2 Metropolen wollen „Gaming-Hauptstadt der Welt“ werden

Die beiden chinesischen Großstädte Peking und Shanghai haben es sich zum Ziel gesetzt, zu weltweiten Gaming-Hauptstädten zu werden und das bis 2025. Doch die angespannte Lage in China gegen das Gaming wächst sich zum Problem aus.

Gibt es schon eine Gaming-Hauptstadt der Welt? Es gibt weltweit kein alleiniges Zentrum für Gaming, sondern eher regionale Zentren. Als Gaming-Hauptstädte der Welt werden im Moment drei Städte gesehen:

  • Los Angeles, hier ist jedes Jahr die E3, die große Gaming-Messe, bei der sich der Westen trifft
  • Seoul, als Hauptstadt der E-Sports-Nation Korea, ist die 9-Millionen-Einwohner-Stadt der Austragungsort vieler großer Turniere im E-Sports
  • Tokio, das Zentrum Japans, bietet die „Tokio Game Show“ und ist Heimstadt von vielen Arcades – Japan gilt ohnehin als „Gaming-verrückte“ Nation
E3 Keanu Reeves Gesichtsausdruck
Stars wie Keanu Reeves sieht man zur E3 in Los Angeles.

Peking will Online-Gaming, Shanghai den E-Sports beherrschen

Das sind nun die Pläne: Doch wie abacusnews berichtet, haben zwei chinesische Großstädte Ambitionen angemeldet, zu weltweiten Gaming-Hauptstädten zu werden:

  • So plant die örtliche Regierung, Peking zur „internationalen Hauptstadt des Online-Gaming“ zu machen – als Zeitplan hat man 2025 ins Auge gefasst. Peking hat etwa 21,5 Millionen Einwohner (Stand 2018)
  • Shanghai möchte bis 2025 die „Internationale Hauptstadt des E-Sports“ sein, wenn es nach der Regierung der Stadt geht. Shanghai ist sogar noch größer als Peking mit 24,2 Millionen Einwohnern (Stand 2018)

Das sind die Vorteile der Städte: Allgemein gelten chinesische Fans als Gaming-begeistert und der Wirtschaftsboom hat dafür gesorgt, dass in den letzten Jahren immer mehr Geld ins Gaming gepumpt werden konnte. Der Gaming-Markt in China boomt. So ist der Markt 2019 um 175-Mal größer als er noch vor 16 Jahren war.

Peking und Shanghai haben zudem bereits große Turniere ausgerichtet. So fand 2017 das Finale der LoL WM in Peking statt mit 40.000 Zuschauern – das DOTA-2-Turnier „The International“ lockte 2019 tausende nach Shanghai.

Über lange Zeit stand die Regierung Chinas dem Gaming auch offen gegenüber. So war China 2003 eine der ersten Regierungen, die E-Sports als offiziellen Sport ansah, weiß Analyst Daniel Ahmad.

Tencent
Tencent ist ein riesiger „Global Player“ in China. Dem Konzern gehört etwa LoL

Problem 1: Tencent und NetEase sind woanders

Was sind die Probleme? Ein Problem ist, dass das Zentrum der Gaming-Industrie Chinas im Moment in Guangdong liegt, einer südlichen Provinz mit 106 Millionen Einwohnern. In der Provinzhauptstadt Guangzhou hat etwa NetEase seinen Sitz. Auch der noch größere Konzern Tencent hat seinen Sitz in einer speziellen Handelszone in der Provinz.

Die Provinz Guangdong ist folglich für drei Viertel der Wert der Gaming-Industrie verantwortlich, wie abacusnews meldet.

Tencent (LoL) ist 7-mal größer als Activision – Wie machen die das?

Problem 2: Die Zensur macht Probleme

In China dreht sich alles um die staatliche Kontrolle. Nachdem Gaming im Bereich „PC“, „Mobile“ und „E-Sports“ über Jahre florierte, gab es in den letzten Monaten eine stärkere Einmischung der Regierung: Die Regierung fürchtete angeblich um das Augenlicht der Jugend und den Verfall der Sitten:

  • Für Monate wurden keine neue Spiele mehr zugelassen. Man sprach von einem „Freeze.“ In China brauchen Games Lizenzen, um veröffentlicht zu werden.
  • Zudem wurden internationale Spiele zensiert. Spiele wie PUBG entsprachen nicht mehr der „sozialistischen Wertvorstellung.“

All das verpasste dem chinesischen Gaming-Markt doch einen Dämpfer.

PUBG China Fragezeichen Titel
PUBG gibt es in der Form, wie wir sie kennen, in China nicht mehr. Das ist nun das „Freedom Game.“

Viele der international größten Spielemarken finden in China gar nicht statt. Daher ist der Gaming-Sektor in China fast völlig isoliert vom Rest der Welt, bis auf wenige Ausnahmen wie etwa LoL. Da spielt man weltweit nur eine Version und die letzten 2 Weltmeisterschaften gingen nach China.

Man wird sehen, ob die ambitionierten Pläne von Peking und Shanghai bis 2025 aufgehen.

China verbietet jungen Gamern jetzt 3 Dinge – Das sind die neuen Regeln
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Bodicore
7 Monate zuvor

Ach was…Ud wie wollen sie das realisieren ? Wollen die mir ein Haus bauen da ?

Kikky
7 Monate zuvor

Naja, mag zwar unwahrscheinlich klingen ist es aber nicht. Filme, Animes und Mangas gibt es genug die den Aufbau einer solchen Welt beschreiben. Warum sollten sie diese nicht als inspiration nehmen?

Kikky
7 Monate zuvor

Dann müssen diese asiatischen Länder aber auch welt offener werden und dürfen nicht mehr wegen jedem kleinscheiß jeden xbeliebigen Menschen verknaken.
Dann kann man vielleicht nochmal drüber reden aber so? Nein danke.

chack
7 Monate zuvor

Ein bisschen mehr STaatliche Kontrolle in Deutschland würde auch nicht schaden, vllt wären wir dann nicht so abgeschlagen bei der Digitalisierung und andern Feldern.

DDuck
7 Monate zuvor

Das müsstest du mir jetzt mal erklären. Was genau soll die Bundesregierung kontrollieren um die Digitalisierung voranzutreiben?!

Die BRD hält gut 15% an der deutschen Telekom und verdient damit an jedem Kunden, der sich das Vectoring mit ein paar MBit mehr auf seiner Kupferleitung als den heiligen Gral des technologischen Fortschritts verkaufen lässt, mit. Rein wirtschaftlich hat unsere Bundesregierung null Anreiz die Digitalisierung und den Breitbandausbau in Deutschland irgendwie weiter voranzutreiben oder zu beschleunigen. Damit würde man Konkurrenz für den eigenen Goldesel schaffen. Am lukrativsten ist es von daher Themen wie Digitalisierung, Glasfaserausbau etc. so stark wie möglich zu entschleunigen, da es zur Telekom und ihrem (frechen) Vectoring aktuell leider flächendeckend kein echtes Konkurrenzprodukt gibt.

chack
7 Monate zuvor

Das müsstest du mir jetzt mal erklären. Was genau soll die Bundesregierung kontrollieren um die Digitalisierung voranzutreiben?!

Schau dir einfach mal das China von vor 20 Jahren an und vergleich es mit dem China von heute. Dieses Land wäre niemals die NR.2 in der Welt geworden und schon gar nicht in so kurzer Zeit wenn es nicht das jetzige Regierungssystem hätte. Digitalisierung war ja nur ein Beispiel. In einem System wie wir es haben, wäre das was CHina vollbracht hat, gar nicht erst möglich. Wenn da eine Stadt oder ein Ort zum Beispiel schlechtes Internet hat, erlässt die Stadt einfach ein Gesetzt welches die Betreiber in der Region dazu verpflichtet innerhalb eines gewissen Zeitraums eine bestimmte Zielvorgabe zu erreichen. Nur um mal den von dir genannten Breitbandausbau aufzugreifen. Es fehlen Wohnungen, kein Problem, die Stadt erlässt ein Gesetzt oder gründet selbst eine neue Firma und baut in der innen Stadt schnell mal 5 30 Stockwerke hohe Gebäude. 8-10 Jahre später wird abgerissen und der Platz neu bebaut. Sowas ist für unser System auf Nationaler Ebene schon ein riesen Problem, für China ist das tägliche regionale Politik.

DDuck
7 Monate zuvor

Ja das ist ja alles schön und gut, allerdings gehören die entsprechenden Konzerne der chinesischen Regierung und vor allem möchte die Regierung es ja auch.

Bei uns scheitert es ja nicht daran, dass unsere Regierung zu wenig Kontrolle oder zu wenig Einfluss auf das Ganze hat…es scheitert ja daran, dass der Bund gar nicht sonderlich viel Interesse daran hat, dass es in dem Bereich irgendwie voran geht.

Mit jedem neuen Mobilfunkstandard, werden für Milliarden von Euros Frequenzen an die Provider versteigert und nur ein verschwindend geringer Teil dieses Geldes fließt zurück in den infrastrukturellen Ausbau.

Bestes Beispiel: Die Versteigerung der LTE-Lizenzen vor fast 10 (!!!) Jahren. Damit hat der Bund gut 4 Mrd. € gemacht und heute, 10 (!!!) Jahre später ist die 4G-Abdeckung in Deutschland immer noch ein Witz. In einem riesigen Ballungsgebiet wie dem Ruhrgebiet gibt es selbst in Großstädten noch massig (fast) blinde Flecken. Von ländlicheren Regionen möchte ich gar nicht anfangen.

Zuletzt hat man die Lizenzen für den neuen 5G-Standard versteigert und damit über 6,5 Mrd. € eingefahren und glaub mir, es wird nicht großartig anders sein.

Nach den Versteigerungen hat mein kein Wort mehr davon gehört, wie man die Infrastruktur dafür ausbauen will, während man in Japan schon konkrete Pläne hat, die Antennen in Ampeln zu verbauen um eine möglichst flächendeckende Abdeckung in den Städten zu gewährleisten.

Im Bereich DSL sieht es da nicht anders aus. Konkrete Pläne für eine Glasfaserinfrastruktur gab es schon in den 80er Jahren, die man dann seitens der Regierung aber wieder verworfen hat. Während man in Südkorea und etlichen anderen Ländern inner- und außerhalb der EU die Netze mit staatlichen Subventionen immer weiter ausgebaut und modernisiert hat, haben wir in Deutschland für ein DSL mit nem knappen MBit/s Bandbreite geklatscht…und in den Folgejahren, hat man sich immer viel zu kleine Ziele beim Netzausbau gesetzt und hat anstatt den Glasfaserausbau zu fördern der Telekom ihr mittelprächtiges Vectoring immer wieder durchgewunken.

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