LoL: Caster riskieren „ihren verdammten Job“, um einen Deal zu verhindern

Bei League of Legends kam es zu Protesten der Moderatoren und Caster der EU-Profi-Liga LEC. Die sprachen sich gegen einen Deal der Liga mit dem Megacity-Projekt NEOM aus. Dafür waren sie bereit, ihren Job zu riskieren, sagt jetzt Indiana „Froskurinn“ Black (29).

Das war der Aufreger: Über Twitter gab die Liga LEC am 29. Juli bekannt, dass man mit dem saudi-arabischen Projekt NEOM einen neuen Hauptsponsor gewonnen hat. Das sei ein tolles Projekt mit vielen tollen Vorzügen und der Deal helfe der Liga zukunftsfähig zu sein.

Das Mega-City-Projekt NEOM soll ein Gebiet von der Größe Belgiens umfassen und etwa 500 Milliarden US-Dollar kosten. Es soll unter anderen ein Mekka für E-Sports werden.

Innerhalb kurzer Zeit formierte sich massiver Widerstand in der LoL-Community gegen den Deal. Vor allem die Caster und Hosts der Liga, also die Leute, die man auf Sendung sieht, sprachen sich über Social-Media heftig gegen die Partnerschaft aus.

Das war ein Deal, mit dem man augenscheinlich nichts zu tun haben wollte. Denn das Projekt steht im Verdacht, Menschenrechte zu verletzen.

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Froskurrinn ist eine beliebte Kommentatorin der LEC. Sie war bitter enttäuscht vom Deal.

Nur 14 Stunden, nachdem die LEC den Deal angekündigt hatte, sagte sie ihn schon wieder ab. Der Widerstand war zu groß, wie man einräumte: Da sei ein „Riss in der Community“ entstanden.

Die twittern nur, damit sie nichts machen müssen

So ging das weiter: Nach der Entscheidung wurde das Thema viel besprochen. In dem Podcast „Crackdown“ sagte Duncan „Thorin“ Shield, die Moderatorin Froskurinn hätte ihren Protest auf Twitter nur geäußert, damit sie „sonst nichts machen muss.“

Thorin gilt als kontroverse Person in der LoL-Community, der immer wieder mit provokanten Thesen auffällt.

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Froskurinn reagierte wütend auf den Vorwurf.

Casterin erbost über Vorwurf

Thorins Aussage rief Indiana „Froskurinn“ Black auf den Plan: Sie sei sehr enttäuscht von dem Podcast, der ihre Integrität und Prinzipien angegriffen habe.

Sie will jetzt klarstellen: Die Kommentatoren und Hosts hätten sich geweigert, auf Sendung zu gehen, bis der Deal zurückgenommen wurde. Die hätten also weit mehr gemacht, als nur mal eben auf Twitter zu posten:

„Ich hab meinen verdammten Job aufs Spiel gesetzt.“

Froskurrinn

LEC-Mitarbeiter drohten Riot Games mit Streik

Bekannte LEC-Gesichter unterstützten diese Aussage von Froskurinn:

  • So sagte Eefje „Sjokz“ Depoortere: Froskurinn sei immer die Erste, die für die richtige Sache alles gibt und riskiert. Man habe Riot gesagt, man werde sich weigern, die Sendung zu machen, bis der Deal zurückgezogen werde.

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  • Travis „Quickshot“ Henry sagt, er sei stolz, wie sich alle verhalten hätten. Das Team habe nicht nur einfach auf Social Media gepostet und wäre dann aufgestanden und weggegangen, sondern man hätte die Bedenken lautstark vertreten und war bereit, am Wochenende die Show platzen zu lassen.

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Das steckt dahinter: Der Deal der LEC mit NEOM ist am Widerstand der eigenen Mitarbeiter gescheitert. Soviel kann man wohl sagen.

Riot Games hat hier offenbar die Entschlossenheit der Caster unterschätzt und wie sehr die sich mit ihrem Produkt verbunden fühlen und darüber bestimmen möchten, für was die LEC steht und für was nicht.

Die Hosts und Kommentatoren sind immerhin die Aushänge-Schilder der Liga. Einige von ihnen kommentieren große Accounts auf Social Media: Der Belgierin Eefje „Sjokz“ Depoortere folgen 685.000 Nutzer auf Twitter. Das ist dann schon eine ziemliche Wucht.

LoL Fnatic Skojz Werbung
Die LEC mit coolen Werbespots.

Die LEC weiß um die Wirkmacht ihrer Aushänge-Schilder. In drei Clips zum Start der neuen LoL-Saison in der LEC veröffentlichte man einige saukomische Werbespots mit Stars der Liga, den Spielern, aber auch den eigenen Hosts:

Die EU-Liga von LoL bringt 3 geniale Video-Clips zum Start – Seht sie euch hier an

Das Titelbild zeigt Froskurinn. Es stammt von ihrem Twitter-Account.

Quelle(n): dotesports, inven
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StreetMagier

Eine solche Aktion sollte immer auf Beweise nicht auf einen Verdacht angeleitet werden.
Aber das Problem ist wie so oft, den Splitter im Auge des anderen sieht man übergroße aber den Balken vor den eigenen Augen sieht man nicht.
Desweiteren wird von Menschenrechten geredet,vor allem immer in der Politik, aber kaum einer der Politiker kehrt vorm eigenen Haus(Staat).

Threepwood

Es gibt Teile der Welt, da muss man leider den umgekehrten Weg gehen. Verdacht mittels Beweisen ausräumen.

N0ma

Sind die Caster da festangestellt?

Max Mustermann

Ja.

DDuck

Schön zu sehen, dass das wenigstens im Esport funktioniert. Im Fußball bspw. hat man solche Werte und vor allem die Berücksichtigung der Community schon lange bei Seite gelegt, wenn man sich nur mal anschaut, in welchen Ecken der Welt, aus welchen Gründen große Turniere ausgetragen werden. Mal ganz davon abgesehen, unter welchen Umständen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

Oder man nimmt einfach mal den „sauberen“ FC Bayern als Beispiel, der fleißig für seine Freunde aus Qatar wirbt, die es ja bekanntlich mit Menschenrechten und Arbeitssicherheit auch nicht ganz so Ernst nehmen. Klar gab’s da auch viel Kritik, allerdings hat’s in München niemanden interessiert.

N0ma

„Ich hab da keinen Sklaven gesehen“ … Beckenbauer 😮

Threepwood

Ich bin überhaupt nicht in der Fußball-Szene. Wie siehts denn unter den Fans aus? Es gibt ja diverse Vorfälle, das Clubs gekauft wurden, Vetternwirtschaft begannen und dubiose Geldsummen nach Europa und zurück fließen.

Wird sowas in der „Community“ überhaupt thematisiert? Auf Fanseiten o.ä.?

DDuck

Naja, das ist halt immer so ne Sache. Gerade in Deutschland hat man ja immer noch einen anderen Blick auf die Dinge, da es den Fußballverein als Spielzeug irgendeines superreichen Arabers oder Russen bei uns (noch) nicht gibt wie es bspw. bei Chelsea, Manchester City oder PSG der Fall ist.

Aber ja, ich glaube wenn du einen Querschnitt durch die Szene machst, wird eine deutliche Mehrheit entschieden gegen solche Firmen, Projekte, Personen, Nationen sein…und das schlägt sich auch in der Berichterstattung nieder. Sowohl auf den klassischen Kanälen und in den klassischen Formaten, als auch auf den Youtube Channels. Gerade das Thema Qatar wird halt von allen Seiten beschossen und kritisiert, weil’s halt auch aktuell ist, dass man dorthin die nächste Weltmeisterschaft verhökert hat.

Allerdings ist da auch der gemeine Fan immer ein wenig heuchlerisch: Die WM in Qatar kritisiert man gerne, genauso wie die Arbeitsbedingungen und allgemein die Umstände in diesem Land, den Werbeprint von Qatar Airways auf dem neuen Bayerntrikot nimmt man der Vollständigkeit halber aber dennoch gerne mit.

Gefühlt haben die großen Vereine und Verbände einfach so viel Macht, dass man sich der Kritik aus der Fanszene und auch von den Journalisten einfach nicht annehmen brauch und einem ehh nichts passiert. Allgemein ist es ja so, dass in den Verbänden, vor allem der FIFA, jeder schwerstkriminell ist und jede Kontrollinstanz ebenfalls von solchen Leuten besetzt ist. Dementsprechend droht den Bossen halt auch keine Strafe, zumindest keine empfindliche…mal abgesehen davon, dass ohnehin jede Richtlinie, jede Regel direkt mit einem Hintertürchen ausgestattet wird.

Kleines Beispiel: „Financial Fairplay“, besagt stark vereinfacht gesagt, ein Verein darf über einen Zeitraum von 3 Jahren (glaube ich) nicht mehr Geld ausgeben darf als man einnimmt, als Strafe würde man von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen werden. Nun möchte Paris den Spieler Neymar aus Barcelona verpflichten, da der noch einen recht langen Vertrag dort hat ist eine ziemlich hohe Ablöse fällig, in dem Fall 222 Mio €. Diese 222 Mio kann man unmöglich wieder reinholen. Was macht man also?! Man zahlt die Ablöse einfach nicht selbst als Verein, sondern lässt den Spieler die Ablöse selbst zahlen…er kauft sich quasi selbst aus seinem eigenen Vertrag raus. Hintenrum macht ihn dann eine Firma, die demselben Scheich gehört wie sein neuer Arbeitgeber, zum „WM-Botschafter“ und zahlt ihm dafür ein Honorar von?! Richtig: 222 Mio €….und mit sowas kommt man durch.

McPhil

Ach ja, Saudi Arabien, eines der Länder in denen es immer noch Sklaven gibt.
Ich wüsste nicht warum eine Firma die irgendwas auf sich hält dort Geschäfte machen will.
Ne warte, weiß ich doch. Geld, ganz viel Geld.

C S

Gute Aktion. Menschenrechte gehören in allen öffentlichen Bereichen diskutiert. Besonders im Sport, der die breite Masse erreicht und ganz besonders im eSport, wo alle Menschen gleich sind, wie immer wieder betont wird.

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