Chef verrät: Ursprünglich war Gläserne Kammer nicht der 1. Raid
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