Call of Duty verliert beliebten Caster – „Nein, ich bin kein furchterregender, schwarzer Mann“

Call of Duty verliert beliebten Caster – „Nein, ich bin kein furchterregender, schwarzer Mann“

Der Caster Loviel „Velly“ Cardwell hat 6 Monate für Activision Blizzard gearbeitet und dort die Spiele der Profi-Liga von Call of Duty kommentiert. Jetzt hat er seinen Job aufgegeben: Hintergrund ist ein bizarrer Vorfall, der als „betrunkener Bar-Streit“ beschrieben wird. Ein anderer, angetrunkener Caster wollte den Streit schlichten, aber machte alles nur viel schlimmer.

Wer ist das?

  • Loviel „Velly“ Cardwell ist ein früher Profi-Spieler von Gears of War, der seit 2020 in anderer Funktion im E-Sport sein Geld verdient.
  • Er arbeitet seit September 2019 als Caster und Analyst für Shooter-Spiele wie Rainbow Six Siege und Valorant.
  • Ab Januar 2022 kommentierte er die Spiele der Profi-Liga zu Call of Duty, ein „riesiger Job“ für ihn, wie er selbst schreibt. Nun kommentierte er Spiele, bei denen es um 500.000 $ ging. Bei den Fans war er beliebt: Einige sagen, er hätte den Cast deutlich aufgewertet, ihn entspannter und weniger peinlich gemacht.

Viele hoffen darauf, dass Call of Duty mit den neuen Titeln wieder einen Aufschwung erlebt:

Call of Duty: Modern Warfare II „Ultimate Team“ Teaser

Caster kündigt überraschend mitten in der Saison

Die Nachricht beschäftigte die Leute: Am 23. Juli teilte die Call of Duty League mit, dass man die Kündigung von Cardwell akzeptiert habe und ihm das Beste wünsche.

Das kam unerwartet, denn es war mitten in der Saison (via twitter).

Ein Caster im E-Sport ist sowas wie ein Sport-Kommentator im klassischen Sport. Er kommentiert und analysiert das Geschehen im Spiel und versucht den Zuschauern zu vermitteln, was im Match passiert – gleichzeitig will der Caster für Stimmung sorgen und das Spiel emotional aufpeppen.

Wie kam es zu der Kündigung? Es gab einen Vorfall nach dem großen Turnier „New York Major 4“, das vom 14. bis 17. Juli stattfand.

Es heißt: Der Vorfall ereignete sich nach dem eigentlichen Event bei der „Post-Event“-Feier. Offenbar hatten sich zu dem Zeitpunkt die Profi-Spieler und Mitglieder des Broadcasts-Teams schon ordentlich einen gegönnt. Sie werden als „angetrunken“ beschrieben.

Es gibt keine Videoaufnahmen des Vorfalls, aber es existiert ein Augenzeugen-Bericht eines bekannten Profi-Spielers, dem einige Zeugen zugestimmt haben, weshalb er offenbar korrekt ist. Crimsix sagt (via twitter):

  • Es waren 3 Caster in den Vorfall verwickelt – alle waren schon angetrunken.
  • Offenbar gab es einen betrunkenen Bar-Streit zwischen zwei Freunden, der „mies lief, aber nicht total mies“. Einer der Freunde sei Cardwell gewesen. Der Streit war hitzig, aber die Leute waren offenbar noch „cool“ miteinander.
  • Dann kam ein dritter Caster dazu, der versucht habe, diesen Streit zu beruhigen: Dieser dritte Caster haben alles nur viel schlimmer gemacht.
  • Der Caster 3 habe Cardwell bei den Armen gehalten und die beiden hätten einander ins Gesicht geschrien. Nun ging es um einen Schubser gegen Caster 3 durch Cardwell, den Crimsix aber nicht gesehen habe.
  • Der Caster 3 sei beim Versuch, die Situation zu beruhigen, ziemlich ausgeflippt und habe Velly damit gedroht, ihn wegen einer Tätlichkeit anzuzeigen – der Streit wurde immer hitziger. Dann wären Crimsix und andere Profi-Spieler eingeschritten und hätten die Situation aufgelöst.

Crimsix sagt:

Ich war wahrscheinlich in der Nacht noch am nüchternsten, weil ich 3 Stunden lang am F1-Simulator hing. Aus meiner Sicht war das ein betrunkener Bar-Streit, den jeder am nächsten Morgen vergessen hätte, weil er total bescheuert war.

Caster ist nach Kündigung stolz darauf, „für sich eingestanden“ zu sein

So reagiert der Caster: Cardwell ärgerte sich auf Twitter vor allem über einen Artikel der US-Seite Dexerto, der ihn als betrunken und aggressiv dargestellt hatte. Auf Twitter hatten daraufhin viele Partei für Cardwell ergriffen und seine Freundlichkeit betont. Mittlerweile wurde der Artikel korrigiert. Cardwell schreibt auf Twitter (via twitter):

Nein, ich bin kein furchterregender, schwarzer Mann und es ist peinlich, so dargestellt zu werden. Ich bin froh darüber, dass die Leute nach vorne getreten sind, um die Wahrheit zu erzählen.

Der Caster selbst sagt, beim Streit hätten sich zwei Freunde unterhalten und miteinander wie „Cousins“ oder „Brüder“ gestritten.

Dann sei plötzlich eine „größere Person“ auf ihn losgegangen, was die Situation „eskaliert“ habe.

Dass er angefasst wurde, ging Cardwell gegen den Strich. Er sei niemand, der sich prügle. So ein Typ sei er nicht, für sowas habe er keine Zeit. Daher kündigte er.

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Der Caster sieht die Schuld nicht bei sich. Er sei kein wilder Kerl, der sich mit Leuten anlegt, sagt er auf Twitch.

Diese Person, deren Namen nicht genannt wird, habe Hand an ihn gelegt, ohne irgendeinen Grund. Die Person sei schon aggressiv in die Situation gekommen.

Der Caster ist aber offenbar mit seiner Entscheidung zu kündigen im Reinen. Er sagt:

Es ist nicht leicht, einen RIESIGEN Job in der Industrie aufzugeben, aber ich bin glücklich, dass ich für mich eingestanden bin.

Ich bin ziemlich gut darin, was ich tue und ich werde mich von so einer kleinen Situation nicht runterziehen lassen.

Wie aus Nachrichten hervorgeht, die Cardwell geteilt hat, habe er gekündigt, weil er „nicht länger in einer feindseligen Umgebung arbeiten wollte“. Am liebsten wolle er sich „still zurückziehen.“

Er sagt auch, er habe so ein großes Vertrauen in seine eigene Fähigkeit, dass er niemandes Job riskieren wollte, als er seine Kündigung aussprach. Offenbar ist Cardwell sich sicher, bald eine andere Anstellung zu finden:

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Wie wird das diskutiert? Man ist allgemein enttäuscht, dass man mit Cardwell so einen guten Caster wegen so einer seltsamen Situation verloren hat, an der er offenbar keine große Schuld daran trägt.

Es gibt große Diskussionen darüber, wer der „böse Caster 3“ ist, der den Ärger verursacht hat.

Niemand kann sich so recht vorstellen, wer die aggressive Person sein soll. Ein europäischer Caster wird zwar als Verdächtiger genannt – da sagen aber andere: Der sei so weich wie Butter, das könne man sich gar nicht vorstellen.

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Das steckt dahinter: Die Videospiel-Industrie gilt immer als etwas „wild“ und „unprofessionell“, aber dass es bei einer Feier an einer Bar zum Streit kommt, wenn getrunken wird, ist jetzt an sich nichts Besonderes, das nur im Gaming passieren müsste. In so einer Situation brechen Konflikte auf, die auch nüchtern oft gären.

Die Reaktion von Cardwell, direkt zu kündigen, scheint in jedem Fall ein drastischer Schritt zu sein. Man kann nur hoffen, dass er sich das gut überlegt hat.

Es klingt von außen eher so, als hätte die dritte Person, die sich in einen Streit zwischen Freunden einmischt und gleich mit einer Klage droht, einen Rüffel von Activision Blizzard verdient.

Aber betrunken an der Bar passiert selten was, auf das man hinterher stolz ist:

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Das klingt wie ein vorgeschobener Grund. Wenn das alles ist, was dazu geführt hat, sollte sich der gute Herr komplett vom Alkohol fernhalten.

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